Die Arbeit beschäftigt sich mit Formatadaptionen. Im Verlauf dieser Arbeit soll die Forschungsfrage „Inwiefern unterscheiden (und ähneln) sich Original und Adaption der Fernsehformate Aktenzeichen XY…ungelöst und Crimewatch UK?“ beantwortet werden.
Das Erkenntnisinteresse der Arbeit liegt darin, zu erfahren, inwieweit sich die britische Formatadaption Crimewatch UK von dem deutschen Original Aktenzeichen XY…ungelöst unterscheidet. Darüber hinaus ist es interessant, zu untersuchen, wie sich eine untypische Formatadaption vom Deutschen ins Britische charakterisiert. Analysiert wird jeweils eine Folge des deutschen Originals vom September 2015 und eine im Juli 2014 erschienene Folge der britischen Adaption. Bezüglich des Inhaltes sollen neben Gemeinsamkeiten insbesondere Unterschiede der Formate ermittelt werden in: Der Handlung, den Akteuren und den „Bauformen“ (Wie wird etwas inszeniert? Welche Erzählbauformen werden verwendet?). Ferner soll neben der inhaltlichen Ebene, die ästhetische Ebene der Formate miteinander verglichen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Entstehung von Fernsehformaten
2.1.1 Internationaler Handel mit Fernsehformaten
2.1.2 Entstehung von Formatadaptionen
2.2 Globalisierung des Fernsehformats Reality TV
2.2.1 Das Originalformat Aktenzeichen XY…ungelöst
2.2.2 Die Formatadaption Crimewatch UK
3. Methodik
3.1 Filmanalyse
3.2 Qualitative Inhaltsanalyse
4. Darstellung der Ergebnisse
4.1 Hauptkategorie Ästhetik
4.2 Hauptkategorie Inhalt
4.3 Besonderheiten
5. Analyse der Ergebnisse
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem deutschen Originalformat Aktenzeichen XY…ungelöst und dessen britischer Adaption Crimewatch UK, um zu analysieren, wie sich eine spezifische Formatadaption vom Deutschen ins Britische charakterisiert und welche Auswirkungen kulturelle Kontexte auf die Gestaltung haben.
- Grundlagen der Formatentwicklung und des internationalen Formathandels
- Vergleichende Filmanalyse und qualitative Inhaltsanalyse der Sendungen
- Gegenüberstellung ästhetischer Gestaltungsmittel
- Analyse inhaltlicher Strukturmerkmale und spezifischer Rubriken
- Bewertung von kulturellen Anpassungsstrategien im Reality-TV-Genre
Auszug aus dem Buch
Filmfälle
Bei Aktenzeichen XY…ungelöst wird gegebenenfalls der Hinweis eingeblendet, dass die Namen geändert wurden. Die Gewalttaten werden indirekt gezeigt, wirken aber dennoch realistisch. Es wird mit Kunstblut, das ebenfalls realistisch aussieht gearbeitet. Bei Crimewatch UK gibt es lediglich einen Fall, in dem Gewalt gezeigt werden kann: Im ersten Filmfall wird ein Schlag ins Gesicht indirekt gezeigt, der ebenfalls realistisch wirkt. In den Filmfällen beider Formate wird aus den unterschiedlichsten Perspektiven gefilmt. So werden häufig Nahaufnahmen von Artefakten getätigt, beispielshalber von der Tatwaffe oder einem Handy, dessen Akku jeden Moment leer zu gehen scheint.
