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Ein Bild pro Film. Die kinematographische Fotografie von Jeff Wall

Title: Ein Bild pro Film. Die kinematographische Fotografie von Jeff Wall

Term Paper , 2017 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Max Christ (Author)

Film Science
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Summary Excerpt Details

Im ersten Teil dieser Arbeit wird ein historischer Abriss der technischen Entwicklung der Aufnahme- und Wiedergabeapparate gegeben, die das Kino begründeten, von der einfachen Abbildung von Wirklichkeit hin zu Wirklichkeitskonstrukionen nach festgelegter Regie: Das Illusionskino wird erst möglich durch die Entwicklung von Studiotechnik, die eigentliche Produktionsarbeit, bis hin zu Schnitt, Tonunterlegung, und weiteren Veränderungen am Originalmaterial.

Der Film bedient sich bei der Produktion der Fotografie, wenn es darum geht, Einstellungen festzuhalten, ein Szenen-Scribble herzustellen und mit Stills von besonders prägnanten Szenen Werbung für den Film zu machen. Ebenso beeinflusst der Film auch die Fotografie, indem besonders der Aspekt der Inszenierung im Vordergrund steht, darunter Cindy Sherman, Gregory Crewdson und eben auch Jeff Wall.

Im zweiten Teil dieser Arbeit wird dessen kinematografische Fotografie in Bezug zu ihrer filmischen Prägung beschrieben. Am Ende seiner Inszenierungen steht ein einzelnes Bild, das wiederum einen imaginären Film im Betrachter erzeugt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung/ Überblick

2. Die frühen Jahre der Filmgeschichte und die Entstehung des Kinos

2.1. Technik und Erfindungen

2.2. Von der mechanischen Abbildung zu Narration

3. Der filmische Charakter von Jeff Walls kinematografischen Fotografie

3.1. Movie Audience (1979)

3.2. A Woman And Her Doctor (1980/81)

3.3. Mimic (1982)

3.4. War Game (2007)

3.5. In Front Of A Nightclub (2006)

4. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den konzeptuellen Ansatz des Fotografen Jeff Wall unter besonderer Berücksichtigung seiner filmischen Prägung. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wall durch die Inszenierung von Alltagsszenen die Grenzen zwischen dokumentarischer Fotografie und fiktionaler Narration auflöst und das Standbild als ein dem Film verwandtes, narratives Medium neu definiert.

  • Historische Entwicklung der Filmtechnik und ihre Bedeutung für die visuelle Narration.
  • Analyse des "kinematografischen" Konzepts in Jeff Walls Werk.
  • Die Rolle der Inszenierung und des Laiendarstellers in der konzeptuellen Fotografie.
  • Untersuchung von filmischen Stilmitteln wie Off-Situationen und der Bedeutung des Betrachters als Akteur.

Auszug aus dem Buch

3.3. Mimic

Das Werk ‚Mimic’ mit den Maßen 198 x 228,5 cm zeigt eine Straßenszene, die auf den ersten Blick alltäglich zu sein scheint. Bei näherem Hinsehen wird hier „ein neuer Blick auf die Straßenfotografie“ sichtbar. Ort der Handlung ist Walls Heimatstadt Vancouver. Man sieht links eine lange unbelebte Straße (als schmales Band), vereinzelt mit Autos, Stromleitungen, und eine Straßenlaterne. Dicht an der Straße ein breiter Bürgersteig in der Mitte des Bildes, der rechts an größere Gebäude angrenzt. Drei Menschen laufen in einer Halbtotalen direkt auf den Betrachter zu. Eine Einzelperson links, ein Paar rechts. Die linke Person ist vorne, am nächsten zum Betrachter positioniert zu sehen, ein gut gekleideter junger Mann mit asiatischen Gesichtszügen, der ein kurzärmliges helles Hemd und eine dunkelgraue Hose trägt. Die rechte Hand hat er in der Tasche, sein linker Arm mit einer Uhr am Handgelenk hängt locker an seiner linken Seite. Sein Haar ist gepflegt, sein Blick leicht nach links vorne orientiert.

Vielleicht einen Schritt dahinter, mehr auf der rechten Seite des Bürgersteiges, geht ein junger Mann, der eine junge Frau an der linken Hand hält, welche wiederum leicht hinter ihm geht. Diese trägt rote Hotpants, hochhackige Schuhe, ein (bauchfreies) weißes Oberteil, darüber ein vorne offenes Jäckchen. Über der rechten Schulter trägt sie eine Handtasche. Wegen des grellen Sonnenlichtes hält sie die Augen geschlossen. Ihr Begleiter dominiert von seiner Größe und geht mit kräftigem Schritt. Er trägt eine dunkle Hose, ein orangefarbenes T-Shirt, darüber eine Jeansweste. Er hat relativ lange Haare und trägt einen Vollbart. Sein Blick ist mit leicht gesenktem Kopf auf den vor ihm gehenden Mann gerichtet. Der Blick des Betrachters fällt auf eine anscheinend kurze abwertende Geste des Mannes, der seinen Mittelfinger an seinen Augenwinkel hält um die „Schlitzaugen“ des Asiaten zu imitieren. Auch hier ist das Bild wie ein Still aufgebaut und vermittelt scheinbar nur einen kurzen Moment eines komplexeren Geschehens. Es hat daher cineastische Qualität. Interessant ist, dass die feindselige Haltung des Bartträgers von den anderen beiden unbemerkt bleiben muss, da sie diese Geste nicht sehen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung/ Überblick: Es wird die historische Verbindung zwischen Film und Fotografie aufgezeigt sowie die methodische Herangehensweise zur Analyse von Jeff Walls Werken skizziert.

