E-Learning in der Lehre

Übersicht und Beispiel Implementation mit ILIAS


Seminararbeit, 2008

80 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Formen des E-Learnings
2.1 Computer Based Training
2.2 Web Based Training
2.3 Lern-TV
2.4 Virtuelle Seminarräume
2.5 Lernmanagement-Systeme
2.6 Blended Learning
2.7 Informelles E-Learning

3 Vorteile und Grenzen des E-Learnings
3.1 Vorteile
3.1.1 Multimedialität
3.1.2 Flexibles und bedarfsorientiertes Lernen
3.1.3 Individuelles Lernen
3.1.4 Zeitgewinn und Kostenvorteil
3.1.5 Lernerfolgskontrolle
3.1.6 Flächendeckende Verbreitung neuer Inhalte
3.1.7 Vernetzung der Teilnehmer
3.2 Grenzen
3.2.1 Fehlen sozialer Kontakte
3.2.2 Technische Limitierung
3.2.3 Ausgereiftheit der Produkte
3.2.4 Unsicherheit bezüglich der Kosten und des Nutzen
3.2.5 Unterschiedliche Eignung von Themen für E-Learning

4 Möglichkeiten von E-Learning in der Lehre
4.1 Unterstützender Einsatz von E-Learning Methoden
4.2 Fragebogen zu E-Learning in der Lehre

5 Übersicht und Wertung am marktbefindlicher E-Learning Systeme für die Lehre
5.1 Standards und Spezifikationen
5.1.1 SCORM
5.1.2 LOM
5.1.3 AICC
5.1.4 QTI
5.2 E-Learning Software für die Lehre
5.2.1 Kommerzielle E-Learning Software
5.2.1.1 Dynamic PowerTrainer ® Manager
5.2.1.2 VIWIS Lernplattform – VIVERSA
5.2.2 OpenSource E-Learning Software
5.2.2.1 ILIAS
5.2.2.2 metcaoon®
5.3 Nutzwertanalyse

6 Praxisbeispiel Projektmanagement
6.1 Planung der Vorgehensweise
6.1.1 Ziel
6.1.2 Projektabschnitte
6.2 Konzeptionsphase des Praxisbeispiels
6.2.1 Modell nach Vester
6.2.2 Model nach Kolb
6.2.3 Head First Prinzip
6.3 Spezifikation des Praxisbeispiels
6.4 Realisierung des Praxisbeispiels
6.5 Inbetriebnahme des Praxisbeispiels

7 Fazit

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Anhang I Fragebogen

Anhang II Nutzwertanalyse

Anhang III Vorlagen Module

Anhang IV Vorlagen Podcasts

Anhang V Vorlagen Fragebogenkatalog

Anhang VI Installationsanleitung ILIAS

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

E-Learning wird als Sammelbegriff für das Lernen mit Software und das Nutzen des Internets verwendet. In Deutschland ist diese Form der Weiterbildung anerkannt und wird bereits in einigen Schulen und Universitäten respektive Fachhochschulen eingesetzt. Auch Unternehmen setzen diese Lernmethode ein, um Ihre Mitarbeiter zu schulen. Mit Hilfe von E-Learning kann der Unterrichtsprozess flexibler gestaltet und erweitert werden.

Der Markt um E-Learning hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt und viele Unternehmen bieten zahlreiche kommerzielle E-Learning Systeme und OpenSource E-Learning Angebote an. Aufgrund der immer weiter wachsenden Konkurrenz unterscheiden sich die OpenSource Produkte in der Bedienung von den kommerziellen Systemen. Innerhalb kürzester Zeit ist aufgrund gestiegener Benutzerfreundlichkeit der Aufbau eines E-Learning Angebotes mit OpenSource Software möglich.

Um ein optimales E-Learning Angebot erstellen zu können, sollten man sich jedoch einige Zeit mit E-Learning auseinandersetzen und genügend Zeit für die Planung und Umsetzung planen. Um dies zu ermöglichen werden in dieser Fallstudie die Vorteile und Grenzen, sowie die Einsatzgebiete von E-Learning erläutert.

Dies wird ergänzt durch eine Betrachtung von E-Learning in der Lehre, welches mit einem Fragebogen erweitert wird. Da die auf dem Markt vorhandenen E-Learning Systeme recht unterschiedliche Ansätze bieten, wird die Fallstudie durch eine Nutzwertanalyse abgerundet und ein Praxisbeispiel für den Einsatz von E-Learning vorgestellt.

