Der Kampf um Neu-Frankreich

Eine französische Tragödie


Fachbuch, 2008
100 Seiten

Leseprobe

Abriß

des French- and Indian War 1754-1758

1754 brach in den amerikanischen Kolonien der letzte von insgesamt vier Kriegen zwischen Frankreich und England (French- and Indian War) um die Vorherherrschaft in Nordamerika aus. Zunächst konnten sich die französischen Kolonialtruppen behaupten und mehrere Schlachten für sich entscheiden. Zu den bedeutendsten Ereignissen der ersten zwei Kriegsjahre – aus französischer Sicht – gehörte die Einnahme des Postens Trent`s Fort (17.4.1754), das wenig später in Duquesne umbenannt wurde sowie die Niederlage des englischen Generals Braddock bei Fort Duquesne (9.7.1755). Der erste größere Gegenschlag der Briten kostete Frankreich ihre Kolonie Acadien. Im Jahr 1755/56 griffen erstmals reguläre Truppen in das Geschehen ein. So sandte der französische Hof den sich auf zahlreichen Schlachtfeldern in Europa bewährten Offizier Louis-Joseph de Montcalm nach Neu-Frankreich. Unter seinem Oberbefehl gelang es den Truppen, im August 1756 das wichtige Fort Oswego zu nehmen. Gleich einer Kettenreaktion fielen weitere Militärposten im Gebiet von Oswego. Im Juli/August 1757 setzte Montcalm mit der Eroberung der Forts George und William Henry den Feldzug auf dem Gebiet der Kolonie New York fort. Doch dann kehrte er nach Kanada zurück, ohne den geplanten Vormarsch auf Albany, das Herz der Kolonie, zu realisieren. Am 8. Juli 1758 schlug Montcalm mit weit unterlegenen Kräften den britischen General James Abercromby, welcher eine Armee von 16.000 Mann befehligte. Dies war der bedeutendste Sieg, den je eine französischen Armee in den amerikanischen Kolonien errungen hat.

Dann jedoch fiel nach mehrwöchiger Belagerung am 27. Juli 1758 die französischen Seefestung Louisbourg an England. Einer Katastrophe gleich kam der Verlust der nach der Einnahme Louisbourgs in Gefangenschaft geratenen französischen Bataillone, immerhin 2.200 Mann. Insbesondere die Vernichtung der französischen Louisbourg-Flotte sollte sich für den weiteren Kriegsverlauf als verheerend auswirken. In dieser schwierigen Situation sandte Montcalm seinen Vertrauten Col. de Bougainville zum französischen Hof, um Unterstützung zu erbitten. Der Empfang beim Minister war abweisend und im Hinblick auf Frankreichs Stellung im Siebenjährigen Krieg wenig ermutigend. Alles was der Minister Montcalm übermitteln ließ, war, daß sich der König auf seinen Eifer und die Hartnäckigkeit seines Mutes verlasse.[1]

Montcalm entgegnete dem Minister,

daß wenn nicht ein ganz unerwartetes Glück einträfe oder der Feind große Fehler beginge, Kanada in diesem Feldzug oder gewiß in dem nächsten fallen müsse.[2]

Dies war die Lage in Neu-Frankreich im Sommer 1758. Doch Montcalm stellte sich der Herausforderung, England mit seinen schwachen Kräften die Stirn zu bieten; er befehligte nunmehr ein Heer von nicht viel mehr als 5.000 Mann.

1758

August - Dezember

D ie Eroberung von Fort Frontenac

Im August 1758 erhielt Lt.Col. John Bradstreet, welcher an Abercrombys unglücklichem Feldzug gegen Carillon teilgenommen hatte, den Befehl zum französischen Fort Frontenac am Ontario-See vorzustoßen. Bradstreet befehligte 2.500 Kolonialmilizen aus Massachusetts und New York sowie 157 Soldaten des Regiments Royal-Americans. 42 Krieger der Onondaga unter Red Head begleiteten ihn. Mitte August erreichte er, von Brigadier Stanwix und Charles Clinton begleitet, die Ruinen von Fort Oswego. Nach Überquerung des Ontario-Sees gingen sie am 25. August, etwa eine Meile vom Fort entfernt, an Land.

Bradstreet begann sogleich die Festung, welche zu den bedeutendsten Handels- und Militärstützpunkten im Westen und als Ausgangspunkt zahlreicher Überfälle der Indianer galt, zu belagern. Er eröffnete das Feuer aus seinen Geschützen, das jedoch auf Grund der Entfernung und der schlechten Position seiner Artillerie keine Wirkung zeigte. Erst als Bradstreet Besitz von einer alten Verschanzung nahm, stellte sich der erwünschte Erfolg ein. Der französische Kommandant de Noyan verfügte jedoch nur über eine kleine, von 40 Indianern verstärkte, Garnison. Das Fort war zwar ausreichend mit Artillerie versehen, aber es mangelte an Soldaten, die damit umgehen konnten. Auch die See-Flotte im Hafen, die mit zahlreichen Geschützen ausgerüstet war, litt unter dem Mangel an Bedienungspersonal. Drei Tage hielt de Noyan der Beschießung stand, dann streckte er die Waffen und übergab die Festung. 110 Insassen des Forts gerieten in Gefangenschaft. Einige Soldaten der Garnison hatten vorher schon das Fort verlassen. Außerdem erbeutete Bradstreet eine große Menge an Proviant, Munition, Geschützen und Handelswaren im Wert von schätzungsweise 800.000 Livres. Sieben bewaffnete Schiffe, wovon das größte 24 Geschütze trug, wurden von den Briten genommen. Den Schiffsbesatzungen gelang die Flucht.

