AIDS Education - Möglichkeiten für Frauen in Schwarzafrika


Diplomarbeit, 2003
81 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Deutsches Abstract

English Abstract

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Warum das Thema „AIDS-Education: Möglichkeiten für Frauen in Schwarzafrika“?
1.2 Definition Schwarzafrika
1.3 Definition AIDS- Education
1.4 Zur Methodik

2 AIDS
2.1 Definition AIDS
2.1.1 AIDS-Subtypen
2.1.2 Schwächung des Immunsystems durch HIV
2.2 Krankheitsverlauf
2.2.1 Inkubationszeit
2.2.2 Phasen der HIV-Infektion und HIV-Tests
2.3 Übertragungswege
2.3.1 Unterschiedliche Übertragungswege in industrialisierten Ländern und in Afrika
2.4 Risikogruppen
2.5 Schutzmöglichkeiten
2.6 Prävention
2.7 Therapie und Impfstoffforschung
2.7.1 Therapie
2.7.2 Weltweiter Zugang zu antiretroviralen Medikamenten
2.7.3 Impfstoffforschung
2.8 Auftreten von HIV-Infektionen in Afrika 2001

3 Beschreibung der Situation der Frauen und Mädchen in Schwarzafrika.
3.1 Kultur und Tradition
3.1.1 Der Einfluss der Religionen in Schwarzafrika
3.2 Wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Stellung der Frauen in Schwarzafrika
3.2.1 Prostitution
3.3 Bildungs- und Gesundheitswesen
3.3.1 Bildungsmöglichkeiten in Schwarzafrika
3.3.2 Gesundheitsversorgung in Schwarzafrika
3.4 Stigmatisierung und Ausgrenzung HIV-Infizierter

4 Auswirkungen von AIDS auf die schwarz-afrikanische Gesellschaft
4.1 Gründe für die extreme Ausbreitung von AIDS in Schwarzafrika
4.2 Wirtschaftliche Auswirkungen
4.2.1 Lehrer- und Ärzte-Sterben
4.2.2 AIDS-Waisen

5 AIDS Education
5.1.1 Warum AIDS-Education?
5.1.2 Zielgruppen in Schwarzafrika
5.2 Arten von Hilfsorganisationen
5.2.1 Arbeitsweise und –mittel der Hilfsorganisationen in Schwarzafrika
5.2.2 Arbeitsbereiche für die Hilfsorganisationen in Schwarzafrika
5.2.3 Hindernisse für die Hilfsorganisationen in Schwarzafrika
5.2.4 Kunst und AIDS
5.3 Möglichkeiten für Frauen in Schwarzafrika

6 Ausgewählte AIDS-Projekte verschiedener Hilfsorganisationen in Schwarzafrika
6.1 Die GTZ und ihr Aids-Projekt in der Mbeya-Region, Tansania
6.1.1 Tansania: AIDS-Bekämpfung in der Mbeya-Region
6.2 Brot für die Welt
6.2.1 AIDS - das Schweigen durchbrechen
6.3 Gemeinsam für Afrika
6.4 Kindernothilfe e.V
6.4.1 Sambia: Women for Change
6.4.2 Friends of the Orphans: Gemeinwesenentwicklung
6.5 DaimlerChrysler und die GTZ in Südafrika

7 Exkurs: AIDS-Prävention in Uganda
7.1 Was ist so besonders in Uganda im Bereich AIDS-Prävention?
7.2 TASO
7.3 Youth to Youth

8 Ausblick

Anhang A: Karte des afrikanischen Kontinents

Anhang B: Übersichts-Karte zur Religionsverteilung in Afrika

Glossar

Literaturverzeichnis

Deutsches Abstract

Die vorliegende Diplomarbeit soll die Möglichkeiten für Frauen in Schwarzafrika ge- genüber der dortigen Situation durch HIV/AIDS darstellen. Zunächst wird ein Überblick über die HIV-Infektion und die Krankheit AIDS an sich gegeben, über Therapiemög- lichkeiten, Medikamentenversorgung und die Unterschiede in den Übertragungswegen zwischen den westlichen Ländern und Schwarzafrika. Dann wird über die Situation der Frauen und Mädchen in Schwarzafrika berichtet, in Bezug auf Religion, Kultur und Tradition, ihrem wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Status, ihre Situati- on durch Prostitution, Bildungs- und Gesundheitswesen. Außerdem wird die Stigmati- sierung HIV-Infizierter thematisiert. Im weiteren Verlauf werden die Auswirkungen von HIV/AIDS auf die schwarzafrikanische Gesellschaft betrachtet, die allgemeinen wirt- schaftlichen Auswirkungen, das Lehrer- und Ärzte- Sterben und auf die Situation der AIDS-Waisen eingegangen. Im Kapitel AIDS-Education werden die Gründe für die ex- treme Ausbreitung von HIV in Schwarzafrika vorgestellt, die Arten, Arbeitsweisen und Schwierigkeiten der Hilfsorganisationen beschrieben und abschließend die Möglichkei- ten für Frauen in Schwarzafrika noch einmal resümiert. Die Bedeutung von Kunst im Bereich AIDS-Aufklärung wird angesprochen. Weiter werden verschiedene Projekte einiger ausgewählter Hilfsorganisationen vorgestellt, welche speziell Frauen in Schwarzafrika unterstützen oder spezielle HIV/AIDS-Projekte durchführen. Zum Ab- schluss wird Uganda als vorbildliches Land Schwarzafrikas bezüglich] der HIV/AIDS- Prävention vorgestellt.