Bei der Vorstellung des Praxisbeispiels wurden nur wenige Module des E-Learning Systems verwendet, da der Aufbau des gesamten Systems den zeitlichen Rahmen der Fallstudie überschreiten würde. In kürzester Zeit ist es jedoch möglich mit relativ geringem Aufwand ein gutes Ergebnis mit eingeschränktem Funktionsumfang zu erstellen.

2 Formen des E-Learnings

Man kann vier Grundformen zur Vermittlung von Bildung unterscheiden.

- Präsenzschulung (ohne E-Learning)
- Blended Learning (Präsenzschulung & E-Learning)
- Reines E-Learning
- Learning on Demand (wenn eine Wissenslücke auftritt, dann eine Lerneinheit oder Information)[1]

Die letzen drei Grundformen bestehen teilweise oder ganz aus E-Learning. Die Form in der diese Inhalte präsentiert werden, kann man nach Prof. Schüle unterscheiden zwischen der Kommunikationsfähigkeit und dem Zeitbezug zwischen Angebot und Nachfrage.

Durch diese Gliederung lassen sich vier Formen von E-Learning unterscheiden. Bei synchronem Zeitbezug werden die Lerninhalte gleichzeitig angeboten und nachgefragt. Bei asynchronem Zeitbezug unterscheiden sich diese voneinander. Die Kommunikations-fähigkeit bezieht sich darauf, ob man, sich mit dem Dozenten und dem Lernenden verständigen kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Klassifizierung von Formen des E-Learnings[2]

Mit dieser Aufteilung erhält man die klassischen Formen des E-Learnings. Heute sind Lernmanagement-Systeme weit verbreitet, die meistens auf Web Based Training basieren, und mit verwaltenden und organisierenden Tools erweitert sind.

Außerdem hat Informelles E-Learning den Weg in die Bildungstheorien gefunden und wird kurz vorgestellt, da viel Potential in dieser Form des E-Learnings zu finden ist.

2.1 Computer Based Training

Computer Based Training (CBT) zählt zu den klassischen Formen des E-Learnings, da diese schon seit Jahren verbreitet ist. Die Programme sind meist auf einer CD/DVD, auf der sich die Lerninhalte und das E-Learning Programm befinden. Die Inhalte sind aufbereitet und meist multimedial unterstützt. Es stehen in den Lernprogrammen meist keine weiteren Interaktionsmöglichkeiten als das Programm selber zur Verfügung. Folglich ist eine Kommunikation mit anderen Lernenden oder dem Dozenten nicht vorgesehen.

2.2 Web Based Training

Web Based Training (WBT) ist eine modernere Form des CBT. Hierbei wird als E-Learning Programm der Browser eingesetzt. Dieser lässt sich mit Plug-ins einfach aufrüsten und um weitere Funktionalitäten (Flash, Video, usw.) erweitern. Die Lerninhalte sind auf dem Web- oder Applikationsserver im Internet oder Intranet in einer Datenbank hinterlegt. Diese sind direkt als Daten oder als Link (wo die Inhalte zu finden sind) bei multimedialen Daten in der Datenbank gespeichert. So lassen sich WBTs wie bei einem Content Management System (CMS) einfach pflegen.

Die meisten WBTs nutzen dynamisch generierte Webseiten. Die HTML-Seite (Hyper Text Markup Language) wird von einem Server basierendem Programm zur Laufzeit aus einem Template und den Daten aus der Datenbank erstellt. In Abbildung 2 ist der Aufruf einer HTML-Seite bei einem ILIAS WEB-Server schematisch dargestellt. Beim Aufruf der Webseite mittels einer URL (Uniform Ressource Locator) (1) wird auf dem Webserver ein PHP-Skript gestartet (2). Dieses holt die Lerninhalte von der Datenbank (3) und generiert aus den Inhalten die HTML-Seite (4). Diese wird dann über den Webserver (5) an den Browser des Lernenden gereicht (6) und dort dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Schematischer Aufbau bei dem Aufruf einer Webseite an einem ILIAS-Server

Bei den Kommunikationsmöglichkeiten unterscheidet sich der WBT vom CBT, denn der WBT bietet eine Vielzahl von verschiedenen Möglichkeiten. WBTs haben eigene Möglichkeiten wie Chat oder E-Mail integriert, worüber man mit anderen Lernenden oder dem Dozenten kommunizieren kann.[3]

2.3 Lern-TV

Für Lern-TV benutzt Schüle den Begriff Business-TV. Eine der bekanntesten Lern-TVs ist das Telekolleg (eine Form des Blended Learning). Hier wird hauptsächlich durch Fernsehsendungen und schriftliches Begleitmaterial der Inhalt vermittelt. Dies wird durch mehrere Kollegtage und der Möglichkeit, schriftliche Übungen einzusenden, ergänzt. Heute wird das Telekolleg auch durch das Internet unterstützt.

