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Frühkindliche Erziehung. Wie viel Erziehung braucht ein Kind?

Titel: Frühkindliche Erziehung. Wie viel Erziehung braucht ein Kind?

Hausarbeit , 2012 , 24 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Sabine Stoll (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als die ersten Kindergärten in Europa zur Zeit der Industrialisierung entstanden, geschah dies vor allem aus praktischen Gründen: die durch arbeitende Mütter und teilweise Kindarbeitsverbote 'freigesetzten' Kinder benötigten schlichtweg einen Aufbewahrungsort. Damals kümmerte man sich in aller Regel wenig um pädagogische Konzepte und eine kindgerechte Betreuung. Doch mit der steigenden Bedeutung der Kinder wuchs auch das Interesse der Erwachsenen daran, ihren Nachwuchs möglichst gut aufzuziehen. Genau an diesem Punkt setzt die vorliegende Ausarbeitung (sowie auch der vorangegangen Vortrag) an. Was bedeutet eigentlich gute Betreuung? Und wer entscheidet, was eine gute Betreuung ist? In dem im Mittelpunkt stehenden Textausschnitt der amerikanischen Professorin Valery Polakow geht es hinsichtlich der Betreuung von Kindergartenkindern (in den Vereinigten Staaten) zentral auch um die Frage, welches Maß an Struktur Kinder diesen Alters benötigen, damit deren Betreuung kindgerecht ist.

In dieser schriftlichen Arbeit soll zunächst kurz die Historie der Kindergärten umrissen werden; anschließend werden Grundlagen zur besseren Einordnung des Polakow-Textes dargelegt werden: einerseits ein schneller Blick in die Debatten, die in der Zeit der Entstehung des Textes geführt wurden, andererseits auch einige biografische Informationen zur Autorin. Neben einer unserer Fragestellung angepassten Behandlung des Textes soll abschließend der Bogen in die Gegenwart gespannt werden: es werden vier ausgewählte pädagogische Konzepte vorgestellt; daneben sollen ebenfalls Vorstellungen moderner Kindheit diskutiert werden, verknüpft mit einem Blick an den Ort der Entstehung dieser Ausarbeitung: die Kindgartenlandschaft von Dresden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entstehungsgeschichte der Kindertagesstätten

2.1 Vorformen

2.2 Erste Kindergärten

3 Kontroversen der 1970er Jahre

3.1 Deutschland

3.2 USA

4 Biografische Fakten zu Valery Polakow

5 Grundverständnis und Kritik nach Polakow

6 Forderungen und Vorstellungen nach Polakow

6.1 Forderungen

6.2 Modell des idealen Kindergartens

6.3 Vorzeigeland Schweden

7 Moderne Kindheit

7.1 Vorstellungen moderner Kindheit

7.2 Pädagogische Konzepte

7.2.1 Friedrich-Fröbel-Konzept

7.2.2 Maria-Montessori-Konzept

7.2.3 Waldorf-Konzept

7.2.4 Reggio-Emilia-Konzept

7.3 Kindergartenlandschaft in Dresden

8 Diskussion

9 Ausblick

10 Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die Frage nach dem notwendigen Maß an Struktur in der frühkindlichen Erziehung. Ausgehend von der historischen Entwicklung der Kindertagesstätten und der kritischen Analyse der Ansätze von Valery Polakow beleuchtet die Autorin, wie ein idealer Kindergarten die kindliche Entwicklung unterstützen kann, ohne die individuelle Entfaltung durch starre institutionelle Vorgaben zu ersticken.

  • Historische Entwicklung der frühkindlichen Betreuungseinrichtungen.
  • Kritik an der "Institutionalisierung der Kindheit" nach Valery Polakow.
  • Vergleich pädagogischer Konzepte (Fröbel, Montessori, Waldorf, Reggio-Emilia).
  • Anforderungen moderner Kindheit im 21. Jahrhundert.
  • Analyse der Kindergartenlandschaft und Betreuungskultur in Dresden.

Auszug aus dem Buch

5 Grundverständnis und Kritik nach Polakow

Valery Polakow sieht die Kindheit als einen Naturzustand an, wobei sie der Meinung ist, dass spezifische Ausprägungen allerdings institutionell geprägt sind. Die Kinder leben an sich in einem offenen Austausch mit der Welt. Das freie Spielen und Entdecken dient in diesem Zusammenhang als zentrales Mittel zur Identitätsbildung und -weiterentwicklung der Kinder. Die Autorin kritisiert, dass in den Kindertageseinrichtungen die Trennung zwischen Spiel und Arbeit aufgehoben wird. Spiel und Arbeit sind klar voneinander abgrenzbar: Arbeit ist eine zeitlich und strukturell festgelegte Tätigkeit, die mit dem Wirtschaftskreislauf verknüpft ist. Das Spiel dagegen ist eine freie, kreative Tätigkeit. In Kindertageseinrichtungen wird das Spielen der Kinder zur Arbeit, da dieses in feste Strukturen mit vorgegebenem Ablauf gepresst wird. Das laut Polakow zur Identitätsbildung immanente Spielen wird den Kinder durch starre Strukturen innerhalb der Einrichtungen also verweigert; somit geht den Aufwachsenden der Prozess des ontologischen Entdeckens der Welt verloren.