Schlagwörter: Afrika, Schwarzafrika, AIDS, AIDS-Education, HIV, Frauen, AIDS- Prävention

English Abstract

This thesis intends to describe the possibilities of women and girls in Sub-Saharan Africa, faced to the situation caused by HIV/AIDS there. At first, an overview about the HIV-infections and the disease AIDS itself is given, also about therapies and the supply with medicaments. The differences between the western countries and Sub-Saharan Africa in the way of transfer of HIV are showed. Then the situation of women and girls in Sub-Saharan Africa is reported, referring to religion, culture and tradition, their economic, social and political status, their situation caused by prostitution, also the system of education and health care there is showed. Further the stigmatizing of people, infected with HIV, is considered. After that, the effects of HIV/AIDS on the Sub- Saharan society, its effects on their economy, the dying of teachers and doctors caused by HIV/AIDS and the situation of the children, orphaned by AIDS, are viewed. In the chapter “AIDS-Education”, the reasons for the extreme expansion of HIV in Sub- Saharan Africa are showed, the kind of aid organizations, their different working methods and their difficulties in the Sub-Saharan countries are visualized and finally the possibilities for women in Sub-Saharan Africa are summarized. The significance of art for the AIDS-Education is mentioned. Further some different projects of selected aid organizations, which specially giving help to women in Sub-Saharan Africa or lead some special HIV/AIDS projects, are presented. Finally, Uganda is presented as an exemplary land of Sub-Saharan Africa in case of HIV/AIDS prevention.

Keywords: Africa, Sub-Saharan Africa, AIDS, AIDS-Education, HIV, Women, AIDS- Prevention

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: HIV-Teststreifenschnelltest

Abbildung 2: HIV-Übertragung in industrialisierten Ländern in Prozent im Jahr 2001

Abbildung 3: HIV-Übertragung in Afrika in Prozent im Jahr 2001

Abbildung 4: Ebenen der Gesundheitsversorgung in Schwarzafrika

Abbildung 5: Gemeinsam für Afrika

Abbildung 6: Kindernothilfe e.V.; Women for Change

Abbildung 7: Kindernothilfe e.V.; Friends of the Orphans

Abbildung 8: Initiative Youth to Youth; Übersichtskarte Uganda

Abbildung 9: Afrikanischer Kontinent

Abbildung 10: Religionsverteilung in den afrikanischen Staaten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Zugang zu und tatsächlicher Bedarf an ARV-Therapie in Entwicklungsländern

Tabelle 2: HIV-Prävalenz in Teilen Afrikas im Jahr 2001

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Thema AIDS in Schwarzafrika mit dem speziellen Augenmerk auf die Situation der Frauen und Mädchen in Schwarzafrika. AIDS hat in Afrika eine besonders verheerende Wirkung. Der Kontinent ist durch die schon von jeher vorhandene Armut, den Versorgungsnöten mit Wasser und Nah- rungsmitteln, den zahlreichen Epidemien durch andere Krankheiten, wie z.B. Malaria, Dengue-Fieber und Cholera und den geringen Bildungsmöglichkeiten der Gesamtbe- völkerung ohnehin besonders belastet. Durch das weltweite Aufkommen von AIDS und seine außergewöhnlich schnellen Verbreitungsmöglichkeiten in Afrika, die in dieser Arbeit näher beleuchtet werden, ist der Kontinent mehr als je zuvor in Not geraten. Das Ausmaß dieser Pandemie in Afrika ist weltweit einzigartig und besonders dramatisch. Die Prognose der Vereinten Nationen, die von über 68 Millionen AIDS- Toten in den kommenden 20 Jahren ausgeht,1 ist erschreckend.

Die Folgen der HIV/AIDS-Ausbreitung sind aber für die Frauen, und damit auch der Kinder, in Schwarzafrika besonders schwerwiegend aufgrund der afrikanischen gesell- schaftlichen Strukturen. Frauen sind in Afrika trotz unserer modernen und aufgeklärten Zeit nach wie vor schlechter gestellt als in unseren Breiten und haben mit Schwierigkei- ten in allen gesellschaftlichen Bereichen zu kämpfen. Deshalb wurde dieses Leitmotiv „Möglichkeiten für Frauen in Schwarzafrika“ ausgewählt.

In dieser Arbeit werden zunächst grundlegende Informationen zu HIV/AIDS dargestellt. Danach wird die spezielle Situation der Frauen und Mädchen in Schwarzafrika im Hin- blick auf Kultur, Tradition, Religion, Bildung, medizinische Versorgung und den wirt- schaftlichen Gegebenheiten beleuchtet, ebenso wird auf die Ausgrenzung und Stigma- tisierung der HIV-infizierten Frauen eingegangen. Das Kapitel AIDS-Education geht umfassend auf die Problematik in den schwarzafrikanischen Ländern ein, warum es so schwierig ist, AIDS und HIV wirkungsvoll einzudämmen. Die Präsentation ausgewähl- ter Projekte verschiedener Hilfsorganisationen und die Sonderstellung Ugandas bei der AIDS-Prävention runden die Arbeit ab.