Als E-Learning zählt aber nur die eigentliche Fernsehsendung, in der aufbereitete Lerninhalte dargestellt werden. Die Fernsehsendungen werden über Satellit, Terrestrisch oder das Internet verbreitet und können mit wenig Aufwand empfangen werden.

Kommunikationsmöglichkeiten mit Dozenten oder anderen Lernenden sind hierbei nicht gegeben. Oft wird ergänzend eine Möglichkeit, z. B. via E-Mail oder Newsgroup angeboten. Das Telekolleg nutzt hierfür hauptsächlich die Kollegtage.[4]

2.4 Virtuelle Seminarräume

Virtuelle Seminarräume werden auch virtuelle Klassenzimmer genannt. Virtuelle Seminarräume lassen sich in fünf Kategorien einordnen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Video-Konferenz-Arbeitsplatz mit Blick auf die Studierenden[5]

1. Eine Präsenzveranstaltung wird an weitere Seminarräume übertragen z.B. als Video
2. Eine Präsenzveranstaltung wird an Arbeitsplätze von Lernenden übertragen
3. Der Dozent überträgt das Seminar an Seminarräume bzw. Arbeitsplätze von Lernenden
4. Kategorie 1, 2 und 3 mit der Option der Kommunikation untereinander und mit dem Dozenten
5. Wie Kategorie 4 aber in einer virtuellen Umgebung (z. B. Second Life)

Second Life ist die einzige bekannte virtuelle Welt, in der gezeigt wird, welche Möglichkeiten der Kommunikation untereinander bestehen. Einige Universitäten weltweit bieten Kurse in Second Life an und haben virtuelle Seminarräume oder einen ganzen Campus erstellt.[6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Second Life: Vorlesung im Saal der RFH Köln[7]

2.5 Lernmanagement-Systeme

Ein Lernmanagement-System (LMS) ist eine komplexe webbasierende E-Learning Infrastruktur. Die folgenden Funktionen müssen gegeben sein, damit man von einem LMS spricht:

- Benutzerverwaltung
- Kursverwaltung
- Rollen- und Rechtekonzept
- Kommunikationsmethoden und Werkzeuge für das Lernen
- Darstellung der verschieden Objekte in einem Browser

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5 Architektur eines Lernmanagement-Systems[8]

In Abbildung 5 ist die Architektur eines LMS nach Schulmeister dargestellt. Die drei Hauptbereiche sind Administration, Lernumgebung und Authoring welche auf einer (oder mehreren) Datenbank aufsetzen. Die Lernumgebung ähnelt einem WBT, da webbasierend die Lerninhalte in dieser zur Verfügung gestellt werden. Der Bereich Authoring ist je nach LMS mehr oder weniger stark ausgeprägt. Hier werden die Lerninhalte (Kurse, Tests, usw.) erstellt. Viele LMS helfen mit Tools, so dass man nicht alles programmieren muss. Im Bereich Administration werden die Benutzer und Kurse verwaltet.

2.6 Blended Learning

Eine Mischung von Präsensseminar mit E-Learning ist das Blended Learning. Der Begriff blended kommt aus dem Englischen und bedeutet verschneiden. Hiermit ist ein Vermischen von zwei oder mehreren Formen gemeint. Auf diese Weise werden die Nachteile von den Lernformen minimiert. In Abbildung 6 wird ein typischer Ablauf eines Blended Learning Seminars gezeigt. Die erste Präsenzveranstaltung unterscheidet sich von den weiteren. Die Teilnehmer stellen sich gegenseitig vor und lernen sich näher kennen. Auch kann noch kein Erfahrungsaustausch zum Inhalt gemacht werden, da die Inhalte noch nicht durch

E-Learning ergänzt wurden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6 Blended Learning[9]

