Forschungsbericht zur empirischen Untersuchung: „Nutzung moderner Medien durch Jugendliche“

Einflüsse des Geschlechts, der Jahrgangsstufe und verschiedener Aspekte der elterlichen Erziehung auf die Mediennutzung von Schülerinnen und Schülern eines Gymnasiums


Seminararbeit, 2006
43 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

1. Fragestellung und Ziel der empirischen Analyse
1.1 Einleitung
1.2 Konzeption der Studie
1.3 Die Datenerhebung
1.4 Die Variablen
1.5 Hypothesen

2. Deskriptivstatistik
2.1 Einleitung
2.2 Alter, Geschlecht, Nationalität
2.3 Familie und soziales Umfeld
2.4 Resümee und Repräsentativität

3. Kreuztabellenanalyse
3.1 Einleitung
3.2 Einfluss des Geschlechts auf die Mediennutzung
3.3 Einfluss des Jahrganges auf die Mediennutzung
3.4 Einflüsse der Kombination von Geschlecht und Jahrgang auf die Mediennutzung
3.5 Resümee und Auswertung der Hypothesen

4. Varianzanalyse
4.1 Einleitung
4.2 Einflüsse der Variable "Vater"
4.3 Einflüsse der Variable "Mutter"
4.4 Einflüsse der Variable "Unterschiede der Erziehung"

5. Zusammenfassung
5.1 Fazit
5.2 Bewertung der Ergebnisse
5.3 Praktische Konsequenzen
5.4 Spekulationen

6. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

7. Quellen- und Literaturverzeichnis

Abstract

Dieser Bericht enthält die Ergebnisse einer standardisierten Umfrage an Gymnasiasten in der Oberstufe. Der für die Umfrage verwendete Fragebogen wurde in verschiedene Bereiche gegliedert, wobei für diese Studie besonders das Thema Medienkonsum von Jugendlichen relevant war. Dabei werden die geschlechtsspezifischen Unterschiede deutlich. So nutzen die Mädchen häufiger Bücher, während die Jungen sich auf die modernen Medien konzentrieren. Die Nutzungsdauer der Massenmedien hängt dazu noch von der Erziehungsart der Eltern ab. Je konservativer die Eltern ihre Kinder erziehen, desto geringer ist die Nutzungsdauer moderner Medien.

1. Fragestellung und Ziel der empirischen Analyse

Diese empirische Analyse beschäftigt sich mit dem Medienverhalten von Jugendlichen, die sich in der 10., 11., 12. oder 13. Klasse auf einem nordrhein-westfälischen Gymnasium befanden. Diese Erhebung wurde 2001 mittels eines standardisierten Fragebogens in einer Unterrichtsstunde von den Schülern ausgeführt. Umgangssprachlich ist der Begriff "Medien" vor allem mit den Massenmedien Zeitung, Zeitschrift, Hörfunk und Fernsehen verbunden.

Um das Medienverhalten zu untersuchen, wurden neun unterschiedliche Medien gewählt, die das ganze Spektrum der Medien, welche Jugendliche täglich konsumieren könnten, repräsentieren sollen. Die Nutzungsdauer der jeweiligen Medien ist in Stunden pro Woche gemessen.

Die stündliche Nutzung der Medien ist für eine Interpretation nicht genügend aussagekräftig, da weder auf den Hintergrund der Nutzung, noch auf eventuelle äußere Faktoren, die die Nutzung beeinflussen könnten, geschlossen werden kann. So wurde abgesehen von Jahrgang und Geschlecht, ebenfalls zur familiären Bindung der Jugendlichen Erhebungen auf dem Fragebogen durchgeführt.

Die ausgewerteten Fragebögen sollen Aufschluss darüber geben, ob es und wenn ja in wieweit Unterschiede in der Mediennutzung bezüglich des Geschlechts und des Alters gibt. Falls Unterschiede zu erkennen sind, könnte durch die Varianzanalyse ein Zusammenhang mit der familiären Bindung oder der Erziehungsstrenge der Eltern einige Gründe hierfür gefunden werden. Dies ist in sofern von Interesse, da die Ergebnisse darüber Aufschluss geben könnten, in wie weit sich die Umwelt und die familiäre Situation des Kindes auf die Gewohnheiten in Bezug auf die Mediennutzung des Schülers auswirken.