1.1 Warum das Thema „AIDS-Education: Möglichkeiten für Frauen in Schwarzafrika“?

Die Idee zu dieser Arbeit entstand durch die zunehmende Thematisierung des HIV/AIDS-Problems in den Medien und förderte meinen Wunsch, sich intensiv mit die- ser Problematik zu beschäftigen. Die Entscheidung zu diesem Thema fiel auch letztlich durch das Aufgreifen des AIDS- Problems in Afrika in der Serie „Lindenstrasse“, in der seit der am 16.März 2003 ausgestrahlten Folge Nr. 902 mit dem Titel „Einer für mein Baby“ dieses Thema erneut in die Serie einfloss. Die Serie „Lindenstrasse“ nimmt sich seit ihres Sendebeginns vor 18 Jahren regelmäßig gesellschaftlich brisanter Themen an um die Zuschauer zum Nachdenken anzuregen und nutzt ihre Popularität, um In- formationen zu verbreiten und Vorurteile in der Gesellschaft abzubauen, wie z.B. bei dem Thema Homosexualität. Zu ihrem Erfolg im Zusammenhang mit dem Thema HIV/AIDS möchte ich folgendes zitieren: „Auch im Zusammenhang mit dem Thema AIDS wurde der "Lindenstraße" große aufklärerische Wirkung zugeschrieben. Als die Figur Benno Zimmermann 1988 in der Serie an der Immunschwäche erkrankte, melde- te die Nachrichtenagentur dpa im Oktober desselben Jahres einen sprunghaften An- stieg der Anrufe bei nordrhein-westfälischen AIDS-Beratungsstellen.“2 Durch die le- bensnahe und ergreifende Darstellung der Tragik, die die Immunschwäche AIDS in das Leben der Darstellerin gebracht hatte, entschloss ich mich diese Themenstellung als Inhalt für mein Diplom vorzuschlagen.

1.2 Definition Schwarzafrika

Unter Schwarzafrika sind alle Länder südlich der Sahelzone zu verstehen. Heutzutage wird auch Südafrika dazugezählt, es war früher davon ausgenommen. Schwarzafrika unterscheidet sich in kultureller, historischer und politischer Sicht von Nordafrika, wobei dennoch keine exakte Trennlinie gezogen werden kann, vor allem durch die fortwäh- rende Zunahme des Islam in den nördlich gelegenen schwarzafrikanischen Ländern, die eine Vermischung der arabischen Kultur aus Nordafrika mit der afrikanischen Kultur des Südens mit sich bringt.

1.3 Definition AIDS- Education

Education (engl.), bedeutet ins Deutsche übersetzt: Erziehung, Ausbildung, Bildung. Unter AIDS- Education kann man alle Handlungen und Vorgänge verstehen, die darauf abzielen, die Gesamt-Bevölkerung eines Landes oder Teile davon, umfassend über HIV und AIDS aufzuklären, ihnen Präventionsmöglichkeiten vorzustellen und gegebe- nenfalls die Behandlung und die Pflege bereits Erkrankter zu erläutern. Dies kann sich positiv auf Vorurteile, Ängste und Ausgrenzung erkrankter Personen auswirken und soll eine Verhaltensänderung im Hinblick auf die AIDS-Prävention nach sich ziehen.

1.4 Zur Methodik

Die Informationen zu dieser Diplomarbeit bestehen vorwiegend aus Auswertungen aus deutschsprachigen Büchern zum Thema, aber auch das Internet mit zahlreichen Arti- keln aus online verfügbaren Zeitungen und Zeitschriften des deutsch- und englisch- sprachigen Raumes bietet umfassende Informationsmöglichkeiten. Ebenso sind die meisten Hilfsorganisationen und internationalen Verbände im Internet vertreten und bieten online Informationen und/oder bestellbare Informationsschriften an. Die Seriosi- tät der hierfür gewählten Internetquellen steht größtenteils nicht in Zweifel, da es sich zumeist um bekannte und bedeutende Institutionen handelt, denen im allgemeinen Vertrauen entgegen gebracht werden kann. Selbstverständlich vertraue ich dennoch keinesfalls blind den dargebotenen Fakten, sondern wähle kritisch meine Zitate für diese Arbeit aus. Als alternative Quelle habe ich noch zusätzlich zum Thema Afrika und/oder AIDS, Filme vom Landesfilmdienst Baden-Württemberg ausgeliehen, um mir zusätzlich ein Bild der Situation in Afrika zu machen.

2 AIDS

Nachfolgendes Kapitel will die Begriffe „HIV-Infektion“ und „AIDS“ erläutern, den Ver- lauf des Syndroms AIDS, die Übertragungsmöglichkeiten und Risikogruppen nennen und abschließend einen Überblick zum gegenwärtigen Stand der Wissenschaft über HIV/AIDS geben.

2.1 Definition AIDS

AIDS steht für die englische Bezeichnung „Acquired Immune Deficiency Syndrome“, was zu deutsch „Erworbener Immundefekt“ bedeutet3. Ein Immundefekt des Körpers bedeutet, dass die Abwehrfunktionen des menschlichen Körpers gegenüber Krank- heitserregern aller Art und Form abgeschwächt ist.

Ursache für AIDS ist eine Infektion mit dem Retrovirus HIV,- „Human Immunodeficien- cy Virus“, was zu deutsch „menschliches Immundefekt-Virus“ bedeutet. Die ersten Fäl- le von AIDS wurden 1981 bei jungen Homosexuellen in den USA erkannt.4 Das HIV- Virus wurde 1983/84 entdeckt. Durch das spätere Entdecken eines weiteren HIV- Virustyps wurden diese in HIV-1und HIV-2 unterteilt.

