Kinder und Jugendliche mit ADS in Schule und Unterricht


Examensarbeit, 2006
95 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Protokoll einer Schulstunde

3. Erscheinungsbilder von ADS

4. Eigenschaften von ADS mit Hyperaktivität
4.1. Hyperaktivität
4.2. Impulsivität

5. Eigenschaften von ADS ohne Hyperaktivität

6. Mädchen mit ADS

7. Verhaltensauffälligkeiten in altersvariabler Ausprägung

8. Probleme von Jugendlichen mit ADHS
8.1. Die Pubertät
8.2. Animismus und Egozentrismus
8.3. Mangelnde Selbstregulation
8.4. Probleme bei der Berufswahl- und Ausbildung
8.5. Hang nach Extremen
8.6. Auswirkungen auf die Psyche

9. Die Erklärungsmodelle des Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms
9.1. Genetische Ursachen
9.2. Hormonelle Ursachen
9.3. Stoffwechselursachen
9.4. Allergien
9.5. Psychosoziale und gesellschaftliche Ursachen
9.6. Einflüsse der Ernährung
9.7. Komplikationen während der Schwangerschaft, Geburt und im Säuglingsalter

10. Die Diagnostik von ADS
10.1. Die Anamnese
10.2. Testpsychologische Untersuchungen
10.3. Fragebogenverfahren
10.4. Neurologische Untersuchungen

11. Therapie der Aufmerksamkeitsstörung/Hyperaktivität
11.1. Medizinische Ansätze (Stimulanzien)
11.2. Psychotherapeutische Ansätze
11.3. Aufmerksamkeitskonzentrationstraining zum Aufbau vom planvollem Arbeitsverhalten
11.4. Programme zur Verhaltensmodifikation
11.5. Familienzentrierte Maßnahmen
11.6. Psychomotorische Arbeit

12. Kinder und Jugendliche mit ADS in Schule und Unterricht

13. Kennzeichen von ADS in Schule und Unterricht

14. Spezielle Probleme bei Impulsivität, Hyperaktivität und Langweile

15. Vorgehensweise des Lehrers bei Verdacht auf ADS
15.1. Systematische Beobachtung
15.2. Kollegenvergleich
15.3. Das Elterngespräch

16. Prinzipien der Unterrichtsplanung und- gestaltung mit aufmerksamkeitsgestörten, hyperaktiven Kindern und Jugendlichen
16.1. Positive Lehrer-Kind Beziehung
16.2. Einführung von Ritualen und Strukturen
16.3. Klare Anweisungen
16.4. Schaffen einer ablenkungsfreien Umgebung
16.5. Einführung von Regeln
16.6. Verstärker- oder Tokensysteme
16.7. Rhythmisierung
16.8. Differenzierung im Unterricht
16.9. Abwechslungsreicher Unterricht
16.10. Lernen mit allen Sinnen
16.11. Schaffen von Bewegungsmöglichkeiten

17. Hausaufgaben

18. Schule und Elternhaus: Ein Team

19. Spezielle Lernmethoden für ADS-Kinder und Jugendliche im Unterricht
19.1. Marburger Konzentrationstraining nach Dieter Krowatschek
19.2. Die Freed Methode: Warum Kinder mit ADS einen anderen Lernstil haben
19.2.1. Rechtschreibung nach der Freed Methode
19.2.2. Lesen nach der Freed Methode
19.2.3. Übungen zum Vorlesen nach Freed
19.2.4. Übungen zum stillen Lesen nach Freed
19.2.5. Mathematik nach der Freed Methode
19.3. Kieler Leseaufbau
19.4. Das „Skill-Training“

20. Berichte aus der Praxis
20.1. Auswertung der Interviews

21. Zusammenfassung und Ausblick

22. Literaturverzeichnis

23. Anhang

„Ob der Philipp heute still

wohl bei Tische sitzen will?

Also sprach im ernsten Ton

der Papa zu seinem Sohn,

und die Mutter blickte stumm

auf dem ganzen Tisch herum…“[1]

1. Einleitung

„Ob der Philipp heute still wohl bei Tische sitzen will?“ Dr. Heinrich Hoffmann, der Autor des ´Struwwelpeter`, war Nervenarzt -und offensichtlich kannte er schon im Jahr 1854 das Erscheinungsbild des ´gaukelnden, zappelnden Kindes`, das keine Minute zur Ruhe kommen kann. Im Struwwelpeter steht die Geschichte vom Zappelphilipp. Es ist wahrscheinlich die erste bekannte Beschreibung eines hyperaktiven Kindes.

„Dieses Kind macht mich wahnsinnig!“ – ein Gedanke, der von vielen Eltern geteilt wird. Am Rande des Nervenzusammenbruchs aber leben oft Mütter und Väter von hyperaktiven Kindern. Es handelt sich dabei um unruhige Energiebündel, die sich schlecht konzentrieren können, impulsiv handeln, ohne nachzudenken, und manchmal von einer Sekunde zur nächsten die Beherrschung verlieren. In der Schule haben es solche Jungen und Mädchen meist besonders schwer.

Eltern von Kindern mit ADS haben meist schon seit frühen Kindertagen heftige Konflikte mit ihren Kindern wegen Selbstorganisation. Meist gab es schon im Kindergarten und Grundschule viele Probleme, z.B. Konflikte mit anderen Kindern oder ein sehr turbulentes Familienleben.

In den letzten zehn Jahren kann man beobachten, dass immer mehr ADS-Kinder in den Sprechstunden der Psychologen und Kinder- und Jugendtherapeuten erscheinen. Die Anzahl der ADS-Kinder ist heute eine viel größere als in den letzten Jahren. Manche sind erst drei Jahre alt. Immer mehr Mädchen befinden sich unter ihnen. Scheinbar gehört man heute bei einer sehr viel geringeren Symptomatik zu ADS- Kindern als früher.

In der Öffentlichkeit hört man in der letzten Zeit in Zusammenhang mit ´Problemkindern` zunehmend den Ausdruck ´Hyperaktivität` bzw. ´ADS mit Hyperaktivität. ` Man meint damit Kinder, die ständig in Bewegung sind, sich ruhelos verhalten und die oft in Konflikte verwickelt sind.

Häufig klagen Lehrerinnen und Lehrer über Kinder, die sie viel Kraft und Nerven kosten, die viel Energie verschwenden und ihnen das Gefühl vermitteln, pädagogisch zu versagen. Diese Kinder und Jugendliche können alle Anstrengungen für einen wohl aufgebauten und effektiven Unterricht zunichte machen. Nicht selten wird bei diesen Kindern das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) festgestellt.

