Im Verlauf der Globalisierung findet Migration aus und in verschiedene Teile der Welt statt. Dabei steht auch die Identität der Migrierten unter Veränderung. In dieser Arbeit wird untersucht, welchen Einfluss die Muttersprache (Spanisch) auf die veränderte Identität hat und welche Rolle sie in der neuen Heimat spielt. Dafür wurden leitfadengestützte Interviews mit Spanischsprachigen in Deutschland (Kassel) durchgeführt und ausgewertet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlage
2.1 Identität
2.2 Sprache/ Spracheinsatz
2.3 Kultur & Interkulturalität
2.4 Herleitung der Forschungsfragen
3. Methodik
3.1 Planung
3.2 Durchführung
4. Beschreibung der Interviews
4.1 Interview mit Elena
4.2 Interview mit Luza
4.3 Interview mit Jessica
5. Diskussion
5.1 Die Identität im Interview
5.2 Konstruktion der Identität
5.3 Rolle der Sprache
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von leitfadengestützten Interviews mit drei in Kassel lebenden spanischsprachigen Frauen, wie Identität in einer transnationalen Gemeinschaft konstruiert wird und welche Rolle die Sprache sowie kulturelle Prägungen in diesem Prozess spielen.
- Konstruktion von Identität in bi- und multilingualen Kontexten.
- Einfluss von Mehrsprachigkeit und Sprachkontakten auf die Identitätsbildung.
- Die Bedeutung von kulturellen Identifikationssymbolen und „Heimat“-Begriffen.
- Methoden der Identitätskonstitution durch Kategorisierungen und Narrationen.
- Die Rolle des Code-Switchings als soziale Praxis.
Auszug aus dem Buch
4.2 Interview mit Luza
Luza stammt aus Medellín in Kolumbien. Sie hat während ihrer Kindheit ausschließlich Spanisch gesprochen. Sie erlernte Deutsch erst nach ihrer Immigration. Damals folgte sie ihrem Mann, einem Deutschen, den sie in Kolumbien kennenlernte. Für zwei Jahre lernte sie Deutsch, zunächst am Goethe Institut Berlin, später an der Volkshochschule Kassel. Sie wurde folglich erst im Erwachsenenalter Bilingual. Ihr Sohn wird bilingual erzogen. Sie spricht Spanisch mit ihm, ihr Mann spricht Deutsch mit ihm.
Mit ihrem Mann spricht sie eine Mischform aus Spanisch und Deutsch.
42 I.: “Also” mira… (risas) una palabra en alemán. ¿Cuándo utilizo? hm por ejemplo eh con mi marido es una mezcla increíble, o sea, con mi hijo hablamos mucho mucho español muchísimo porque para él es muy importante, pero con mi marido Andreas, él habla también muy bien español, entonces hay veces es como, como de acuerdo al ánimo, a veces hablamos español, hay veces hablamos alemán, es una mezcla, es una mezcla; claro pero con las personas que yo sé que no hablan muy bien el alemán o algo pues hablo español.
Anhand dieser Aussage lässt sich auch erkennen, dass Code-Switching ein für Luza alltäglicher Teil der Sprache ist. Die Entscheidung bezüglich der bilingualen Erziehung des Sohnes begründet sie primär über Kulturelle Aspekte, sekundär gibt sie die Verständigung mit der Familie als Grund an.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Identitätsbildung romanischsprachiger Migranten in Kassel ein und stellt die Forschungsfragen sowie das methodische Vorgehen vor.
2. Theoretische Grundlage: Es werden die theoretischen Konzepte zu Identität, Sprache, Mehrsprachigkeit sowie Kultur und Interkulturalität erörtert, um eine Basis für die Analyse zu schaffen.
3. Methodik: Das Kapitel beschreibt das Design der leitfadengestützten Interviews, die Planung sowie die Durchführung der Datenerhebung und deren Auswertung mittels qualitativer Software.
4. Beschreibung der Interviews: Die drei geführten Interviews mit Elena, Luza und Jessica werden detailliert unter Berücksichtigung ihrer individuellen Biografien und Sprachverwendung analysiert.
5. Diskussion: Die erhobenen Daten werden mit der theoretischen Grundlage verknüpft, wobei die unterschiedlichen Formen der Identitätskonstruktion und die zentrale Rolle der Sprache kritisch erörtert werden.
6. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei die Schwierigkeit der Vergleichbarkeit aufgrund der kleinen Stichprobe betont und ein Ausblick für zukünftige Forschungsansätze gegeben wird.
Schlüsselwörter
Identität, Identitätsbildung, Migration, Transnationalismus, Romanistik, Sprache, Mehrsprachigkeit, Code-Switching, Kultur, Interkulturalität, Narrativ, Kategorisierung, Bilingualität, Kassel, Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Identitätskonstruktion von spanischsprachigen Migrantinnen in Kassel unter Berücksichtigung ihrer Sprache und kulturellen Zugehörigkeit.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind Identitätskonstitution, Mehrsprachigkeit, Migrationsbiografien, interkulturelle Kommunikation und die Bedeutung des Sprachkontakts.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, welche Identitäten im Gespräch konstruiert werden, auf welchen Wegen (Narration, Kategorisierung) dies geschieht und welche Rolle Sprache sowie Kultur dabei spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine qualitative Methode angewandt: leitfadengestützte, teilstandardisierte Interviews, deren Ergebnisse mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung, eine methodische Beschreibung und die detaillierte Analyse der Interviews mit drei verschiedenen spanischsprachigen Teilnehmerinnen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Identität, Transnationalität, Mehrsprachigkeit, Code-Switching, Migration und Interkulturalität.
Wie unterscheidet sich die Identität der drei befragten Frauen?
Die Teilnehmerinnen zeigen verschiedene Grade an Hybridität; während Elena eine hybride Identität aufweist, identifiziert sich Luza primär als Kolumbianerin, während Jessica sowohl ihre ecuadorianischen Wurzeln als auch deutsche Verhaltensweisen integriert.
Welche Rolle spielt das Code-Switching für die Interviewten?
Code-Switching wird von den Teilnehmerinnen als alltägliches, teils praktisches und teils identitätsstiftendes Phänomen beschrieben, das oft in ihrem sozialen Umfeld in Kassel praktiziert wird.
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- Tobias Becker (Author), 2019, Sprache und Identität der Romania in Kassel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1196266