Ziel der Analyse ist es, einen erwarteten vermeintlichen Geschlechtsunterschied bei der Mediennutzung mit zunehmendem Alter von Jugendlichen durch signifikante Unterschiede in den außerschulischen Aktivitäten zu untersuchen und gegebenenfalls bestätigen zu können. Dabei rücken besonders das Elternhaus und das Alter, bzw. der Jahrgang in den Mittelpunkt des Interesses, da im Umgang mit den Freunden und die Erziehung der Eltern die Gründe für ein kennzeichnendes Verhalten der Jugendlichen liegen könnten.

1.1 Einleitung

In dieser Studie wurde das Statistikprogramm SPSS zur Auswertung des Fragebogens angewendet. Die Software SPSS ist ein modular aufgebautes Programmpaket zur statistischen Analyse von Daten. Das Basismodul ermöglicht das grundlegende Datenmanagement und umfangreiche statistische und grafische Datenanalyse mit den gängigsten statistischen Verfahren.

Zunächst umfasst dieser Forschungsbericht drei Statistikarten, die die empirische Analyse möglich machen. Vorab beschreibt die Deskriptivstatistik die genaue Zusammensetzung der Studie. Hier unterliegen zwei Punkt]e der Beobachtung: Erstens interessiert die allgemeine Zusammensetzung von Geschlecht, Alter und der Nationalität der Schüler, während es im zweiten Punkt um die Familie und das sozialen Umfeld der Jugendlichen geht. Darauf folgt die Kreuztabellenanalyse, in der Hypothesen auf ihre Gültigkeit bezüglich bestimmter Variablen und deren Einfluss auf die Mediennutzung hin untersucht werden. Schließlich sollen die Einflüsse des Erziehungsverhaltens der Eltern auf die Mediennutzung von Jugendlichen mittels der Varianzanalyse erfasst werden. Somit könnten schließlich die Hypothesen erklärt werden.

Vorerst wird die Planung der Studie dargestellt und die darauf folgende Datengewinnung erklärt. Anschließend gehe ich weiter auf die Variablen ein und nenne die Haupthypothesen.

1.2 Konzeption der Studie

Es handelt sich hierbei um eine Untersuchung, die Teil einer studentischen Ausbildung ist. Die Messung wurde anhand einer Likert-Skala durchgeführt. Die Likert-Skala (nach Rensis Likert) in der empirischen Sozialforschung ist ein Skalierungsverfahren zur Messung von Einstellungen. Sie ist personenorientiert bzw. subjektzentriert. Ein Statement und eine dazugehörige Antwortskala stellen einen Indikator (Item) für die Einstellung dar. Ziel ist es, eine konsistente und trennscharfe Finalskala bzw. Itembatterie zu bilden. Die Studie wurde als eine Befragung mittels eines standardisierten Fragebogens entwickelt und innerhalb einer Schule geplant. Andere Verfahren wurden nicht in Betracht gezogen.

1.3 Die Datenerhebung

Eine Studentin suchte 2001 ein Gymnasium im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen aus, in dem eine schriftliche Befragung stattfand. Dabei wurden die Jahrgänge 10 bis 13 befragt. Dies geschah anhand eines standardisierten Fragebogens. Dieser enthielt Fragen über die persönlichen Merkmale der Probanten und die personelle Struktur der Herkunftsfamilie mit Angaben zu den leiblichen Eltern. Ebenfalls sind Daten zu dem sozioökonomischen Hintergrund eingeschlossen, was aussagt, inwieweit die Schüler ihre Lebenslage einschätzen. Auch Fragen zu Freunden und Hobbys, welche sie ausüben und ihren Interessen, denen sie bezüglich der Mediennutzung nachgehen, sind enthalten. Die Erhebung fand während des Unterrichts statt und nahm eine ganze Unterrichtsstunde von insgesamt 45 Minuten in Anspruch.