Aufmerksamstörungen stellen derzeit ein Problem mit weitreichenden individuellen, sowie gesundheits- und schulpolitischen Auswirkungen, dar. Die betroffenen Kinder und Eltern leiden in hohem Maße. Lehrer und Schule sind oft hilflos, und überweisen deshalb oft die aufmerksamkeitsgestörten in Sondereinrichtungen (z.B. Psychiatrie, Sonderschulen). Aufmerksamkeitsstörungen können die Entwicklung eines Kindes, seine Erziehung, seine Ausbildung, sein schulisches Lernen und sein Sozialverhalten nachdrücklich beeinflussen. Viele Eltern, aber auch Lehrer, sind mit diesen Kindern stark überfordert und wissen meist nicht, wie sie auf ihre Verhaltensauffälligkeiten reagieren sollen. Oft lautet die Diagnose, die Kinder seien verhaltensauffällig, oder hyperaktiv, unkonzentriert und aufmerksamkeitsgestört. Häufig werden sie aber auch ganz einfach als unerzogen und aggressiv abgetan. Wie auch immer sich Pädagogen diesem Problem nähern, der Umgang mit diesen Kindern ist oft ein großes Problem, und Lehrerinnen und Lehrer brauchen Unterstützung für diese Arbeit. Aus diesem Grund sollen in meiner Examensarbeit vorrangig praktikable Anregungen für den Umgang mit ADS betroffenen Kindern und Jugendlichen vorgestellt werden. Dabei steht vor allem der schulische Aspekt im Vordergrund. Die Arbeit setzt sich aus drei Bereichen zusammen. Im ersten Teil werden die Symptomatiken, die Diagnose und verschiedene Therapiemöglichkeiten beschrieben. Der folgende Teil befasst sich mit Grundregeln und Strategien im Umgang mit ADS-Kindern und Jugendlichen in der Schule und bildet damit den Schwerpunkt der Arbeit. Zudem werden hier spezielle Lernmethoden für ADS- Kinder und Jugendliche vorgestellt. Der letzte Teil handelt von Berichten und Erfahrungen aus der Praxis. Hierzu wurden Ärzte, Psychologen, Eltern und Lehrer/innen befragt. Sie geben vor allem Aufschluss, inwieweit sich Therapieformen in der Praxis bewährt haben.

2. Protokoll einer Schulstunde

Vor Beginn der zweiten Schulstunde beklagen sich einige Schüler der Klasse über Thomas, weil er ihnen angeblich die Mütze herunterreißen würde.

8.50 Uhr: Thomas dreht sich verkehrt herum und schreit laut.

8.51 Uhr: Er rutscht auf seinem und dem freien Nachbarstuhl hin und her, steht auf

und schiebt die Stühle wie Kinderwagen vor sich her.

8.52 Uhr: Er spannt einen Gummi zwischen beide Hände und spielt damit.

8:53 Uhr: Er ruft grundlos den Namen eines Mädchens.

8.55 Uhr: Er legt sich auf den Tisch.

8.56 Uhr: Er spielt wieder mit dem Gummiring und zielt auf Kinder. Nach einer

Ermahnung, den Gummi herzugeben, steckt er ihn in den Schulranzen.

8.58 Uhr: Thomas steht auf, schlägt um sich und zieht Grimassen.

8.59 Uhr: Er durchwühlt grundlos seinen Schulranzen.

9.10 Uhr: Er steht auf und schlägt Charlotte.

9.15 Uhr: Thomas fällt vom Stuhl.

9.22 Uhr: Thomas schlägt Anna ohne ersichtlichen Grund, rennt im Klassenzimmer

herum und wischt Tische ab.

9.25 Uhr: Er schlägt mit Fäusten auf Markus, rauft mit ihm.

9.27 Uhr: Thomas schiebt seinen Tisch den vor ihm sitzenden Kindern in den Rücken,

dann zieht er seine Knie zwischen Stuhl und Tischkante hoch und beginnt zu

schaukeln.

9.30 Uhr: Er legt die Beine auf den Stuhlrücken, dreht der Tafel den Rücken zu.

9.32 Uhr: Thomas steht auf und schreit plötzlich „Superman.“

9.34 Uhr: Thomas zieht Grimassen und legt sich auf seinen Tisch.[2]

3. Erscheinungsbilder von ADS

Die typische Reaktion einer Mutter eines Jugendlichen mit ADS:

„Dennis, das geht so nicht weiter. Du bist jetzt in der 8.Klasse und 15 Jahre alt, du musst doch endlich mal eigenverantwortlich auf deine Sachen achten können. Wie dein Zimmer wieder aussieht! Du weißt wir haben vereinbart, dass du deine schmutzige Wäsche immer ins Badezimmer bringst…Irgendwann musst du doch selbstständiger werden; denn spätestens in zwei Jahren wirst du in den Beruf gehen, und du weißt wie die Situation am Arbeitsmarkt gerade ist. Du musst dich jetzt wirklich anstrengen und hinsetzen und lernen, du darfst nicht denken, dass das leben für dich ein Spiel bleibt. Du kannst nicht jeden Nachmittag an deinem Computer rumspielen usw.…“[3]

ADS ist die Abkürzung für den deutschen Ausdruck „Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom“ und bezeichnet ein klinisches Syndrom, das durch die Beeinträchtigung der Konzentrations- und Daueraufmerksamkeit, durch Mangel an Impulskontrollen, sowie unter Umständen auch durch auffällige Unruhe oder Hyperaktivität gekennzeichnet ist. Entstanden ist diese Bezeichnung aus der Übersetzung des englischen Begriffs Attention-Deficit-Disorder (ADD).[4]

Im DSM IV (Diagnostischen Statistischen Manuals psychischer Störungen) werden drei Subtypen von ADS unterschieden:

- Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung –H (ohne Hyperaktivität)
überwiegend unaufmerksamer Typus (das Kind ist übermäßig unaufmerksam, aber
weder hyperaktiv noch impulsiv)
- Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung +H (mit Hyperaktivität)
überwiegend hyperaktiver, impulsiver Typus (das Kind ist hyperaktiv und impulsiv,
aber nicht unaufmerksam)
- Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung +H –H
Mischtypus (Kind ist impulsiv, hyperaktiv und unaufmerksam)[5]

Das Syndrom tritt meist schon im frühen Kindesalter in Erscheinung, wobei es bei manchen Kindern im späten Jugendalter wieder ´herauswächst.` Bei einigen Kindern bleibt das Syndrom jedoch erhalten und kann im Erwachsenenalter zu großen Problemen führen, da auch Erwachsene mit ADS Schwierigkeiten haben ihren Alltag zu strukturieren und häufiger von so genannten Begleiterscheinungen (Depressionen, Drogenmissbrauch) betroffen sind.[6] Das Syndrom ist in unterschiedlich starker Ausprägung in allen Gesellschaftsschichten zu finden. Das Auftreten hängt meist mit der Persönlichkeit und mit den jeweiligen Lebensumständen der betroffenen Person zusammen.[7]

Bei Jungen wird ADS fünf bis sechsmal häufiger diagnostiziert als bei Mädchen, wobei Mädchen trotz der Kategorie ADS –H (ohne Hyperaktivität) stärker vertreten sind als Jungen.[8] Zusammenhänge könnte es dabei möglicherweise in der unterschiedlichen Art und Weise der Erziehung von Jungen und Mädchen geben. Darüber hinaus gibt es eine große Anzahl von Kindern, bei denen ADS fehldiagnostiziert wird.[9] Die Häufigkeit von Kindern mit einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom ist stark abhängig von den zugrunde liegenden Diagnosekriterien (DSM-IV, ICD-10, DSM-IV-Vorläufer), vom Alter, der Erhebungsmethode und dem befragten Personenkreis (Lehrer, Eltern).[10] Oft treten vergleichbare Symptome in Zusammenhang mit belastenden Ereignissen auf, wie zum Beispiel Scheidung der Eltern, Umzug oder Probleme mit Gleichaltrigen. Im Gegensatz dazu wird bei vielen Kindern, die tatsächlich an ADS leiden, das Syndrom nicht erkannt. Vor allem Mädchen, bei denen ADS Typ ohne Hyperaktivität häufig auftritt, werden meist für schüchtern oder depressiv gehalten.[11] Deshalb ist Aufklärung gegenüber Eltern und Lehrern sowie eine frühzeitige genaue Diagnostik notwendig, um den betroffenen Menschen entsprechend helfen zu können.

