Durch die Kompensationsbestrebungen im Zuge von Umsatzeinbrüchen wird der Wandel in der Automobilindustrie nicht nur den technischen Wandel von Fahrzeugen, sondern auch die After Sales Geschäftsmodelle beeinflussen. Aufgrund dessen werden im Rahmen dieser Studie auf Grundlage der erarbeiteten und gewonnen Erkenntnisse über den durch die Elektrifizierung des Antriebsstrangs bedingten Wandel und dessen Einflüsse auf das After Sales Geschäftsmodell Handlungsempfehlungen zur zukunftsorientierten Ausgestaltung des Geschäftsmodells ausgesprochen.
Die deutsche Automobilindustrie wächst immer weiter. Trotz der wirtschaftlichen Größe und der hohen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, die ein Drittel der weltweiten Forschungs- und Entwicklungsausgaben ausmachen, steht die Automobilindustrie vor ungewissen Zeiten. Ertl (2007) stellt hierzu fest, dass die Diffusionsgeschwindigkeit von Innovationen immer weiter zunimmt. Bezogen auf den Automobilmarkt führt dies zu kürzeren Produktlebenszyklen, wodurch der Wandel des Automobilmarkts beschleunigt wird.
Dieser Wandel wird zudem durch strengere CO2-Vorgaben seitens der Europäischen Union (EU) ((EG) Nr. 443/2009) forciert, wodurch die Automobilindustrie zur Anpassung angehalten wird. Eine Möglichkeit zur Erfüllung der Norm stellt die Elektrifizierung des Antriebsstrangs dar. Neben dem genannten Beispiel liegen weitere Gründe dafür vor, dass der Automobilwirtschaft in den nächsten Jahren ein umfänglicher Wandel bevorsteht.
Holzer (2014) trifft zu dem Einfluss der Elektromobilität auf das After Sales Geschäftsmodell die Aussage, dass die Automobilhersteller in Zukunft mit sinkenden Einnahmen bei Wartungen und Reparaturen konfrontiert werden. In Konsequenz dessen werden Umsatzeinbrüche erwartet, deren Kompensation eine Herausforderung für die Hersteller darstellen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Notwendigkeit des Wandels in der Automobilindustrie
1.1 Hinführung
1.2 Vorgehensweise
2 Wesentliche Begriffe und Geschäftsmodelle in Theorie und Praxis
2.1 Begriffsbestimmungen und Bedeutung des After Sales
2.1.1 Definition Geschäftsmodell
2.1.2 Definition Geschäftsmodellwandel
2.1.3 Bedeutung und Definition des After Sales Geschäfts für Automobilhersteller
2.2 Ausgewählte Ansätze zur Darstellung von Geschäftsmodellen
2.2.1 Geschäftsmodellansatz von Wirtz
2.2.2 Geschäftsmodellansatz nach Bieger und Reinhold
2.2.3 Geschäftsmodellansatz von Osterwalder und Pigneur
2.2.4 Auswahl eines Ansatzes
2.2.4.1 Vorstellung der Kriterien und Vorgehensweise
2.2.4.2 Darstellung der Ergebnisse
2.3 Das After Sales Geschäftsmodell von
2.3.1 Kundensegmente
2.3.2 Wertangebote
2.3.3 Kundenkanäle
2.3.4 Kundenbeziehungen
2.3.5 Umsatzkanäle
2.3.6 Schlüsselressourcen
2.3.7 Schlüsselaktivitäten
2.3.8 Schlüsselpartner
2.3.9 Kostenstrukturen
3 Elektromobilität als Treiber des Geschäftsmodellwandels
3.1 Bedeutung und Definition der Elektromobilität
3.2 Einfluss der Elektromobilität auf das AFS Geschäftsmodell
3.2.1 Umsatzrückgang und höhere Kosten durch Elektromobilität
3.2.2 PESTLE-Analyse zur Einflussmessung
3.2.2.1 Beschreibung der Analyse
3.2.2.2 Beschleuniger der Verbreitung von Elektrofahrzeugen
3.2.2.3 Weitere Einflüsse auf das After Sales Geschäft und neue Möglichkeiten
4 Handlungsempfehlungen zum Wandel des After Sales Geschäftsmodells von
4.1 Empfehlungen zur Anpassung des Geschäftsmodells
4.2 Umsetzungsplan für die Anpassungen
5 Quo vadis After Sales Geschäftsmodell?
5.1 Fazit
5.2 Ausblick
5.3 Kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Die Masterarbeit untersucht den Einfluss der Elektromobilität auf das After-Sales-Geschäftsmodell eines Automobilherstellers. Ziel ist es, die Auswirkungen des Antriebswandels auf das bestehende Modell zu identifizieren und strategische Handlungsempfehlungen für eine zukunftsfähige Ausgestaltung abzuleiten.
