Mezzanine Finanzierung - Konditionen und Überblick


Studienarbeit, 2008

23 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition und Abgrenzung

3. Typische Merkmale
3.1. Anwendungsbereiche
3.2. Nachrangigkeit
3.3. Befristete Kapitalüberlassung
3.4. Gesellschafterstruktur
3.5. Laufender Verlust

4. Finanzinstrumente
4.1. Mezzanine-Kapital mit Eigenkapitalausrichtung
4.1.1. Genussrechte
4.1.2. Atypisch stille Gesellschaft
4.2. Mezzanine-Kapital mit Fremdkapitalausrichtung
4.2.1. typisch stille Gesellschaft
4.2.2. Nachrangdarlehen
4.3. Mezzanine-Kapital in hybrider Form
4.3.1. Wandelanleihe

5. Komponenten der Vergütung und Kondition
5.1. Basisvergütung
5.2. Mezzanine-Kicker
5.2.1. Equity Kicker
5.2.2. Non-Equity Kicker

6. Höhe der Vergütung und Kondition der Praxis

7. Zusammenfassung und Ausblick

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Zwischenstellung des Mezzanine-Kapitals

Abb. 2 Rendite Risiko Struktur

Abb. 3 Zusammensetzung Gesamtrendite

Abb. 4 Bilanzansatz mezzaniner Finanzinstrumente

1. Einleitung

Unternehmen erfüllen im Wirtschaftsprozess eine Vielzahl von Funktionen. Um ihren betrieblichen Leistungsprozess aufrecht erhalten zu können, be­steht ein konstanter Bedarf an finanziellen Mitteln. Es müssen finanzielle Mittel bereitgestellt werden, um das zeitliche Aus­einanderfallen von Ein- und Auszahlungen zu überbrücken.[1] Dabei hat das Finanzmanagement des Unternehmens die Aufgabe für genügend finanzielle Mittel zu sorgen, um dem betrieblichen Leistungsprozess aufrecht zu erhalten.

Bei der Suche nach der für das Unternehmen optimalen Kapitalstruktur, steht mit Mezzanine-Kapital, eine weniger bekannte Form der Finanzierung zur Verfügung. Es nimmt dabei eine Stellung zwischen Eigen- und Fremdkapital ein und weist Merkmale beider Kapitalformen auf.

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, die Finanzierung durch Mezzanine-Kapital näher zu betrachten. Zunächst wird der Begriff „Mezzanine“ definiert und abgegrenzt. Daran anschließend werden typische Merkmale von Mezza­ninen Finanzierungen betrachtet, die sich den verschiedenen Finanzin­strumenten zuordnen lassen.

Im vierten Kapitel wird eine Auswahl von Finanzierungsinstrumenten einer Betrachtung unterzogen. Die ausgewählten Finanztitel werden dabei in drei Gruppen zusammengefasst. Einerseits eigenkapitalähnliche Finanzie­rungsinstrumente, wie Genussrechte und atypische stille Beteiligungen, andererseits fremdkapitalähnliche Finanzierungsinstrumente. In der dritten Gruppe werden Mischformen der zuvor genannten Finanzierungsinstru­mente dargestellt.

Der Darstellung einzelner Finanztitel folgt im fünften und sechsten Kapitel ein Überblick über die verschiedenen Komponenten, aus denen sich die Vergütung zusammensetzt und wie sie in der Praxis ausgestaltet sind.

2. Definition und Abgrenzung

Der Begriff „Mezzanine“ stammt aus dem Italienischen und wurde aus der Architektur übernommen. Er bezeichnet eine in der Renaissance weit verbreitete Bauweise, bei der zwischen zwei Hauptgeschossen ein Zwischengeschoss liegt. Übertragen in die Finanzwirtschaft, ist Mezzanine-Kapital als eine hybride Finanzierungsform zwischen Eigen- und Fremdkapital zu betrachten, die dabei spezifische Merkmale beider Formen aufweisen kann.[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Zwischenstellung des Mezzanine-Kapitals Quelle: Brokamp J. et al 2004, S. 9

Eigenkapital ähnliche Finanzierungsformen werden auch als Equity Mezzanine und dem Fremdkapital nahestehende Finanzierungsformen als Debt Mezzanine bezeichnet. Beide besitzen in der Vertragsgestaltung große Spielräume, weisen jedoch im allgemein die folgenden Gemein­samkeiten auf[3]:

- Nachrangige Behandlung gegenüber nicht Mezzanine-Kapital im In­solvenzfall[4]
- Vorrangige Behandlung gegenüber Eigenkapitalgebern im Insolvenzfall
- zeitlich befristet Kapitalüberlassung, meist langfristig[5]
- Entgelte sind als Betriebsaufwand abzugsfähig.[6]
- Entgelte für die Kapitalbereitstellung sind höher als bei klassischem Fremdkapital.[7]
- Partizipation am Gewinn ist möglich.[8]

3. Typische Merkmale

Für den Einsatz von Mezzanine-Kapital ist kein besonderer Finanzie­rungsanlass notwendig.[9] Aufgrund der vielfältigen Ausgestaltungsmöglich­keiten ist der Einsatz in verschiedenen Situationen eine sinnvolle Alterna­tive zur Aufnahme von Fremdkapital oder zur Stärkung der Eigenkapital­basis. In der Regel wird es zum Schließen der Lücke zwischen Eigen- und Fremdkapital genutzt.[10] Derartige Lücken können zwar durch die Auf­nahme von neuen Gesellschaftern geschlossen werden. Dies wird aller­dings in mittelständischen Unternehmen nicht gewünscht, da durch Aufnahme weiterer Gesellschafter die alleinige Kontrolle über das Unterneh­men verloren geht.[11]

