Der erste Blick hinter die Coulissen

Aus: Flügel auf! Novellen


Klassiker, 2008

55 Seiten

Ilse Frapan (Autor:in)


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Fräulein Adelheid Severin war sehr vergnügt aufgestanden und schon beim Waschen von ihrer Freundin Annita mit Glückwünschen und Küssen überfallen worden, obgleich ihre Nase gerade eingeseift war. So hatte sich’s Adelheid gewünscht, und es stand ihr frei zu wünschen, denn sie beging ihren siebzehnten Geburtstag. Annita hatte einen vollen Veilchenkorb, eine Menge frischer Februarluft und zwei Backen wie dunkle Frühjahrsrosen mit hereingebracht, und in Adelheids Zimmer war bald ein lautes Zwitschern und Girren entstanden, wie es so ein paar sorgenlose leichtflüglige Vögel zu vollführen pflegen, sobald sie auf demselben Stängelchen zu sitzen kommen.

Auf einem Stuhle saßen sie allerdings, und die große hellblonde Adelheid drückte ihr etwas formloses Gesicht an das kleinere dunkle Mädchen. Bewundernd fuhr sie ihr über die schweren schwarzbraunen Flechten, die, von silbernen Nadeln gehalten, tief in den Nacken herunterfielen:

»Wenn Du so rothe Backen hast, kann niemand gegen Dich aufkommen.«

»Ah, ich bin ja nur ein schwarzer Zwerg«, wehrte Annita, »aber ich bleibe den ganzen Tag hier, und es soll so lustig werden, wie noch nie.«

Adelheid war fast ein Jahr älter als die Freundin, aber sie waren von je Mitschülerinnen gewesen. Sie häkelten dieselben Spitzen, schwärmten für denselben Literaturlehrer, trugen dieselben gestickten Theeschürzchen und aßen von demselben Schneeball, wenn sie gelegentlich, hinter einem Pfeiler versteckt, in der Konditorei von Homann den Empfangstag monatlichen Taschengeldes feierten.

Sie hatten auch schon zusammen geweint, am meisten, wenn Adelheids Mama »ungerecht« war und ihr nicht erlauben wollte, in den Wochentagen zu lesen. »Schon wieder das buch vor der Nase Herrjes, Kind, hast Du denn gar nichts Besseres vorzunehmen?« Dann war Annita noch trauriger und empörter als ihre Freundin, und ein paarmal hatte sie schon Worte gegen Frau Severin auf der Zunge gehabt, – Worte – – aber sie hatte sie zum Glück wieder verschluckt, um sich im Leseklub, den die Mama erlaubte, mit Heftigkeit auszusprechen.

»Wißt Ihr was? Ich habe einen Satz von Jean Paul gefunden, darin sagt er, die Frauen hätten ein verwachsenes, verkochtes, vernähtes Leben Solche kluge Männer, solche Dichter und Schriftsteller, müssen es doch wissen, nicht?«

Alle Mädchen fingen an zu lachen: »Igitt, wie dumm Was wissen die Schriftsteller davon Die schweben ja immer in den höhern Regionen. Sollen sich die Herren vielleicht selber die Knöpfe annähen? Und übrigens, was für’n Unsinn, waschen thut man doch nicht? Das haben wir doch gottlob nicht nöthig, das thut doch das Mädchen oder die Schnellwäscherei, und wenn ich auch mal in die Küche geh’ und nach dem Topf seh’, darum fällt mir noch lange keine Perle aus der Krone«

»Jean Paul ist überhaupt furchtbar überspannt, glaub’ ich, den dürfte ich nicht lesen« rief ein älteres Mitglied aus der Ecke.

Annita war überstimmt. Sie weinte jetzt vor Ärger, klopfte auf den Tisch und rief: »Sagt, was Ihr wollt, Adelheid und ich, wir wollen nicht nur so Hausfrauen werden –«

Über die Gesichter der Mädchen legte sich kaltes Entsetzen. Sie ließen sämmtlich ihre Stickereien sinken und starrten Annitas geröthete Augen an.

