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Prädestination und Verantwortung

Title: Prädestination und Verantwortung

Research Paper (undergraduate) , 2008 , 25 Pages , Grade: 1-

Autor:in: Cornelia Schönfeld (Author)

Ethics
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Summary Excerpt Details

Jeder Bibelleser wird unweigerlich irgendwann auf die Frage stoßen, ob die Allmacht und Souveränität Gottes die menschliche Verantwortung ausschließt. Denn es handelt sich hier um zwei scheinbar gegensätzliche Aussagen, die beide in der Bibel wieder zu finden sind. Diese Problematik verleitet leicht dazu entweder von der einen oder der anderen Seite vom Pferd zu fallen. Das heißt, es besteht die Gefahr, dass wir die Betonung ausschließlich bei der menschlichen Verantwortung lassen, oder dass wir die Souveränität Gottes zu sehr betonen und dabei den Missionsauftrag völlig missachten.
Wie bei allen theologischen Problematiken dieser Art müssen wir den richtigen Mittelweg im Umgang mit diesem Thema finden. Solch eine Antinomie taucht in der Theologie immer wieder auf. Es ist wichtig, dass wir lernen damit umzugehen. Der Mensch muss sich seines begrenzten Verstandes bewusst werden. Paulus macht dies in Röm 9,20 sehr deutlich, in dem er sagt: „Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich so?“.
Die Versuchung für uns Menschen besteht darin, dass wir die eine Wahrheit durch die Art, wie die andere betont wird, beschneiden und verstümmeln, so dass sie in unser Bild passt und zu unseren scheinbar logischen Schlussfolgerungen. Die Schlussfolgerung ist, dass wir die Antinomie so annehmen müssen, wie sie ist und versuchen sie in unser Leben aufzunehmen. Das zu erreichen, ist die Aufgabe der Ethik. Darum ist es so wichtig sich mit dieser Thematik zu beschäftigen und auseinanderzusetzen. Vor allem im Bereich der Evangelisation entstehen so immer wieder verquere Denkarten, die nicht dem Wort Gottes entsprechen und zu einem ungesunden Umgang führen. Wie etwa, etwas karikiert ausgedrückt dazu, dass wir die Hände in den Schoß legen und Gott machen lassen, oder dass wir nachts nicht mehr ruhig schlafen können, weil so viele Menschen noch ungerettet sind, für die wir die Verantwortung tragen.
Es gilt zu verstehen, dass der Mensch nicht für Gottes Bereich zuständig ist, sondern nur für die Bereiche, in die Gott ihn eingesetzt hat in denen er aber auch die volle Verantwortung trägt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Grundsätzliches

1.1. Eine Definition des Begriffs Prädestination

1.2. Der Begriff im Griechischen

1.3. Verschiedene Auffassungen

1.3.1. Augustinus (354-430)

1.3.2. Luther (1483-1546)

1.3.3. Calvin (1509-1564)

1.3.4. Arminius (1560-1609)

1.3.5. Karl Barth (1886-1968)

1.3.6. Die katholische Auffassung

1.4. Fazit

2. Biblischer Befund

2.1. Souveränität Gottes

2.1.1. Allwissenheit Gottes

2.1.2. Vorherwissen Gottes

2.1.3. Gott ist allmächtig

2.1.4. Gott erhält die Welt

2.2 Menschliche Verantwortung:

2.2.1. Verantwortung des Menschen

2.2.2. Der (freie) Wille des Menschen

2.3. Zusammenspiel von Souveränität Gottes und Verantwortung des Menschen

3. Umgang in der Praxis

3.1 Was machen mit der Erkenntnis?

3.2. Erwählung und Berufung

3.3. Evangelisation

3.4. Nicht jammern, sondern vertrauen

3.5. Dankbarkeit

4. Fazit der Arbeit

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, das Spannungsfeld zwischen der Souveränität Gottes und der Verantwortung des Menschen zu untersuchen und aufzuzeigen, wie ein gesunder, biblisch begründeter Umgang mit dieser Antinomie in der praktischen Lebensführung und Evangelisation möglich ist.

  • Biblische Grundlagen der Souveränität und Allmacht Gottes.
  • Analyse der menschlichen Eigenverantwortung und Entscheidungsfreiheit.
  • Das Zusammenspiel von göttlichem Handeln und menschlicher Aktivität.
  • Praktische Implikationen wie Dankbarkeit, Vertrauen und Evangelisation.