3.1. Anwendungsbereiche

Das traditionelle Anwendungsgebiet von Mezzanine-Kapital stellen Buy Outs dar. D.h. das Management übernimmt das Unternehmen (MBO = Management Buy Out) oder das Unternehmen wird von externen Mana­gern übernommen (MBI = Management Buy In). Meist verfügt das Mana­gement nicht über ausreichende Mittel und oftmals ist die Aufnahme wei­terer Gesellschafter nicht gewünscht. Um in diesem Fall eine Finanzie­rungslücke zu schließen, bietet sich der Einsatz von Mezzanine-Kapital an. Der Einsatz von Mezzanine-Kapital bietet dem Management viele Vor­teil. Zum einen behalten sie die Kontrolle über ihr Unternehmen und zum anderen kann die Liquiditätsbelastung für das Unternehmen, in der An­fangsphase durch eine flexible und individuelle Gestaltung der Vergütung gering gehalten werden (siehe dazu auch Kapital fünf).[12]

Ein weiteres typisches Anwendungsgebiet, stellt die Wachstums- bzw. Expansionsfinanzierung dar. Sie dient dem Unternehmen zur Erschlie­ßung neuer Märkte, der Erweiterung der Produktkapazitäten und zur Fi­nanzierung von einzelnen Projekten im Bereich Entwicklung und For­schung. Darüberhinaus lässt sich auch externes Wachstum, also die Übernahme von anderen Unternehmen, mittels Mezzanine-Kapital finan­zieren. Dabei ist insbesondere die Flexibilität des Mezzanine-Kapitals bei Vertragsgestaltung von großem Vorteil. Die verschiedenen Vergütungs­strukturen ermöglichen es, die Liquiditätsbelastung zu Beginn der Laufzeit niedrig zu halten und durch spätere Entgeltzahlungen aus zu gleichen.[13]

Mezzanine-Kapital bietet sich darüberhinaus in vielen inhabergeführten Unternehmen an, wenn sich die Frage der Nachfolgeregelung stellt, ein Gesellschafterwechsel ansteht oder ein Gesellschafter aus dem Unter­nehmen ausscheidet . Die flexible Ausgestaltung von Mezzanine-Kapital ermöglicht es, individuell auf die Anforderungen des einzelnen Unterneh­mens eingehen zu können. Eine Möglichkeit stellt dabei die Übertragung von Verantwortung und Gesellschaftsanteilen in Form einer atypischen[14] stillen Beteiligung dar. Werden die Gesellschaftsanteile schrittweise über­tragen, lassen sich darüberhinaus die steuerlichen Freibeträge im Rah­men der Schenkung-/Erbschaftssteuer ausnutzen, sodass die Steuerbe­lastung gering gehalten werden kann.[15] Das Ausscheiden eines Gesell­schafters führt regelmäßig dazu, das Unternehmen liquide Mittel für die Auszahlung der Beteiligung benötigen, die meist in dieser Höhe nicht vor­handen sind. Wird kein Gesellschafter gefunden der die Anteile über­nimmt, muss die Auszahlung in den meisten Fällen, mindestens teilweise finanziert werden. Eine Finanzierung hat für das Unternehmen jedoch zur Folge, dass sich der Verschuldungsgrad erhört. Dies führt dazu, dass sich die Kreditwürdigkeit verschlechtert und zukünftige Investitionen unter Um­ständen nicht mehr durchgeführt werden können.[16]

[...]


[1] vgl. Link G. 2002, S. 34

[2] vgl. Brokamp J./ Hollasch K./ Lehmann G./ Meyer L. 2004, S. 9

[3] vgl. Weber T. 2005, S. 30 - 31

[4] vgl. Lorenz, I.-U. 2007, S. 17

[5] vgl. Werner, H. S. 2007, S. 22

[6] vgl. Werner, H. S. 2007, S. 22

[7] vgl. Lorenz I.-U. 2007, S. 17

[8] vgl. Lorenz I.-U. 2007, S. 17

[9] vgl. Werner, H. S. 2007, S. 66

[10] vgl. Werner, H. S. 2007, S. 23

[11] vgl. Brezski, E./Böge, H./ Lübbehüsen, T./ Rohde, T/, Tomat O. 2006, S. 23

[12] vgl. Häger, M./Elkemann-Reusch, M. 2007, S. 59 - 60

[13] vgl. Werner, H. S. 2007, S. 66 - 67

[14] Werden einem stillen Gesellschafter umfangreiche Vermögens- und Kontrollrechte eingeräumt, dass er als Mitunternehmer im Sinne des §15 EstG gilt, spricht man von einer atypischen stillen Beteiligung.

[15] vgl. Franz, A./Hötzinger, F./Mangels, N. 2007, S. 34

[16] vgl. Franz, A./Hötzinger, F./Mangels, N. 2007, S. 34 - 35

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Details

Titel
Mezzanine Finanzierung - Konditionen und Überblick
Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg
Veranstaltung
Finanzierung / Finanzwirtschaft
Note
2,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
23
Katalognummer
V119727
ISBN (eBook)
9783640231591
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mezzanine, Finanzierung, Konditionen, Finanzierung, Finanzwirtschaft
Arbeit zitieren
Daniel Börner (Autor), 2008, Mezzanine Finanzierung - Konditionen und Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119727

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