Die Vernichtung der französischen Ontario-Flotte

Die erbeuteten französischen Schiffe dienten zunächst dazu, die reiche Beute zum von den Briten wiedererbauten Fort Oswego am Ontario-See zu transportieren, wo ein Teil derselben verblieb. Am 31. August wurden mehrere Fahrzeuge im Hafen von Frontenac in Brand gesetzt und auf den See hinausgetrieben. Die LA MARQUIS-DE-VAUDREUIL, die an der Eroberung Oswegos beteiligt war, fiel im September 1758 ebenfalls den Flammen zum Opfer. Überliefert ist auch die Zerstörung der Brigantine LONDON. Die Sloop MOHAWK ist wahrscheinlich schon früher der Zerstörung anheim gefallen. Dies trifft offensichtlich auch für die Schiffe HALIFAX und OSWEGO zu. Die LE MONTCALM, die VIGILANT,[3] die LES EVIVE (The Lively) und einige andere Schoner und Sloops blieben unangetastet und wurden in die englische Flotte integriert.

Der Verlust der Handelswaren, vor allem aber die Wegnahme der gesamten Ontario-Flotte, sollte fatale Auswirkungen auf die Präsenz Frankreichs im Ohio-Tal haben. Auch die für den Marsch ins Mohawk-Tal benötigte Ausrüstung fiel dem Feind in die Hände. Außerdem ließ dieser Sieg die Gesinnung der » Sechs Nationen « ins Wanken geraten.

Montcalm reagierte auf die Eroberung mit folgenden Worten:

Der Feind hat Frontenac genommen, was im Grunde unwesentlich ist. Aber was ärgerlich ist, sie haben beträchtliche Vorräte, Mengen an Waren und 80 große und kleine Kanonen erobert. Sie haben die Schiffahrt lahmgelegt [...] fünf unserer Schiffe zerstört und zwei erobert. Diese Schiffahrt sicherte uns die Vormachtstellung über den Ontario-See, die wir in einem Augenblick verloren haben.[4]

Die Kapitulation von Fort Frontenac gab den Briten Gelegenheit, eine neue Expedition gegen Fort Duquesne vorzubereiten.[5]

Courval-Cressé und die neue Ontario-Flotte

Da die Marinemacht der Franzosen auf dem Ontario-See nach dem Fall von Frontenac nahezu am Boden lag, erhielt der bekannte französische Marineoffizier F RANCOIS-LOUIS POULAIN DE COURVAL-CRESSÉ (1) den Befehl, neue Kriegsschiffe zu konstruieren.[6] Daraufhin wurden in einer Schiffswerft bei Pointe-au-Baril (Maitland, Ontario) bei La Présentation, die Korvetten L` IROQUOISE und OUTAOUAISE (180 BRT) erbaut. Diese beiden wendigen Schiffe, mit jeweils zehn 12-Pfd-Kanonen bestückt, hatten dem Feind bis Kriegsende erbitterten Widerstand entgegengesetzt. Im September 1758 begann Courval-Cressé in Pointe-au-Baril mit dem Bau der Korvette NEW-HULK. Montcalm wünschte angesichts der bedrohlichen Situation, die Arbeiten bis Mai 1759 beendet zu sehen. In den Abmaßen wie in der Bewaffnung ähnelte die NEW-HULK den oben genannten Fahrzeugen. Hinzu kam eine Anzahl bewaffneter Rudergaleeren. Diese wenigen noch verbliebenen Kriegsfahrzeuge, mit einer Schußkraft von weniger als 40 Kanonen, brachten den Ontario-See wieder unter französische Kontrolle.

D er Forbes-Feldzug

Im Vorfeld des Feldzuges gegen Duquesne wurde der Missionar David Christian Post nach Ohio entsandt, um die westlichen Delaware und andere um Fort Duquesne lagernde Stämme zu einem Friedensabkommen zu bewegen. Post weilte zunächst im Delaware-Dorf Kuskuskies am Great Beaver Creek, bevor er von den Häuptlingen zu einer Ratsversammlung nahe Fort Duquesne eingeladen wurde. Im Verlauf der heftigen Debatten wurden die Delaware als erste in ihrer politischen Haltung wankend, andere Stämme folgten. Welche verheerenden Auswirkungen der Abfall der pro-französichen Indianer von Frankreich haben sollte, zeigte die Entwicklung im Ohio-Tal nur zu deutlich.

Mit der Eroberung des französischen Forts Duquesne, welches das gesamte Ohio-Tal beherrschte, wurde der Schotte Col. John Forbes betraut. Pitt ernannte Forbes zum Generalmajor und erteilte ihm die Befehlsgewalt über alle südlichen Provinzen von New Jersey bis Georgia. Für die Regierung besaß die Eroberung des Ohio-Tales höchste Priorität. Im Dezember 1757 schlug Forbes vor, nicht nur das Fort Duquesne zu zerstören und die Grenze zu schützen, sondern eine separate Operation durchzuführen, um die französischen Besitzungen in Louisiana von Neu-Frankreich abzuspalten. Forbes fürchtete, daß französisch-indianische Truppen von Louisiana aus vorstoßen könnten.

