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Die Herrschaftssicherung der Tyrannis des Peisistratos

Title: Die Herrschaftssicherung der Tyrannis des Peisistratos

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Toralf Schrader (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Die Tyrannis des Peisistratos ist mit Blick auf ihre Dauer und Ausübung ein athenischer Sonderfall. Die Tatsache, dass es insgesamt drei Versuche zu ihrer Erlangung gab und erst der letzte dauerhaft erfolgreich war, ist eine Chance zur Suche nach den Gründen für Erfolg und Misserfolg dieser Herrschaft. Warum scheiterte sie die ersten beiden Male nach nur kurzer Zeit und was machte sie beim dritten Mal so erfolgreich, dass sie die ca. siebzehn Jahre bis zum Tod des Peisistratos ohne größere Schwierigkeiten bestand und auch unter seinen Söhnen weitere siebzehn Jahre existierte? Mit der zeitlichen Einordnung der Ereignisse und wichtigen Aussagen in der Überlieferung beschäftigt sich der erste Teil der Arbeit. Die Quellen zeichnen ein relativ deutliches Bild von der Tyrannis. Ihre eigentlichen Herrschaftselemente und deren Bedeutung für die Machtsicherung sollen im zweiten Teil geklärt werden.
Das Jahr der Geburt des Peisistratos ist nicht sicher überliefert. FRIEDRICH CORNELIUS geht davon aus, dass er zwischen 610 und 600 v. Chr. geboren wurde. Seine Begründung stützt er auf die Vermutung, Peisistratos könne zur Zeit des vermutlich einige Jahre vor seinem ersten Versuch zur Erlangung der Tyrannis geführten Feldzugs gegen Megara, nicht jünger als dreißig Jahre gewesen sein, da er an diesem bereits als Feldheer teilnahm. Er war der Sohn des Hippokrates, dessen Geschlecht aus Brauron stammte, dem späteren kleisthenischen Demos Philaidai . Ein Archon des Jahres 669/668 v. Chr. namens Peisistratos könnte sein Vorfahr gewesen sein. Jedenfalls gilt es als wahrscheinlich, dass seine Familie ihre finanziellen Bedürfnisse, entsprechend des sozialen, aristokratisch Ranges, aus der Erwirtschaftung ländlicher Güter befriedigte und am politischen Leben in Athen teilnahm. Teilweise kontrovers wird die bei Heraklides Pontikos erwähnte verwandtschaftliche und darüber hinaus persönliche, erotische Beziehung zwischen Peisistratos und Solon beurteilt. Während bereits CORNELIUS die Behauptung verwirft, dass ihre Mütter verwandt gewesen sein sollen, und zwar mit dem Hinweis auf die damalige Neigung, die Viten bedeutender Zeitgenossen miteinander zu verknüpfen, und auch LORETANA DE LIBERO eine Verbindung zwischen beiden mit Blick auf ihre Lebensdaten ausschließt, akzeptiert HELMUT BERVE diese Aussage, ohne Gründe für seine Haltung anzugeben. Wie viele andere Überlieferungen und Berichte zu Peisistratos lässt sich auch diese nicht mit Sicherheit belegen, von Belang für seine Tyrannis ist sie in diesem Fall vermutlich nicht. Peisistratos tritt wie erwähnt in der Überlieferung erstmals im Krieg gegen Megara zwischen 571 und 561 v.Chr. als Feldherr, bzw. Archon Polemarchos in Erscheinung. Herodot berichtet: „Denn schon vorher hatte er sich als Feldherr gegen Megara hervorgetan, Nisia erobert und andere große Taten vollbracht.“ Eine genaue Datierung des Feldzuges ist nicht möglich. Er brachte Peisistratos zumindest dank seiner erfolgreichen Durchführung Ruhm und allgemeines Ansehen, Attribute, die ihm im nun folgenden politischen Kampf um die Vorherrschaft in seiner Heimat Athen hilfreich sein konnten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Machtergreifungen des Peisistratos