2.1.1 AIDS-Subtypen

Die Subtypen (Untergruppen) des HIV-1-Virus weisen spezielle Merkmale auf und kommen je nach Kontinent auch unterschiedlich häufig vor. HIV-2 hat keine weitere Unterteilung in Subtypen.

Da sich das Virus auf molekularer Ebene ständig verändert, wurde HIV-1, um die gene- tische Variabilität zu klassifizieren, in die Untergruppen M, O, und N unterteilt. Die wichtigste M-Gruppe wurde weiterhin in 11 Subtypen (A, B, C,..) unterteilt, die regional unterschiedlich auftreten.5 Subtyp C ist beispielsweise der verbreitetste Subtyp und ist für 50% aller Neuinfektionen verantwortlich und hauptsächlich im südlichen Afrika, In- dien und Äthiopien verbreitet. Das gleiche gilt für die Subtypen A, D und E, die eben- falls in Afrika und Südostasien für die meisten Neuinfektionen verantwortlich sind. In Europa und den USA ist Subtyp B stärker verbreitet. HIV-1 ist auf allen Kontinenten zu finden, während HIV-2 hauptsächlich in Westafrika verbreitet ist6. Außerdem soll HIV-2 nach den bisher vorliegenden Untersuchungen weniger aggressiv sein, als HIV-1. Es kommen allerdings auch Doppelinfektionen vor.7

2.1.2 Schwächung des Immunsystems durch HIV

Das Immunsystem des menschlichen Körpers hat die Aufgabe, eingedrungene Krank- heitserreger, wie z.B. Bakterien, Pilze oder Viren unschädlich zu machen. Das HI-Virus befällt die für das Immunsystem wichtigen sogenannten CD4-Zellen, (diese Helferzel- len sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die u.a. andere Abwehrzellen des Immunsystems steuern), und vermehrt sich in ihnen.8 Durch diesen Vorgang und die darauffolgende Freisetzung der HI-Viren gehen aber nach einiger Zeit die CD4- Zellen zugrunde, weshalb die Zahl der CD4-Zellen ein Maß für das Fortschreiten der HIV-Infektion im Körper darstellt. Der Normwert liegt bei 600-1300 Zellen pro Mikroliter Blut.9 Dieser Wert nimmt in der Regel 4-6 Jahre nach der Infektion kontinuierlich ab, bis das Immunsystem vollständig zusammenbricht. Als krankheitsdefinierend für AIDS gilt eine Zahl von unter 200 Zellen pro Mikroliter Blut.10

Durch die Tatsache, dass das HI-Virus in den Wirtszellen steckt, kommen die durch die Abwehrreaktion gebildeten Antikörper nicht an das Virus heran und können somit auch nicht unschädlich gemacht werden.

2.2 Krankheitsverlauf

AIDS ist ein Syndrom verschiedener Symptome und Krankheitsbilder, das durch die Infektion mit dem HI-Virus und die daraus resultierende Schwächung des Immunsys- tems hervorgerufen wurde. Jede HIV-Infektion läuft unterschiedlich ab, teilweise mit starken Schwankungen im Krankheitsverlauf, und entwickelt unterschiedliche Krank- heitsbilder. AIDS ist die letzte Phase der HIV-Infektion und drückt sich in verschiedens- ten und gehäuften, sogenannten „opportunistischen“ Infektionen, aus.11

Beispiele für opportunistische Infektionen: Lungenentzündungen (PcP) Tuberkulose (v.a. in Afrika) Hautkrankheiten Kaposi-Sarkom (seltene Krebs- Art) Durchfallerkrankungen Neurologische Störungen Gehirnhautentzündungen Pilzinfektionen

2.2.1 Inkubationszeit

Die Inkubationszeit, das ist der Zeitraum zwischen der Ansteckung mit dem Virus und dem Auftreten der Krankheitssymptome, ist bei HIV/AIDS sehr unterschiedlich lang. Es gibt Menschen, die noch mehr als 10 Jahre nach der Ansteckung symptomfrei sind, während andere bereits nach wenigen Jahren ein „AIDS-Vollbild“12 zeigen.

In Afrika und anderen Entwicklungsländern liegen die Inkubationszeiten meist niedri- ger, verursacht durch mangelnde Ernährung und medizinische Versorgung, kaum Hy- giene.13

Bei Neugeborenen und Kleinkindern kann die Inkubationsphase ebenso wesentlich verkürzt sein durch die Gegebenheit, dass das Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist.14

Grundsätzlich ist daraus abzuleiten, dass eine gute körperliche Verfassung, medizini- sche Unterstützung und gesunde Lebensweise den Zusammenbruch des Immunsys- tems hinauszuzögern vermag.