4. Eigenschaften von ADS mit Hyperaktivität

ADS ist keine Krankheit, sondern, wie schon aus dem Namen hervorgeht ein Syndrom. Das bedeutet, dass bestimmte Merkmale immer, andere aber nur manchmal, festzustellen sind.[12]

Alle Symptome, die bei aufmerksamkeitsgestörten Kindern in Erscheinung treten, können auch bei Kindern ohne Aufmerksamkeitsstörungen vorkommen.[13] Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Gruppen ist jedoch die Intensität der Symptome und deren Beeinflussbarkeit. Menschen mit ADS haben große Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit zielgerichtet einzusetzen. Sie können sich durchaus lang anhaltend konzentrieren, haben aber wenig Einfluss drauf, welches Thema im Fokus ihrer Aufmerksamkeit steht:

„Eine Spiegelung am Fenster des Klassenzimmers kann die Aufmerksamkeit eines ADS-Kindes intensiv und lange auf sich ziehen. Die relevanten Lerneinheiten verpasst das Kind jedoch, auch wenn es natürlich weiß, dass die Lerninhalte für seine schulische Entwicklung von größerer Bedeutung sind als das Fenster im Klassenzimmer. Dieses Wissen hilft dem Kind jedoch nicht, sein Verhalten zu lenken.“[14]

Das ADS-Kind nimmt sehr genau alle Reize seiner Umgebung auf und wendet sich dann impulsiv und unkontrolliert dem Reiz zu, auf den es in diesem Moment am stärksten reagiert:

„Ein herunterfallender Stift des Nachbarn, die bunten Aufkleber eines Ranzens oder ein vorbeifahrendes Müllauto werden zu akustischen und visuellen Signalen, denen das ADS-Kind aufgrund einer Reizselektionsschwäche nicht widerstehen kann.“[15]

Sind diese Reize nicht vorhanden, so versucht dieses Kind sich selbst zu stimulieren. Sei es durch Singen oder Reden, aber auch durch Hüpfen oder Schaukeln.

Kinder ohne ADS sind in der Regel fähig und willens, nach einer Ermahnung ihr Verhalten zu ändern. ADS-Kinder korrigieren ihr Verhalten dagegen nur kurzzeitig und vergessen eine Lehreranweisung wieder schnell. Die Ursache dafür ist eine Fehlregulation im Gehirn, die ADS-Kinder sehr stark ablenkbar und vergesslich macht.[16]

Weiterhin leiden viele Kinder mit ADS häufig unter starken Stimmungsschwankungen. Sie können von einer überwältigenden Freude sehr schnell in eine tiefe Verzweiflung fallen und umgekehrt. Dies macht den Umgang mit ihnen nicht einfach. Der schnell wechselnde seelische Zustand irritiert viele Mitmenschen und erschwert es, sich in die Verfassung des anderen hineinzuversetzen und angemessen zu reagieren.

Die Verhaltensauffälligkeiten sind bei jedem Kind unterschiedlich. Es können bei einem ADS-Kind nur einige, aber auch alle Merkmale auftreten, die im Folgenden dargestellt werden. Auch die Ausprägungen der einzelnen Symptome sind von Kind zu Kind anders geartet.[17] ADS-Kinder und Jugendliche mit einer Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität/Impulsivität (ADHS) zeigen vor allem Auffälligkeiten in vier Bereichen, dazu gehören:

- Unaufmerksamkeit und Ablenkbarkeit
- Überaktivität
- Impulsivität
- fehlende Ausdauer

Das Verhalten des aufmerksamkeitsgestörten und hyperaktiven/impulsiven Kindes stellt eine besondere Problematik für Eltern und Lehrer dar. Sie fühlen sich immer zum Aufpassen, zum Einschreiten und zum Begrenzen aufgefordert. Sie fühlen sich provoziert durch diese Kinder und haben den Eindruck, dass diese Kinder absichtlich ihre Appelle und Ermahnungen missachten und die gesetzten Regeln überschreiten:

„Neben Tobias möchte in der Schule kein Kind sitzen. Am Gruppentisch ist er ständig in Bewegung, nimmt an allem Anteil und kommt dabei selbst nicht zum Arbeiten. Auf Tagesplan- oder Wochenplanarbeit lässt er sich kaum ein, da er so viele Arbeitsaufträge nicht überschauen und erfüllen kann. Er kommentiert alles, was seine Nachbarn machen, und ruft ständig unaufgefordert Antworten in die Klasse. Seine Lehrerin hat ihn an einen Einzeltisch in der Nähe ihres Pultes plaziert. Jetzt geht es besser. Kommt er in die Sprechstunde, kann er es kaum ertragen, wenn für eine kurze Zeit ausschließlich mit seiner Mutter gesprochen wird. Er redet dann fortwährend dazwischen und hampelt unter, neben und teilweise sogar auf dem Tisch herum. Manchmal darf er mit seinem Rollbrett über den Flur rollen. Auch dann kommt er schon nach kurzer Zeit zurück und hat keine Lust mehr.“[18]

Laut dem amerikanischen Diagnosemanual DSM-IV liegen bei Aufmerksamkeitsstörungen neun Symptome vor:

- Flüchtigkeitsfehler bei Aufgaben
- geringe Ausdauer
- scheinbar schlechtes Zuhören
- bringt Tätigkeiten häufig nicht zu Ende, rasches Wechseln von Beschäftigungen
- Organisationsprobleme
- Vermeidung länger dauernder geistiger Anstrengung
- Verlust von Materialien
- Ablenkbarkeit
- Vergesslichkeit[19]

4.1. Hyperaktivität

Hyperaktive Kinder und Jugendliche scheinen gefährliche Situationen nur schwer wahrnehmen zu können. Sie können sie nicht einschätzen und sehen sie nicht voraus. Mit Konsequenzen, die aus ihrem Verhalten resultieren, gehen sie sorglos um. Sie handeln ohne zu denken und tun etwas, ohne die Folgen zu berücksichtigen. So geraten sie auch auf Klassenfahrten oft in Situationen, die leicht gefährlich werden können. Gerade dieses ungeduldige Verhalten bereitet ihrem Umfeld große Probleme. Die amerikanische Kinderpsychologin Virginia Douglas spricht davon, dass diese Kinder ein „stop, look and listen“ Problem haben.[20] Immer wenn sie etwas Neues beginnen, nehmen sie sich nicht die Zeit, innezuhalten. Sie analysieren nicht, was geschieht, und hören nicht auf das, was ihnen gerade gesagt wird. Es fällt ihnen außerordentlich schwer abzuwarten. Folgende Punkte weisen die Kriterien eines hyperaktiven Kindes aus:

- Zappeln, auf dem Stuhl herumrutschen
- Herumlaufen, aufstehen in ungepassten Situationen
- Schwierigkeiten mit ruhigem Spiel
- Getriebenheit
- Redseligkeit

4.2. Impulsivität

Impulsive Kinder agieren ohne nachzudenken und führen das aus, was ihnen gerade in den Sinn kommt, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Sie rufen ihre Antworten in die Klasse, ohne dass sie gefragt wurden, und scheinen unaufhörlich zu schwätzen. Viele Lehrer, aber auch die meisten Kinder, haben sich mit dem unruhigen Verhalten der Hyperaktiven/Impulsiven abgefunden und sich daran gewöhnt. Manche der AD(H)S-Kinder (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität) sitzen an einem Einzeltisch, was in der Regel positive Auswirkungen mit sich bringt. Einige werden aber allein an einen Tisch ganz hinten in der Klasse plaziert. Dort stören sie nicht mehr, weil der Unterricht mit der Klasse vor ihnen abläuft. Sie haben keine Möglichkeit in den Unterricht einzugreifen und kaum eine Chance sich zu beteiligen, was das folgende Beispiel illustriert:

„Auch Martin gehört zu diesen Kindern. Frau B. bereitet ihren Unterricht für die 3 b stets sehr gründlich vor. Sie geht nach einem gut überlegten Konzept vor: Am Anfang der Stunde stellt sie einführende Fragen, die auch Kinder beantworten können, die sonst bei schwierigen Beiträgen passen müssten.