»Sie wollen keine Hausfrauen werden,« sagten sie flüsternd; alle sahen auf einmal fremd und feindselig aus. Endlich rief eine mit spitzem Lachen:

»Ich glaube, Ihr braucht nicht bange zu sein, mit solchen Grundsätzen kriegt man gewiß keinen ab.«

Ein triumphirendes Hohngelächter fiel ein. Annitas Augen funkelten:

»Ich will mich überhaupt so wie so nicht verheirathen« rief sie überlaut. Da ging die Thür auf, und die Mutter des Mitglieds, bei dem grade der Klub abgehalten wurde, erschien mit prüfendem lauerndem Blick auf der Schwelle.

»Was für unpassende Gespräche für so junge Mädchen«, sagte sie verweisend gegen Annita, »Sprecht lieber etwas Angemesseneres Hier in der ›Modenwelt‘ ist ein puppiger Babyschuh, den könnten Sie mir vielleicht abhäkeln, nicht Adelheid? Sie haben eine so liebe vernünftige Mama«, und sie legte die Hand auf Adelheids Haar, »lassen Sie sich nur nicht weis machen, daß irgendein Mensch in der ganzen Welt besser versteht, was Ihnen gut ist, als Ihre liebe praktische Mama, die ich herzlich grüßen lasse.«

Adelheid war sehr roth geworden damals; »ja, liebe Frau Pastorin,« hatte sie gemurmelt, und Annita hatte es ihr nicht übel genommen, daß sie sie nicht vertheidigt hatte. Sie beschlossen dann beide auf dem Heimwege, nicht zu heirathen, und Adelheid meinte nur, Annita sei etwas zu weit gegangen, und es könnte leicht etwas Unangenehmes geben.

Und das war auch geschehen. Nacheinander hatten die Mitglieder ihren Austritt aus dem Leseklub angezeigt, die eine ohne Angabe der Gründe, die meisten unter einem Vorwand. Die Pastorstochter hatte im Namen ihrer Mutter mitgetheilt, daß sie leider in Zukunft nicht mehr kommen könne, da sich »ungeeignete Elemente« in dem Klub geltend machten. Eine hatte sich abgemeldet wegen »Bruchs der Statuten.« Jede Theilnehmerin hatte sich nämlich feierlich verpflichtet, bei ihrer Verlobung eine Eistorte, bei ihrer Verheirathung einen Ball zu spendiren. Wohin gerieth man nun, wenn es Mitglieder gab, die von vornherein die Absicht kundthaten, sich weder zu verloben noch zu verheirathen?

Annita war sehr betrübt und reuevoll gewesen über ihre Schroffheit, die so schreckliche Folgen gehabt hatte. Sie fiel Frau Severin um den Hals und bat sie mit Thränen, ihr zu verzeihen und sie nicht von Adelheid zu trennen, die auf der andern Seite an der Mutter herumstreichelte und schon zwei Taschentücher vollgeweint hatte.

Die dickbäckige weichherzige Frau wußte gar nicht, wie ihr geschah. »Kinder, Kinder, was macht Ihr mir für Kummer,« stöhnte sie, »achhott, Nita, heul doch nicht so, ich bin Dir ja gar nicht mehr böse, nee, nee, ich hab’ da nix gegen, daß Du Adelheid besuchst, hast ja keine Mama, arme Deern, ach nee, das find ich nu auch ’n büßchen von Frau Pastorin – das wird je alle nich so heiß aufgegessen, wie das gekocht wird, – nee, komm Du man, aber ich will Dir was sagen Kind, Du mußt Adelheid ihre Flickstunde mitnehmen, und zum Frühjahr könnt Ihr zum Plättkursus in die Gewerbeschule gehn. All die Grappen und Mucken im Kopf, die locken keinen Hund hinterm Ofen raus, und wir sind einfache Leute, Papa muß arbeiten, ich muß arbeiten, die Jungens müssen arbeiten, Adelheid muß ihr Theil thun. Ich bin he auch nich so, ich les’ je gern beim Stricken, die Marlitt is ganz nett so weit, und die Heimburg is noch netter, da könnt ihr nichts Schlechtes aus lernen. Und Galen schrieb auch sehr schön, aber das war mehr früher, und Ihr müßt nich denken daß ich prosaisch bin. Zum Beispiel Julius Sturm, den seine Gedichte sind so niedlich – ach, Ihr seid je noch Kiekindiewelts, Ihr müßt noch viel lernen, eh’ Ihr mal’ ’n Hausstand führen könnt«

Dieser Vorfall hatte die Freundinnen enger verbunden, Annita machte keine Bemerkungen mehr über Frau Severin, und die gute Dame hatte das mutter- und geschwisterlose Mädchen, dessen Vater sehr viel auf Reisen war, wie ihre eigene Tochter ans Herz genommen.