2.7 Informelles E-Learning

Bei Problemstellungen wird heute immer mehr in Online Communities nach Problemlösungen gesucht oder nach Hilfe gefragt. Die asynchron geführten Diskussionsforen der virtuellen Gemeinschaften, haben den Stand von informellen Experten-Gruppen zu bestimmten Themen erreicht und sind somit anerkannt. Der schnelle und oft kostenlose Zugriff auf Expertenwissen, welches auf dem Prinzip des Gebens und Nehmens funktioniert, etabliert sich zu einer Ergänzung der klassischen E-Learning Systeme.[10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7 Vergleich Informelles und Formelles E-Learning[11]

Informelles E-Learning verstärkt sich zunehmend mit der Verbreitung von Breitband-Internetanbindungen und fördert somit die Informationsübermittlung durch Video. Plattformen wie YouTube[12] bieten bereits eine große Menge solcher Informationen an.

3 Vorteile und Grenzen des E-Learnings

Bei der Betrachtung von E-Learning muss man sich auch mit den Vorteilen und Grenzen beschäftigen, um die Möglichkeiten die E-Learning bietet, abschätzen zu können. Eine Gewichtung der einzelnen Vorteile und Grenzen muss von der Situation, in der das

E-Learning eingesetzt werden soll, abhängig gemacht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8 Vorteile und Grenzen von E-Learning im Überblick

3.1 Vorteile

E-Learning biete eine Vielzahl von Vorteilen gegenüber gewöhnlichem Lernen. Der größte Vorteil von E-Learning gegenüber Präsensveranstaltungen sind die geringeren Kosten. Diese ergeben sich als Summe von verschiedenen Vorteilen, die weiter unten genauer erläutert werden.

3.1.1 Multimedialität

E-Learning bietet, im Gegensatz zu den klassischen Lernmethoden, die Möglichkeit Lerninhalte multimedial darzustellen. Eine Ergänzung der klassischen Darstellungsformen Text und Grafik mit multimedialen Inhalten erhöht den Spaßfaktor beim Lernen. Neben der Präsentation von Inhalten als Video, Audio und Animation, bieten WBTs und webbasierende LMS die Möglichkeit, Links zu ergänzenden Informationen oder eine tiefere Behandlung des Themas zu implementieren. Durch die Vernetzung von Inhalten ist ein besseres Verständnis des Themas möglich.

3.1.2 Flexibles und bedarfsorientiertes Lernen

Es werden bei flexiblem und bedarfsorientiertem Lernen zwei Richtungen unterschieden:

- inhaltlich und
- zeitlich

die inhaltliche Richtung fokussiert sich auf Aspekten und Themen die gebraucht werden. Im Gegensatz dazu steht die zeitliche Richtung, bei der das Lernen zum richtigen Zeitpunkt im Vordergrund steht. Dieses punktgenaue Lernen ist bei Projekten, bei denen man sich in ein Thema herein arbeitet und ohne Streuverluste schnell Wissen aufbauen muss, von Vorteil.

Die Inhalte können bei der Erstellung abhängig von der Zielgruppe in flexible Module eingeteilt werden. Die einzelnen Module können genutzt werden, ohne andere Module bearbeitet zu haben, so lange sie nicht auf diesen Modulen aufbauen.

3.1.3 Individuelles Lernen

Lernende haben grundsätzlich unterschiedliche Vorkenntnisse. Ein Vorteil von E-Learning ist, dass diese berücksichtigt werden. Denn Lerninhalte können übersprungen werden, wenn man die Kenntnisse schon besitzt. Die Möglichkeit ein Thema bei Interesse zu vertiefen, besteht oft durch weiterführende Links oder optionale Inhalte.

Bei Präsensseminaren ist die unterschiedliche Auffassungsgabe der Lernenden für Einzelne ein Problem. Das Lerntempo ist für die Teilnehmer unterschiedlich, für ein Drittel ist es angemessen, dem nächsten Drittel zu langsam und dem letzten Drittel zu schnell. Ebenso ist die Anzahl und Dauer benötigter Pausen bei jedem Lernenden unterschiedlich. Ein freies Einteilen der Pausen und des Lerntempos erhöhen die Motivation. Auch wird die Angst, etwas nicht zu verstehen minimiert, da man jeden Inhalt so oft wiederholen kann, bis man es verstanden hat.

Die Möglichkeit individuell zu lernen anstatt fremdbestimmt, fördert die Selbständigkeit des Lernenden.