2.1. Die erste und die zweite Tyrannis

2.2. Die dritte Tyrannis

3. Die Mittel zur Sicherung und Organisation der Herrschaft

3.1. Militärische und finanzielle Hoheit

3.2. Die Einschränkung aristokratischer Machtbereiche

3.3. Verbindungen zu auswärtigen Aristokraten und Tyrannen

3.4. Kulturelle und kultische Einflussnahme

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Faktoren, die zur erfolgreichen und langfristigen Etablierung der Tyrannis des Peisistratos in Athen führten, nachdem zwei anfängliche Versuche gescheitert waren. Dabei wird analysiert, wie Peisistratos durch die geschickte Kombination von militärischen Mitteln, finanzieller Unabhängigkeit, Bündnispolitik und kultureller Repräsentation seine Herrschaft gegenüber den rivalisierenden aristokratischen Kräften dauerhaft sichern konnte.

  • Analyse der gescheiterten Versuche zur Machtergreifung.
  • Untersuchung der militärischen und finanziellen Machtmittel.
  • Die Rolle der Bündnispolitik mit auswärtigen Akteuren.
  • Die Funktion kultureller und religiöser Selbstdarstellung zur Legitimation.
  • Bewertung des Einflusses der Herrschaft auf die aristokratischen Strukturen.

Auszug aus dem Buch

3.1. Militärische und finanzielle Hoheit

Die beiden Bereiche der militärischen und finanziellen Übermacht sind im Falle der Tyrannis des Peisistratos aufs Engste miteinander verbunden, da ein Großteil seiner Truppe aus durch ihn privat finanzierten Söldnern bestand und er während seiner gesamten Tyrannis nicht auf sie verzichtete, angesichts der nie gänzlich überwindbaren aristokratischen Konkurrenz wohl auch nicht verzichten konnte. Man kann davon ausgehen, dass es eine Leibwache gab, die ebenfalls aus Söldnern, aber genauso aus den Vertrauten des Tyrannen bestand. Herodot betont, dass das Söldnerheer der wichtigste Machtfaktor der Tyrannis war. Bestätigt wird diese Aussage, wenn man sich in Erinnerung ruft, dass Peisistratos auch die erste Tyrannis mit Hilfe seines Trupps Keulenträger begründete. Die Stützung auf die Leibwache, die er für sein Vorhaben aus eigenen Mitteln noch vergrößert haben dürfte, und sein Ansehen im Volk, das er besonders seinen militärischen Erfolgen zu verdanken hatte, waren allerdings keine ausreichenden Handhaben zur Gründung einer dauerhaften Tyrannis. Die damals wesentlich geringere Anzahl der Bewaffneten kann als einer der Gründe für die kurze Dauer seiner Herrschaft angeführt werden. Mit der nun kampferprobten, gut ausgerüsteten und wesentlich größeren Truppe wurde eine Vertreibung durch andere Aristokraten und ihre Anhänger offenbar unmöglich gemacht, zumal die Aristokraten selbst mit Hilfe des athenischen Bürgeraufgebotes dem heranrückenden Heer des Peisistratos nicht gefährlich werden konnten.

Die Finanzierung der Söldner dürfte wie zuvor bei ihrer Rekrutierung auch weiterhin mit dem Edelmetall aus dem Bergbau im Pangaiongebirge geschehen sein. Ungewiss ist, was mit Gütern und Besitz derjenigen Aristokraten geschah, die ins Exil gegangen waren. Dass Peisistratos’ Ländereien nach dem zweiten Tyrannisversuch eingezogen worden waren, ist überliefert. Er selbst könnte nun gleichermaßen vorgegangen sein. Die Einnahmen der Güter würde er sicher für seine eigenen Zwecke benutzt haben. Gleichzeitig blieb dieser Grundbesitz ein adäquates Mittel, um sich rückkehrbereite Aristokraten nach dem Prinzip „Zuckerbrot und Peitsche“ zu verpflichten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel thematisiert die Fragestellung, warum die Tyrannis des Peisistratos nach zwei gescheiterten Versuchen beim dritten Anlauf erfolgreich und dauerhaft etabliert werden konnte.