So etwa nach 35 bis 40 Minuten erreicht sie das Lehrziel. Auch heute beginnt sie wieder mit leichteren Fragen. Martin, ein impulsiver und intelligenter Junge, hört die Fragen, nimmt sie auf und denkt mit. Er ruft aber nicht nur die zu den Fragen gehörige Antwort unaufgefordert in die Klasse, sondern erkennt die Zielrichtung der Fragen und platzt schon nach drei Minuten mit dem Ergebnis, das erst in der nächsten halben Stunde zu erarbeiten ist, heraus. Dadurch verliert die Stunde völlig ihren Spannungsbogen. Frau. B verliert die Fassung. Sie ist völlig ungehalten und fängt an zu schreien. Sie legt Martin dar, warum das im Unterricht Behandelte so grundsätzlich wichtig sei und warum es nicht gehe, Antworten einfach in die Klasse zu rufen. Als sie sich „von der Seele geredet bzw. geschrieen hat“, geht es ihr besser. Mittags auf dem Weg nach Hause reflektiert sie ihren Unterricht und ärgert sich, dass sie sich zum Schreien hat hinreißen lassen.. Sie denkt: „Du hättest dich nicht provozieren lassen dürfen. Wie konntest du dich so gehen lassen?“ Sie hat starke Schulgefühle und nimmt sich vor, am nächsten Tag alles besser zu machen. „Morgen werde ich mit Martin in Ruhe arbeiten. Ich werde ganz geduldig, verständnisvoll und viel netter sein und mich nicht provozieren lassen.“ Am nächsten Morgen kommt sie zur Schule. Martin wartet schon auf dem Schulhof. Er strahlt sie an, weil er gern zur Schule geht. Er denkt: „Wenn er mich so anstrahlt, war es gestern vielleicht doch nicht so schlimm.“ Die Einschätzung ist falsch. Martin hat aus der gestrigen Situation nichts gelernt. Er kann sie nicht analysieren, und weiß auch gar nicht genau, was er ändern kann und wie er sich verhalten soll. Heute wird es weniger Probleme geben, vor allem weil seine Lehrerin mehr Geduld aufbringt.“[21]

Nach den folgenden drei Symptomen wird festgestellt, ob ein Kind impulsiv ist oder nicht:

- vorzeitiges Herausplatzen mit Antworten, unbedachtes Handeln
- Unterbrechen und stören anderer, negative sowie positive Gefühle werden sofort und direkt ausgelebt
- Schwierigkeiten abzuwarten oder Aufschieben von Bedürfnissen

Wenn nun bei einem Kind oder Jugendlichen jeweils sechs oder mehr Punkte in allen Auflistungen zutreffen, lautet die Diagnose: Aufmerksamkeitsstörung mit Hyperaktivität/Impulsivität. Kinder und Jugendliche dieser Gruppe zeigen also hohe Unaufmerksamkeit, verbunden mit starker motorischer Unruhe und sehr ungesteuertem Verhalten.

Aus diesen Symptomen resultieren:

- endlose Diskussionen mit dem Kind
- wenige Freundschaften mit Gleichaltrigen aufgrund auftretender Konflikte
- vergessene Aufträge oder überhöhte Anweisungen
- mangelnde Organisation und strukturloses Verhalten bei Aufgaben im Alltag

5. Eigenschaften von ADS ohne Hyperaktivität

„Unser Sohn Darius (9 Jahre) ist sehr impulsiv, unaufmerksam und kann sich schlecht über einen längeren Zeitraum konzentrieren. Obwohl er kreativ, klug und phantasievoll ist, sind seinen schulischen Leistungen eine Katastrophe und belasten das Familienleben schwer. Wir vermuten aufgrund unserer eigenen Nachforschungen nun, dass unser Spross alle Anzeichen von ADS ohne Hyperaktivität aufweist. Bisher hat uns dies aber noch kein Arzt bestätigt. Die von uns befragten Ärzte oder Lehrer meinen, dass dem Kind nicht zu helfen sei und wir uns damit abfinden sollen, dass er diese Probleme hat.

Darius ist sehr empfindlich und reagiert stark auf Kritik und Abwertung, die er jedoch täglich in der Schule und im Freundeskreis erfahren muss. Er hat zunehmend mit Ängsten und Depressionen zu kämpfen. Wir machen uns große Sorgen um seine Zukunft. Was sollen wir tun? Wir fühlen uns allein gelassen, frustriert, hilflos und entmutigt.“ (Elternbrief 9/2000)[22]

Sobald ein Kind in den oben genannten Punkten im Bereich der Aufmerksamkeitsstörung auffällig und in den beiden anderen Punkten Hyperaktivität und Impulsivität weinig auffällig ist, liegt eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität vor. Im allgemeinen wird davon ausgegangen, dass ADS-Kinder ohne Hyperaktivität den Unterricht nicht stören.[23] Ihr Verhalten macht den Lehrkräften kaum Probleme. Sie sind meistens durchschnittlich und höher begabt. Die Aufmerksamkeitsstörung führt bei ihnen aber zu einer enormen Leistungseinschränkung. Diese Kinder und Jugendliche werden häufig als „verträumt“ beschrieben. Sie verfügen über ein geringes Selbstbewusstsein, da sie sich schnell zurückziehen. Die Lehrer gehen häufig davon aus, dass es sich bei diesen Kindern um so genannte ´Spätsünder` handelt.

Die Kinder arbeiten sehr langsam, da sie Schwierigkeiten haben, den Anfang zu finden und die Konzentration nicht lange aufrechterhalten können. Die Kinder geraten von Schuljahr zu Schuljahr in größere Schwierigkeiten und versagen häufig in der Regelschule. „Anja besucht das dritte Schuljahr. Sie benötigt für ihre Hausaufgaben drei bis vier Stunden. Wenn wir um 14:00 Uhr anfangen, denke ich, hoffentlich schaffen wir alles bis 17:00 Uhr, weil ich noch einkaufen muss und einen Termin beim Zahnarzt habe…“[24]

ADS sollte aber nicht nur als Defizit oder als Störung betrachtet werden. Diese Kinder haben durchaus auch ihre Stärken. Sie sind meistens sehr kreativ und phantasievoll, sie erspüren Stimmungen und Stimmungsumschwünge sehr schnell und fallen durch ihre extrem hohe Hilfsbereitschaft auf. Sie sind von einem Thema gefesselt, können sich in dieses vertiefen und erstaunliche Ergebnisse erarbeiten.

6. Mädchen mit ADS

Der größte Teil der ADS-Forschung basiert auf Untersuchungen von Jungen. Auch heute wird meistens angenommen, dass die Störung vor allem Jungen betreffe. Dies scheint offensichtlich, da nur wenig Mädchen hyperaktiv sind. Doch Mädchen sind genauso betroffen, nur äußern sich ihre Symptome anders. Denn bei Jungen und Mädchen bestehen nicht nur biologische Unterschiede in der Entwicklung, sondern auch unterschiedliche Erwartungshaltungen. Mädchen neigen dazu bei Schwierigkeiten ihre Probleme mit sich selbst auszumachen oder zu kompensieren, um nicht abgelehnt zu werden.