3.1.4 Zeitgewinn und Kostenvorteil

E-Learning wird zu Hause oder am Arbeitsplatz durchgeführt, so dass die Lerninhalte dort präsent sind und Reisezeit entfällt. Die so gewonnene Zeit lässt sich monetär bewerten.

Wenn man die Reisezeit mit dem Stundensatz des Lernenden multipliziert, erhält man die Opportunitätskosten für die Zeit. Zu diesen Kosten kommen dann noch die Reisekosten (Hotel, Bahn, usw.). Aber nicht nur der Lernende hat zeitliche und finanzielle Vorteile, denn es entstehen auch keine Seminarkosten (Räume, Spesen, usw.).

Diesen Kosten sind die Kosten des E-Learnings gegenüber zu stellen. Die E-Learning Kosten bestehen aus den Nutzungskosten (Strom, Nutzung der Hardware, Kommunikationskosten, usw.) und den Kosten der E-Learning Anwendung. Bei Blended Learning sind die Zeit- und Kostenvorteile unter dem Gesichtspunkt zu betrachten, dass es Präsensseminare (im geringeren Umfang) kombiniert mit E-Learning gibt.

3.1.5 Lernerfolgskontrolle

Bei modernen E-Learning Systemen ist eine Lernerfolgskontrolle automatisch integriert. In Abhängigkeit der Datenqualität lässt sich das E-Learning Angebot steuern und optimieren. Zu beachten ist hierbei, dass datenschutzrechtliche Belange berücksichtigt werden müssen, da es sich hier bei um Personenbezogene Daten nach dem Bundesdatenschutzgesetz §3 (1) handelt.[13]

Die Lernerfolgskontrolle bietet für den Lernenden und den Dozenten (bzw. die Einrichtung wie Universität) Vorteile.

Die Vorteile für den Lernenden sind:

- Es kann jederzeit geprüft werden wie gut die Inhalte verstanden wurden.
- Es gibt eine maschinelle Empfehlung, welche Inhalte zu wiederholen sind.
- Wiederholung von Lerneinheiten bei keiner oder falscher Antwort.
- Zusammenfassung der besuchten Lernthemen, Prüfungen und der Verweildauer zur Optimierung des Lernerfolges.
- Es gibt eine Historie der Prüfungsergebnisse.

Die Vorteile für den Dozenten oder die Einrichtung sind:

- Die Prüfungen werden maschinell ausgewertet.
- Der Schwierigkeitsgrad der Kontrollfragen ist parametrisierbar und somit anpassbar an die gewünschte Qualifikation.
- Zusammenfassung der besuchten Lernthemen, Notenspiegel, absolvierten Prüfungen und der Verweildauer.
- Alle Vorteile für den Lernenden sind auch Vorteile für den Dozenten oder die Einrichtung, mit Ausnahme des ersten Punktes.

3.1.6 Flächendeckende Verbreitung neuer Inhalte

Gegenüber papiergebundenen Unterlagen ist die Verbreitung von elektronischen Unterlagen preisgünstiger und oft schneller. Die Herstellkosten von CDs und DVDs liegen bei einigen Cent, was einem Bruchteil vergleichbarer Kosten für papiergebundene Unterlagen entspricht.

WBT oder LMS lassen sich schnell und flächendeckend ändern, da sie zentral an einer Stelle gepflegt werden. Somit ist eine Aktualisierung von Inhalten einfach und schnell. Die Änderung steht dann zeitgleich allen Lernenden zur Verfügung. Dies ist insbesondere bei aktuellen Themen ein Vorteil, da sich der Zeitverlust durch Überarbeitung und Verbreitung der Inhalte minimieren lässt. Die Übermittlungskosten neuer Inhalte auf einen Webserver sind bei moderner Breitbandanbindung vernachlässigbar.

3.1.7 Vernetzung der Teilnehmer

Es ist bekannt das Kommunikationsmöglichkeiten mit anderen Lernenden und dem Dozenten eine Verbesserung des Lernerfolges bewirken. Deswegen bieten WBT und LMS elektronische Kommunikationsmöglichkeiten. Die Kommunikationsarten lassen sich zeitlich anordnen:

- synchron (Chat)
- asynchron (Diskussionsforum, Mail)

So können Verständnis- und Ergänzungsfragen gestellt und beantwortet werden.