- Analyse und Definition von Geschäftsmodellen im After-Sales-Bereich
- Untersuchung der Auswirkungen der Elektromobilität auf Umsatz und Kosten
- Anwendung einer PESTLE-Analyse zur Identifikation makroökonomischer Einflussfaktoren
- Entwicklung eines Umsetzungsplans zur Anpassung des After-Sales-Modells
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Definition Geschäftsmodell
Bei der Betrachtung der vorliegenden Literatur zum Thema GEMO wird deutlich, dass keine einheitliche Definition vorliegt (siehe Tab. 1). Der Zugang zum Begriff wird dadurch erschwert, dass viele ähnliche Begriffe in Theorie und Praxis existieren. Laut Eckert existieren Begriffe wie: „Delivery Model“, „Business Process Model“, „Operating Model“ und „Operational Business Model“, die konzeptionell GEMOs beschreiben.12 Hierbei wird aber vom ursprünglichen Begriff des GEMOs abgewichen.
Unter den Voraussetzungen, dass kein einheitliches Begriffsverständnis vorherrscht und diverse Begriffe für die Beschreibung des Wesens von GEMOs verwendet werden, erscheint es sinnvoll, den Begriff zu zerlegen. Durch dieses Vorgehen soll der zentrale Begriff verständlich dargestellt werden. Im nächsten Schritt werden die Begriffe „Geschäft“ und „Modell“ erläutert.
Weisen Produkt- oder Leistungsgruppen einen eigenständigen Marktauftritt und markt- und/oder ressourcenmäßige Synergien auf, können diese als Geschäft bezeichnet werden. Schallmo stellt hierzu fest, dass Geschäfte darauf ausgerichtet sind, Gewinne zu erzielen.13
Unter dem Begriff Modell wird eine Abstraktion der Realität verstanden, da Modelle die Komplexität der Realwirtschaft vereinfacht abbilden.14 Durch die Aussparung diverser ökonomischer Variablen, wie z.B. persönliche Präferenzen der Kunden im AFS Modell wird die Realität simplifiziert. Durch diese Komplexitätsreduktion können ökonomische Vorgänge selektiv abgebildet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Notwendigkeit des Wandels in der Automobilindustrie: Einführung in die wachsende Automobilbranche und Aufzeigen der Herausforderungen durch den Wandel sowie die zunehmende Elektrifizierung.
2 Wesentliche Begriffe und Geschäftsmodelle in Theorie und Praxis: Theoretische Herleitung der Begriffe Geschäftsmodell, Geschäftsmodellwandel und After Sales zur fundierten Analyse.
3 Elektromobilität als Treiber des Geschäftsmodellwandels: Untersuchung der ökonomischen und makroökonomischen Auswirkungen der Elektromobilität mittels PESTLE-Analyse.
4 Handlungsempfehlungen zum Wandel des After Sales Geschäftsmodells von: Konkrete Strategien zur Anpassung des Geschäftsmodells sowie Darstellung eines Umsetzungsplans.
5 Quo vadis After Sales Geschäftsmodell?: Zusammenfassung der Ergebnisse, ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und eine kritische Würdigung der gewählten Methoden.
Schlüsselwörter
After Sales, Elektromobilität, Geschäftsmodell, Geschäftsmodellwandel, PESTLE-Analyse, Automobilindustrie, Wertschöpfung, Ersatzteile, Kundenbindung, Digitalisierung, Ladeinfrastruktur, Servicekonzepte, Strategie, Unternehmensberatung, Zukunftsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich der durch Elektromobilität bedingte Strukturwandel auf die After-Sales-Geschäftsmodelle in der Automobilindustrie auswirkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Geschäftsmodelltheorie, der Analyse der Elektromobilität als disruptivem Treiber und der Entwicklung praktischer Handlungsempfehlungen für den Servicebereich.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis einer fundierten Analyse des aktuellen Geschäftsmodells, Handlungsempfehlungen zur Kompensation erwarteter Umsatzrückgänge zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine PESTLE-Analyse zur Erfassung der Umwelteinflüsse genutzt, kombiniert mit einem Scoring-Modell zur Auswahl des am besten geeigneten Geschäftsmodell-Ansatzes.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Geschäftsmodellen, der detaillierten Untersuchung des spezifischen After-Sales-Geschäftsmodells und der systematischen Einflussmessung der Elektromobilität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind After Sales, Elektromobilität, Geschäftsmodellwandel, PESTLE-Analyse und Kundenbindung.
Wie wirkt sich die Elektromobilität konkret auf das After-Sales-Geschäft aus?
Aufgrund weniger wartungsintensiver Komponenten im Elektroantrieb sinken der Bedarf an Ersatzteilen und Wartungsumfängen, was zu einem prognostizierten Umsatzrückgang führt.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung im vorgeschlagenen Modell?
Die Digitalisierung ermöglicht durch Angebote wie "Services on Demand" und "Predictive Maintenance" neue Wege der Kundenbindung und Umsatzgenerierung, um den Wegfall klassischer Wartungseinnahmen auszugleichen.
Ist der vorgeschlagene Wandel radikal oder inkrementell?
Die Arbeit empfiehlt einen inkrementellen Wandel, bei dem die Veränderungen phasenverschoben und auf dem bestehenden Modell aufbauend realisiert werden.
- Quote paper
- René Alexander Staikowski (Author), 2016, Einfluss der Elektromobilität auf die After Sales Geschäftsmodelle in der Automobilindustrie. Handlungsempfehlungen zum Geschäftsmodellwandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1195473