2.2.2 Phasen der HIV-Infektion und HIV-Tests

In der ersten Phase der HIV-Infektion, sprich in den ersten Wochen nach der Anste- ckung, beginnt im Körper des Patienten die starke Vermehrung des HI-Virus. Meist treten dabei grippeähnliche Symptome auf, der sogenannte „Primärinfekt“.15 Dieser wird aber in der Regel nicht mit einer HIV-Infektion in Verbindung gebracht und wird dadurch auch von Ärzten als Grippe fehldiagnostiziert. Theoretisch wäre aber schon nach 1-2 Wochen ein Antigen-Test möglich, der das HIV-p24-Antigen im Blut nachwei- sen könnte, allerdings nur für einen kurzen Zeitraum, danach ist das Gen meist nicht mehr nachzuweisen. Ebenso wäre nach 1-2 Wochen eine spezifische Untersuchung mit Hilfe von PCR , der „Polymerase-Kettenreaktion“ (siehe Glossar) möglich.16

„Window period“: Das Kritische an zu früh durchgeführten HIV-Tests, ist die „Window period“, zu deutsch „Fensterperiode“. Erst nach 6-8 Wochen beginnt der Körper des Patienten mit der Produktion von spezifischen Antikörpern. Dies ist in Bezug auf die Fensterperiode problematisch, weil die gebräuchlichen Anti-HIV-Tests das Vorhanden- sein von Antikörpern suchen und nicht nach dem Virus an sich. Im allgemeinen geht man von bis zu 12 Wochen aus, die man bis zum Einsatz dieses Tests warten sollte.17 Das Schlimme an diesem Umstand ist, dass man durch den negativ ausgefallenen HIV-Test ohne es selbst zu wissen andere anstecken kann, da man sich gesund wähnt. Bei Kindern, die von einer HIV-positiven Mutter geboren sind, ist ein HIV-Test bis zu 18 Monate nach der Geburt sinnlos, da die vorhandenen Antikörper der Mutter im Organismus des Kindes nichts über eine eigene Infektion des Kindes aussagen können. Hier wäre allerdings ein PCR- Test (siehe oben) möglich und aussagekräftig.

„HIV-Schnelltests“: Diese „rapid tests“, die ebenfalls nach HIV-Antikörpern suchen, haben den Vorteil, dass das Ergebnis schon nach wenigen Minuten feststeht und kei- nen Strom oder Laboreinrichtungen notwendig machen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: HIV-Teststreifenschnelltest18

Die schnelle und einfache Durchführung dieser Tests macht sie unverzichtbar für ihren Einsatz in Entwicklungsländern.19

Die Möglichkeit der Auszählung der CD4-Zellen als weitere Art von HIV-Test wurde schon in Kapitel 2.1.2 erwähnt und wird hier nicht wiederholt aufgeführt.

Im allgemeinen werden aber HIV-Tests erst nach ausreichend langer Zeit durchgeführt und dies sind dann meistens die „ELISA-Tests“. Dieser Test ist der herkömmliche und bekannteste HIV-Test. Dieser hochempfindliche Suchtest wird meist als erstes Verfah- ren angewendet bei Verdacht auf eine HIV-Infektion. Allerdings muss auch dieser Test erst durch einen Wiederholungstest, den sogenannten „Western Blot“ bestätigt wer- den.20

Symptomfreie Phase: Nach dem Primärinfekt verläuft die HIV-Infektion zunächst asymptomatisch, und dies meist viele Jahre lang. Im Körper werden allerdings nach wie vor Viren produziert und diese schädigen weiterhin das Immunsystem.21

Phase mit allgemeinen Symptomen: Eines Tages treten dann allgemeine Symptome auf, wie andauernde Lymphknotenschwellungen, Fieber, starker Nachtschweiß, Ge- wichtsabnahme, Soor (Pilzinfektion in der Mundhöhle) und schwere Durchfälle.22 Die Kombination diesen Symptomen wie Lymphknotenschwellungen, Fieber und Ge- wichtsabnahme und anderes bezeichnet man auch als den „AIDS-Related-Complex“ (ARC). Dieser tritt vor dem schwerwiegenden AIDS-Ausbruch auf und veranlasst die meisten Patienten und ihre Ärzte dazu einen HIV-Test durchzuführen.

Ausbruch von AIDS: Wenn es zum „AIDS-Vollbild“ kommt, mit den in Punkt 2.2 er- wähnten opportunistischen Infektionen, ist das letzte Stadium der Krankheit erreicht. Eventuell früher erworbene Herpes Simplex-Infektionen sind eine zusätzliche Belas- tung für das Immunsystem und verschlechtern den Gesamtzustand erheblich, bzw. können zu noch gravierenderen Symptomen bei AIDS führen.23 Außerdem spielen wahrscheinlich Infektionen mit dem Herpes Simplex Virus-2 (Verursacher des Genital- Herpes) eine große Rolle in der HIV- Übertragung.24 Bei Überwindung der HIV-Viren der Blut-Hirn-Schranke, können auch Krankheiten des Zentralnervensystems auftreten, die zu Demenz, Nervenentzündungen und allgemein neurologischen Störungen führen. Da es nach wie vor kein Heilmittel gegen AIDS gibt, tritt früher oder später verursacht durch die schweren Erkrankungen der Tod ein. Wann dies bei dem einzelnen Patien- ten der Fall ist, hängt, ähnlich wie bei der Inkubationszeit in Kapitel 2.2.1, immer vom Gesamtstatus der Person und der jeweiligen Lebensumstände ab.