3.2 Grenzen

Viele Grenzen des E-Learnigs haben nur unwesentliche Auswirkungen in den modernen Mischformen (z. B. Blended Learning) wie bei den klassischen Formen (z. B. CBT).

3.2.1 Fehlen sozialer Kontakte

Die elektrischen Kommunikationstechnologien ermöglichen einen fachlichen Austausch. Dieser ist jedoch nur begrenzt in der Lage soziale Kontakte zu substituieren. Präsensseminare hingegen fördern die Zusammenarbeit. Blended Learning gleicht diesen Nachteil aus, da es Präsensseminar und E-Learning kombiniert.

3.2.2 Technische Limitierung

Multimedia PCs werden für alle modernen E-Learning Systeme gebraucht, welche zu nehmend auch 3D-fähig sein müssen, will man an virtuellen Welten teilnehmen.

Eine Voraussetzung für moderne WBT und LMS sind Breitbandinternetverbindungen. Sollte diese nicht vorhanden sein, führen Verzögerungen zu Frustration und Reduzierung des Lernerfolges bei den Lernenden. Diese Verzögerungen kommen bei multimedialen Inhalten vor, da es sich bei diesen oft um große Dateien handelt. Nach der aktuellen BITKOM-Studie (2007) werden in Deutschland 2008 50% aller Haushalte einen Breitbandanschluss haben[14].

3.2.3 Ausgereiftheit der Produkte

Moderne E-Learning Systeme sind komplex und noch nicht sehr lange im produktiven Einsatz. Daraus ergibt sich, dass der Reifegrad der Software, den man sich als Dozent oder Lernender wünscht, um alle Vorteile im vollen Umfang nutzen zu können noch nicht erreicht ist. Sich wiederholende Probleme demotivieren den Lernenden bis zu dem Punkt, an dem eine Weiternutzung des Systems in Frage gestellt wird.

3.2.4 Unsicherheit bezüglich der Kosten und des Nutzen

Es gibt eine Unsicherheit bezogen auf die Kosten und Nutzen von E-Learning. Früher wurde E-Learning als Mittel zur Kostendämpfung im Bereich der Wissensvermittlung angesehen, heute sieht man diesen Aspekt skeptischer.

Eine genaue Kosten- und Nutzenanalyse vor der Einführung eines E-Learning Systems wird heute empfohlen. Wobei man sich von reinem E-Learning abwendet und mehr zu Blended Learning tendiert.

3.2.5 Unterschiedliche Eignung von Themen für E-Learning

Verschiedene Themen sind unterschiedlich geeignet um als E-Learning umgesetzt zu werden. Themen, welche sich mit sozialen und emotionalen Aspekten beschäftigen (z. B. Teamarbeit) lassen sich nur schwer theoretisch nachbilden und ein praktischer Bezug wäre von Vorteil. Softwareprodukte lassen sich dagegen leicht als E-Learning abbilden. Die Affinität der Lernenden zum Medium Computer und dass man unmittelbar das Gelernte anwenden kann, erhöhen die Akzeptanz des E-Learnings.

Inhalte, welche von einer multimedialen Präsentation profitieren, werden auch leichter von den Lernenden akzeptiert. Gerade mathematisch- und naturwissenschaftliche Inhalte profitieren von Videos und Animationen.

4 Möglichkeiten von E-Learning in der Lehre

Neben großen Unternehmen führen auch immer mehr Hochschulen Lernmanagement-Systeme ein, um die Lehr- und Lerninhalte zu modernisieren.

Die Lehrkräfte und Studierenden engagieren sich in E-Learning Projekten ihrer Hochschulen zunehmend, um neue Praktiken des Lehrens und Lernens zu erproben. Zudem müssen die immer wachsenden Medienansprüche, wie das Internet, der Studierenden bedient und ungünstige Lernbedingungen auf größeren Hochschulen umgangen werden. Durch die Nutzung von E-Learning lernen die Nutzer mit Wissensmanagement umzugehen sowie Fähigkeiten zum selbstständigen, organisierten und kooperativen Lernen mit digitalen Medin zu erlernen.

