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Mehr Männer in Kitas. Vor welchen Hindernissen in der Berufsausbildung und -ausübung stehen Männer in Kindertageseinrichtungen?

Title: Mehr Männer in Kitas. Vor welchen Hindernissen in der Berufsausbildung und -ausübung stehen Männer in Kindertageseinrichtungen?

Term Paper , 2020 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Benjamin Ammann (Author)

Pedagogy - Nursery Pedagogy, Early Childhood Education
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Woran es liegt, dass sich weiterhin wenig Männer in der Frühpädagogik, insbesondere in Kindertageseinrichtungen, vorfinden und mit welchen Hindernissen sie in der Berufswahl und der Ausübung zu rechnen haben, wird in dieser Arbeit betrachtet. Der Ruf nach mehr Männern in den institutionellen Kindertageseinrichtungen ist in den letzten Jahren auf politischer und medialer Ebene präsenter geworden und zeigt, wie die zunehmende Anzahl männlicher Vertreter beweist, Wirksamkeit in der Praxis. Betrachtet man dies im Augenschein der Vielfalt und Unterschiedlichkeit, ist dies ein positiver Trend. Doch bleibt die Empfehlung der Europäischen Union aus dem Jahr 1996, den Anteil männlicher Fachkräfte auf 20 % auszubauen, auch aktuell noch in weiter Ferne.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anteile von Männern und Frauen in Kindertageseinrichtungen

3. Modellprogramm „MEHR Männer in Kitas“ und dessen Ziele

4. Hindernisse für Männer in Kindertageseinrichtungen

4.1. Gesellschaftliche Männlichkeitskonstruktion

4.2. Auswirkung der weiblichen Übermacht für Männer

4.3. Bezahlung, Karriere und gesellschaftliche Wertschätzung

4.4. Erwartungshaltung an den Mann in der pädagogischen Arbeit

4.5. Skepsis und Generalverdacht

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Barrieren, die Männer bei der Berufswahl und der täglichen Arbeit in Kindertageseinrichtungen erfahren, und analysiert, warum trotz politischer Bemühungen weiterhin ein deutliches Geschlechterungleichgewicht im frühpädagogischen Bereich besteht. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei auf die gesellschaftlichen, strukturellen und psychologischen Hindernisse, die den Eintritt und Verbleib von Männern in diesem Berufsfeld erschweren.

  • Analyse der Geschlechterverteilung in der Frühpädagogik
  • Bewertung des Modellprogramms „MEHR Männer in Kitas“
  • Untersuchung gesellschaftlicher Männlichkeitskonstruktionen und Rollenbilder
  • Herausforderungen durch Generalverdacht und pädophile Stigmatisierung
  • Diskussion über Karrierechancen, Bezahlung und Arbeitsbedingungen

Auszug aus dem Buch

4.5. Skepsis und Generalverdacht

„Immer wieder erlebe ich in Bewerbungsgesprächen oder Trägerveranstaltungen, dass noch heute männlichen Erziehern untersagt ist, Kinder zu wickeln, sich allein mit ihnen in einen Raum aufzuhalten oder ein Kind zu trösten.“ Kathrin Janert, Vorstand, Ev. Kirchenkreisverband für Kindertageseinrichtungen Berlin aus einem Interview mit der Koordinationsstelle Chance Quereinstieg vom 03.11.2019.

Aus der Aussage lässt sich ableiten, dass Männern ein sexueller Übergriff auf Kinder mehr zugeschrieben wird als Frauen und deshalb der Umgang mit Kindern unterschiedlich bewertet wird. Männern wird geradezu eine triebhafte Sexualität zugesprochen wie Rohrmann aufführt (vgl. Rohrmann, 2014, S. 67). Nicht von der Hand zu weißen ist, dass der überwiegende Teil der sexuellen Übergriffe durch Männer erfolgt. Zwischen 85-98 % wird der Anteil der männlichen Täter laut Engfer geschätzt (vgl. 2000, S. 34, zit. n. Cremers & Krabel, 2012b, S. 273). Auch die Tatsache, dass sich pädophile Personen aktiv Wirkungskreise suchen, in denen sie Kontakt zu Kindern aufbauen können ist wissenschaftlich untersucht worden (vgl. Küken/Wypich zit. n. Breitenbach, Bürmann, Thünemann, & Haarmann, 2015, S. 30). Ein daraus resultierender Generalverdacht auf alle Männer zu adaptieren, erschwert den Männern - insbesondere Jüngeren und Berufseinsteigern - die Berufs(aus)wahl und die Arbeit in den Einrichtungen (vgl. Cremers & Krabel, 2012b, S. 266, .Rohrmann, 2012a, S. 343, Cremers, Krabel, & Calmbach, 2015, S. 63). Dieses Misstrauen stellt, laut der Studie „Public Fathers“, das größte Hindernis für Männer dar (vgl. Team Forschungsprojekt Elementar, 2012, S. 423). Gerade in der Arbeit in der körpernahen Pflege – hier sind Tätigkeiten wie das Wickeln, das Umziehen oder Waschen zu nennen – oder das Trösten der Kinder – welches wieder mit engem Körperkontakt einhergeht – kann Männer verunsichern und ein Hindernis darstellen. Dieses Hindernis kann dabei so relevant sein, dass Männer den Körperkontakt zu Kindern (auch wenn dieser von den Kindern selbst gesucht wird) vermeiden oder unterbinden um einer potentiellen Verdächtigung zu entgehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema des männlichen Ungleichgewichts in der Frühpädagogik und Vorstellung der zentralen Fragestellung.