2.3 Übertragungswege

Alle Arten von HI-Viren können durch diese vier Infektionswege übertragen werden:

1. Sexualverkehr, vaginal, oral oder anal.
2. Blut und Blutprodukte, wie Blutplasma.
3. Injektionsnadeln und (medizinische) Instrumente, die mit Blut in Kontakt kom- men, - auch beim Benutzen eines gemeinsamen Spritzbestecks (Drogenmiss- brauch).
4. Mutter-Kind-Übertragung, vor allem unter der Geburt.25

Grundsätzlich ist alles zu vermeiden, was Personen in Kontakt bringt mit stark HIV- verseuchten Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Menstruationsblut, Scheidenflüssig- keit und Muttermilch. Es wurde zwar auch in Urin, Kot, Speichel, Tränenflüssigkeit und Schweiß HIV nachgewiesen, jedoch nur in sehr geringen Mengen, die nach heutigem Stand der Wissenschaft kein Ansteckungsrisiko in sich bergen.26

Die Gefahr einer Ansteckung ist für Menschen mit Hämophilie (Bluter), die auf das Blutplasmakonzentrat angewiesen sind, allerdings heutzutage sehr gering, da seit 1985 alle Blutspenden in Deutschland auf HIV untersucht werden. Es besteht letztlich allerdings das Restrisiko der „diagnostischen Lücke“, durch die in Kapitel 2.2.2 be- schriebene „Window period“. Dieses Risiko wird aber als sehr gering eingestuft.27

Mütter mit HIV können durch Kaiserschnittgeburt, medikamentöse Behandlung in den letzten Schwangerschaftswochen und das Verzichten auf das Stillen die Gefahr der HIV-Übertragung auf das Kind stark vermindern. Diese Möglichkeit haben allerdings die Frauen in den ärmeren Entwicklungsländern, wie in Afrika, leider nicht. Deshalb spreizt sich die Rate der Mutter-Kind-Übertragung zwischen unter 2% in den Industrie- ländern und über 30% in den Entwicklungsländern.

Welches Verhalten stellt keine Gefahr der Übertragung dar?

- Berührungen und Umarmungen
- Trockene Küsse ohne Speichelkontakt
- Gemeinsames Benutzen von Besteck, Geschirr oder Trinkgefäßen
- Blutspenden
- Benutzung von Toiletten, Bädern oder Saunen
- Zusammenarbeiten oder –wohnen mit Menschen mit HIV/Aids
- Betreuen und Pflegen von Menschen mit HIV/AIDS28

Zusammengefasst bedeutet dies: Der normale soziale Kontakt mit HIV-Infizierten oder AIDS-Erkrankten ist risikolos und überdies sehr wichtig für die Betroffenen. Es ge- schieht allerdings leider immer noch sehr häufig, dass Menschen mit HIV/AIDS ausge- grenzt und gemieden werden.

2.3.1 Unterschiedliche Übertragungswege in industrialisierten Ländern und in Afrika

Die Übertragungswege in den industrialisierten Ländern sind teilweise andere und pro- zentual auch anders verteilt als in den Entwicklungsländern. Deshalb hierzu zwei Gra- phiken, die dem Vergleich zwischen den HIV-Übertragungswegen in den Industrielän- dern und in Afrika dienen sollen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: HIV-Übertragung in industrialisierten Ländern in Prozent im Jahr 200129

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: HIV-Übertragung in Afrika in Prozent im Jahr 200130

Die Graphiken zeigen deutlich, dass in den industrialisierten Ländern ganz andere Übertragungswege wichtig sind, als in Afrika. Heterosexualität hat in Afrika mit 87% Anteil an den Übertragungswegen einen extrem hohen Anteil, während dieser in den industrialisierten Ländern gerade mal 24% beträgt. Gleichzeitig fällt auf, dass Homose- xualität in Afrika so gut wie keine Rolle spielt, ebenso wenig wie Drogen, zumindest wenn es sich um solche Drogen handelt, die per Spritzen verabreicht werden und da- durch eine Rolle zur HIV-Übertragung spielen. Die geringe Anzahl der Übertragung durch Bluttransfusionen in Afrika spricht auch nicht für deren Sicherheit, sondern eher für die Tatsache, dass die medizinische Versorgung einerseits so minimal ist, dass Bluttransfusionen hoher Luxus sind und andererseits, wenn überhaupt, sicherlich der reichen Oberschicht in Afrika vorbehalten sind.

2.4 Risikogruppen

Heutzutage ist es nicht mehr so einfach von Risikogruppen zu sprechen, wie ver- gleichsweise in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Es kommt auch immer auf die regionalen Bedingungen an, die es begünstigen, sich einem HIV-Risiko auszusetzen, wie die vorhergehenden Abbildungen 2 und 3 zeigten.

In Deutschland gehören nach wie vor homo- und bisexuelle Männer, Drogenkonsu- mentInnen und MigrantInnen aus Weltregionen mit hoher HIV-Rate zur Risikogruppe. Menschen, die ungeschützten Sex mit diesen Personengruppen haben, setzen sich einem hohen Risiko aus, HIV-infiziert zu werden. Das Gleiche gilt, wie schon erwähnt, für das gemeinsame Benutzen von Spritzbesteck, Tätowiernadeln, Piercings oder an- deren Materialien, die das Eindringen von infiziertem Blut in den Körper eines gesun- den Menschen begünstigen könnten. Bei Sex zwischen zwei Frauen ist das Anste- ckungsrisiko wesentlich geringer, aber natürlich nicht auszuschließen. Eine besondere Risikogruppe sind die „Commercial Sex Workers“ (CSW), sprich die Menschen, die sich prostituieren. Durch die Vielzahl von Sexualkontakten, diese unter Umständen sogar überwiegend ungeschützt, setzen sich diese Menschen einem relativ hohen Ri- siko aus, HIV-Infektionen zu bekommen.