4.1 Unterstützender Einsatz von E-Learning Methoden

In diesem Abschnitt soll erläutert werden, wie durch die Möglichkeiten von E-Learning der Unterricht effektiv unterstützt werden kann. Das Ziel von Learn-Managementsystemen liegt unter anderem darin, die herkömmlichen Unterrichtsmethoden zusätzlich zu fördern. Der Lernende wird mit Hilfe dieser Plattform dazu aufgefordert ein selbstgesteuertes Lernen zu entwickeln. Jedoch erfordert diese Art des Lernens einen gewissen Anteil an Selbstlernkompetenz und Motivation, die wiederum nur im Unterricht per Face-to-Face Kommunikation erlernt werden kann. Sind diese Grundvorrausetzungen gegeben ist durch das zeit- und ortsunabhängige Lernsystem und die individuelle Lerngeschwindigkeit ein Weiterentwicklungsprozess möglich.

Durch die vielseitigen Möglichkeiten von E-Learning ist der Lernende in der Lage, seine Lernerfolge selber zu kontrollieren und zu bewerten. Wird die Didaktik, die Theorie des Lehrens und Lernens, im E-Learning-Instrument auf die Ziele des Lernenden abgestimmt, so kann das individualisierte und kooperative Lernen gefördert werden.

Auch wenn die LMS das Lernen der Nutzer unterstützt, wird eine vollständige Selbststeuerung des Lernens in der Lehre nicht stattfinden.

Bestimmte Lerninhalte müssen den Lernenden im Unterricht vermittelt werden, da besonders leistungsschwache Lernende unter dieser Lernstrategie leiden werden.[15]

4.2 Fragebogen zu E-Learning in der Lehre

Anlässlich der Fallstudie kam die Frage auf, ob einige Lernende der FOM und andere Fachhochschulen bereits Erfahrungen mit E-Learning sammeln konnten. Und wenn ja, was für Eindrücke sind zurückgeblieben und welche Werkzeuge im Umgang mit E-Learning wünschen sich die Lernenden.

Um auf einfache Art und Weise die Meinung von möglichst vielen Studenten zu erhalten, wurde ein schriftlicher Fragebogen mit vier Fragen entworfen. Das Dossier ist mit Hilfe des Dozenten an viele Studenten verteilt worden.

Folgende Fragen sollten beantwortet werden:

1. Haben Sie schon einmal an einem E-Learning Angebot teilgenommen?
2. Wenn Sie Frage 1 mit Ja beantwortet haben, mit welcher Form des E-Learning haben Sie bereits gearbeitet?
3. Bitte bewerten Sie Ihre Erfahrungen mit der von Ihnen genutzten E-Learning Form.
4. Welche E-Learning Werkzeuge wünschen Sie sich zum Thema Projektmanagement?

Von 200 ausgedruckten Exemplaren wurden 72 beantwortet. Die daraus resultierende Rücklaufquote von 36 % kann man in dem kurzen Zeitraum der Ausarbeitung der Fallstudie als durchaus positiv bewerten. Die Auswertung der zurückerhaltenen Fragebögen führte zu folgendem Ergebnis:

Frage 1: Haben Sie schon einmal an einem E-Learning Angebot teilgenommen?

Die erste Frage wurde von den insgesamt 72 Lernenden 26-mal mit Ja und 46-mal mit Nein beantwortet. Daraus lässt sich vermuten, dass das Weiterbildungsinstrument

E-Learning noch nicht weit verbreitet oder die Akzeptanz noch nicht groß ist. Lernende, die die Frage 1 mit Ja beantworteten, wurden um die Beantwortung der Frage 2 gebeten. Personen, die Ihr Kreuz bei Nein gesetzt haben, übersprangen die Fragen 2 und 3.

Frage 2: Wenn Sie Frage 1 mit Ja beantwortet haben, mit welcher Form des E-Learning haben Sie bereits gearbeitet?

Für diese Frage wurden fünf fixe Kriterien angeboten: Blended E-Learning, CBT, WBT, Business TV und Virtuelle Seminarräume. Wie in der Abbildung 9 deutlich zu erkennen ist, sammelten die Lernenden bevorzugt Erfahrungen in CBT und WBT.

Mit 3,85 % fand Business TV am wenigsten Beachtung, obwohl der Lerneffekt durch audio-visuelle Eindrücke sehr effizient und effektiv sein kann. Dies lässt darauf zurückführen, dass nur wenige der Lernenden die Möglichkeit bzw. das Interesse haben, sich über Unternehmensfernsehen oder Fernsehsendungen wie Telekolleg weiterzubilden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9 Fragebogen Auswertung Frage 2

Frage 3: Bitte bewerten Sie Ihre Erfahrungen mit der von Ihnen genutzten E-Learning Form.

