Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit ausgewählten steuerbilanzpolitischen Gestaltungen im Rahmen der AfA. Ziel ist es, mögliche Gestaltungen sowie deren Vorteile aufzuzeigen. Zudem werden die einzelnen steuerbilanz-politischen Instrumente anhand von ausgewählten wissenschaftlichen Kriterien bewertet. Die Vorgehensweise dieser Seminararbeit lässt sich in den Bereich der Steuerplanungslehre integrieren.
Zu Beginn dieser Seminararbeit werden die theoretischen Grundlagen der Steuerbilanzpolitik sowie der AfA erläutert, um das Fundament für die weiteren Untersuchungen zu gießen. Anschließend werden die wissenschaftlichen Kriterien aufgezeigt, die im Zuge der Analyse und Bewertung der ausgewählten steuerbilanzpolitischen Gestaltungsmöglichkeiten herangezogen werden. Diese wurden zum Großteil aus der Fachliteratur der 1970er und 1990er Jahre entnommen. Ergänzend wurde das Kriterium der Kombinationsmöglichkeit selbst entwickelt.
Im Hauptteil der Arbeit werden zunächst ausgewählte steuerbilanzpolitische Instrumente im Zuge der AfA vorgestellt. Die Instrumente sind in drei Kategorien gegliedert: Abschreibungsmethoden, Sonderabschreibungen und erhöhte Absetzungen. Um den Rahmen dieser Seminararbeit einzuhalten, bleiben außerplanmäßige AfA außer Ansatz. Im Anschluss an die Analyse der Wirkungsweisen der einzelnen Instrumente, werden diese anhand der in Kapitel 2.3 definierten wissenschaftlichen Kriterien bewertet. Abschließend wird ein begründetes Fazit gezogen, welches die Ergebnisse aggregiert und einen Ausblick über weitere Forschungsansätze bietet.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung, Gang der Untersuchung und Zielsetzung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Steuerbilanzpolitik
2.2 Absetzung für Abnutzung
2.3 Wissenschaftliche Kriterien
3 Analyse ausgewählter Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen der AfA
3.1 Abschreibungsmethode
3.2 Sonderabschreibungen
3.3 Erhöhte Absetzungen
4 Bewertung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit analysiert und bewertet ausgewählte steuerbilanzpolitische Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen der Absetzung für Abnutzung (AfA) anhand von wissenschaftlichen Kriterien, um deren Vorteile für Steuerpflichtige aufzuzeigen.
- Theoretische Einordnung der Steuerbilanzpolitik und AfA
- Analyse von Abschreibungsmethoden, Sonderabschreibungen und erhöhten Absetzungen
- Entwicklung und Anwendung wissenschaftlicher Bewertungskriterien
- Untersuchung der zeitlichen und quantitativen Flexibilität
- Bewertung der Kombinationsmöglichkeiten steuerlicher Instrumente
Auszug aus dem Buch
3.1 Abschreibungsmethode
Wie bereits in Kapitel 2.2 beschrieben, stehen dem Steuerpflichtigen verschiedene Methoden für die AfA zur Verfügung. Durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz vom Juni 2020 führte der Gesetzgeber die geometrisch-degressive AfA für bestimmte Wirtschaftsgüter wieder ein. Der neue § 7 Abs. 2 EStG gewährt dem Steuerpflichtigen bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die nach dem 31.12.2019 und vor dem 01.01.2022 angeschafft oder hergestellt worden sind, die Möglichkeit, statt der linearen AfA die geometrisch-degressive AfA anzuwenden. Der anzuwendende Prozentsatz bei der geometrisch-degressiven AfA darf gem. § 7 Abs. 2 Satz 2 EStG höchstens das 2,5-fache der linearen AfA betragen und 25 % nicht übersteigen.