Am 15. April 1758 eröffnete Forbes die Kampagne. Das englische Heer bestand aus 7.000 Mann regulären und Miliztruppen und einer Anzahl verbündeter Indianer. Die »Forbes-Expedition« sollte auf einer neuen Heerstraße von Shippensburg aus aufbrechen und über Fort Frederick (Maryland) auf die bekannte Braddocks-Road stoßen. Bouquet und St. Clair überzeugten Forbes, sich bei Raystown (Bedford) zu sammeln, weil dieser Platz an der traditionellen Route liege, über der die südlichen Stämme nach Norden zu Kriegszügen in das Irokesenland vordringen. Im Juli 1758 verließ Forbes mit den Linientruppen und 1.200 Mann Miliz aus Südcarolina und den von Bouquet befehligten Royal-Americans Philadelphia. Im Monat darauf bezog die Armee bei Raystown, 20 Meilen von Duquesne entfernt, ein Feldlager und vereinigte sich mit den Miliztruppen Washingtons. Die Cherokee-Indianer unter ihrem Häuptling Little Carpenter erschienen zuweilen, um Forbes ihre Unterstützung anzubieten. Aber die Möglichkeit Beute zu machen, schien ihnen zu wenig. Am Ende wurde Forbes nur von einigen befreundeten Virginia-Indianern begleitet. Während des Marsches waren Ingenieure und spezialisierte Handwerker beauftragt, eine Reihe von Stützpunkten anzulegen.

Am 31. Juli 1758 entschloß sich Forbes, eine Straße durch das Laurel Hill-Gebirge zu bauen. Bouquet kam indes zu der Überlegung, daß es ratsam wäre, einen Vorposten nahe Duquesne zu errichten, wenn dieses nicht vor dem Winter eingenommen werden könnte. Er wankte zwischen dem bestehenden Feldlager am Loyal Hannon Creek und einem Punkt am Ninemiles-Run, der Fort Duquesne näher war. Washington, der eine neue Straße von Fort Cumberland nach Raystown angelegt hatte, war bereits bis Loyal Hannon vorgerückt. Am 23. August befahl Bouquet dem Col. James Burd mit einem Detachement an den Loyal Hannon zu gehen und ein Fort, ein Magazin und ein Hospital zu errichten. Nur fünf Meilen von Duquesne entfernt entstand das Fort Ligonier. Das Kommando über das Feldlager bei Loyal Hannon erhielt der Major James Grant vom 77. Highland-Bataillon.[7] Mit Zustimmung Bouquets, der ebenfalls bei Loyal Hannon stationiert war, marschierte Grant am 9. September mit 900 Regulären und Milizen westwärts, um die Position und Stärke des Feindes zu erkunden.

Grants Niederlage bei Duquesne

In der Nacht zum 13. September 1758 marschierte Grant in Marschordnung auf Duquesne zu, in der Absicht, die französische Festung im Handstreich zu nehmen. Die Franzosen unter Col. Marchand Sieur de Lignerys und Charles Phillippe de Aubry, über die Bewegungen des Britenheeres informiert, wagten mit nur 1.200 Mann einen Ausfall, um den Feind zum Stehen zu bringen. Der französischen Truppen bestanden aus Abteilungen regulärer Soldaten, Kolonial- und Louisiana-Miliz[8] und Gruppen verbündeter Indianer. Die französischen Regulären, von den indianischen Alliierten wirksam unterstützt, attackierten Grants Truppen sogleich und brachten diese in heillose Verwirrung. Die einzelnen Abteilungen wurden fast völlig versprengt; man ließ ihnen keine Zeit zum Sammeln. Major Lewis, der zur Bewachung des Gepäcks zurückgelassen worden war, kam mit den Milizen herbeigeeilt, um die drohende Niederlage abzuwenden. Doch schon bald wurde der Widerstand gebrochen und das Detachement in die Flucht geschlagen. Einem Cpt. Bullit gelang es, mehrere Fliehende zu sammeln. Von einer eilig errichteten Barrikade aus setzte jene Gruppe den Kampf fort, bis auch sie sich von Franzosen und Indianern umringt sah. Um ein zweites Braddock-Debakel zu verhindern zogen sich die Überlebenden, von einem Teil der französischen Streitmacht verfolgt, zum Fort Ligonier zurück.

Grants Verluste beliefen sich auf fast 400 Mann. Allein die Regulären verloren 273 Soldaten und 21 Offiziere. Die Miliz hatte 68 Mann, einschließlich sechs Offiziere, zu beklagen. Hinzu kam noch eine größere Anzahl Verwundeter, Vermißter und Gefangener.

Die Schlacht von Loyal Hannon

Mehr tot als lebendig erreichten die Flüchtlinge das Fort Ligonier. Fast zur gleichen Zeit langten auch die französisch-indianischen Verbände, im Schutz des Waldes, vor dem britischen Fort an und griffen dieses mit voller Wucht an. Der Ansturm konnte jedoch zurückgeschlagen werden. De Aubry unterließ einen weiteren Angriffsversuch und ging geordnet nach Duquesne zurück. Grants Niederlage und de Aubrys Überraschungsangriff überzeugten Bouquet, Fort Ligonier zu verstärken und Ninemiles-Run aufzugeben. Die umfangreichen Arbeiten bei Fort Ligonier sollten sich schon bald als nützlich erweisen.