Mädchen mit ADS neigen oft zur Selbstbezichtigung und Selbstanschuldigung. Damit verbunden haben sie meistens ein niedriges Selbstwertgefühl. Weiterhin haben sie oft Angststörungen und ein hohes Suchtrisiko. Mit hohem Intelligenzquotient leiden sie unter psychischen Stress und geben ihre Schwierigkeiten nach außen oft nicht zu. Sie entwickeln in der Pubertät vermehrt Symptome, die sich zeigen durch eine „Verstärkung der Stimmungslabilität und der Emotionalen Reaktivität.“[25]

Alle Mädchen mit ADS:

- sind seelisch entwicklungsverzögert,
- haben oft Schwierigkeiten, gelerntes anzuwenden,
- haben oft Schwierigkeiten mit der Selbstüberwachung,
- haben oft Schwierigkeiten mit Mehrfachhandlungen,
- haben ein hypersensibles Nervensystem, mit oft auffälliger Berührungsempfindlichkeit,
- haben oft Schwierigkeiten mit Übergängen von einer Situation in die andere.[26]

Weiterhin ist für Mädchen mit ADS folgendes charakteristisch:

„Früh entstehen Scham und emotionale Bedürftigkeit. Orale unerwünschte Verhaltensweisen werden produziert, wie Nägelbeißen, Daumenlutschen, Rauchen, übermäßiges Essen. Mädchen mit ADS haben ein hohes Risiko, viel zu früh sexuell aktiv zu werden und/ oder Substanzmissbrauch zu betreiben. Angst und Depressionen werden häufig als zusätzliche Störungsbilder entwickelt.“[27]

7. Verhaltensauffälligkeiten in altersvariabler Ausprägung

Im Säuglingsalter klagen die Eltern über unerklärlich andauernde Schreiphasen, motorische Unruhe, Ess- und Schlafprobleme, Ablehnung von Körperkontakt, Verstimmung. Diese Kinder sind eine enorme Belastung für ihre Eltern. Im Kleinkindalter (einschließlich Kindergartenalter) fallen sie wegen planloser Aktivität, schneller, häufiger und unvorhersagbarer Handlungswechsel, geringer Ausdauer bei Gruppenspielen, ausgeprägter Trotzreaktionen und unberechenbaren Sozialverhalten, auf.

Im Grundschulalter heben die Kinder wegen mangelnder Regelakzeptanz in der Familie, in Spielgruppe und Klassengemeinschaft hervor. Sie stören dauernd im Unterricht, haben wenig Ausdauer, und sind sehr stark ablenkbar. Sie zeigen eine emotionale Instabilität und eine geringe Frustrationstoleranz. Sie bekommen sehr schnell Wutanfälle und zeigen im allgemeinen ein aggressives Verhalten auf. Im Jugendalter sind sie sehr unaufmerksam und haben eine Null-Bock-Mentalität. Sie verweigern oft Leistungen und zeigen ein oppositionell-aggressives Verhalten. Meist haben diese Jugendliche ein stark vermindertes Selbstwertgefühl, Ängste und Depressionen. Sie haben erfahrungsgemäß Kontakte zu sozialen Randgruppen und zeigen eine Neigung zu Delinquenz, Alkohol und Drogen.

Hieraus wird erkennbar, dass hyperaktiv-impulsive Verhaltensauffälligkeiten schon früh und deutlich sichtbar werden. Die Aufmerksamkeitsstörung wird erst mit den Leistungsanforderungen der Schule deutlich auffällig, sublime Ausdrucksformen davon finden sich aber als zentrale Steuerungsstörung bereits im Kleinkindalter: mangelnde Merkfähigkeit, auditive und visuelle Wahrnehmungsprobleme, schnelle Blickwechsel, polternde Sprache und unkoordinierte Bewegung.

8. Probleme von Jugendlichen mit ADHS

Die Symptome der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung bleiben nicht zwingend im Jugend- und Erwachsenenalter bestehen. Ein Drittel aller Kinder mit ADHS haben das Glück, dass sich die Symptomatik in der Pubertät verliert. Etwa zwei Drittel der betroffenen Kinder leiden nach den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auch noch im Jugendalter an der Störung.[28] Teilweise werden die Symptome sogar erst im Jugendalter erkennbar. Das ist vor allem bei Mädchen der Fall, die in der Kindheit eher durch Zurückgezogenheit, nicht aber durch Hyperaktivität, auffielen. Das besonders bei Jungen ausgeprägte hyperaktive Verhalten, nimmt mit der Pubertät eher ab. Häufig bleibt eine innere Unruhe, mit dem Gefühl zu versagen.[29]

Anderson & Plymate beschrieben schon 1962, dass trotz allergrößter Unterschiede im Erwachsenenalter, Zeichen von ADS weiter bestehen wie zum Beispiel:

- Emotionale Impulsivität
- Niedrige Frustrationstoleranz
- Schwierigkeiten, mit plötzlichen Veränderungen oder mangelnder Struktur im Umfeld umzugehen
- Schlechte interpersonelle Beziehungen (mit Menschen, mit denen man eng zusammen ist)
- Unreife
- Neigung in Wutanfälle, Befürchtungen, Panikattacken oder extreme „Katastrophenreaktionen“ zu entgleisen.[30]

8.1. Die Pubertät

Das impulsive und hyperaktive Kind oder auch das impulsive und unaufmerksam hyperaktive Kind fordert seine Eltern in aller Regel schon von klein an in höchster Weise. Nun kommt zu dieser Problematik noch eine sehr schwierige Entwicklungsphase hinzu. Hormonelle Veränderungen in der Pubertät bringen für jeden Jugendlichen Stimmungslabilitäten mit sich. Diese Entwicklung verläuft bei allen Jugendlichen in ähnlicher Weise. Das Verhalten erscheint zunehmend frech und widerspenstig und mehr Freiheiten werden gefordert. Bei einigen ADS(H)-Kindern kann die Pubertät später auftreten. Die Probleme dieses Entwicklungsabschnitts treten häufiger hervor als bei Gleichaltrigen. Ablösungsprozesse von den Eltern sind ausgeprägter und nehmen teilweise für die Eltern unerträgliche Formen an. Die verzögerte Entwicklung mancher Teenager lässt sich daran erkennen, dass Verhaltensweisen vorhanden sind, die dem Jugendalter noch nicht entsprechen, sondern vielmehr dem Kindesalter zugehören.[31]

Jeder Jugendliche neigt in der Pubertät, speziell um das 14. Lebensjahr, zu Intoleranz und Ich-Bezogenheit. Er oder sie ist kaum bereit zu Kompromissen, wird schnell eifersüchtig oder neidisch und empfindet alles rasch als einfach ungerecht. Der Jugendliche, der keine Impulssteuerungsschwäche hat, kann einen recht großen Zeitraum überblicken und sich durchaus vorstellen, wie andere Menschen seine Handlungen sehen. Der Jugendliche kann also seit seinem 11. Lebensjahr formal-logisch, d.h. in Konsequenzen, denken und sich Handlungsalternativen überlegen. Der Jugendliche mit ADS kann auch formal-logisch denken, durch seine mangelnde Verhaltenskontrolle jedoch nicht die Perspektive wechseln. Selbstkontrolle und Selbstregulation sind nicht möglich, sie entwickeln sich erst zwischen 18 und 24 Jahren, wenn überhaupt.