2. Die frühen Jahre der Filmgeschichte und die Entstehung des Kinos: Dieses Kapitel liefert einen Abriss der technischen Evolution vom Pneakistoskop bis zum Kinetoskop und erläutert den Übergang von rein dokumentarischen Aufnahmen zum erzählenden Illusionskino.

2.1. Technik und Erfindungen: Hier werden die wesentlichen technischen Meilensteine wie das Phenakistoskop, die frühe Kinematographie und die Einführung des 35mm-Filmbandes beschrieben.

2.2. Von der mechanischen Abbildung zu Narration: Das Kapitel behandelt die Entwicklung hin zum Spielfilm und die damit einhergehende Entstehung neuer Berufe und Techniken wie Schnitt und Bildmanipulation.

3. Der filmische Charakter von Jeff Walls kinematografischen Fotografie: Dieses Hauptkapitel analysiert Walls Ansatz, filmische Strukturen wie Narration und Inszenierung in großformatige fotografische Tableaus zu integrieren.

3.1. Movie Audience (1979): Analyse des Werks im Hinblick auf das filmische Stilmittel des "Offs" und der Rolle des Betrachters als Teil der Inszenierung.

3.2. A Woman And Her Doctor (1980/81): Untersuchung der subtilen Bildsprache und der Verweise auf gesellschaftliche Themen wie die therapeutische Situation.

3.3. Mimic (1982): Behandlung des Bildes als "Still" einer komplexen Straßenszene, wobei der Fokus auf dem Konzept der "Mikrogeste" liegt.

3.4. War Game (2007): Auseinandersetzung mit der Rolle der Darsteller und der Entstehung einer narrativen Momentaufnahme aus einem inszenierten Kinderspiel.

3.5. In Front Of A Nightclub (2006): Untersuchung der Komposition als "fiktive Realität", die das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Figuren an einem öffentlichen Ort darstellt.

4. Schlussbemerkungen: Zusammenfassung der zentralen Merkmale von Walls Arbeit und Einordnung in den Kontext offener Filmformen.

Schlüsselwörter

Jeff Wall, kinematografische Fotografie, konzeptuelle Fotografie, Inszenierung, Filmgeschichte, Still, Narration, Tableau, Vancouver, Dokumentarische Fotografie, Mikrogeste, Lichtkasten, Filmindustrie, Bildkomposition, Neorealismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der filmischen Prägung der Fotografie von Jeff Wall und untersucht, wie er filmische Techniken nutzt, um komplexe narrative Bilder zu erschaffen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Kinematografie, die methodische Inszenierung in der Fotografie sowie die Analyse des Verhältnisses zwischen Betrachter, Bild und Wirklichkeitskonstruktion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, Jeff Walls kinematografische Fotografie als eigenständige Form der konzeptuellen Kunst zu definieren, die sich sowohl von der rein dokumentarischen als auch von der klassischen fiktionalen Fotografie abhebt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein historischer Überblick mit einer exemplarischen Werk-Analyse kombiniert, bei der fünf spezifische Fotografien Walls detailliert auf ihre filmischen Qualitäten hin untersucht werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Beschreibung und Analyse von fünf ausgewählten Bildern (Movie Audience, A Woman and her Doctor, Mimic, War Game, In Front of a Nightclub) im Kontext von Walls Arbeitsweise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kinematografische Fotografie, Inszenierung, Narration, Still und Konzeptuelle Fotografie charakterisiert.

Warum nutzt Jeff Wall gezielt Laiendarsteller in seinen Bildern?

Wall nutzt Laiendarsteller, um eine exemplarische Alltagswirklichkeit darzustellen und das Szenario durch wiederholte Proben zu einer "fiktiven Realität" zu verdichten, die echter wirkt als eine rein fiktive Konstruktion.

Welche Rolle spielt die Technik der "Off-Situation" in Walls Werk?

Die Off-Situation verlagert das eigentlich Bedeutsame aus dem Bild heraus in den Raum des Betrachters, der dadurch zur Interpretation und zur eigenen Vervollständigung der Geschichte angeregt wird.

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Details

Title
Ein Bild pro Film. Die kinematographische Fotografie von Jeff Wall
College
Berlin Technical University of Art - private university for design
Grade
1,7
Author
Max Christ (Author)
Publication Year
2017
Pages
22
Catalog Number
V1197346
ISBN (PDF)
9783346647740
ISBN (Book)
9783346647757
Language
German
Tags
Filmgeschichte Jeff Wall Jeff Wall Kino Narration Skladanowsky Berlin Bioskop Lumière Kinematograph Lichtspielhäuser Spielfilm Technik Manipulation Inszenierung Méliès Filmarten Erzählkino Traumfabrik konzeptuelle Fotografie Fotografie konzeptuell Filmleinwand Neorealismus Verdichtung Komposition Schnappschuss dokumentarisch Dokumentation Realität Bildanalyse Analyse Thomas Struth Michelangelo Momentaufnahme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Max Christ (Author), 2017, Ein Bild pro Film. Die kinematographische Fotografie von Jeff Wall, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1197346
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