2. Die Machtergreifungen des Peisistratos: Hier wird der historische Kontext der ersten beiden, gescheiterten Versuche sowie der entscheidende, erfolgreiche dritte Anlauf zur Übernahme der Alleinherrschaft beschrieben.

3. Die Mittel zur Sicherung und Organisation der Herrschaft: Dieses Hauptkapitel beleuchtet die Instrumente der Herrschaftssicherung, darunter die militärische Basis, die Kontrolle der Aristokratie, internationale Bündnisse und religiöse Repräsentation.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Stabilität der Tyrannis auf einer komplexen Vernetzung verschiedener Machtbereiche beruhte, die jeden Aristokraten in die Abhängigkeit des Tyrannen zwang.

Schlüsselwörter

Peisistratos, Tyrannis, Athen, Aristokratie, Machtergreifung, Herrschaftssicherung, Söldnerheer, Polis, Bündnispolitik, Akropolis, Panathenäen, Solon, Herodot, Aristieideal, Machtkampf

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Herrschaftssicherung des Peisistratos während seiner Tyrannis im archaischen Athen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Gründe für den Erfolg der dritten Machtergreifung sowie die Instrumente, mit denen Peisistratos seine Herrschaft gegenüber der athenischen Aristokratie behaupten konnte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Ursachen für das Scheitern der ersten beiden Tyrannis-Versuche und den Erfolg der dritten, dauerhaften Etablierung zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse der antiken Überlieferung, insbesondere von Herodot, Aristoteles und anderen antiken Autoren, im Dialog mit der modernen althistorischen Forschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die militärischen und finanziellen Mittel, die Unterdrückung konkurrierender Aristokraten, auswärtige Bündnisse sowie die kultische und kulturelle Einflussnahme als Herrschaftsinstrumente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Peisistratos, Tyrannis, Machtmittel, Aristokratie, Polis und Herrschaftssicherung.

Welche Rolle spielten die Söldner für Peisistratos?

Söldner bildeten das essenzielle militärische Rückgrat, das es Peisistratos ermöglichte, seine Macht gegen die athenische Aristokratie durchzusetzen und seine Stellung dauerhaft abzusichern.

Wie ging Peisistratos mit der aristokratischen Konkurrenz um?

Er schränkte deren Machtbereiche ein, enteignete Exilanten, band andere durch Geiselnahmen oder klientelistische Strukturen (wie Verpflichtung durch Spenden) und besetzte politische Ämter mit seinen Vertrauten.

Welche Bedeutung hatten kulturelle Maßnahmen?

Kultische Repräsentation, wie die Aufwertung der Panathenäen und Bauvorhaben, dienten der öffentlichen Selbstdarstellung und legitimierten den Tyrannen als Schirmherrn der Polis.

Wie bewertet der Autor die Stabilität der Herrschaft?

Die Stabilität wird als Ergebnis einer komplexen und umfassenden Vereinnahmung aller relevanten gesellschaftlichen Bereiche (Militär, Politik, Religion) gewertet, die das Herrschaftsgefüge äußerst belastbar machte.

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Details

Title
Die Herrschaftssicherung der Tyrannis des Peisistratos
College
Dresden Technical University  (Philosophische Fakultät - Institut für Geschichte - Lehrstuhl für Alte Geschichte )
Course
Hauptseminar Alte Geschichte: Tyrannis und Aristokratie im archaischen Griechenland.
Grade
1,0
Author
Toralf Schrader (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V119805
ISBN (eBook)
9783640232512
ISBN (Book)
9783640232680
Language
German
Tags
Herrschaftssicherung Tyrannis Peisistratos Hauptseminar Alte Geschichte Tyrannis Aristokratie Griechenland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Toralf Schrader (Author), 2006, Die Herrschaftssicherung der Tyrannis des Peisistratos , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119805
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