2. Anteile von Männern und Frauen in Kindertageseinrichtungen: Darstellung der statistischen Geschlechterverteilung in der Kita-Betreuung anhand aktueller Daten von 2006 bis 2018.

3. Modellprogramm „MEHR Männer in Kitas“ und dessen Ziele: Erläuterung der Zielsetzungen und Bausteine des staatlichen Förderprogramms zur Gewinnung männlicher Fachkräfte.

4. Hindernisse für Männer in Kindertageseinrichtungen: Detaillierte Analyse der soziologischen und strukturellen Barrieren wie Männlichkeitsbilder, Bezahlung und der Stigmatisierung durch Generalverdacht.

5. Resümee: Synthese der Ergebnisse und Ausblick auf notwendige Veränderungen, um Vielfalt als Normalität in der Kita zu etablieren.

Schlüsselwörter

Frühpädagogik, Männer in Kitas, Gender, Männlichkeitskonstruktion, Generalverdacht, Erzieher, Fachkräftemangel, Diversität, Inklusion, Rollenbilder, Berufsbiografie, Kindertageseinrichtung, Sexismus, Profession, Pädagogische Qualität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Unterrepräsentanz von Männern in Kindertageseinrichtungen und untersucht die Ursachen, die Männer an einer Ausbildung oder Ausübung dieses Berufs hindern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Felder sind die historische und aktuelle Geschlechterverteilung, gesellschaftliche Männlichkeitskonstruktionen, finanzielle Aspekte sowie die psychologische Belastung durch einen gesellschaftlichen Generalverdacht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Hindernisse zu identifizieren, die Männer im Berufsalltag und in der Berufswahl in der Frühpädagogik erfahren, um daraus Handlungsbedarfe für eine geschlechtersensiblere Praxis abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung bestehender Studien, wie etwa dem Modellprogramm „MEHR Männer in Kitas“ oder dem Forschungsprojekt „Public Fathers“.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Bestandsaufnahme, die Vorstellung des Modellprogramms und eine tiefgehende Analyse der Hindernisse, unterteilt in Männlichkeitskonstruktionen, weibliche Übermacht, Karrierechancen und Verdachtsmomente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Frühpädagogik, Männer in Kitas, Generalverdacht, Gender und Diversität beschreiben.

Welche Rolle spielt die „hegemoniale Männlichkeit“ in der Argumentation?

Der Begriff dient dazu zu erklären, wie traditionelle Männlichkeitsvorstellungen sowohl Männer als auch Frauen in pädagogischen Strukturen beeinflussen und oft zu einer Abwertung erzieherischer Tätigkeiten führen.

Warum wird der „Generalverdacht“ als größte Hürde identifiziert?

Der Generalverdacht, Männern in der Kita werde ein pädophiler Missbrauch unterstellt, verunsichert Fachkräfte und schränkt pädagogische Interaktionen wie Trösten oder Wickeln massiv ein, was laut Autor die größte Barriere darstellt.

Welchen Einfluss haben die Arbeitsbedingungen auf den Verbleib von Männern?

Die geringe Bezahlung und mangelnde Karrierechancen werden als Faktoren genannt, die besonders für Männer, die sich in der Rolle des Familienernährers sehen, den Verbleib im Beruf unattraktiv machen.

Was ist das Fazit zur „weiblichen Dominanz“?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die weibliche Dominanz strukturell bedingt ist und durch eine Öffnung des Berufsfeldes sowie eine transparente Aufarbeitung der Verdachtsthematik schrittweise in eine Vielfalt als Normalität überführt werden muss.

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Details

Title
Mehr Männer in Kitas. Vor welchen Hindernissen in der Berufsausbildung und -ausübung stehen Männer in Kindertageseinrichtungen?
College
Protestant University of Applied Sciences Ludwigsburg
Grade
1,7
Author
Benjamin Ammann (Author)
Publication Year
2020
Pages
18
Catalog Number
V1195543
ISBN (PDF)
9783346641984
ISBN (Book)
9783346641991
Language
German
Tags
Kindheit Männer Kindertageseinrichtung Kita Pädagogik Erzieher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Ammann (Author), 2020, Mehr Männer in Kitas. Vor welchen Hindernissen in der Berufsausbildung und -ausübung stehen Männer in Kindertageseinrichtungen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1195543
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