Etwa mit 16 Jahren nimmt bei normgesteuerten Jugendlichen die Ich-Bezogenheit wieder ab. Er oder sie wirkt gelassener und auch einer abweichenden Meinung gegenüber toleranter. Anders der Jugendliche mit ADS, der nach wie vor alles aus seiner Perspektive sieht. Er fühlt sich intensiv beobachtetet, in der vollen Überzeugung, eigentlich schon vollständig über sich selbst bestimmen zu können und selbst am besten zu wissen, was für ihn richtig ist.

Manche Jugendliche mit ADHS vermischen nach wie vor Realität und Fiktionalität, so wie das Kinder bis zu acht Jahren machen. Es mangelt ihnen an altersentspechendem Reflexionsvermögen und sie beharren stark auf ihrer eigenen Sichtweise. Bei Meinungsverschiedenheiten reagieren sie mit Widerworten, laut vorgebrachten Gegenargumenten und aggressivem Verhalten. Sie sind zudem sehr kritikempfindlich. Fühlt sich ein Jugendlicher missverstanden oder provoziert, kommt es zum unkontrollierten Wutausbruch. Autoritäten zu akzeptieren, fällt vielen ADHS- Jugendlichen schwer. Ein stark ausgeprägter Gerechtigkeitssinn bewegt einige auch dazu, sich für andere spontan und vehement einzusetzen.[32]

8.2. Animismus und Egozentrismus

Der so genannte kleinkindliche „Animismus“, der dazu führt, dass das kleine Kind die Wahrnehmung hat, dass alles, was sich bewegt und lebt, den gleichen Gesetzen unterliegt wie das Kind selbst, scheint bei den ADS-Jugendlichen noch lange anzuhalten und zwar bis ins junge Erwachsenenalter.[33] Bei normgesteuerten Kindern hört diese Phase des Animismus spätestens mit 7 bis 8 Jahren auf. Wie ein solcher Animismus in Kombination mit Egozentrismus bei Jugendlichen mit ADS aussieht, soll in dem folgendem Fallbeispiel beschrieben werden:

„Hanna, 16 Jahre, kriegt Schule gerade überhaupt nicht hin. Sie kauft stattdessen ein und geht Kaffeetrinken mit Bekannten. In Brustton der Überzeugung zu diesen und den Eltern: Das Jahr sei sowieso gelaufen, jetzt ruhe sie sich aus, sofort mit neuem Schuljahr arbeite sie dann. Auf die derzeit prekäre finanzielle Situation zu hause angesprochen und die Notwendigkeit sich unter Umständen eine Lehrstelle zu suchen, kommt spontan, dass das nicht in Frage komme. Die Mutter solle putzen gehen.“[34]

Das Andauern dieser Entwicklungsphasen bis weit ins Jugendalter hinein, lässt den Jugendlichen alles klauen, was gerade benötigt wird (Mutters Lippenstift, Geld aus Vaters Portemonnaie usw.)

Wie der normgesteuerte Jugendliche gerät der Jugendlichen mit ADS zwischen 13 und 14 Jahren in die Phase des Egozentrismus. Charakteristisch dafür ist die Wahrnehmung jeder schaue nur auf ihn selbst und seine Defekte, vom Pickel bis zu einem unüberlegtem Handeln, bei der gleichzeitigen Überzeugung einzigartig zu sein und die Welt richtig zu sehen. Er oder sie ist überzeugt davon, dass alle das interessieren müsse, was ihn begeistert. Er oder Sie glaubt die Welt verbessern zu müssen, wie das folgende Beispiel sehr schön illustriert:

„Jonas, 12 Jahre, hat in der Nachbarklasse einen Feind, der die ständige Hänselei wegen seiner Fettleibigkeit nicht mehr abkann und deshalb ältere Schüler zu Hilfe holt. Die Jugendlichen, drohen Jonas richtige Keile an, worauf sich Jonas zusammen mit seinem Zwillingsbruder mit Messern bewaffnet. Tatsächlich von den älteren Schülern dann aufgelauert und angegriffen, sticht Jonas zu, einem anderen Jugendlichen 7 cm tief in die Leber und rennt dann impulsiv weg.“[35]

8.3. Mangelnde Selbstregulation

Der Jugendliche scheint nicht aus Erfahrungen zu lernen, ganz nach dem Motto alles ausprobieren zu müssen. Gleichzeitig nimmt die Kritikempfindlichkeit dramatisch zu:

„Sonja, 18 Jahre, legt sich nicht nur mit ihrer Mutter ständig wegen der Erledigung von Pflichten an. In der Abteilung des Kaufhauses, in der sie lernt, hat sie eine schwierige Vorgesetzte mit scharfem Tonfall. „Das kann es nicht sein, wer glaubt sie denn, dass sie ist?“, äußert Sonja laut und vernehmlich im Beisein eines anderen Azubi und einer Kundin- für die Vorgesetzte gut hörbar…“[36]

Wie das Kind mit ADS, kann der Jugendliche und junge Erwachsene es nicht aushalten, ungerecht behandelt zu werden. Er sieht weder die gesamte Situation mit allen Rahmenbedingungen, noch seine „Schuld“ an der Situation. Er sieht nur, dass er kritisiert wird:

„Sascha, 18 Jahre, ADS, hat eine extrem schwierige Entwicklung hinter sich, die denkbar problematischsten Umfeldbedingungen wie Sonderschule und Heimerziehung. Er ist aber intelligent und wird wegen seiner Einsatzbereitschaft für andere geschätzt. Man könnte hoffen, dass ihm seine Problematik bewusst ist und er es trotz allem schafft, mit sich klarzukommen. Provoziert ihn jedoch jemand oder fühlt er sich ungerecht behandelt, explodiert er regelrecht und wird dadurch erneut Täter.“[37]

Viele Jugendliche haben auch Schwierigkeiten damit, Autoritäten und deren Anweisungen zu akzeptieren. Andererseits reagiert der Jugendliche aber auch sofort, wenn jemand in Not ist. Viele entwickeln ein „Helfersyndrom“ und bauen es beruflich aus. Durch seine Reizoffenheit und Affektabilität bleibt der Jugendliche beeinflussbar, wenn eine aus seiner Sicht kompetente Person, etwas macht oder sagt. Dann muss z.B. unbedingt sofort dieses eine Kleidungsstück her, eine Veranstaltung muss jetzt unbedingt besucht werden, sonst bricht die Welt des Jugendlichen zusammen: „Abwarten, Relativieren, Vergleichen, Abwägen sind lange im Leben ebenso inhaltsleere Wörter, wie Übersicht, Rücksicht, Nachsicht und Einsicht, die sich oft erst zwischen 18 und 24 Jahren entwickeln.“[38]

8.4. Probleme bei der Berufswahl- und Ausbildung

Die geringe Fähigkeit zur Ausdauer setzt sich im Jugendalter fort, teilweise gepaart mit mangelndem Antrieb und Interesselosigkeit. Die Berufswahl gestaltet sich daher als schwierig. Wie zur Kindergarten- und Schulzeit stoßen die Jugendlichen mit ihren charakteristischen Verhaltensmustern auch in der Berufsausbildung auf Ablehnung und mangelndes Verständnis. Sie wirken auf Arbeitgeber missgelaunt, desinteressiert und faul. Rebellisches und vorlautes Verhalten führen oft dazu, dass das Arbeitsverhältnis schnell wieder gelöst wird.[39] Manche Teenager sind zwar überwiegend unauffällig, plötzliche heftige Wutausbrüche erschweren jedoch das Verhältnis zu den Arbeitskollegen.[40]

8.5. Hang nach Extremen

Vordergründig wirken Jugendliche mit ADHS völlig von sich selbst überzeugt und selbstbewusst. Hinter ihrem Ich-Bezogenem Verhalten verbirgt sich aber meist eine große Verletzbarkeit. Sie leiden darunter, dass sie nicht so sind wie andere Jugendliche. Sie resignieren entweder, oder sie wollen um jeden Preis akzeptiert werden. Mädchen entwickeln mitunter eine Fixierung auf Äußerlichkeiten und glauben abgelehnt zu werden, weil sie nicht perfekt aussehen. Aus dieser Annahme heraus können sich Ess-Störungen oder ein Drang zur Selbstverletzung entwickeln.