Auszug aus dem Buch

2.1.2. Vorherwissen Gottes

Gott kennt nicht nur all unsere Schritte, sondern er weiß schon bevor wir sie tun, wo sie hinführen werden. Ein Beispiel dafür ist Joh 6,64, Jesus sagt hier: „‚… aber es sind einige unter euch, die nicht glauben’. Denn Jesus wusste von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer es war, der ihn überliefern würde.“

Im Griechischen steht an den Stellen, wo die „Vorkenntnis“ vorkommt das Wort prognwsij19, das mit voraus- oder vorherwissen beziehungsweise erkennen übersetzt werden kann. Dieses Vorherwissen, ist dem Menschen versagt, nur Gott kann dies. Dabei ist sein Vorhererkennen ein Erwählen und ein Vorausbestimmen, dessen Objekt sind die Seinen oder Christus. Das Substantiv bezeichnet Gottes vorherbestimmendes Wissen, es ist zugleich ein prophetisches Vorauswissen.20 Gott weiß demnach nicht einfach nur, dass wir einmal zum Glauben kommen werden, sondern sein Wissen ist ein erwählendes und schöpferisches Schauen. Es beinhaltet Gottes liebevolles, persönliches Kennen und seine Fürsorge.21

Das Wort prognwsij taucht beispielsweise in Ap 2,2322 auf. Hier wird Jesus beschrieben, der durch den Ratschluss Gottes und durch seine Vorhersehung durch die Hand der Heiden ans Kreuz geschlagen und umgebracht wird. Bedeutend ist an dieser Stelle, dass Vorkenntnis und Ratschluss im Zusammenhang genannt werden.23 Ein weiteres Mal wird es in 1Petr 1,224 gebraucht. Petrus spricht bei der Begrüßung von denen, die nach der Vorkenntnis Gottes auserwählt wurden. Das dazugehörige Verb tritt in Röm 8,29 auf. Dies ist eine sehr markante Stelle, aus der man herauslesen könnte, dass Gott die Menschen erst zu einem Dienst berufen hat, nach dem er erkannt hat, dass sie sich für ihn entscheiden würden und für diesen Dienst fähig wären. Das hätte aber zur Folge, dass letztlich doch alles vom Menschen abhängt. Paulus hat diesen Ausdruck sicher nicht als Theologie oder Philosophie verstehen wollen25, denn für ihn und seine Leser war es keine Frage, ob sie auch wirklich zu den Vorherbestimmten gehörten. Sie erlebten die Heilsgeschichte und waren schon berufene Heilige, wie es in Röm 1,7 zu lesen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundsätzliches: Das Kapitel definiert den Begriff der Prädestination, beleuchtet dessen griechischen Ursprung und stellt verschiedene theologische Auffassungen von Augustinus bis Karl Barth dar.

2. Biblischer Befund: Hier werden die biblischen Grundlagen der Souveränität Gottes sowie der menschlichen Verantwortung analysiert und das komplexe Zusammenspiel beider Aspekte untersucht.

3. Umgang in der Praxis: Dieses Kapitel transferiert die theoretischen Erkenntnisse in das tägliche Leben, wobei Themen wie Evangelisation, Vertrauen, Dankbarkeit und Anbetung im Fokus stehen.

4. Fazit der Arbeit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Bibel kein logisch geschlossenes System bietet, sondern zur Anbetung und zum Vertrauen auf Gottes Führung einlädt, bei gleichzeitiger Wahrnehmung der menschlichen Verantwortung.

Schlüsselwörter

Prädestination, Souveränität Gottes, Verantwortung des Menschen, Vorherwissen, Erwählung, Heilsplan, Evangelisation, Gnadenwahl, christlicher Glaube, Biblischer Befund, Theologie, Gottesdienst, freier Wille, Christsein, Ratschluss Gottes

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Allmacht und Souveränität Gottes und der Verantwortung, die der Mensch für sein Handeln und seinen Glauben trägt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören die Prädestinationslehre, der biblische Befund über Gottes Allwissenheit und Macht sowie die Frage nach der menschlichen Entscheidungsfreiheit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen göttlicher Souveränität und menschlicher Verantwortung herauszuarbeiten und aufzuzeigen, wie ein gesunder Umgang mit dieser Problematik im christlichen Leben aussieht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theologisch-hermeneutische Arbeit, die primär auf der Auswertung biblischer Texte und ausgewählter theologischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die biblischen Grundlagen zur Souveränität Gottes, beleuchtet die Eigenverantwortung des Menschen, diskutiert das Zusammenspiel beider Aspekte und gibt praktische Anleitungen für den Umgang mit diesen Erkenntnissen im Alltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Prädestination, Souveränität Gottes, Verantwortung, Gnade, Erwählung und Evangelisation stehen im Mittelpunkt der Untersuchung.

Warum betont der Autor die Notwendigkeit der Evangelisation trotz Prädestination?

Der Autor argumentiert, dass Gott die Evangelisation als Mittel zur Errettung der Menschen gebraucht und der Missionsbefehl Christi eine aktive Teilnahme des Menschen an der Verbreitung des Glaubens fordert.

Wie sollte ein Christ mit dem Geheimnis der Vorherbestimmung umgehen?

Anstatt zu versuchen, alles kognitiv zu ergründen, soll der Christ dem Wort Gottes vertrauen, dankbar für die Errettung sein und die Liebe Gottes und der Nächsten in den Vordergrund seines Handelns stellen.

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Details

Title
Prädestination und Verantwortung
Grade
1-
Author
Cornelia Schönfeld (Author)
Publication Year
2008
Pages
25
Catalog Number
V119557
ISBN (eBook)
9783640226399
ISBN (Book)
9783640227686
Language
German
Tags
Prädestination Verantwortung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cornelia Schönfeld (Author), 2008, Prädestination und Verantwortung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119557
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