Eben erscholl ihre etwas weinerliche Stimme vor der Thür der säumigen Mädchen. »Aber so kommt doch endlich Ich lauf’ immerlos mit der Chokoladenkanne wieder in die Küche Nita, mußt mal’n büschen nachpökern Die Jungens müssen je weg, und sie wollen Dir doch vorher gratuliren, Adelheid.«

Mit verschlungenen Armen liefen die Freundinnen die Treppe hinunter, in die Eßstube, wo der Geburtstagstisch zwischen zwei Fenstern ihnen entgegenleuchtete, denn der älteste Bruder hatte grade, als er die Mädchen draußen hörte, die siebenzehn Lichter um die Torte angezündet.

»Guten Morgen, mein altes Zebra«, sagte der Tertianer Paul, der dritte in der Reihe der fünf hellblonden, dünn aufgeschossenen Severins; »ich schenk’ Dir diesen Fingerhut; wenn er zu weit ist, kann ich ihn umtauchen.«

»Ach, wie reizend, Perlmutter« rief Adelheid, die in ihrem braun und weiß gestreiften Morgenkleide schon ganz wie ihre Mama im kleinen aussah.

»Paul, wähle doch nicht immer solche zoologische Bilder« sagte August, der älteste, der schon Comptoirist in einem großen Bankgeschäft war, »Adelheid, ich erlaube mir, Dir mit diesem Regenschirm unter die Arme zu greifen; eine Beschirmung ist immer nothwendig für junge Mädchen, finden Sie nicht auch, Annita, und wenn man nicht immer alles selber thut.« – Er strich sich süß lächelnd die sprossenden Koteletten.

Annita starrte ihn an. August sieht eigentlich doch mal dumm aus, dachte sie, wenn er nicht so furchtbar gut und nett wäre – –

Max, der sich augenblicklich in der Einjährigenpresse befand, zog mit langem Gesicht die Uhr: »Je, Kinder, ich muß weg, gib mir wenigstens en Happen Kuchen, Mama Ich schenk’ Dir heut Mittag was, wolln erst mal sehn, was Du all kreigst, immer praktisch, nich?«

Cäsar, der vierzehnjährige, lehnte mit blassem Gesicht an der Thür. Er war gestern krank aus der Schule gekommen; die zwei Eier, die er seiner Blutarmuth wegen morgens vor dem Weggehen von der Mama eingestopft bekam, hatten ihm Krämpfe verursacht.

»Darf ich wirklich keine Chokolade trinken?« wimmerte er mit hängendem Munde. Annita und Adelheid baten für ihn. Aber schon nach dem ersten Schlucke ward er grün im Gesicht und stürzte mit dem Taschentuch vor dem Munde zur Thür hinaus.

»Laß man, Mama, ich kann ja seine Tasse mit austrinken«, sagte gemächlich der kleine Ferdinand, die Arme wie zwei Flügel schützend über die Tassen gebreitet.

»Die Schneelandschaft is von mir«, sagte er zwischen dem Schlucken und Kauen, »das Papier heißt Pelinpapier und ist ausgekratzt«.

Adelheid freute sich über alles, aber das Schönste blieb doch das Ballkleid, von Mama. Rosa Krepp, – man konnte Stunden damit hinbringen, sich vorzustellen, wie es gemacht werden sollte. Man war ganz geblendet, wenn man es in Wolken auseinanderschüttelte und lange darauf blickte.