Am 12. Oktober 1758 erschien der französische Partisanenführer de Aubry abermals, um mit seiner kleinen Armee (440 Franzosen und 150 Indianer) Fort Ligonier einzunehmen. Die Besatzung des Forts unter Col. Burd wurde völlig überrascht und es schien sich ein drittes Braddock-Desaster anzubahnen. Zwar konnte der erste Angriff abgewehrt werden, doch ließen sich die Angreifer nicht entmutigen. Um einer förmlichen Belagerung entgegen zu wirken, unternahm Burd einen Ausfall. Dank der im Fort befindlichen Artillerie konnte der Kampf schließlich zu Gunsten der Engländer entschieden werden. Während der dreistündigen Schlacht verlor Burd fast alle seine Pferde. 61 seiner Leute wurden getötet, verwundet oder als vermißt gemeldet. Die Verluste der Franzosen betrugen etwa zehn Mann.

Nach der Schlacht bei Loyal Hannon ruhten die Aktivitäten für einige Zeit. Grund war die eingangs erwähnte Konferenz. In dieser stimmten die Stämme der Delaware, Mingoe und Shawnee einem Friedensvertrag mit England zu, der ihnen ihr Territorium garantierte. Als das Resultat der Übereinkunft zu Forbes drang, setzte er sogleich die übrigen Indianer des Ohio-Tales davon in Kenntnis. Für die Franzosen sollte der Verlust ihrer indianischen Verbündeten dramatische Folgen haben. Ihre Position war ohnehin verzweifelt, denn auch die Miliz von Louisiana und Illinois war im November nach Hause aufgebrochen. Die Indianer aus der Detroit- und Wabash-Region beabsichtigten, ebenfalls nicht länger zu bleiben. Schlimmer noch war der Verlust der für das Fort bestimmten Vorräte, welche in der von den Briten eroberten Festung Frontenac lagerten.

Die Aufgabe von Fort Duquesne

Die britische Armee konzentrierte nun ihre Kräfte bei Fort Ligonier und legte befestigte Lager bei Bushy Run, Turtle Creek und Thomsons Run an. Am 5. November 1758 erreichte Forbes Loyal Hannon. Am 11. November rief Forbes seine Offiziere zu einem Kriegsrat zusammen, um darüber zu befinden, ob man den Feldzug fortführen oder umkehren und sich auf eine neue Kampagne einstellen sollte. Schließlich entschied sich Forbes für die Fortsetzung des Unternehmens. Er teilte seine Truppen in drei separate Brigaden und am 20. November 1758 marschierten zwei der drei Brigaden über Chesnut Ridge und Bushy Run vorwärts, um einen erneuten Angriff auf Duquesne zu wagen. Vier Tage später erhielt Forbes die Nachricht, daß die Franzosen das Fort in nördlicher Richtung verlassen hätten. Eine Vorhut unter Washington erreichte am 23. November 1758 Duquesne und nahm Besitz von den verlassenen Festungsanlagen. Tatsächlich hatte die französische Besatzung, als sie von der massiven Bedrohung eines vielfach stärkeren Gegners erfuhr, die Festung Duquesne in Brand gesteckt und sich auf Booten zum Fort Machault im Ohio-Tal begeben. In der Mitte der Ruinen fanden Washingtons Leute die aufgespießten Köpfe schottischer Soldaten mit umgehängten Kilts, was der Szenerie etwas Makaberes verlieh.[9]

Das Ohio-Tal war nach der Aufgabe des Forts Duquesne natürlich noch nicht verloren, wenngleich der Fall eines so bedeutenden Festungswerkes in den französischen Kolonien nicht gerade für Euphorie gesorgt haben wird. Zwar waren die wichtigen Posten Le Boeuf, Venango, Presque Isle und Machault noch in französischen Händen, aber der Mangel an Streitkräften und militärischer Ausrüstung war kaum zu kompensieren. Da die Jahreszeit für eine Rückeroberung von Duquesne bereits zu weit fortgeschritten war, beschloß Vaudreuil im kommenden Frühjahr eine Expedition auszurüsten.

Die neue politische Situation ausnutzend, erklärte Johnson den Oberhäuptern der »Sechs Nationen«, daß es nun an der Zeit wäre, mit den Engländern gegen die Franzosen zu ziehen. Von den Erfolgsaussichten angezogen, nahmen die Stämme der Liga den Kriegswampum wieder auf. Einige Lokalgruppen wie etwa die unter dem Einfluß Frankreichs stehenden Seneca und die Mohawk von Caughnawaga (Kahnawake), Akwesasne und Oswegatchie hielten sich der Antifranzösischen Allianz fern und wahrten ihre Treue zu Frankreich.