Da in dieser Probantengruppe Schüler eines Gymnasiums befragt wurden, die trotz des Standortes Ruhrgebiet eine geringe Anzahl nicht-deutscher Schüler beinhaltet, kann diese Stichprobe nicht auf die Gruppe von Gymnasiasten im Ruhrgebiet verallgemeinert werden. Die ökonomische Lage der Haushalte zeigt einen hohen Bildungsgrad der Eltern und ein vorwiegend stabiles Elternhaus. Diese Stichprobe ist demnach nicht repräsentativ, weder für Gymnasiasten, noch für das Ruhrgebiet oder Jugendliche in demselben Alter. Es stellt sich heraus, dass in diesen Jahrgängen eine Gruppe von Schülern vorhanden ist, die sich insgesamt nicht auf die Gesamtheit von Jugendlichen projizieren lässt.

1.4 Die Variablen

Eine Variable ist eine Größe, die verschiedene Werte annehmen kann. Sie ist also in ihrer Größe veränderlich oder variabel. Die Variablen teilen sich in vier Teile. Im ersten Teil handelt es sich um die persönlichen Merkmale der Probanten. Darin enthalten sind das Alter der Schüler, das Geschlecht, die Jahrgangsstufe und die Nationalität. Die personelle Struktur der Familie umschließt den zweiten Teil. Die Anzahl und das Geschlecht der Geschwister, die Geschwisterstellung und Angaben zu den Eltern werden hierbei untersucht. Im dritten Teil wird der sozioökonomische Hintergrund beleuchtet. Hierbei ist der Schulabschluss der leiblichen Eltern, deren Ausbildung, Beruf und die ökonomische Lage im Haushalt wichtig.

Der vierte Teil beschreibt die Art der Medien. Dabei wird unter TV, Radio, Internet, Tageszeitung, Zeitschriften, Büchern, Tonträger, Bildträger und PC unterschieden.

1.5 Hypothesen

Wissenschaftliche Hypothesen sind aus einer Theorie abgeleitete vermutete Antworten auf Forschungsfragen. Am häufigsten sind Hypothesen, die für eine nicht beobachtbare Population von Untersuchungseinheiten Gültigkeit beanspruchen. Sozialwissenschaftler formulieren in der Regel universelle Hypothesen.

In Bezug auf das Geschlecht lässt sich die Hypothese aufstellen, dass Mädchen weniger moderne Medien nutzen und sich daher mehr auf die klassischen Medien konzentrieren. Sie konsumieren vorwiegend Bücher und reichern sich im Allgemeinen beim Konsum der Medien mit einem informationshaltigen Angebot an. „Mehr als die doppelte Lesezeit verwenden die Mädchen für Unterhaltungslektüre, lesen trotzdem aber auch mehr Weiterbildungsliteratur als Jungen“ (Lukesch, 1990, S. 220). Diese schriftfixierte Kommunikationsform kann auch der Ausdruck einer eher häuslichen und familienbezogenen Orientierung infolge geschlechtsspezifischer Erziehung sein.

Jungen dagegen sind vertrauter mit den sich technisch aktualisierenden Medien, wie PC und Internet. Auch TV und besonders Unterhaltungsmedien sind bei diesem Geschlecht sehr beliebt. Die Jungen bevorzugen also bildbetonte Medien, Mädchen hingegen auditives und sprachliches Material.

Mit zunehmendem Alter wird sich jedoch diese Kluft einpendeln, denn die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und deren Geschmäcker werden geringer. Da durch das Alter auch die Jahrgangstufe steigt, sollte sich der Konsum durch das erhöhte Lernpensum verringern.

Die Nationalität wird bei der Mediennutzung kaum eine Rolle spielen, da eher der Freundeskreis als der kulturelle Hintergrund Einfluss auf die Häufigkeit und die Art der Nutzung hat.

Besonders bei den Jungen wird das Verhältnis zu den Eltern und die Geschwisterstellung eine große Bedeutung bei der Mediennutzung haben. So kann die sozioökonomische Lage im Haushalt die PC- Nutzung entweder nicht möglich machen oder fördern. Da Jungen mehr auf audio-visuelle Medien fixiert sind, wäre diese Abhängigkeit von der Familie ein großer Einschnitt in das typische Verhalten seines Gleichen.

2. Deskriptivstatistik

Die deskriptive oder beschreibende Statistik ist der Zweig der Statistik, in dem alle Techniken zusammengefasst werden, die eine Menge von beobachteten Daten summarisch darstellen. Man spricht auch vom direkten Schluss oder Inklusionsschluss, bei dem von der Grundgesamtheit auf die Stichprobe geschlossen wird.