Manche ADHS- Jugendliche lassen sich in extremen Ausmaß tätowieren oder piercen. Häufig tun sie sich mit anderen ´Exoten` (Peergroup) zusammen. Ihre Offenheit gegenüber allem Neuen und ihr mangelnder Sinn für Gefahreneinschätzung macht sie besonders anfällig für risikoreiches Verhalten und das Experimentieren mit gefährlichen Sachen.

Die Jugendlichen sind oft auf der Suche nach Extremen und wollen alles ausprobieren. Aus gemachten Fehlern lernen sie meist nicht, sondern leben im Hier und Jetzt. Die Fähigkeit abzuwägen, zu vergleichen, zu relativieren, Einsichten zu entwickeln, abwarten zu können und einen realistischen Überblick über die Situation zu erhalten bleibt Jugendlichen mit ADHS lange verwehrt. Daher sind sie leicht zu beeinflussen. Zwar ist der Wunsch mach Unabhängigkeit meist sehr ausgeprägt, Jugendliche mit ADHS neigen aber dazu, sich immer wieder von anderen Personen abhängig zu machen und sich viel zu früh an einen Partner zu binden. Oft werden sie auch viel zu früh Eltern.[41]

8.6. Auswirkungen auf die Psyche

Jugendliche mit ADHS sind häufig instabil. Depressive Verstimmungen treten ohne erkennbare Gründe auf und können bis zur Selbstmordgefährdung reichen.[42] Mit heftigen Gefühlen reagieren sie, wenn sie verliebt sind. Es besteht ein starkes Bedürfnis nach Harmonie. Es mangelt aber an der Fähigkeit, sich in andere einzufühlen und auf deren Bedürfnisse einzugehen. Der Partner wird häufig aus Eifersucht zu stark kontrolliert und in Beschlag genommen, was nicht selten mit unkontrollierten Wutausbrüchen verbunden ist. Der eigene Anteil am Verhalten der Mitmenschen wird jedoch nicht erkannt, daher fallen den Jugendlichen gleichberechtigte Beziehungen schwer. Aus Angst vor Negativreaktionen ziehen sich die Jugendlichen oft völlig zurück. Häufig besteht eine ausgeprägte Furcht vor dem Verlassenwerden. Eine Trennung wird mit heftigen Gefühlen erlebt.[43]

9. Die Erklärungsmodelle des Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms

Die genauen Ursachen des ADS sind bis heute noch nicht hundertprozentig geklärt.[44] Man nähert sich diesem Problem von verschiedenen Seiten. Man geht momentan von einem so genannten multifaktoriellen Geschehen aus. Das bedeutet, dass es nicht nur eine einzige Ursache für diese Schwierigkeiten gibt, sondern dass meist mehrere Faktoren eine Rolle bei der Entwicklung der Probleme spielen:

„Bis heute gibt es keine eindeutige und allumfassende Erklärung für die Entstehung von ADS. Allerdings sind sich die meisten Wissenschaftler einig, dass die Hauptursachen dieser Problematik in Veränderungen der Funktionsweise des Gehirns zu suchen sind. Die Bedingungen, unter denen die Kinder in der Familie, im Kindergarten und in der Schule aufwachsen, beeinflussen jedoch die Ausprägung und den Verlauf dieser Ausprägung erheblich.“[45]

9.1. Genetische Ursachen

Seit einiger Zeit ist bekannt, dass ADS sehr viel mit Vererbung zu tun hat. Neue Studien weisen darauf hin, dass vermutlich erbliche Faktoren eine bedeutende Rolle spielen und sogar der wichtigste Faktor sind:

„Viele Studien haben nachgewiesen, dass sich in der Verwandtschaft von ADS-Kindern mit Hyperaktivität auch immer hyperaktive Verwandte befinden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind eines solchen Verwandten auch von ADS betroffen ist, wird auf 5% geschätzt. Bei einem Elternteil mit ADS beläuft sich die Prognose auf über 50%.“[46]

Anhand von aktuellen Studien mit eineiigen und zweieiigen Zwillingen lässt sich vermuten, dass das Syndrom vererbbar ist. Eineiige Zwillinge tragen die identische Information in sich, zweieiige Zwillinge sind wie Geschwister und tragen nur die Hälfte an identischen Erbinformationen. Bei eineiigen Zwillingen wurde in hohem Maße Übereinstimmungen hyperkinetischer Auffälligkeiten festgestellt. Bei zweieiigen Zwillingen war dies nur in wesentlich geringerem Maße festzustellen. Dies ist ein sehr starker Hinweis darauf, dass hyperkinetische Auffälligkeiten vererbt werden.

9.2. Hormonelle Ursachen

Eine weitere Ursache des Syndroms liegt wahrscheinlich in einer Funktionsstörung der Botenstoffe im Gehirn, die in allen Einzelheiten noch nicht erforscht ist.[47] Dopamin, ein Botenstoff (Neurotransmitter), wirkt wesentlich an der Reizweiterleitung im Frontalhirn mit. Normalerweise wird die Vielzahl von Reizen, die von den Sinnesorganen kommend im Gehirn eintreffen, durch bestimmte Nervensysteme sortiert, so dass nur die relevanten Reize wahrgenommen werden. Die bedeutungslosen Reize werden vor dem Erreichen der Hirnrinde durch hindernde Nervensysteme ausgeschaltet.[48] Genau in diesem Bereich liegt die Dysfunktion bei Menschen mit ADS. Neurotransmitter (Dopamin, Noradrenalin), die eine hemmende Wirkung[49] auf nicht relevante Reize haben, sind nur vermindert vorhanden, so dass das Gehirn von Informationen regelrecht überflutet wird.[50] Die Folge ist, dass ein Chaos im Gehirn entsteht, weil wichtige und unwichtige Reize nicht mehr auseinander gehalten werden können.[51]

9.3. Stoffwechselursachen

Eine weitere Störung, die bei Menschen mit ADS festgestellt werden kann, ist ein verminderter Traubenzucker-Stoffwechsel im Stirnhirn.[52]

Das Stirnhirn (lobus frontalis) hat die Funktion, Verhalten zu steuern, Impulse zu filtern und dem Menschen ein vorausschauendes Planen zu ermöglichen.[53] Zudem befindet sich das Arbeitsgedächtnis im Stirnhirn. Dieses ist verantwortlich für die Bewertung vorangegangener Dinge, für gerade passierte Dinge und für die Planung zukünftiger Aktionen. Eine verminderte Leistung des Arbeitsgedächtnisses würde erklären, warum Menschen mit ADS nicht in der Lage sind, aus den eigenen Erfahrungen zu lernen und die Folgen bestimmter Handlungsweisen vorauszusehen.[54]