Sie kritisiert desweiteren die generelle und immanente Unterordnung der Kinder in die von den Erwachsenen festgelegten Zeitstrukturen. Letztere sind immer gesellschaftlich definiert und bilden somit als Teil der Erwachsenenwelt ein Mittel der sozialen Kontrolle der Kinder, die selbst noch keine Zeitstrukturen bilden (können). Kinder werden darin eingeschränkt, ihre Umwelt eigenständig und frei entdecken und formen zu können. Stattdessen, so meint Polakow, werden die Kinder von der Erwachsenenwelt überformt (vgl. Polakow 1982: 171-174).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entstehung der Kindergartenbetreuung ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach dem optimalen Verhältnis von Struktur und kindlicher Freiheit.

2 Entstehungsgeschichte der Kindertagesstätten: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung von den ersten "Bewahranstalten" bis zu den frühen Kindergärten nach und verdeutlicht den Wandel von reiner Aufsicht hin zu ersten pädagogischen Ansätzen.

3 Kontroversen der 1970er Jahre: Die Autorin diskutiert die bildungspolitischen Debatten der 70er Jahre in Deutschland und den USA, in denen die Frage nach dem "guten" Kindergarten und der Balance von sozialem und schulischem Lernen im Zentrum stand.

4 Biografische Fakten zu Valery Polakow: Ein kurzes Porträt der amerikanischen Professorin, deren Forschungsschwerpunkte auf den Lebensbedingungen von Kindern aus prekären Verhältnissen liegen.

5 Grundverständnis und Kritik nach Polakow: Hier werden Polakows Thesen erläutert, insbesondere ihre Kritik an der Überformung der Kindheit durch starre, institutionelle Strukturen.

6 Forderungen und Vorstellungen nach Polakow: Das Kapitel stellt Polakows Vision eines gemeindenahen Kindergartens vor und zieht Schweden als Positivbeispiel heran.

7 Moderne Kindheit: Es wird analysiert, welchen komplexen Anforderungen Kinder in der heutigen mediatisierten Welt gegenüberstehen und welche pädagogischen Konzepte (z.B. Montessori, Waldorf) darauf reagieren.

8 Diskussion: Die Ergebnisse der im Seminar geführten Debatte über das Modell Polakows und die Realisierbarkeit idealer Betreuungskonzepte werden reflektiert.

9 Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass Kinder mehr als nur Struktur benötigen, nämlich stabile Bezugspersonen und Freiräume für die Identitätsentwicklung.

10 Bibliografie: Vollständiges Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Kindheit, Frühkindliche Erziehung, Kindergarten, Valery Polakow, Pädagogische Konzepte, Institutionalisierung, Identitätsbildung, Spiel, Erziehung, Kindertagesstätte, Betreuung, Bildungssystem, Kindgerechtigkeit, Struktur, Soziale Entwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet die Balance zwischen notwendiger Struktur und der für die kindliche Entwicklung essenziellen Freiheit in Kindertageseinrichtungen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die historischen Wurzeln der Kinderbetreuung, die Kritik von Valery Polakow an der Institutionalisierung sowie verschiedene pädagogische Ansätze und moderne Herausforderungen der Kindheit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, basierend auf historischen Erkenntnissen und der Kritik Polakows, ein Verständnis dafür zu entwickeln, was eine kindgerechte Betreuung in der heutigen Zeit ausmacht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie die kritische Auseinandersetzung mit soziologischen und pädagogischen Theorien, ergänzt durch eine Diskussion im Rahmen eines Seminars.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden die Ansätze von Valery Polakow detailliert analysiert und mit verschiedenen pädagogischen Konzepten wie dem Fröbel- oder Montessori-Modell in Bezug gesetzt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Kindheit, Institution, Identitätsbildung, Spiel und Pädagogik aus.

Warum wird Schweden als "Vorzeigeland" genannt?

Schweden dient als Beispiel für ein stark in die Kinderbetreuung investierendes System, das hohen pädagogischen Qualitätsansprüchen gerecht wird und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt.

Wie bewertet Polakow die Trennung von Spiel und Arbeit?

Polakow kritisiert diese Trennung scharf, da sie das für die kindliche Identitätsbildung notwendige freie Spiel durch starre, von Erwachsenen definierte Zeitstrukturen ersetzt.

Was ist laut der Autorin das Fazit für die Gestaltung von Kindergärten?

Der ideale Kindergarten sollte kein starres System sein, sondern ein Ort, der Kindern ausreichend Freiräume für eigenständiges Entdecken und Lernen in einer kindgerechten Umgebung bietet.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Frühkindliche Erziehung. Wie viel Erziehung braucht ein Kind?
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Soziologie)
Note
1.3
Autor
Sabine Stoll (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
24
Katalognummer
V1195453
ISBN (PDF)
9783346640277
ISBN (Buch)
9783346640284
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frühkindliche erziehung wieviel kind
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sabine Stoll (Autor:in), 2012, Frühkindliche Erziehung. Wie viel Erziehung braucht ein Kind?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1195453
Blick ins Buch
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