Abschließend muss aber noch erwähnt werden, dass Frauen prinzipiell ein höheres Risiko haben sich mit HIV zu infizieren als Männer, besonders während der Menstrua- tion aufgrund der anatomischen Gegebenheiten. Die Schleimhaut der weiblichen Scheide ist generell leichter zu verletzen, als die Haut eines Penis.31

2.5 Schutzmöglichkeiten

Da es noch keine Heilung für HIV-Infektionen gibt, kann man gar nicht genug betonen, wie wichtig ausreichender Schutz beim Sex, sogenannter „Safer Sex“ und allgemeine Vorsicht ist. Die Vorbeugung ist immer noch die einzige und beste Möglichkeit gesund zu bleiben für einen selbst und auch für andere. Folgende Übersicht beschreibt die wichtigsten Schutzmöglichkeiten:32

- Für Männer, die mit Männern Sex haben, ist die Benutzung von Kondomen und das Vermeiden von Schleimhautkontakten mit Sperma sehr wichtig.
- Für den Sex zwischen Frau und Mann gilt dies ebenso, ergänzt um die Vermei- dung von Schleimhautkontakt mit Sperma, Menstruationsblut und Scheiden- flüssigkeit beim Oralverkehr. Es gibt auch spezielle Kondome für die Frau, die aber im allgemeinen schon durch ihre Handhabung wesentlich seltener einge- setzt werden. Außerdem kosten diese Frauenkondome beispielsweise in Ugan- da das zehnfache als ein herkömmliches Kondom für Männer.33
- Bei sexuellem Kontakt zwischen zwei Frauen ist zwar das Ansteckungsrisiko nicht so groß, sollte aber nie ganz ausgeschlossen werden, so dass die Ver- wendung von sogenannten „Dental Dams“ empfohlen wird. Diese Dental Dams sind Latextücher, die auf die Scheide gelegt werden, um den Kontakt mit Menstruationsblut und Scheidenflüssigkeit zu vermeiden.
- Für Personen, die sich Drogen spritzen, ist die Benutzung von eigenem Spritz- besteck und Zubehör sehr wichtig, und zwar nur für sich selbst, „Safer Use“.

Für den Fall, dass trotz aller Vorsicht ein Unglück z.B. in Form von geplatzten Kondo- men oder einer Stichverletzung mit einer kontaminierten Spritze im Pflegebereich vor- kommt, gibt es noch die „HIV-PEP“, die HIV-Post-Expositionsprophylaxe (siehe Glos- sar). Dies ist eine vierwöchige Chemotherapie mit teilweise starken Nebenwirkungen, die spätestens zwei Stunden nach HIV- Kontakt begonnen werden muss. Jeder Zeit- verlust verschlechtert die ohnehin geringen Chancen einer Infektionsverhinderung. Diese HIV-PEP ist also keinesfalls ein „Kondom für danach“ sondern nur eine Behand- lungsmöglichkeit für Ausnahmesituationen.

2.6 Prävention

Die Prävention von HIV ist von zentraler Bedeutung, da bis zum heutigen Tag nur hier- durch wirksam HIV-Infektionen und damit Krankheit, Siechtum und Tod, und alle dar- aus resultierenden sozialen Probleme, verhindert werden können. Neueste Schätzun- gen sagen aus, dass von den erwarteten 45 Millionen Neuinfektionen 29 Millionen durch adäquate Präventionen verhindert werden könnten.34

Zur HIV-Prävention gehören alle Tätigkeiten und Vorgänge, die die umfassende Wei- tergabe wichtiger Informationen zu HIV/AIDS veranlassen, des weiteren die zielgrup- penorientierte Präsentation von Schutzmöglichkeiten, die Bekämpfung der Stigmatisie- rung von Erkrankten und die Enttabuisierung des Themas, wie es vor allem in den Entwicklungsländern vonnöten ist. Gerade sind die dringendsten Anliegen sicherlich die Erläuterung der Übertragungswege von HIV, die Vermittlung der Wichtigkeit von Kondomen und die Bekämpfung des Aberglaubens bzw. von Fehlinformationen der dortigen Bevölkerung. Es gibt beispielsweise in Afrika die schlimme Vorstellung, ein Mann könne sich einer HIV-Infektion durch Geschlechtsverkehr mit einer Jungfrau wie- der entledigen.35 Die Auswirkungen dieses Verhaltens sind evident.

Geeignete Informations-Programme zur HIV-Prävention werden in Kapitel 4, AIDS- Education, näher besprochen und vorgestellt.

2.7 Therapie und Impfstoffforschung

Zuallererst muss noch einmal betont werden, dass es nach wie vor noch keine Hei- lungsmöglichkeit für die Infektion gibt und leider auch keine Impfungen. Dieses Kapitel möchte die bisherigen Behandlungsarten beschreiben und den aktuellen Stand der Impfstoffforschung wiedergeben.

