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Idyllentheorie bei Gottsched und Geßner

Title: Idyllentheorie bei Gottsched und Geßner

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: David Fabian Götz (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Im Vergleich zu Geßners „Brief an den Leser“ wurde Gottscheds theoretische Äußerung in der „Critischen Dichtkunst“ zu den Idyllen von den sonst recht zahlreichen und sich häufig äußernden Gottsched-Kritikern recht wenig rezensiert. Dies mag daran liegen, dass Geßner als der „Neubegründer“ der Gattung Idylle populärer war – seine Beschäftigung mit der Idylle betreffend –und wohl auch daran, dass die Kritiken von und gegen Gottsched eher auf anderen Betätigungsfeldern (Sächsische Typenkomödie, Rührkomödie, Mimesis- und Poiesis-Postulat, Harlekinade etc.) gediehen. Dennoch ist eine Untersuchung zu den verschiedenen Auffassungen über die Idyllen so gewinnbringend – nicht zuletzt für den Literaturstreit zwischen Leipzig und Zürich – wie auch leider bisher nicht ausreichend geschehen und untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Gottsched, Geßner und ihre Epoche

III. Exkurs: Nachahmung und Wahrscheinlichkeit in Deutschland und der Schweiz

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den theoretischen Diskurs und die unterschiedlichen Auffassungen der Gattung Idylle im 18. Jahrhundert, fokussiert auf die Positionen von Johann Christoph Gottsched und Salomon Geßner. Dabei wird analysiert, wie sich die Konzeptionen der Idylle vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Literaturstreitigkeiten, der Forderung nach Wahrscheinlichkeit und der Mimesis-Theorie entwickelten und inwieweit diese Gattungsbestimmungen eine Reaktion auf die gesellschaftliche Realität darstellten.

  • Vergleich der Idyllentheorien von Gottsched und Geßner
  • Die Rolle der Wahrscheinlichkeit und Nachahmung in der Dichtungstheorie
  • Einfluss sozio-politischer Rahmenbedingungen auf die Gattungsentwicklung
  • Übergang von der fiktionalen Idylle zur realistischen "Anti-Idylle" bei Voß
  • Rezeptionsgeschichte und Wirkung der Idyllenkonzeptionen

Auszug aus dem Buch

II. Gottsched, Geßner und ihre Epoche

In der Zeit, in welcher Gottsched und Geßner wirkten und sich mit der Idylle beschäftigten, herrschten in der Realität Umstände, welche weiter vom idyllischen Leben nicht entfernt sein konnten. So hatte sich seit dem Absolutismus zwar das Herrscherbild geändert, eine staatliche Zensur und die Unterdrückung von Meinungsfreiheit aber waren noch immer präsent. Friedrich II. und mit ihm der aufgeklärte Absolutismus verbesserten einerseits die Lebensumstände der Bevölkerung, andererseits griff der Staat weiterhin in das Privatleben der Bürger ein – wenn er dies auch mit einem anderen Ziel tat, als es im Absolutismus der Fall war. Das Bürgertum erstarkte und gewann an Selbstbewusstsein (die Entstehung des Bürgerlichen Trauerspiels verdeutlicht diese Entwicklung); dennoch war der Bürger weiterhin vom Landesfürsten abhängig.

Geistige Impulse aus Frankreich und England flossen über Leipzig, Hamburg und Berlin in das Bewusstsein der Bürger. Mit der damit verbundenen Definition des Bürgers als solcher konnte dieser sich nur durch die Abgrenzung von Adel und Hof konstituieren; in der Idylle tritt dies deutlich zu Tage. Man sah sich dem Adel an Moral und Sittlichkeit überlegen. Diese Entwicklung geht mit der eines neuen Tugendbegriffs (vgl. moral sense) einher. Wie auch Gottsched in der Literatur wurde der „barocke Schwulst“ in der Realität von den Bürger abgelehnt. Gottsched versuchte dementsprechend, auch die deutsche Schriftsprache zu normieren.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, die Idyllentheorien von Gottsched und Geßner kritisch miteinander zu vergleichen.

II. Gottsched, Geßner und ihre Epoche: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Kontext der Aufklärung und den Einfluss gesellschaftlicher Umstände auf die literarische Produktion und das Selbstverständnis des Bürgertums.

III. Exkurs: Nachahmung und Wahrscheinlichkeit in Deutschland und der Schweiz: Dieser Exkurs analysiert die theoretischen Kontroversen zwischen den Zürcher Kunstrichtern und Gottsched hinsichtlich der Konzepte von Nachahmung, Wahrheit und Wahrscheinlichkeit in der Poesie.

Schlüsselwörter

Idylle, Gottsched, Geßner, Literaturstreit, Aufklärung, Mimesis, Wahrscheinlichkeit, Arkadien, Bürgerliches Selbstverständnis, Poetologie, Gattungsgeschichte, Anti-Idylle, Voß, Poesie, Malerei

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen der Gattung Idylle im 18. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der gegensätzlichen und sich überschneidenden Ansätze von Johann Christoph Gottsched und Salomon Geßner.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Naturnachahmung, der Wahrscheinlichkeit in der Dichtung, das Verhältnis von Fiktion und Realität sowie die gesellschaftskritische Funktion der Idylle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die theoretischen Ansätze der Idyllentheoretiker Gottsched und Geßner zu vergleichen und aufzuzeigen, wie sie den Übergang von traditionellen Modellen zu neuen, realistischeren Auffassungen ebneten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin oder der Autor wendet eine komparative Analyse von Primärtexten und eine historische Einordnung in die zeitgenössische Literaturtheorie und den Kontext der Aufklärung an.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Epoche, dem theoretischen Disput über Wahrscheinlichkeit, der detaillierten Untersuchung von Gottscheds „Dichtkunst“, Geßners Idyllentheorie und dem aufkommenden Phänomen der „Anti-Idylle“ bei Johann Heinrich Voß.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Idylle, Gottsched, Geßner, Mimesis, Wahrscheinlichkeit, Aufklärung und die Entwicklung des bürgerlichen Bewusstseins im 18. Jahrhundert.

Warum spielt der Literaturstreit zwischen Leipzig und Zürich eine Rolle?

Der Streit zwischen Gottsched (Leipzig) und den Schweizern (Bodmer/Breitinger) markiert einen zentralen Wendepunkt in der deutschen Literaturgeschichte, da hier unterschiedliche Auffassungen von Kreativität, Einbildungskraft und ästhetischen Regeln aufeinandertreffen.

Inwiefern unterscheidet sich die „Anti-Idylle“ von Voß von der klassischen Idylle?

Die „Anti-Idylle“ von Voß bricht mit der idealisierten Fiktionalität, indem sie reale soziale Missstände und ein ungeschöntes bürgerliches Bewusstsein in den Mittelpunkt stellt, anstatt eine arkadische Wunschwelt zu konstruieren.

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Details

Title
Idyllentheorie bei Gottsched und Geßner
College
University of Augsburg
Course
Hauptseminar: Idylle
Grade
2,0
Author
David Fabian Götz (Author)
Publication Year
2008
Pages
27
Catalog Number
V119602
ISBN (eBook)
9783640233007
ISBN (Book)
9783640233229
Language
German
Tags
Idyllentheorie Gottsched Geßner Hauptseminar Idylle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Fabian Götz (Author), 2008, Idyllentheorie bei Gottsched und Geßner, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119602
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