„Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Mensch läuft“ hat sich Marathon-Olympia-Sieger Emil Zatopek aus Tschechien im Jahr 1955 geäußert. Dieses Zitat steht für den enormen Laufboom der letzten Jahrzehnte, der in einen weltweiten Marathon-Boom mündete. Vom Marathon geht bereits seit langer Zeit eine große Faszination aus. Millionen Menschen werden seit jeher, ob als Aktive oder auch als Zuschauer, vom Mythos der längsten olympischen Laufdistanz in ihren Bann gezogen. Die 42,195 Kilometer lange Distanz gehört nicht nur innerhalb der Leichtathletik, sondern auch unter allen Sportarten, zu den bedeutendsten Disziplinen. Der Marathon hat eine große Tradition, die ihren Ursprung in einem geschichtlichen Ereignis hat, das mehr als 2.500 Jahre zurück liegt. Diese Tradition greifen immer mehr Menschen aktiv auf. Sie stellen sich einer Herausforderung, die sowohl Körper, als auch Psyche fordert. In der von immer mehr Stress geprägten Gesellschaft dient das Marathon-Laufen als Ausgleich, der Psyche und Seele rehabilitiert. Dieser Bedarf ist in den letzten Jahrzehnten enorm angestiegen. Das ausdauernde Laufen ist gesund und fördert die Fitness sowie das Wohlbefinden. Doch noch vor 50 Jahren hätte man es wohl nicht für möglich gehalten, dass Millionen von Menschen in der Lage und auch willig sein würden, eine Distanz von mehr als 42 Kilometern laufend zurückzulegen, die in etwa der Entfernung zwischen Köln und Düsseldorf entspricht. Die Entwicklung des Marathons verlief rasant. Dies bezieht sich nicht nur auf den Leistungssport und deren Professionalisierung, wie es in nahezu allen Sportarten der Fall war. Sondern diese bezieht sich auch und vor allem auf den Breitensport. Aus dem Nichts heraus etablierte sich der Marathon innerhalb von 20 Jahren zu einem beliebten Volkssport sowie zu einem interhumanen, Freundschaften knüpfenden Gesellschaftssport. Im Zuge des allgemeinen Fitnesstrends entstand in den 80er Jahren ein regelrechter Laufboom und in Folge dessen auch ein Marathon-Boom. Inzwischen wird die Zahl der weltweiten Marathon-Läufer auf zwei Millionen geschätzt, wobei die Tendenz weiter steigend ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Themeneinführung
1.2 Inhalt und Untersuchungsziele
2. Die historische Entwicklung des Marathons
2.1 Schlacht von Marathon und Sage vom Marathon-Boten
2.2 Erster olympischer Marathon und Spyridon Louise
2.3 Entstehung der Marathon-Distanz
2.4 Marathon als Zuschauersport zu Beginn des 20. Jahrhunderts
3. Der Marathon-Boom
3.1 Aufstieg des Marathons
3.1.1 Professionalisierung von Marathon-Läufern
3.1.2 Entwicklung der Läuferzahlen
3.1.3 Entwicklung der Marathon-Veranstaltungen
3.2 Marathon als Frauensport
3.3 Profiteure der Marathon-Entwicklung
3.4 Gründe des Marathon-Booms
3.5 Marathon-Entwicklung der letzten fünf Jahre
4. Marathon-Laufen im Bergischen Land
4.1 Bedeutung des Marathons im Bergischen Land
4.1.1 Marathon-Situation im Bergischen Land
4.1.2 Laufbedingungen im Bergischen
4.1.3 Bergische Städte als Lauf-Entwicklungshelfer
4.1.4 Laufvereine im Bergischen
4.1.5 Marathons in der Umgebung des Bergischen
4.2 Laufverhalten der bergischen Marathon-Läufer
4.2.1 Empirische Untersuchung der bergischen Marathon-Läufer
4.2.2 Charakteristik der bergischen Marathon-Läufer
4.2.3 Laufgewohnheiten der bergischen Marathonis
4.2.4 Trainings- und Wettkampforte der bergischen Marathonis
4.3 Pushfaktoren für den Marathon-Boom in Remscheid
4.3.1 Remscheider Marathon-Projekt
4.3.2 Remscheider „Röntgenlauf“
4.3.3 Lauf-Berichterstattung in der lokalen Presse
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die weltweite Entwicklung des Marathons zum modernen Massen- und Gesellschaftssport sowie die regionalen Ausprägungen dieses Phänomens im Bergischen Land. Ziel ist es, die Gründe für den "Marathon-Boom", die Rolle von Pushfaktoren sowie das Laufverhalten der regionalen Läufer auf Basis einer empirischen Befragung zu analysieren.