Der prägnanteste Unterschied zwischen dem deutschen und dem britischen Format besteht darin, dass bei Crimewatch UK Verwandte, Partner und Freunde der Opfer eingeblendet werden und – häufig unter Tränen – etwas über die Personen erzählen. Im ersten Filmfall Robert Hart Death, in dem ein junger Mann auf einem Festival in Manchester Opfer schwerer Körperverletzung wurde und anschließend an den Folgen starb, konnte nicht mit Sicherheit festgestellt werden, ob eine Freundin des Opfers – die Augenzeugin der Tat war – das Tatgeschehen rekonstruiert. Die Frau im Filmfall sieht der Freundin des Opfers, die eingeblendet wird und über das Geschehen berichtet auffallend ähnlich. Es wird berührende Musik gespielt und private Fotos der Opfer und ihnen nahestehende Personen gezeigt. Wenn nötig kommentiert ein Erzähler das Geschehen. Sowohl der zweite Crimewatch UK Filmfall (Alan Jeal Mystery), als auch der dritte (How they caught: Pavlo Lapshyn) werden nicht wie bei Aktenzeichen XY…ungelöst in einem Stück gezeigt. Stattdessen wechseln sich die filmischen Rekonstruktionen, die Gespräche mit dem zuständigen Ermittler vor Ort (außerhalb des Studios) und die CCTV-Aufnahmen ab. Auch hier wird auffallend viel mit dramatischer Musik gearbeitet. Falls nötig, kommentiert ein Erzähler. Teilweise werden auch hier Angehörige der Opfer zwischen den Filmfallabschnitten eingeblendet. Bei beiden Formaten wird sehr viel mit dramaturgischen Mitteln gearbeitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, begründet die Relevanz der Untersuchung von Formatadaptionen und definiert das Ziel sowie die Forschungsfrage der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung von Fernsehformaten, den globalen Handel damit und die spezifische Bedeutung von Reality TV als Genre.
3. Methodik: Hier wird die Anwendung der Filmanalyse und der qualitativen Inhaltsanalyse als methodisches Vorgehen für den Vergleich der beiden Sendungen dargelegt.
4. Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die durch die Inhaltsanalyse gewonnenen Daten, unterteilt in die Kategorien Ästhetik, Inhalt und Besonderheiten.
5. Analyse der Ergebnisse: Hier werden die Resultate interpretiert, miteinander in Beziehung gesetzt und auf den theoretischen Rahmen bezogen.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die unterschiedlichen Ausprägungen der beiden Formate vor dem Hintergrund kultureller Adaptionsprozesse.
Schlüsselwörter
Formatadaption, Fernsehformate, Aktenzeichen XY…ungelöst, Crimewatch UK, Reality TV, True Crime, Filmanalyse, Qualitative Inhaltsanalyse, transkultureller Vergleich, Medienformat, Öffentlichkeitsfahndung, Globalisierung, Unterhaltungsfernsehen, Markenartikel, Zuschauerhinweise
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Formatadaption im Fernsehen und untersucht, wie ein deutsches Fernsehformat für einen anderen nationalen Markt adaptiert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit deckt Themen wie den internationalen Fernsehformathandel, die Globalisierung von Reality-TV-Formaten sowie die ästhetischen und inhaltlichen Unterschiede von Sendungen zur Kriminalitätsbekämpfung ab.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage: "Inwiefern unterscheiden (und ähneln) sich Original und Adaption der Fernsehformate Aktenzeichen XY…ungelöst und Crimewatch UK?"
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Forschung, die eine Kombination aus Filmanalyse und qualitativer Inhaltsanalyse nutzt, um ausgewählte Sendungsfolgen systematisch auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die methodische Darstellung, die Aufarbeitung der Ergebnisse in den Kategorien Ästhetik und Inhalt sowie eine analytische Diskussion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Formatadaption, True Crime, Filmanalyse, Öffentlichkeitsfahndung und der transkulturelle Vergleich von Medienproduktionen.
Welche Rolle spielt die "CCTV"-Rubrik in Crimewatch UK?
Die CCTV-Rubrik ist ein fester Bestandteil der britischen Adaption und dient dazu, durch Überwachungskameraufnahmen Informationen zu Tätern oder Opfern zu gewinnen, was den Reportagen-Charakter der Sendung verstärkt.
Wie unterscheidet sich der Umgang mit emotionalen Inhalten?
Während das deutsche Original stark auf Diskretion setzt und sich auf den Fall konzentriert, bindet die britische Adaption verstärkt Angehörige und Freunde der Opfer ein, die ihre Geschichte teils unter Tränen erzählen, um die Zuschauer emotional stärker zu involvieren.
- Quote paper
- Master of Arts Merle Wendt (Author), 2018, Formatadaptionen. Die Fernsehformate "Aktenzeichen XY…ungelöst" und "Crimewatch UK", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1195484