Mit der Wiedereinführung der geometrisch-degressiven AfA verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, die Investitionstätigkeiten von Unternehmen zu fördern. Durch die AfA in fallenden Jahresbeträgen kann das Abschreibungspotential im Vergleich zur linearen AfA zeitlich nach vorne und die Steuerlast nach hinten verschoben werden. Dies führt zu geringeren ertragsteuerlichen Belastungen und somit zu Liquiditätsvorteilen in anfänglichen Perioden. Da die Abschreibungsbeträge bei der geometrisch-degressiven AfA von Jahr zu Jahr sinken, kehrt sich der Effekt nach einigen Perioden um und die Absetzungen der linearen AfA übersteigen die der AfA in fallenden Jahresbeträgen.
Allerdings ist der Wechsel von der geometrisch-degressiven AfA zur linearen gem. § 7 Abs. 3 Satz 1 EStG zulässig. Andersherum ist der Wechsel von der linearen hin zur geometrisch-degressiven AfA gem. § 7 Abs. 3 Satz 3 EStG nicht gestattet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung, Gang der Untersuchung und Zielsetzung: Einführung in das Thema der Steuerbilanzpolitik und Definition der Zielsetzung der Seminararbeit inklusive der methodischen Vorgehensweise.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der theoretischen Basis der Steuerbilanzpolitik, der AfA sowie Einführung der wissenschaftlichen Bewertungskriterien.
3 Analyse ausgewählter Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen der AfA: Detaillierte Vorstellung und Analyse verschiedener Instrumente wie Abschreibungsmethoden, Sonderabschreibungen und erhöhte Absetzungen.
4 Bewertung: Anwendung der zuvor definierten wissenschaftlichen Kriterien auf die vorgestellten steuerbilanzpolitischen Instrumente zur Aggregation der Ergebnisse.
5 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Analyseergebnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze im Bereich der Steuerbilanzpolitik.
Schlüsselwörter
Steuerbilanzpolitik, Absetzung für Abnutzung, AfA, Sonderabschreibung, erhöhte Absetzungen, Abschreibungsmethode, steuerliche Gestaltung, Investitionsförderung, Liquiditätsvorteile, Steuerbelastung, wissenschaftliche Kriterien, EStG, Steuerplanung, zeitliche Flexibilität, quantitative Flexibilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse und Bewertung verschiedener steuerbilanzpolitischer Instrumente im Rahmen der Absetzung für Abnutzung (AfA).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Möglichkeiten der Steuerbilanzpolitik durch Abschreibungsmethoden, Sonderabschreibungen und erhöhte Absetzungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, mögliche steuerliche Gestaltungen und deren Vorteile für Unternehmen aufzuzeigen sowie diese anhand wissenschaftlicher Kriterien zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine systematische Analyse durchgeführt, wobei vier wissenschaftliche Kriterien (zeitliche Flexibilität, quantitative Flexibilität, Wirkungsdauer und Kombinationsmöglichkeit) auf die Instrumente angewandt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Instrumente der AfA vorgestellt, analysiert und abschließend anhand der definierten Kriterien bewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Steuerbilanzpolitik, AfA, Sonderabschreibung, erhöhte Absetzungen und steuerliche Optimierung.
Warum ist die geometrisch-degressive AfA für Unternehmen attraktiv?
Sie ermöglicht durch fallende Abschreibungsbeträge eine Verschiebung der Steuerlast in die Zukunft, was zu Liquiditätsvorteilen in den anfänglichen Perioden führt.
Inwieweit können Sonderabschreibungen kombiniert werden?
Sonderabschreibungen können grundsätzlich mit der linearen AfA kombiniert werden, sind jedoch nach § 7a Abs. 5 EStG untereinander nicht kombinierbar.
Was unterscheidet erhöhte Absetzungen von Sonderabschreibungen?
Erhöhte Absetzungen treten an Stelle der regulären AfA, während Sonderabschreibungen zusätzlich zur regulären AfA in Anspruch genommen werden können.
- Arbeit zitieren
- Manuel Fischer (Autor:in), Analyse und Bewertung ausgewählter steuerbilanzpolitischer Instrumente im Rahmen der Absetzungen für Abnutzung anhand von wissenschaftlichen Kriterien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1195933