1759

D ie Kampagne am Ontario-See

Der britische Feldzugsplan für das Jahr 1759 sah in erster Linie die Invasion Neu-Frankreichs über Crown Point oder La Galette vor. Außerdem war eine Operation an den Ontario-See beabsichtigt, um den wichtigen Hafen von Oswego sowie den von den Franzosen zerstörten Posten gleichen Namens wiederherzustellen. Schließlich sollte Fort Denonville am Niagara erobert werden, um die französischen Siedlungen im Süden von Neu-Frankreich zu isolieren. Der Beginn des Feldzuges war für den 1. Mai 1759 vorgesehen. Bis auf einige, von den Hauptunternehmen abweichenden Expeditionen wie der Okkupation der westlichen Posten von Pittsburg bis zum Erie-See durch Brigadier Stanwix, blieb der Feldzugsplan in seiner ursprünglichen Form bestehen. Amherst selbst sollte danach mit der Hauptarmee zum Champlain-See und General Wolfe nach Québec vorrücken. Mit dem Oberbefehl im »Denonville-Feldzug« wurde General Prideaux betraut.

Prideaux fuhr mit einer Streitmacht von 5.000 Regulären und Provinzialen den Mohawk-River herauf. Zunächst hinterließ er bei Fort Stanwix am »Great-Carrying-Place« eine kleine Garnison, bevor an den Enden des Oneida-Sees jeweils ein Stützpunkt errichtet wurde. Nach Beendigung der Arbeiten ging die Armee den Onondaga in Richtung Oswego hinunter. Col. Frederik Haldimand blieb mit 2.500 Mann an der Stelle, welche Montcalm drei Jahre zuvor verwüstet hatte, während Prideaux am 30. Juni von Oswego aus aufbrach, um Denonville einzunehmen. Seine Truppen bestanden noch aus 2.200 Mann, hinzu kamen eine Anzahl Geschütze, welche auf Flachbooten und Walfangschiffen befördert wurden.

Mitte Juli 1759 erfolgte die Kampagne von Fort Oswego. Die von Saint-Luc de la Corne angeführten kanadischen Milizen versuchten, den Feind zu vertreiben und den Bau eines neuen Postens zu forcieren. Der Kommandant des französischen Forts Denonville, Pierre-François Pouchot, hatte bereits im Juni eine Gruppe verbündeter Indianer auf der OUTAUAISE (Ottawa) abgeschickt, um die Briten bei Oswego beobachten und etwas über ihre Absichten in Erfahrung bringen zu lassen. Haldimand, der wie bereits erwähnt in Oswego zurückgeblieben war, beabsichtigte ein Fort an der Mündung des Oswego anzulegen. Aus Furcht vor einem französischen Angriff ließ er sein Zeltlager befestigen und Vorräte einlagern.

Die Franzosen hatten die Absicht, das vom Feind wieder besetzte Gebiet in ihre Gewalt zu bringen und den Bau eines neuen Postens zu forcieren. Damit sollte Prideaux von seiner Versorgungsbasis abgeschnitten werden. Anfang Juli hatte auch Chevalier de la Corne, welcher 1.300 Franzosen und Kanadier sowie 150 Indianer befehligte, den Kopf der Saint-Laurent-Stromschnellen verlassen. Abbé Piquet, auf dessen Kopf die Briten eine hohe Prämie ausgesetzt hatten, hatte sich mit mehreren seiner indianischen Anhänger dem Zug angeschlossen.[10] Fünf Fahnenflüchtige baten darum, daß er sie feierlich segne. Den Franzosen ging durch die Segnungen wertvolle Zeit verloren.

Die gesamte Streitmacht ließ sich darauf in einem von gefällten Bäumen bedeckten Gebiet nieder. Dann begann das Gefecht zwischen den Franzosen und Engländern. Da der Abstand zu den britischen Linien jedoch zu groß war, richtete das französische Feuer wenig Schaden an. Das Gefecht dauerte etwa zwei Stunden lang an; am nächsten Morgen wurde es mit großer Intensität fortgesetzt. Als der Feind drei Kanonen heranführte und zum Einsatz brachte zog sich de la Cornes kleines Heer zu den Booten zurück und verschwand nach la Presentation und Fort Lévis. Die Franzosen verloren etwa 30 Leute. Zwei Offiziere erlitten Verwundungen, darunter de la Corne, welcher am Schenkel getroffen worden. Die Verluste der Engländer sollen geringer gewesen sein.

Die Belagerung von Fort Denonville

Am 4. Juli langten die Truppen unter Prideaux bei Four Mile Creek, nahe Denonville an. Auf dem Ontario-See befanden sich noch einige französische Kriegsschiffe, darunter die Korvetten L` IROQUOISE und OUTAUAISE[11] (mit jeweils zehn Kanonen ausgerüstet). Trotz dieser nicht ungefährlichen Kriegsfahrzeuge unternahm Pouchot nicht den Versuch, ein Anlanden der britischen Flottille zu verhindern, sondern rüstete sich für die Verteidigung; wußte er doch, daß sich eine Verstärkung von 2.500 Mann Kolonialmiliz und Indianern auf dem Marsch befand.

