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Im Tempel zu den späten Glückseligkeiten

Title: Im Tempel zu den späten Glückseligkeiten

Classic , 2008 , 22 Pages

Autor:in: Elisabeth von Heyking (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Erstmalig erschienen 1921. Auszug: Von den Bergen herab kam ein kleiner Quell der Wanderin
bewillkommend entgegengerieselt, und wo er in die Erde gesickert,
war sie grün geworden von zarten Farren und bunt von zahllosen
wilden Blumen.
Nun erblickte die Reisende die unteren Umfriedungsmauern des
weiten Tempelgebietes. Dahinter, zwischen dunkeln Baumkronen,
funkelten goldgelb, saphirblau und malachitgrün die Kacheldächer
der Türme und Hallen, der Tore und Klöster. Höher und höher
ansteigend, erhoben sie sich längs des dichtbewaldeten Abhangs,
leiteten den Blick hinauf zu des Berges Spitze. Dort thronte, einer
Perlenkrone gleich, eine schneeweiße Pagode, schimmernd gegen
den türkisfarbenen Himmel.
Eines Zauberers Gaukelspiel dünkte dies Bild die fremde Frau, nach
der langen Reise, dem Lärm der Stadt, der Hitze der Ebene.
Wonniglich still war es.
Der Mafu war abgestiegen, hatte die Zügel seines Pferdes um den
Hals einer der riesigen Steinschildkröten geschlungen, die unter
knorrigen Bäumen zu beiden Seiten des Eingangstores seit
Jahrhunderten Wache stehen. Nun half er der Reisenden, die sich
aus dem Sattel herabgleiten ließ.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Im Tempel zu den späten Glückseligkeiten

Zielsetzung & Themen

Die Erzählung thematisiert das Zusammentreffen zweier gegensätzlicher Lebensentwürfe im Kontext eines buddhistischen Tempels in Peking: Eine rastlose Weltreisende besucht eine Freundin, die nach einem kurzen gemeinsamen Glück mit einem verstorbenen Partner in weltabgewandter Stille lebt, und reflektiert dabei über Schuld, verpasstes Lebensglück und die Suche nach innerem Frieden.

  • Die psychologische Dimension von Schuld und Reue.
  • Kontrast zwischen dem rastlosen Reisen und der statischen Suche nach Ruhe.
  • Die Symbolik chinesischer Sagen und deren Bedeutung für das Individuum.
  • Die Vergänglichkeit menschlicher Leiden und Freuden.
  • Das Finden des eigenen Platzes zwischen Weltflucht und Schicksalsergebenheit.

Auszug aus dem Buch

Im Tempel zu den späten Glückseligkeiten

Man kannte sie auf vielen Schiffen. Überall war sie gewesen, hatte die längsten Bahnlinien befahren, die höchsten Berge bestiegen, die fernsten Länder und Meere durchkreuzt. Nirgends verweilte sie lange, obschon sie die Müdigkeit vieler Wanderjahre gleich einer schweren Gewandung nach sich schleifte. Sie gehörte zu denen, die geheime Macht immer von neuem ausscheucht und hinaustreibt in die Welt, zu den Rast- und Ruhelosen, die da ewig etwas zu suchen und nirgends ihr Ziel zu finden scheinen.

So kam sie auch einst im Frühherbst nach Peking. Und bald ritt sie dann aus der grauen, unter schwülem Dunst erstickenden Stadt hinaus zu den nahen Bergen. Dort liegen buddhistische Tempel und Klöster, wo viele europäische Bewohner Pekings die heiße Jahreszeit verbringen. Von einer Freundin geladen, die auch in einem der Tempel lebte, wollte sie diese ein paar Tage besuchen.

Zusammenfassung der Kapitel

Im Tempel zu den späten Glückseligkeiten: Die Erzählung beschreibt die Ankunft einer rastlosen Reisenden in einem abgelegenen buddhistischen Tempel und ihr tiefgründiges Gespräch mit einer dort lebenden Freundin über die Last der Vergangenheit und die Unerreichbarkeit des Glücks.

Schlüsselwörter

Glück, Schuld, Rastlosigkeit, Peking, Buddhismus, Tempel, Lebensweg, Reue, Sehnsucht, Vergänglichkeit, Schicksal, Einsamkeit, Symbolik, Weltreise, Stille

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Erzählung grundsätzlich?

Die Geschichte handelt von dem Besuch einer rastlosen, vielgereisten Frau bei einer Freundin, die sich in einem Pekinger Tempel ein stilles, zurückgezogenes Leben aufgebaut hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Erzählung?

Die zentralen Themen sind das Gefühl der Ruhelosigkeit, das Verpassen von Lebensglück durch eigene Schuld oder äußere Umstände und die Suche nach einem Ort der inneren Einkehr.

Was ist das primäre Ziel der Protagonistin in der Erzählung?

Die Reisende sucht nach einem Ziel für ihr unstetes Leben und reflektiert im Gespräch mit der Freundin über die Gründe ihrer inneren Unruhe und ihres tragischen Schicksals.

Welche literarische Form wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine erzählende Prosatextform, die durch dichte atmosphärische Beschreibungen und philosophische Reflexionen geprägt ist.

Was wird im Hauptteil der Geschichte behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf den Dialog in der Tempelhalle, die Symbolik der dortigen Götterstatuen sowie die Enthüllung der jeweils persönlichen Lebensgeschichten der beiden Frauen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Schlüsselwörter wie Glück, Schuld, Rastlosigkeit, Vergänglichkeit und Sehnsucht beschreiben die emotionale und inhaltliche Essenz des Textes.

Welche Bedeutung hat die Statue des Kriegers mit der Fledermaus?

Die Statue symbolisiert in der Erzählung das Glück, das zu spät kommt, und die daraus resultierende Wut und Verzweiflung eines Menschen, der das Schicksal nicht akzeptieren kann.

Welchen Schluss zieht die Reisende am Ende ihres Aufenthalts?

Die Reisende erkennt, dass sie nicht zur Ruhe kommen kann, und bereitet sich darauf vor, ihre Reise fortzusetzen, in der Erwartung auf den „letzten Gast“, den Tod.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Im Tempel zu den späten Glückseligkeiten
Author
Elisabeth von Heyking (Author)
Publication Year
2008
Pages
22
Catalog Number
V119604
ISBN (eBook)
9783640226443
ISBN (Book)
9783640227723
Language
German
Tags
Tempel Glückseligkeiten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elisabeth von Heyking (Author), 2008, Im Tempel zu den späten Glückseligkeiten , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119604
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