2.7.1 Therapie

Für HIV-infizierte Personen gibt es zunächst die Möglichkeit, die fortschreitende Pro- duktion der immunschwächenden Viren im Körper mit Hilfe von sogenannten „Virus- hemmern“ einzudämmen. Diese antiretrovirale Therapie „ART“ ist bislang die einzige Möglichkeit etwas für die infizierte Person zu tun. Sie verlängert in aller Regel die Le- benszeit und dabei auch die symptomfreie Zeit deutlich und lindert unter Umständen Symptome der später auftretenden opportunistischen Krankheiten. Die antiretroviralen Medikamente, nachfolgend ARV (siehe Glossar) genannt, haben in den reichen Län- dern dieser Erde seit der Einführung der Kombinationstherapie 1996 die Todesraten an AIDS um circa 70% gesenkt.36

Kombinationstherapie: Die Eindämmung der Virenproduktion im menschlichen Körper erfolgt immer mit einer Kombination aus mindestes drei Medikamenten aus folgenden Stoffgruppen:

- NRTI: Nukleosidische Reverse Transkriptase-Inhibitoren.
- NNRTI: Nicht-nukleosidische Reverse Transkriptase-Inhibitoren.
- PI:- Protease-Inhibitoren.37

Diese sogenannte HAART-Therapie (Highly Active Antiretroviral Therapy, siehe Glos- sar) ist als medizinischer Standard zu betrachten und weltweit einzuhalten.

[...]


1 Vgl. Informationen zur 14. Internationalen AIDS-Konferenz in Barcelona. In: www.learn- line.nrw.de. Zugriff am 15.10.2003.

3 Vgl. Deutsche Aids-Hilfe e.V., (2002), S.3.

4 Vgl. Benner, K.U. (Hrsg.), (1994), S.48.

5 Vgl. Benn, Christoph und Sonja Weinreich, (2003), S.11.

6 Vgl. Raonline.ch. o.V. In: www.raonline.ch. Zugriff am 17.09.2003.

7 Vgl. Benn, Christoph und Sonja Weinreich, (2003), S.11.

8 Vgl. Deutsche Aids-Hilfe e.V., (2002), S.4.

9 Vgl. Benn, Christoph und Sonja Weinreich, (2003), S.12.

10 Vgl. Benn, Christoph und Sonja Weinreich, (2003), S.13.

11 Vgl. Benn, Christoph und Sonja Weinreich, (2003), S.11.

12 Benner, K.U. (Hrsg.), (1994), S.62.

13 Vgl. Benn, Christoph und Sonja Weinreich, (2003), S.11. 14 Vgl. Benn, Christoph und Sonja Weinreich, (2003), S.11. 15 Vgl. Deutsche Aids-Hilfe e.V., (2002), S.7.

16 Vgl. Benn, Christoph und Sonja Weinreich, (2003), S.12.

17 Vgl. Benn, Christoph und Sonja Weinreich, (2003), S.12.

18 Hübl, Wolfgang: HIV-Schnelltest-Übersicht. URL:http://www.med4you.at/laborbefunde/lbef_hiv_schnelltest.htm. Zugriff am 27.09.2003.

19 Vgl. Hübl, Wolfgang: HIV-Schnelltest-Übersicht. URL:http://www.med4you.at/laborbefunde/lbef_hiv_schnelltest.htm. Zugriff am 27.09.2003.

20 Vgl. Deutsche Aids-Hilfe e.V., (2002), S.22.

21 Vgl. Deutsche Aids-Hilfe e.V., (2002), S.7.,

22 Vgl. Benner, K.U. (Hrsg.), (1994), S.63.

23 Vgl. AIDS-Lexikon: In:www.hiv-aids-education.de. Zugriff am 28.09.2003.

24 Vgl. Benn, Christoph und Sonja Weinreich, (2003), S.94.

25 Vgl. Benn, Christoph und Sonja Weinreich, (2003), S.13.

26 Vgl. Deutsche Aids-Hilfe e.V., (2002), S.10.

27 Vgl. Deutsche Aids-Hilfe e.V., (2002), S.13.

28 Vgl. Deutsche Aids-Hilfe e.V., (2002), S.10.

29 Benn, Christoph und Sonja Weinreich, (2003), (nach Global AIDS Surveillance 2001), S.14.

30 Benn, Christoph und Sonja Weinreich, (2003), (nach Global AIDS Surveillance 2001), S.15.

31 Vgl. HIV-Risiko: Kondome sind der beste Schutz. URL: http://www.lifeline.de/cda/page/center/0,2845,8-7367,FF.html. Zugriff am 28.09.2003.

32 Vgl. Deutsche Aids-Hilfe e.V., (2002), S.17-18.

33 Vgl. Meissner, Ursula und Heinz Metlitzky, (2003), S.135.

34 Vgl. Benn, Christoph und Sonja Weinreich, (2003), S.77.

35 Vgl. Benn, Christoph und Sonja Weinreich, (2003), S.43.

36 Vgl. Benn, Christoph und Sonja Weinreich, (2003), S.108.

37 Die genauere Erläuterung der Wirkungsweise und die chemische Zusammensetzung dieser Medikamente ist für das Verständnis und den Inhalt dieser Arbeit nicht notwendig und wird deshalb hier nicht weiter angestrebt.

Ende der Leseprobe aus 81 Seiten

Details

Titel
AIDS Education - Möglichkeiten für Frauen in Schwarzafrika
Hochschule
Hochschule der Medien Stuttgart
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
81
Katalognummer
V119675
ISBN (eBook)
9783640226689
ISBN (Buch)
9783640227907
Dateigröße
2733 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
AIDS, Education, Möglichkeiten, Frauen, Schwarzafrika
Arbeit zitieren
Claudia Schwab (Autor), 2003, AIDS Education - Möglichkeiten für Frauen in Schwarzafrika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119675

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