Die dritte Frage beschäftigte sich mit der Bewertung der gesammelten Erfahrungen in Bezug auf E-Learning. Die Beurteilung erfolgte nach dem sechs-stufigen Schulnotensystem, eine 1 entspricht sehr gut bis hin zur 6 für ungenügend.

Der Notenspiegel setzt sich folgendermaßen zusammen:

Tabelle 1 Fragebogen Auswertung Frage 3

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dem Notenspiegel ist zu entnehmen, dass der Großteil der Befragten ihre Erfahrungen mit E-Learning-System positiv beurteilten. Auch wenn der Notendurchschnitt mit 2,81 verbesserungswürdig ist, sollte beachtet werden, dass sich das Modell E-Learning noch in der Anfangsphase befindet und ein sehr hohes Entwicklungspotenzial aufweist.

Frage 4: Welche E-Learning Werkzeuge wünschen Sie sich zum Thema Projektmanagement?

Frage vier soll Informationen darüber geben, welches oder welche Werkzeuge in Verbindung mit E-Learning zum Thema Projektmanagement wünschenswert sind. Die Facetten von E-Learning sind sehr vielfältig. Aus diesem Grund wurden die Auswahlmöglichkeiten auf acht Punkte beschränkt mit der zusätzlichen Möglichkeit unter Sonstiges eigene Vorschläge zu nennen.

Folgende Punkte konnten angekreuzt werden. Eine Mehrfachnennung war möglich.

- Video Podcast
- Audio Podcast
- Animierte Materialien
- Skripte
- Online Lernangebot
- Wiederholungsfragen
- Forum
- Chat
- Sonstiges

Wie dem Diagramm (Abbildung 10) zu entnehmen ist, fiel die Verteilung recht ausgewogen aus. Den größten Zuspruch erhielten, aufgrund des hohen Lerneffekts, die Wiederholungsfragen, welche in fast jeder E-Learning Plattform als Standardwerkzeug angeboten werden.

Weiterhin wünschen sich laut der Auswertung mehr als 50% der Befragten Online Lernangebote, Skripte und Video Podcast.

Weitere Beachtung zur Erhöhung des Lerneffekts fanden Audio Podcasts, Animierte Materialen und Forensysteme. 5,56 % der Befragten kreuzten Sonstiges an und schlugen unter anderem Downloads sowie Net-Meeting vor. Zwei Befragte konnten mit dem Begriff E-Learning nichts anfangen.

[...]


[1] Vgl. (Goertz & Johanning, 2004)

[2] Vgl. (Pepels, 2002) Seite 228

[3] Vgl. (Pepels, 2002) Seite 227-230

[4] Vgl.(Meyers Lexikon online, 2007)) & (Bayern-online Telekolleg, 2008)

[5] (Prof. Dr. Partsch, 2005)

[6] Vgl. (Pepels, 2002) Seite 231-232 & (Müller & Leidl, 2007)

[7] (Müller & Leidl, 2007) Seite 9

[8] Vgl. (Schulmeister, 2003) Seite 11

[9] Vgl. (Mandel, 2004) Seite 21

[10] Vgl. (Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH) Seite 72ff.

[11] Vgl. (Hahne, 2004)

[12] www.youtube.de ist der deutsche Ableger des weltweit größten Video-Portal Anbieters

[13] (Bundesdatenschutzgesetz)

[14] Vgl. (BITKOM, 2007) Seite 7

[15] Vgl. (Dreer, 2008)

Ende der Leseprobe aus 80 Seiten

Details

Titel
E-Learning in der Lehre
Untertitel
Übersicht und Beispiel Implementation mit ILIAS
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule  (Wirtschaftsinformatik)
Veranstaltung
Fallstudie II
Note
1,0
Autoren
Jahr
2008
Seiten
80
Katalognummer
V119691
ISBN (eBook)
9783640236299
ISBN (Buch)
9783640238361
Dateigröße
7564 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
E-Learning, Lehre, Fallstudie, ILIAS, Computer Based Training, Web Based Training, Lernmanagement Systeme, Modell nach Kolb, Modell nach Vester
Arbeit zitieren
Holger Weber (Autor)Stefan Zalewski (Autor)Thorsten Kastenholz (Autor), 2008, E-Learning in der Lehre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119691

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