Die französische Festung Denonville, die auch unter dem Namen Fort Niagara Geschichte schrieb, befand sich an der Kreuzung zwischen dem Niagara-Fluß und dem Ontario-See. Eine Meile flußaufwärts, nahe der Katarakte, unterhielten die Brüder Joncaire-Chabert und Joncaire-Clauzonne ein aus Holz erbautes Fort, Little Niagara genannt. Dort waren auch zahlreiche indianische Verbündete, darunter Angehörige der »Sechs Nationen«, versammelt. Lange Zeit hatten die Joncaire-Brüder die Irokesen an die französische Krone binden können, doch die jüngsten englischen Erfolge machten die irokesischen Stämme wankend. Der Einfluß der Joncaires nahm ab; schon jetzt hatte Johnson 900 Krieger der »Sechs Nationen« im Lager Prideaux zusammengezogen. Da Joncaire sein Fort für unhaltbar hielt, setzte er es in Brand. Mit seiner kleinen Streitmacht verstärkte er Pouchots Kräfte in Denonville. Die Besatzung des Forts bestand aus etwa 600 Mann (Pouchot gab die Zahl mit 515 Mann an), darunter 105 Offiziere und Soldaten der Bataillone La Guyenne, Béarn und La Sarre. Hinzu kamen noch die Leute von Little Niagara. Die Festung war reichlich mit Proviant und Kriegsmaterialien versorgt.

Da Pouchot seine Truppen für den kommenden Abwehrkampf als zu schwach betrachtete, sandte er augenblicklich Boten zu den benachbarten Forts Ponchartrain, Presque Isle und Le Boeuf. Dort hatten sich auf Befehl des Gouverneurs de Vaudreuil zahlreiche Franzosen, Kanadier und westliche Indianer eingefunden, um gegen Fort Pitt (ehemals Duquesne) zu ziehen. Mit der Rückeroberung des bedeutenden Stützpunktes sollte die französische Vormachtstellung über den Ohio wiederhergestellt werden. Die französischen Voyageurs, angeführt von solch bedeutenden Partisanenführern wie Aubry, Lignerys oder Marin kamen vom Detroit, Illinois und anderen entfernten Posten die Seen hinunter und sammelten sich bei Le Boeuf, Venango und Presque Isle. Dort hatte der französische Kommandant Marquis de Portneuf eine Streitmacht von immerhin 1.600 Franzosen und 1.200 Indianern unter seinem Befehl. Aubry und Lignerys verließen Presque Isle mit 1.300 Mann, darunter 200 verbündeten Indianern. Als sie von der Bedrohung Fort Denonvilles erfuhren, änderten sie sogleich ihr Vorhaben und eilten Pouchot zu Hilfe. Die gesamte Streitmacht, die sich auf dem Weg zum Fort Denonville befand, bestand aus insgesamt etwa 2.500 Mann. Die Hälfte davon waren Indianer. Ebenfalls gehörte den Truppen ein Detachement Kolonialmilizen an, welches hauptsächlich aus Händlern und Rangers bestand. Sie waren ausgezeichnete Waldläufer, geschickte Jäger und vielleicht die besten Partisanenkämpfer in ganz Kanada.

Indes hatten die Kämpfe um Fort Denonville ihren Anfang genommen. Beim Ausheben der Laufgräben stellten sich die britischen Ingenieure jedoch so ungeschickt an, daß die Bemühungen wiederholt werden mußten. Nach elftägiger Belagerung war die englische Artillerie bis auf Schußweite herangerückt, worauf die französischen Batterien das Feuer eröffneten. Nach etwa drei Wochen befand sich das Fort infolge ständigen Beschußes in einem desolaten Zustand. Der Wall war zerstört und mehr als 100 Leute der französischen Garnison getötet oder kampfunfähig worden.

Am 19. Juli fiel General Prideaux während eines Bombardements; das Kommando übernahm nunmehr General Johnson.

Die Schlacht von La Belle Famille

Johnson befehligte etwa 2.300 Mann, welche er in drei Züge teilte. Der erste war zum Schutz der Boote abkommandiert, der zweite sollte die Gräben bewachen und der dritte sich den Leuten de Aubrys entgegenwerfen. Die Irokesen befanden sich an den Flanken der britischen Armee. General Johnson, der von der französischen Reserve Kenntnis besaß, beabsichtigte, ihr in einem Wald bei La Belle Famille einen Hinterhalt zu legen, um einer Vereinigung mit der Garnison von Fort Denonville entgegen zu wirken.

Indes näherte sich die französische Entsatztruppe im Schutz der Wälder der französischen Festung. In der Nähe derselben stieß sie auf eine Abteilung Briten, welche einige Flachboote bewachten. Sofort fielen die Indianer über die Briten her und töteten zwölf von ihnen, schnitten ihnen die Köpfe ab und steckten sie auf Spieße. Entschlossenen schritten die Franzosen auf das Fort zu, als sie auf Johnsons Indianer stießen. Die Irokesen zeigten deutlich ihre Unzufriedenheit, gegen ihre eigenen Brüder ins Feld zu ziehen. Darum versuchten sie zunächst mit den französischen Indianern zu verhandeln. Nach einem kurzen Wortwechsel erhoben beide Seiten ihr Kriegsgeschrei und eröffneten das Feuer. Unmittelbar nach den ersten Salven verließen die kanadischen Irokesen das Schlachtfeld. Die Franzosen versuchten den Wall zu erkämpfen, um in das Innere der Festung zu gelangen. Für eine Weile war der Kampf sehr lebhaft, doch dann brachen Aubrys Leute in Panik aus. Die französischen Offiziere machten verzweifelte Anstrengungen, die Ehre des Tages zu retten, bis beinahe alle von ihnen getötet oder gefangen genommen worden waren. Als die kanadischen Voyageurs die Aussichtslosigkeit des Unternehmens einsahen, zogen sie sich zu ihren Booten zurück. Sie flohen über den Katarakt bis hin zum Erie-See, verbrannten die Forts Le Boeuf und Machault[12] und zogen mit den Garnisonen zum weiter nördlich gelegenen Ponchartrain.

