Im ersten Teil dieser Arbeit wird das Resilienz-Konzept thematisiert. Durch eine Veränderung von der defizitären zur ressourcenorientierten Sicht rücken die präventiven Einflussfaktoren in den Vordergrund, um Stärken auszubauen und Risiken zu minimieren. Diese Einflussfaktoren können auch in der Kindertageseinrichtung unterstützt werden, wie in Kapitel 3 aufgezeigt wird. Im Anschluss wird aufgezeigt, wo Grenzen und Kritik am Konzept auftreten.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DAS RESILIENZKONZEPT
2.1 Bezug zur Salutogenese
2.2 Resilienz und Vulnerabilität als Prozess
2.3 Risikomildernde- und risikoerhöhende Faktoren für die kindliche Entwicklung
2.3.1 Konzept der Risikofaktoren (risikoerhöhend)
2.3.2 Resilienzfaktoren (risikomildernd)
3 RESILIENZ IN DER EINRICHTUNG
3.1 Voraussetzungen und Fördermöglichkeiten in der Einrichtung
3.2 Förderung der sechs personalen Resilienzfaktoren
3.2.1 Selbstwahrnehmung
3.2.2 Selbststeuerung/Regulation
3.2.3 Selbstwirksamkeit
3.2.4 Soziale Kompetenzen
3.2.5 Umgang mit Stress
3.2.6 Problemlösen
3.3 Netzwerkarbeit zur Resilienzförderung
4 KRITIK UND GRENZEN DER RESILIENZ
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Ansätze, wie Kindertageseinrichtungen dazu beitragen können, personale Resilienzfaktoren bei Kindern zu fördern und deren Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen zu stärken.
- Grundlagen des Resilienzkonzepts und dessen Bezug zur Salutogenese
- Differenzierung zwischen Risiko- und Schutzfaktoren in der kindlichen Entwicklung
- Methodische Fördermöglichkeiten der sechs personalen Resilienzfaktoren in der Kita
- Die Rolle der pädagogischen Fachkraft als Vorbild und Begleiter
- Bedeutung der Netzwerkarbeit zur ganzheitlichen Resilienzförderung
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Selbstwahrnehmung
Im Kompetenzbereich der Selbstwahrnehmung steht das eigene „Ich“ im Vordergrund. Was fühle ich, was denke ich, wie werde ich wahrgenommen, erkenne ich ein Gefühl (vgl. Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse, 2011, S.43 ff.)? Durch Zuwendung und Affektspiegelung in der Interaktion mit anderen lernen Kinder die eigenen Gefühle kennen, in dem die Fachkraft oder Peers das Gefühl in ihrem Gesicht zurückspiegeln (vgl. Jaede, 2007, S.101 f.). Um sich selbst, das eigene Handeln und Wirken auf andere Personen zu reflektieren benötigen Kinder Vorbilder in Form von Fachkräften oder Peers (vgl. Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse, 2011, S.44).
Durch Beschreibung von Körpergefühlen und Gefühlszuständen können Kinder Unterscheidungen wahrnehmen und auf ihr eigens Empfinden adaptieren um sie zukünftig mimisch oder sprachlich ausdrücken zu können (vgl. ebd., S.44). Der Psychologe Jaede merkt jedoch an, dass Kinder unter acht Jahren Schwierigkeiten haben zu reflektieren. Eine Möglichkeit dies zu kompensieren ist die Vermittlung über Geschichten oder Bilderbücher (vgl. Jaede, 2007, S.37 f.; Fischer, 2012a, S.140), da hier vordergründig Gefühle oder spezifische Lebenssituationen kindgerecht thematisiert werden (vgl. Fischer, 2012a, S.141 ff.).
Fachkräfte sollen für die Stärkung der kindlichen Selbstwahrnehmung, des Körpergefühls und der emotionalen Gefühle z.B. durch konstruktives Feedback der Stärken und Schwächen, sorgen (vgl. Wustmann Seiler 2018, S.134 f.). Eine passende Möglichkeit sieht Becker hierfür in der Pflegesituation (vgl. 2012, S.38) in der die Fachkraft in einer direkten Beziehung mit dem Kind steht und feinfühlig über Körper- und Gefühlsmerkmale sprechen kann. Die Kinder sollen dabei aber nicht gedrängt werden über ihre Gefühle zur sprechen (vgl. Jaede, 2007, S.38). Im Spiel mit den Peers können Kinder ihre eigenen Gefühlsstände ausdrücken oder Gefühle bei anderen erkennen und sich in andere hineinversetzen (Perspektivwechsel).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Modell der Salutogenese ein und erläutert den Paradigmenwechsel hin zu einer ressourcenorientierten Betrachtung von Kindern in der Kita.
2 DAS RESILIENZKONZEPT: Dieses Kapitel definiert Resilienz und beleuchtet den Prozesscharakter sowie das Zusammenspiel von Risiko- und Schutzfaktoren in der Entwicklung.
3 RESILIENZ IN DER EINRICHTUNG: Hier werden konkrete Bedingungen und Methoden zur Förderung von Resilienz durch pädagogische Fachkräfte sowie die Relevanz der Netzwerkarbeit dargestellt.
4 KRITIK UND GRENZEN DER RESILIENZ: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit der Anwendbarkeit des Resilienzbegriffs auseinander und weist auf die Grenzen der Förderung hin.
5 FAZIT: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zur Förderung personaler Resilienzfaktoren zusammen und betont die menschliche Komponente der Kompetenzstärkung.
Schlüsselwörter
Resilienz, Kindertageseinrichtung, Salutogenese, personale Resilienzfaktoren, frühkindliche Bildung, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Selbstwahrnehmung, Selbstwirksamkeit, Soziale Kompetenzen, Stressbewältigung, Problemlösekompetenz, Prävention, Entwicklung, Pädagogische Fachkraft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Resilienz im Kontext frühkindlicher Bildung und untersucht, wie Kindertageseinrichtungen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Kindern beitragen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören das Verständnis von Resilienz, die Analyse von entwicklungspsychologischen Risiko- und Schutzfaktoren sowie konkrete pädagogische Strategien zur Kompetenzförderung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten und Handlungsspielräume aufzuzeigen, durch die Kitas gezielt die personalen Resilienzfaktoren der Kinder unterstützen können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Studien und Theorien, unter anderem zur Salutogenese, Bindungstheorie und Resilienzforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Resilienzkonzepts und eine praxisorientierte Analyse der Förderung der sechs personalen Resilienzfaktoren (Selbstwahrnehmung, Selbststeuerung, Selbstwirksamkeit, soziale Kompetenzen, Stressumgang, Problemlösen).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Resilienz, Salutogenese, Schutzfaktoren, Ressourcenorientierung und frühkindliche Bildung geprägt.
Welche Rolle spielen "Phasen erhöhter Vulnerabilität" im pädagogischen Alltag?
Diese Phasen, etwa während der Eingewöhnung, sind durch eine erhöhte Empfänglichkeit für negative Einflüsse gekennzeichnet. Pädagogische Fachkräfte müssen hier besonders feinfühlig agieren, um eine stabile Basis zu schaffen.
Warum ist die Netzwerkarbeit für die Resilienzförderung wichtig?
Das Netzwerk erweitert die Unterstützungsmöglichkeiten für das Kind und die Familie. Durch Kooperationen mit externen Partnern wie Beratungsstellen oder Frühförderstellen können Risikofaktoren effektiver adressiert werden.
- Arbeit zitieren
- Benjamin Ammann (Autor:in), 2019, Welche Möglichkeiten bieten Kindertageseinrichtungen beim Erwerb der personalen Resilienzfaktoren?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1195540