Deskriptivstatistik dient der zusammenfassenden Beschreibung beobachteter Eigenschaften eines Kollektivs (einer Stichprobe) anhand vorliegender Daten.

2.1 Einleitung

Die Studie setzt sich aus einer Stichprobe zusammen. Diese Stichprobe wurde an einem nordrhein- westfälischen Gymnasium mittels eines standardisierten Fragebogens im Jahre 2001 durchgeführt.

Insgesamt waren 423 Schüler beteiligt (siehe T2.1). Jeder Fragebogen konnte als gültig gewertet werden.

T2.1 Fragebogen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Alter, Geschlecht, Nationalität

In der Untersuchung wurden 423 Schüler im Alter von 15 bis 21 Jahren befragt. Davon waren 40% der Schüler männlich und 60% weiblich. Sie befanden sich im 10. bis 13. Jahrgang (siehe T2.2).

T2.2 Kreisdiagramm Geschlecht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die meisten Schüler befanden sich in ihrem 18. Lebensjahr (siehe T2.3).

T2.3 Alter

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nur 7,1 % dieser Schüler sind anderer Nationalität als deutsch (siehe T2.4).

T2.4 Balkendiagramm Nationalität objektiv

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Verglichen mit dem Anteil der ausländischen Bevölkerung in Deutschland, welcher am 31.12.2004 bei 8,8% lag und dem Anteil dieser Bevölkerungsgruppe in Nordrhein-Westfalen mit einem Wert von 10,8%, liegt der Prozentsatz der nicht-deutschen Nationalität in dieser Stichprobe unter beiden Durchschnitten (vergl. Destatis). Davon sind 1/3 Türkinnen (siehe T2.5).

T2.5 Nationalität2: Name

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3. Familie und soziales Umfeld

Nur ¼ der Befragten sind Einzelkinder, wobei 60% aller Schüler das erste Geschwisterkind sind. Kleine Familien sind bei dieser Stichprobe die Norm, da am Häufigsten bis zu drei Kinder in der Familie vorzufinden sind. Schüler mit zwei Geschwistern treten deutlich geringer auf (18,9%) als die mit einem weiteren Geschwisterkind (49,6%) (siehe T2.6 und T2.7).

T2.6 Zahl Geschwister insgesamt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

T2.7 Stellung in Geschwisterreihe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

76% der leiblichen Eltern sind verheiratet, was auf vollkommene Familien schließen lässt. Dieses Ergebnis ist im gesamtdeutschen Vergleich wiederum über dem Durchschnitt (siehe T2.8).

T2.8 Familienstand

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

a. Dichotomie-Gruppe tabellarisch dargestellt bei Wert 1.

Das Alter des Vaters ist in 78 % der Fälle fortgeschrittener als das seiner Ehefrau. Über 30% der Männer haben ein Alter über 45 Jahren erreicht, während die meisten Mütter erst 40 Jahre alt sind. Zudem ist eine geringe Zahl an Müttern in den unteren 30er Jahren, während es keine Väter in diesem Alter gibt (siehe T2.9 und T2.10).

T2.9 Balkendiagramm Vater Alter

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

25,1% der Väter haben Abiturabschluss, was knapp über dem Anteil der Mütter mit 24,2% liegt (siehe T2.11 und T2.12).

T2.11 Leibl Vater: Schulabschluss

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

T2.12 Leibl Mutter: Schulabschluss

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten

Details

Titel
Forschungsbericht zur empirischen Untersuchung: „Nutzung moderner Medien durch Jugendliche“
Untertitel
Einflüsse des Geschlechts, der Jahrgangsstufe und verschiedener Aspekte der elterlichen Erziehung auf die Mediennutzung von Schülerinnen und Schülern eines Gymnasiums
Hochschule
Universität Osnabrück  (Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
POK light Teil 2
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
43
Katalognummer
V119642
ISBN (eBook)
9783640235339
ISBN (Buch)
9783640235469
Dateigröße
803 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Forschungsbericht, Untersuchung, Medien, Jugendliche“, Statistiken, Elternhaus, Geschlecht, Jahrgangstufe, Erziehung, Empirie
Arbeit zitieren
BA Brit Harder (Autor), 2006, Forschungsbericht zur empirischen Untersuchung: „Nutzung moderner Medien durch Jugendliche“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119642

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