- Historische Ursprünge und Mythenbildung des Marathons
- Analyse des globalen Lauf- und Marathon-Booms
- Entwicklung des Marathons als Frauensport
- Regionale Untersuchung: Laufverhalten und Marathon-Situation im Bergischen Land
- Einfluss von lokalen Projekten und Presseberichterstattung auf die Marathon-Entwicklung
Auszug aus dem Buch
2.1 Schlacht von Marathon und Sage vom Marathon-Boten
Die Sage, die für die Distanz des ersten Marathon-Wettbewerbs bei den ersten olympischen Spielen und somit auch für die heutige Marathon-Distanz verantwortlich ist, erzählt von einem Griechen, der im Jahr 490 vor Christus den Sieg der Griechen über die Perser verkündet habe. Diese beiden Völkergruppen bekämpften sich am 12. September 490 vor Christus auf einem riesigen Schlachtfeld, das bei der Kleinstadt Marathon lag. Die Stadt Marathon liegt etwa 40 Kilometer nordöstlich von der griechischen Hauptstadt Athen. Bei dem Kampf ging es um territoriale Gebiete, wobei die Perser in deutlicher Überzahl waren. Die Perser unter dem Großkönig Dareios I. hatten Griechenland angegriffen und wollten nun die Hauptstadt in ihren Besitz nehmen. Doch die Athener waren trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit siegreich und konnten die Perser vertreiben. Daraufhin gab der zuständige Feldherr namens Miltiades einem Landsmann den Befehl, die Kunde über den errungenen Sieg nach Athen zu übermitteln.
Hierbei gibt es zwei verschiedene Versionen, wie dies passiert sein solle beziehungsweise welche Identität der Bote gehabt habe. Laut erster Version habe es sich bei dem Nachrichtenübermittler um einen Soldaten gehandelt, der kurz zuvor noch mitgekämpft habe und mit samt seiner rund 20 Kilogramm schweren Rüstung ins 40 Kilometer entfernte Athen gelaufen sei. Dort habe er den Palast erreicht und den in Unwissenheit über den Ausgang des Kampfes befindlichen Stadtherren verkündet „Seid gegrüßt. Wir haben gesiegt.“ Nach diesen beiden Sätzen sei er zusammengebrochen und verstorben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Faszination Marathon, Darstellung des rasanten Trends zum Breitensport und Definition der Untersuchungsziele der Arbeit.
2. Die historische Entwicklung des Marathons: Erläuterung der antiken Mythenbildung, des ersten olympischen Marathons 1896 und der Standardisierung der Distanz 1921.
3. Der Marathon-Boom: Analyse der Leistungsexplosion, Professionalisierung, der Entwicklung der Läuferzahlen und des Wandels zum Frauensport sowie der Gründe für den allgemeinen Trend.
4. Marathon-Laufen im Bergischen Land: Detaillierte regionale Analyse der Marathon-Situation im Bergischen Land, inklusive empirischer Befragung von 255 Läufern und Identifikation lokaler Pushfaktoren.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung des Marathon-Booms und Prognose über die zukünftige Entwicklung sowie die Stagnation zugunsten kürzerer Laufdistanzen.
Schlüsselwörter
Marathon, Laufboom, Bergisches Land, Remscheid, Marathon-Projekt, Röntgenlauf, Sportsoziologie, Breitensport, Laufverhalten, empirische Untersuchung, Marathon-Distanz, Frauensport, Pushfaktoren, Stadtentwicklung, Laufvereine
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung des Marathons von einer historischen, teils mythologisch begründeten Disziplin hin zu einem globalen Breitensport-Phänomen mit einem spezifischen Fokus auf die regionale Situation im Bergischen Land.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die historische Genese, den globalen Aufstieg der Läuferzahlen, die Professionalisierung und Kommerzialisierung sowie die soziologische Betrachtung des Laufverhaltens im Bergischen Land.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die weltweite Marathon-Entwicklung zu skizzieren und diese Erkenntnisse durch eine eigene empirische Untersuchung der bergischen Läuferschaft in den regionalen Kontext zu übertragen, um lokale Besonderheiten zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zur historischen und globalen Entwicklung sowie eine empirische quantitative Untersuchung mittels Befragung von 255 Marathon-Läufern im Bergischen Land.
Was sind die Schwerpunkte im Hauptteil?
Im Hauptteil werden neben den allgemeinen Trends des Marathon-Booms insbesondere die regionale Lauf-Infrastruktur, Vereinstrukturen, Pushfaktoren wie das Remscheider Marathon-Projekt und das individuelle Laufverhalten der befragten Probanden detailliert untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem zentralen Begriff "Marathon" sind Begriffe wie Laufboom, Bergisches Land, Remscheid, Röntgenlauf und empirische Untersuchung für diese Publikation maßgeblich.
Warum wird speziell das Remscheider Marathon-Projekt hervorgehoben?
Das Projekt wird als entscheidender Pushfaktor für den überdurchschnittlichen Marathon-Boom in Remscheid identifiziert, da es durch gezielte Betreuung viele Laufneulinge nachhaltig für den Marathon-Sport gewinnen konnte.
Welche Rolle spielt die Lokalpresse für den Marathon-Boom in Remscheid?
Die Lokalpresse, insbesondere der "Remscheider Generalanzeiger", dient als Multiplikator, der durch exzessive Berichterstattung und Sponsoring das öffentliche Interesse am Laufsport hoch hält und die Identifikation mit lokalen Events wie dem Röntgenlauf fördert.
- Arbeit zitieren
- Christian Werth (Autor:in), 2008, Entwicklung des Marathons unter besonderer Berücksichtigung des Marathon-Laufens in der Bergischen Region, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119885