»Und es is nich mal so unpraktisch wie es aussieht«, sagte Frau Severin, »denn es kann immer chemikalisch gereinigt werden, und daß Du auch was Deftiges (Dauerhaftes) hast, – kuck der Flanellrock, der steht von selber, das is prima Waare, – ich bin aber auch schön rumgelaufen, bis ich den zu Dank gekriegt hab’.«

»Du bist süß«, sagte Adelheid und küßte ihre Mama auf das Doppelkinn, »Gott, Cäsar, Jung, iß doch nu keinen Puffer, Du wirst ja wieder elend, und wir wollen heute doch recht lustig sein.«

Es klingelte an der Hausthür. »Der Briefträger« Paul stürzte hinaus.

»Hurra ’n Paket, was krieg’ ich, Adelheid, was krieg’ ich?«

»Von wem is es denn? laß mich doch mal« – Frau Severin streckte neugierig die Hand aus. Es war Adelheids Adresse, der Absender nicht genannt. Als die Hülle fiel, sah man, daß ein Buch darin war, ein Buch, das in einer Papphülse steckte. Ein hochrother goldgepreßter Calicoeinband kam zum Vorschein.

»O Gott, ›Blüthen und Perlen‘ seufzte Adelheid verklärt.

Ein zartes Roth färbte ihr helles Gesicht, denn auf dem Mönchsblatt vorn stand:

»Gewidmet von Deinem Dich liebenden Cousin Adolf Scherer.«

»Kuck den alten guten Jung« machte Frau Severin voller Rührung.

»Nee, Du, Annita, das find ich niedlich, alles was recht is«

Annita war noch röther und verwirrter, als ihre Freundin. Ihr war das noch eigentlich passiert mir dem Adolf Scherer, nicht ihrer Freundin, warum brauchte denn Adelheid so entzückt zu thun? Freilich war es ja hier im Hause gewesen, vorigen Sommer, an dem heißen Augustabend; sie hatten ja auch beinah geglaubt, Adolf habe einen Sonnenstich gekriegt. Sich so merkwürdig zu betragen Annita war damals tagelang ganz aufgeregt gewesen, so unverständlich war ihr die ganze Geschichte. Na ja, ein bißchen sonderbar war Adolf wohl immer, vielleicht weil er »drüben« geboren war, in Venezuela, und erst als zehnjähriger Junge herübergekommen war und deutsch gelernt hatte. Nicht, daß man es ihm angesehen hätte. Er war klein und breitschultrig, hatte dunkelblondes Haar und etwas verschlafene Auge, die aber manchmal ganz lebendig werden und sogar funkeln konnten. An jenem Augustabend hatten sie fortwährend gefunkelt. Annita konnte ihr Gesicht drehn, wie sie wollte, immer sah sie in Adolfs aufgerissene Augen, die ihr folgten. »Wie hübsch Dein Kleid ist« hatte er plötzlich gesagt und war ihr mit seiner Hand über den schmalen Gartentisch hinüber nach dem Halse gefahren. Hatte sich Annita erschrocken Und Adelheid nicht minder, die neben ihr saß.

»Igitt, Adolf, was fällt Dir denn ein, da ist ja gar kein Kleid mehr« hatte Adelheid gerufen, und das war gewißlich war, denn das bläuliche Sommermousseline hatte ja einen herzförmigen Auschnitt, aus dem Annitas rundes braunes Hälschen wie ein dunkler Blumenstengel hervorwuchs.

Frau Severin war gerade an der Laube vorübergekommen und hatte Annita herausgewinkt.

»Komm, Kind, ich hab’ en ganze gute Spitze oben, Du bist wirklich schon en büschen zu groß, und das Kleid is gräßlich nackend, – nee, ärger’ Dich man nich, das is was Furchtbares mit den Jungens, sie sehn so was gleich und halten sich darüber auf. Hott, wenn sie das noch sagen, is immer noch besser, als daß sie sich im stillen mokieren. Der Adolf is je das reinste Gör, bloß’n büschen tapfig.«

Aber Annita hatte wenig auf das Zureden der guten Frau geachtet und zornige Thränen vergossen; warum, wußte sie selbst nicht recht, – ja doch, – sie besann sich – hauptsächlich, daß er so klein und dick war, ärgerte sie schrecklich.