Der Fall von Fort Denonville

Pouchot wartete indes mit Spannung auf die Entsatztruppen. Am Morgen des 24. Juli hörte er ein entferntes Feuern, worauf er mit einem Offizier zu der Bastion neben dem Fluß ging. Dort war der Wald auf eine große Entfernung abgeholzt. Durch die Bäume und Büsche erkannten sie die sich schnell bewegenden Körper von Männern und den Rauch von Gewehren. Der Klang von schweren Salven erreichte ihre Ohren und dazwischen das scharfe Donnern von Kanonen. Dann plötzlich endete das Feuer der Briten und die Gräben schienen verlassen zu sein. Im Fort hatte es indes einen Aufruf gegeben, um Freiwillige für die Schlacht zu gewinnen. Mit diesen Truppen versuchte Pouchot einen Ausfall, da er glaubte, daß sich alle Briten auf dem Schlachtfeld bei La Belle Famille befanden. Dem war jedoch nicht so; plötzlich zeigt sich überall in den Gräben der Feind. Pouchot ließ darauf einige sporadische Kanonenschüsse abfeuern. Das entfernte Feuern dauerte etwa noch eine halbe Stunde lang an, dann herrschte wieder Stille.

Um zwei Uhr nachmittags gelangte ein befreundeter Onondaga unbemerkt durch die englischen Linien und brachte dem französischen Kommandant die Nachricht, daß die Franzosen geschlagen worden seien. Pouchot wollte den Nachrichten jedoch keinen Glauben schenken. Nachdem sich beide Seiten eine heftige Kanonade geliefert hatten, näherte sich um vier Uhr ein britischer Offizier der Festung und forderte diese zur Kapitulation auf. Er händigte dem Kommandanten ein Schreiben aus, das die Namen der gefangenen französischen Offiziere enthielt. Pouchot täuschte Ungläubigkeit vor und schickte einen seiner Offiziere ins britische Lager, welcher bald den unwiderlegbaren Beweis der Niederlage bringen sollte. Unter einem Schutz von Blättern und Zweigen saß schwer verwundet der Marquis de Lignerys, an seiner Seite de Aubry, de Villiers, Montigny, Marin u.a. Nun war auch Pouchot von der Richtigkeit der Information überzeugt; da er weiteren Widerstand für zwecklos erachtete, willigte er schließlich am 25. Juli 1759 in die Kapitulation ein. Obgleich man den Soldaten der Garnison versprochen hatte, mit allen kriegerischen Ehren abziehen zu dürfen, wurden sie als Gefangene nach New York gebracht. Die pro-britischen Indianer beabsichtigten, die Franzosen zu töten, doch Johnson konnte ein Blutbad verhindern, worauf sich die Indianer schließlich mit der Plünderung des Forts begnügten.

Amherst war indes noch immer nicht zufrieden gestellt. Nach Prideaux Tod hatte er Brigadier Gage beauftragt, eine Expedition an den Saint-Laurent zu unternehmen und la Presentation zu erobern. Da die Franzosen dort jedoch starke Streitkräfte unter Lévis zusammengezogen hatten und Gage diese für zu mächtig erachtete, unterließ er das zweifelhafte Unternehmen. Die Eroberung von Denonville brachte eine Abtrennung und Isolation aller westlichen Posten wie Ponchartrain, Michillimackinac oder Quiatanon von Kanada mit sich. Und als die Franzosen im August 1759 ihr Fort de la Presque Isle aufgaben und verbrannten, war das gesamte Gebiet am oberen Ohio in der Hand Großbritanniens. Die Zerstörung der französischen Schiffe auf dem Ontario-See durch die eigenen Besatzungen bestätigte sich indes nicht, da sie dem Feind später in die Hände fielen. Der geplante Feldzug gegen Fort Pitt kam infolge der Eigenmächtigkeit der französische Führer, indem sie sich Pouchot zur Verfügung stellten, niemals zur Ausführung.

D er britische Vorstoß zum Champlain-See

Nach der Eroberung Denonvilles und der Besetzung der Posten am Erie-See war der Weg nach Montréal und nach Québec nur noch durch das Fort Lévis am Saint-Laurent geschützt. Die Briten beabsichtigten auf ihrer Expedition nach Montréal sich der Festung Carillon am Champlain-See zu bemächtigen, daher wählten sie eine Route, die über den Lac Saint-Sacrement und Champlain-See führte. Die Operation zur Besetzung der französischen Gebiete rings um den Champlain-See begann im Juni 1759. Die Leitung des Unternehmens wurde dem neuen Oberbefehlshaber General Jeffrey Amherst übertragen. Amherst kommandierte mehr als 11.000 Mann, darunter einige Ranger-Kompanien. Am 22. Juli fuhren die britischen Schiffe den Lac Saint-Sacrement hinunter und schlossen Fort Carillon am nächsten Tag ein. Der Kommandant der französischen Festung Chevalier Charles de Bourlamaque[13] hatte sich zuvor mit dem Großteil der Armee (ins- gesamt 3.040 Mann) und der gesamten Ausrüstung auf der LA FACILE nach Île-aux-Noix abgesetzt. Nur 400 Kolonialsoldaten unter Cpt. Hébecourt blieben zur Verteidigung zurück. Eine bescheidene Seemacht vervollständigte das französische Aufgebot. Neben der von dem französischen Schiffsbauer Pierre Levasseur 1757 konstruierten Korvette LA VIGILANTE[14] gehörten drei gerade fertiggestellte Schebecken sowie einige kleinere Kanonenboote (Jacaubite) zur Champlain-See-Flotte.[15]

[...]