Für interessante und spannende Erfahrungen gilt dies jedoch nicht. Aus ungeklärten Gründen scheinen Betroffene mit ADS in solchen Situationen aus ihren Fehlern zu lernen.[55] Ein deutliches Anzeichen für einen verminderten Traubenzucker-Stoffwechsel zeigen ADS-Kinder in ihrer Gier nach Zucker.[56] Ein überhöhter Zuckerkonsum bewirkt den Anstieg des Zuckerspiegels im Blut, so dass auch die Energieversorgung im Stirnhirn steigt.[57]

Die gestiegene Energieversorgung des Stirnhirns hat zur Folge, dass Kinder angemessenes Verhalten und eine gesteigerte Konzentration zeigen.[58] Lange hält dieser Zustand jedoch nicht an, da die Bauchspeicheldrüse den überhöhten Blutzuckerspiegel durch das Aufschütten des Eiweißhormons Insulin wieder senkt.[59] Zusätzlich hat die übermäßige Einnahme von Zucker den Effekt, dass die Bauchspeicheldrüse mit einer übermäßig hohen Ausschüttung von Insulin reagiert, so dass der Blutzuckerspiegel sogar unter den Normalwert herabsinken kann.[60] Die Folgen eines zu niedrigen Blutzuckerspiegels sind Unruhe, Zittrigkeit sowie aggressives Verhalten. Durch die Unterversorgung des Stirnhirns bei ADS-Kindern werden diese ungünstigen Merkmale, die bei ihnen sowieso schon ausgeprägt sind, noch verstärkt.[61]

[...]


[1] Krowatschek: Alles über ADS, S.16.

[2] Imhof, Skrodzki und Urzinger: Aufmerksamkeitsgestörte, hyperaktive Kinder und Jugendliche im Unterricht,

S. 8.

[3] Neuhaus: Hyperaktive Jugendliche und ihre Probleme, S.11.

[4] Ebd. S.17. (Eine Definition zum „Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom“ findet man in der „Internationalen

statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“, „hyperkinetische Störung

des Sozialverhaltens“ (ICD 10) oder in den „Diagnostischen Statistischen Manuals psychischer Störungen“

(DSM-IV)).

[5] Imhof, Skrodzki und Urzinger: Aufmerksamkeitsgestörte, hyperaktive Kinder und Jugendliche im Unterricht,

S. 73.

[6] Claus, Aust-Claus, Hammer: A-D-S das Erwachsenenbuch, S.145.

[7] Reimann-Höhn: ADS- So stärken Sie Ihr Kind, S.19.

[8] Freed, Parsons: Zappelphilipp und Störenfrieda lernen anders, S.33.

[9] Krowatschek: Alles über ADS, S. 21 (Im Bereich der ADS-Diagnostik ist von bis zu 30% zu rechnen.).

[10] Grosse, Skrodzki: Diagnostik und Therapie bei ADHS, S. 3. (Aus international an der allgemeinen

Bevölkerung erhobenen Daten ergibt sich eine Häufigkeit von 9,2% (5,8-13,6%) für Jungen und 2,9% (1,9-

4,5%) für Mädchen. Neuere deutsche Erhebungen fanden bei 6-10 Jahre alten Kindern in 6% ein ADHS.)

[11] Hallowell, Ratey: Zwanghaft zerstreut, S.65.

[12] Reimann-Höhn: ADS- So stärken Sie Ihr Kind, S.18.

[13] Spallek: Große Hilfe für kleine Chaoten, S.12.

[14] Reimann-Höhn: ADS- So stärken Sie Ihr Kind, S.19.

[15] Ebd. S.19.

[16] Hallowell, Ratey: Zwanghaft zerstreut, S.399.

[17] Spallek: Große Hilfe für kleine Chaoten, S.12.

[18] Hallowell, Ratey: Zwanghaft zertreut, S.22.

[19] Krowatschek: Alles über ADS, S.22.

[20] Ebd. S.33.

[21] Ebd. S.32.

[22] Reimann-Höhn: ADS- So stärken Sie Ihr Kind, S.13.

[23] Ebd. S. 23.

[24] Ebd. S.24.

[25] Neuhaus: Hyperaktive Jugendliche und ihre Probleme, S.35.

[26] Ebd. S.36.

[27] Ebd. S.36.

[28] Krause: Jugendliche schlichten, S.12./ Neuhaus: Hyperaktive Jugendliche und ihre Probleme, S.17.

[29] Neuhaus: Hyperaktive Jugendliche und ihre Probleme, S.17.

[30] Neuhaus: Hyperaktive Jugendliche und ihre Probleme, S. 89.

[31] Ebd. S. 89.

[32] Skrodzki: Hyperaktivität, S.33.

[33] Neuhaus: Hyperaktive Jugendliche und ihre Probleme, S.93.

[34] Ebd. S.94.

[35] Ebd. S.98.

[36] Ebd. S.98.

[37] Ebd. S.99.

[38] Ebd. S.100.

[39] Ebd. S.36.

[40] Krause: Jugendliche schlichten, S.34.

[41] Neuhaus: Hyperaktive Jugendliche und ihre Probleme, S.40.

[42] Skrodzki: Hyperaktivität, S.37.

[43] Neuhaus: Hyperaktive Jugendliche und ihre Probleme, S.41.

[44] Döpfner, Schürmann, Lehmkuhl: Wackelpeter und Trotzkopf, S.27; Reimann-Höhn: ADS- So stärken Sie Ihr

Kind, S.31; Neuhaus: Das Hyperaktive Kind und seine Probleme, S.57; Imhof, Skrodzki, Urzinger

Aufmerksamkeitsgestörte, hyperaktive Kinder und Jugendliche im Unterricht, S.61.

[45] Döpfner, Schürmann, Lehmkuhl: Wackelpeter und Trotzkopf, S.27.

[46] Krowatschek: Alles über ADS, S.62.

[47] Neuhaus: Das Hyperaktive Kind und seine Probleme, S.52.

[48] Hallowell, Ratey: Zwanghaft zerstreut, S.417; Aust-Claus, Hammer: Das ADS-Buch, S.99;

Döpfner, Schürmann, Frölich: Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischen und oppositionellem

Problemverhalten, S.3.

[49] Schäffler, Schmidt, Fischer: Biologie, Anatomie und Psychologie für Pflegeberufe, S.137.

[50] Hallowell, Ratey: Zwanghaft zersteut, S.417.

[51] Aust-Claus, Hammer: Das ADS-Buch, S.100.

[52] Hallowell, Ratey: Zwanghaft zerstreut, S.410; Neuhaus: Das Hyperaktive Kind und seine Probleme, S.54.

[53] Ebd. S.409.

[54] Ebd. S.412.

[55] Neuhaus: Das Hyperaktive Kind und seine Probleme, S.54.

[56] Spallek: Große Hilfe für kleine Chaoten, S.99.

[57] Hallowell, Ratey: Zwanghaft zerstreut, S.408; Spallek: Große Hilfe für kleine Chaoten, S. 99.

[58] Hallowell, Ratey: Zwanghaft zerstreut, S.409.

[59] Schäffler, Schmidt: Biologie, Anatomie und Psychologie für die Pflegeberufe, S.263.

[60] Spallek: Große Hilfe für kleine Chaoten, S.100.

[61] Ebd. S.100.

Ende der Leseprobe aus 95 Seiten

Details

Titel
Kinder und Jugendliche mit ADS in Schule und Unterricht
Note
2
Autor
Jahr
2006
Seiten
95
Katalognummer
V119848
ISBN (eBook)
9783640236527
Dateigröße
1103 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinder, Jugendliche, Schule, Unterricht
Arbeit zitieren
Natalie Dillmann (Autor), 2006, Kinder und Jugendliche mit ADS in Schule und Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119848

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