„The Medium ist the Message“ - diese zentrale These des Medientheoretikers Marshall McLuhan meint, dass die weltgestaltende Kraft des Mediums im Medium selbst, nicht in der vom Medium übermittelten Botschaft liegt. Nicht die aus dem Inhalt zu entschlüsselnde Botschaft ist für eine Medientheorie relevant, sondern die aus dem Medium entstehende Wirkung. Diesen Aussagen ist ein sehr weit gefasster Medienbegriff grundgelegt. Fast jeder Gegenstand hat mediale Eigenschaften. Demnach ist das Buch ebenso ein Medium wie die Eisenbahn. Jedes Medium wirkt sich auf das menschliche Zusammenleben aus.
In der vorliegenden Arbeit wird zunächst einmal kurz die Geschichte der Medien wiedergeben, wie sie Marshall McLuhan auf dem Fundament seiner Grundaussagen entwickelt. Im Anschluss an diesen historischen Aufriss geht es darum, ein Werk McLuhans, die „Gutenberg-Galaxis“, in seinem Aufbau vorzustellen. Aus der Fülle an Informationsmaterial, die das Buch bietet, werden einige Momente herausgearbeitet, die die Medienentwicklung bis hin zur Gutenberg-Galaxis bestimmen. Zunächst geht es um die Vorstufe zum Zeitalter der Gutenberg-Galaxis, die in der literalen Schriftkultur besteht. Im Weiteren geht es um die Gutenberg-Galaxis selbst und ihre gesellschaftsrelevanten Auswirkungen. Dann geht es noch um eine kritische Anfrage an McLuhans zentrale These und um die Frage nach der Gegenwarts- und Zukunftsrelevanz der Visionen, die McLuhan vor allem im Kontext des vierten Medienzeitalters, des „elektronischen“, entwickelt; Zuletzt stelle ich eine sehr kurz gefasst theologische Assoziation vor, die sich bei mir in der Auseinandersetzung mit McLuhans Medientheorie entwickelt hat.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die vier Medienzeitalter und McLuhans Gutenberg-Galaxis
- Die vier Zeitalter
- Das phonetische Alphabet und die literale Manuskriptkultur
- Distanzierung zur wahrgenommenen Welt
- Das vom Sehen beeinflusste Denken verabschiedet sich vom Handeln
- Das vom Sehen beeinflusste Denken wird „neutraler“
- Politische Dimension
- Entsakralisierung
- Manuskriptkultur und lautes Lesen
- Die Gutenberg-Galaxis
- Verschärfung des Primats des Sehens und starrer Gesichtspunkt
- Biblischer Fundamentalismus und Pluralismus
- Das Alphabet als Grundlage des Buchdrucks
- Sprache als transportables Konsumgut
- Neue gesellschaftliche Ausformungen: Markt, Anklage, Nationalismus, Individualismus, Außenseitertum, Sprachregulierung
- Ist das „Medium“ wirklich die „Message“?
- Das „Inhalte-Loch“
- Marshall McLuhans „globales Dorf“ – doch nicht so rosig und doch schön
- Theologische Assoziationen
- Herbert Marshall McLuhan
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit untersucht Marshall McLuhans Medientheorie und deren Anwendung auf die „Gutenberg-Galaxis“. Die Arbeit verfolgt das Ziel, McLuhans zentrale These – „The Medium is the Message“ – zu erläutern und im Kontext seiner vier Medienzeitalter zu verorten. Dabei wird insbesondere die „Gutenberg-Galaxis“ und deren gesellschaftliche Auswirkungen analysiert.
- McLuhans zentrale These: „The Medium is the Message“
- Die vier Medienzeitalter nach McLuhan
- Die „Gutenberg-Galaxis“ und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft
- Der Einfluss des Mediums auf die Wahrnehmung und das Denken
- Kritische Auseinandersetzung mit McLuhans Theorie
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in McLuhans Medientheorie ein und skizziert den Aufbau der Arbeit. Kapitel 2 beschreibt McLuhans Einteilung der Mediengeschichte in vier Zeitalter: orale Stammeskultur, literale Manuskriptkultur, die Gutenberg-Galaxis und das elektronische Zeitalter. Kapitel 3 konzentriert sich auf die literale Manuskriptkultur und deren Einfluss auf die Wahrnehmung und das Denken. Kapitel 4 befasst sich mit der Gutenberg-Galaxis, ihren gesellschaftlichen Folgen und kritischen Anfragen an McLuhans These.
Schlüsselwörter
Marshall McLuhan, Medientheorie, Gutenberg-Galaxis, Medienzeitalter, orale Kultur, Manuskriptkultur, Schriftkultur, „The Medium is the Message“, Wahrnehmung, Gesellschaft, Buchdruck.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet McLuhans These „The Medium is the Message“?
Diese These besagt, dass die Wirkung eines Mediums auf die Gesellschaft und die menschliche Wahrnehmung wichtiger ist als der eigentliche Inhalt, den es transportiert.
Welche vier Medienzeitalter unterscheidet Marshall McLuhan?
McLuhan unterteilt die Geschichte in die orale Stammeskultur, die literale Manuskriptkultur, die Gutenberg-Galaxis (Buchdruck) und das elektronische Zeitalter.
Was versteht man unter der „Gutenberg-Galaxis“?
Die Gutenberg-Galaxis bezeichnet die durch den Buchdruck geprägte Epoche, die das Sehen zum Leitsinn machte und gesellschaftliche Phänomene wie Nationalismus und Individualismus förderte.
Wie beeinflusste das phonetische Alphabet das menschliche Denken?
Laut McLuhan führte die Schriftkultur zu einer Distanzierung von der Welt, einer Neutralisierung des Denkens und einer Abkehr vom unmittelbaren Handeln zugunsten einer visuellen Logik.
Was ist das „globale Dorf“?
Es ist McLuhans Vision des elektronischen Zeitalters, in dem die Welt durch Vernetzung wieder enger zusammenrückt, ähnlich einer Stammeskultur, aber auf globaler Ebene.
- Quote paper
- Dr.theol. Stefan Huber (Author), 2005, Marshall McLuhan und die Gutenberg-Galaxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120001