[1] Vgl. Bancroft, Geschichte der Vereinigten Staaten von Nordamerika, S. 257

[2] Vgl. Ebenda

[3] Die VIGILANT gehörte ursprünglich zur englischen Ontario-Flotte, sie war nach dem Fall Oswegos an Frankreich gefallen.

[4] History of the Great Lakes o.J. Montcalm spricht im obigem Zitat von fünf zerstörten und zwei eroberten französischen Schiffen. Jedoch wurden weit mehr Fahrzeuge vom Feind genommen, als die von Montcalm erwähnten zwei. Überliefert ist die Eroberung der später in englische Dienste gestellten Schiffe LE MONTCALM, VIGILANT, LES EVIVE (The Lively), LE GEORGE und L’ONTARIO. Neben den Schiffen LA MARQUIS-DE-VAUDREUIL und LONDON wurden vermutlich auch die HURAULT, LE VICTOR und LA LOUISE zerstört.

[5] 1759 ließ Montcalm das Fort Frontenac wieder herstellen, befestigen und mit einer Garnison versehen.

[6] Auf Anregung des Gouverneurs de Vaudreuil sollten Cressé und Levasseur nach Frankreich zurückkehren, um den Schiffsbau dort weiter zu führen. Nach den Ereignissen von Frontenac wurden die zwei Schiffskonstrukteure mit dem Bau weiterer Schiffe für die Seen beauftragt.

[7] Außerdem errichtete Burd im Somerset County ein befestigtes Feldlager, welches Clear Fields (nach Zusatz einer Redoute Fort Dudgeon) genannt wurde Im Oktober 1758 lagerte Bouquet in Fort Dudgeon.

[8] Die Garnisonen in den Forts von Louisiana bestanden zu dieser Zeit ausschließlich aus Miliztruppen. Erst 1762 kam ein Bataillon regulärer Soldaten (Angoumois) in die französische Kolonie, um die Garnison von New Orleas zu verstärken.

[9] Das Fort Duquesne wurde kurz darauf wieder aufgebaut und zu Ehren Pitts in Fort Pitt umbenannt (später entstand an jenem Ort die Metropole Pittsburg.

[10] Abbé François Piquet (bekannt auch unter dem Namen le Canadian) hatte 1749 am Saint-Laurent die Indianermission la Presentation gegründet. Seine erste Niederlassung war von pro-englischen Indianern niedergebrannt worden. Die neue Mission erhielt zum Schutz vor Angreifern eine Palisadenumzäunung, fünf kleine Kanonen bildeten die Verteidigung.

[11] Die von dem französischen Marineoffizier Courval-Cressé konstruierten Schiffe L` IROQUOISE, OUTAUAISE und NEW-HULK fielen dem Feind im Sommer/Herbst 1760 in die Hände.

[12] Auf den Ruinen von Fort Machault errichteten die Briten im Sommer 1760 den Posten Venango. Dieser bestand aus einem zweistöckigen Blockhaus, welches mit einem Erdwall und einem Graben umgeben war. Vgl. Waddell/Bomberger, The French and Indian War in Pennsylvania 1753-1763, S. 96

[13] Bourlamaque (Col.) übte seit 1758 am Champlain-See das Kommando über ein Detachement regulärer Soldaten (drei Bataillone), Kolonialmilizen und Angehörigen des Corps Royal de L` Artillerie aus. Von 1763 bis zu seinem Tode 1764 wirkte er als Gouverneur der französischen Kolonie Guadeloupe.

[14] Der Schoner wurde erst kurz vor Beendigung der Kampagne von Kanada im August 1760 von den Engländern erobert.

[15] Nach den Aufzeichnungen de Bougainvilles hatten die Franzosen bereits 1756 einen kleinen, mit nur vier Kanonen bestückten, Schoner auf dem See. Laut Rogers befuhr 1756 ein Schoner von 40 Tonnen den Champlain-See. Vermutlich handelt es sich hier um die eingangs erwähnte Gabare LA FACILE, welche hauptsächlich zu Transportzwecken verwendet wurde.

Ende der Leseprobe aus 100 Seiten

Details

Titel
Der Kampf um Neu-Frankreich
Untertitel
Eine französische Tragödie
Autor
Jahr
2008
Seiten
100
Katalognummer
V119757
ISBN (eBook)
9783640231935
ISBN (Buch)
9783640232086
Dateigröße
786 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kampf, Neu-Frankreich
Arbeit zitieren
Joachim Bornschein (Autor), 2008, Der Kampf um Neu-Frankreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119757

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