Und als sie vor dem Spiegel den weißen pastorenhaften Kragen sah, den Mama Severin ihr umgebunden hatte und der sie ganz mulattenhaft schwarz aussehen machte, fühlte sie sich tief unglücklich und als ein Opfer des Schicksals und wollte nicht wieder in die Laube zurückkehren, sondern sofort nach Hause gehn.

Aber nun fing auch Frau Severin an, sich die Augen zu wischen: »Man ist mit dem Mädchen wie eine Mutter, weil es einen jammert; man thut ihm alles zu willen; es ist hier im Hause aufgenommen wie eine Tochter, aber ist es auch nur ein kleines Spierchen dankbar dafür? Ob Adelheid nachher traurig ist, und der arme Jung der Adolf muß doch wunder denken, wie er sie beleidigt hat, und man mag anfangen, was man will, immer muß Zank unter den Kindern sein; könnten Gott danken, daß sie hier in dem schönen Garten sitzen dürfen, und en ganze Schüssel voll Bickbeeren mit Milch sollten sie abends kommen; man denkt immer, was ihnen schmeckt, und zerreißt sich, daß sie alle ihr Recht kriegen.«

Annita umfaßte die Bekümmerte mit beiden Armen, küßte sie leidenschaftlich und bat um Verzeihung; fünf Minuten später betraten sie Arm in Arm den Garten; Frau Severin lächelnd, denn das kleine heftige Mädchen war ihr wirklich so lieb, daß sie es gern behalten hätte, – Annita mit schamvoll gesenktem Kopf, der sich erst wieder erhob, als Adelheid ihnen entgegenrief, Adolf sei weggelaufen.

Lange freilich blieb er nicht aus, und sein Gesicht war geröthet, als er wieder kam. »Hast Du Wein getrunken?« sagte Frau Severin mit mütterlichem Unwillen. »Nein« Adolf runzelte die Stirn, Annita mochte ihn gar nicht ansehen.

»Wovon siehst Du denn so roth aus?«

»Ach, ich bin gelaufen«, murrte Adolf.

»Gelaufen? Wohin?«

»Ach, so ’n büschen aufs Heiligengeistfeld, laß mich doch in Ruh, Tante.«

»Was hast Du denn auf’m Heiligengeistfeld zu thun gehabt?« sagte Adelheid neugierig.

»Ich hab’ mich – ausgebrüllt, – was geht Euch das an?«

»Igitt, Adolf, sei doch nich so eklig mit uns« schmeichelte Adelheid, »wir meinen es ja doch nur gut mit Dir Was hast Du denn da zu brüllen?«

»Ach, ich muß manchmal ’n büschen schreien, weiß nich, muß ich« Adolf zuckte die Achseln und sah verdrießlich aus.

Frau Severin betrachtete ihn besorgt.

»Adolf, mein guten Jung, ich hab’ schöne kalte Buttermilch, soll ich Dir mal ’n Glas voll ’raus holen?«

Der Bursch schüttelte ihre rundliche Hand von seiner Schulter: »Warum kuckst Du denn so, Tante? ich bin doch kein Wunderthier? Ich laß Euch ja auch in Ruh.«

»Nein Gott, Kind, Du bist doch nich mal ohne Hut in der Sonne gegangen? Wollen wir nich ’n Brausepulver machen? Adelheid, oben auf’n« –

»Tante, wenn Du mich lieb hast, quäl mich nicht mehr«

Annita erinnerte sich deutlich bittend hervorgestoßenen Worte, die ein besonderes Echo in ihr weckten, obgleich auch sie den sonst so ruhigen Jungen heute beinah unheimlich fand. Sie hatte plötzlich gesagt:

»Laßt und doch ein bißchen Reisen spielen, eh es ganz dunkel wird, Adolf spielt gewiß mit, nich?«

55 von 55 Seiten

Details

Titel
Der erste Blick hinter die Coulissen
Untertitel
Aus: Flügel auf! Novellen
Autor
Jahr
2008
Seiten
55
Katalognummer
V119872
ISBN (eBook)
9783640234226
ISBN (Buch)
9783640234530
Dateigröße
622 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Blick, Coulissen
Arbeit zitieren
Ilse Frapan (Autor:in), 2008, Der erste Blick hinter die Coulissen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119872

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