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" [...] verkleinern is fast ebensogut wie verhübschen"

Eine Untersuchung zu Fontanes Poetik am Beispiel von Stine

Title: " [...] verkleinern is fast ebensogut wie verhübschen"

Seminar Paper , 2008 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Fritz Hubertus Vaziri (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Obwohl schon Arbeiten zur Poetik Fontanes vorliegen, hat sich die hier verfasste Studie die Aufgabe gestellt, die Auffassung des Autors von Dichtung und sein Selbstverständnis als Dichter noch einmal in Augenschein zu nehmen. Dabei werden natürlich die Einsichten früherer Abhandlungen in Verbindung mit Aussagen Fontanes zum Thema herangezogen, um eine Erkenntnisgrundlage zu schaffen, die als Ausgangsbasis für den zweiten Teil der vorliegenden Untersuchung dienen soll. Es seien an dieser Stelle vor allem die Beiträge von AUST – im von GRAWE herausgegebenen Fontane-Handbuch – und GRETER genannt.
Der erwähnte zweite Teil der im Folgenden entwickelten Analyse widmet sich einem Werk aus dem Schaffensprozess des Autors, um das im ersten Teil gewonnene theoretische Wissen an einem praktischen Beispiel Fontanescher Dichtung zu messen. Zu diesem Zweck wurde Stine, einer seiner kürzeren Berliner Gesellschaftsromane, ausgewählt. Nach Darlegung verschiedener Zusammenhänge zwischen Fontanes poetischen Prinzipien und seiner eigenen Produktion fasst ein abschließender Teil der hier präsentierten Arbeit wesentliche Einsichten noch einmal in einigen kurzen Sätzen zusammen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fontanes Poetik

2.1 Fontane und der Realismus

2.2. Des Dichters Selbstverständnis

2.3 Verklärung und Humor

3. Poetica in praxi

3.1 Stine

3.1.1 Der Spiegel

3.1.2 Elemente realistischer Erzählkunst

3.1.3 Das Zauberflötenmotiv

3.2 Einige Zwischenbemerkungen

4. Abschließendes

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das theoretische Poetik-Verständnis Theodor Fontanes und dessen praktische Anwendung am Beispiel seines Romans Stine. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Fontane sein poetisches Programm – insbesondere die Konzepte Realismus, Verklärung und Humor – in der erzählerischen Praxis umsetzt und wie diese Elemente als Gestaltungsmittel dienen.

  • Theoretische Grundlagen von Fontanes Poetik und Realismusverständnis.
  • Untersuchung des zentralen "Verklärungs"-Konzepts in Fontanes Literatur.
  • Analyse narrativer Techniken im Roman Stine (Spiegelsymbolik, Sprachgestaltung).
  • Deutung der Zauberflöten-Allusionen als Teil der humoristischen Erzählstrategie.
  • Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen philologischer Textdeutung.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Der Spiegel

AUST spricht von „tausend Finessen“, die Fontanes Werk „als vielstimmige Komposition“ erklingen lassen und meint damit „Anspielungen, Zitate, Allusionen, Postfigurationen, Zeichen, Versatzstücke aller Art“, durch die eine „Gratwanderung zwischen zeigenden und verbergenden Kunstgriffen“ vollzogen werde. AUST sieht hier „weitreichende poetologische [...] Konsequenzen“ und macht zugleich deutlich, dass neben den „Bedingungen“ und „Regeln“ an dieser Stelle auch die „Grenzen der Werkinterpretation“ zu verorten seien.69

Wo also anfangen, wenn man sich mit dieser „sublimen Kunst“ Fontanes konfrontiert sieht? 70 Vielleicht bei einem Blick auf den „Widerspiegelungsbegriff“, der bei der Beschäftigung mit „realistische[r] Programmatik“ regelmäßig begegnet.71 Dieser bezeichnet nach AUST „das perzeptive Verhältnis des Dichters zur Wirklichkeit und das produktive Verhältnis des Autors zum dichterischen Text“, wobei AUST die oben aufgestellte Behauptung bestätigt, dass es „eine direkte, ungebrochene Beziehung zwischen Text und Wirklichkeit“ nicht gebe.72 An gleicher Stelle hält er fest, dass Spiegel „den Übergang vom Realen zum Imaginären darstellen“.73 In diesem Zusammenhang kann ein Detail nicht unerwähnt bleiben, das gleich zu Beginn der Stine-Erzählung eingeführt wird: ein außen am Fenster von Stines Zimmer angebrachter „Dreh- und Straßenspiegel“.74

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Studie stellt ihre methodische Ausrichtung vor, Fontanes Dichtungsverständnis theoretisch zu fundieren und exemplarisch am Roman Stine zu analysieren.

2. Fontanes Poetik: Dieses Kapitel expliziert die zentralen ästhetischen Begriffe des Realismus, der poetischen Verklärung und des Humors als Trinität von Fontanes Werkverständnis.

3. Poetica in praxi: Anhand von Stine wird die praktische Anwendung der zuvor diskutierten poetischen Prinzipien durch spezifische Motive wie Spiegel und Zauberflöten-Allusionen untersucht.

4. Abschließendes: Die Arbeit resümiert, dass Stine als Programmbezeichnung für Fontanes realistische Abbildung gesellschaftlicher Wirklichkeit zu verstehen ist und diskutiert die Grenzen wissenschaftlicher Interpretierbarkeit.

5. Literaturverzeichnis: Verzeichnis der herangezogenen Primärquellen und der wissenschaftlichen Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Theodor Fontane, Stine, Poetik, Poetischer Realismus, Verklärung, Humor, Zauberflöte, Spiegelsymbolik, Literaturwissenschaft, Erzähltechnik, Mimesis, Poiesis, Gesellschaftsroman, Werkdeutung, Ästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Poetik von Theodor Fontane, insbesondere mit seinem Verständnis von Realismus und den Techniken der "poetischen Verklärung".

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Analyse konzentriert sich auf das Zusammenspiel von theoretischen Maximen und der praktischen literarischen Ausführung in Fontanes Roman Stine.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Fontanes Werke trotz scheinbar schlichter Handlung hochkomplexe Konstruktionen sind, die durch spezifische poetische Verfahren geformt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung arbeitet literaturwissenschaftlich und hermeneutisch, indem sie den theoretischen Diskurs der Forschung mit der detaillierten Textanalyse des Romans verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung (Poetik) und die konkrete Anwendung an Textbeispielen, wie dem Spiegelmotiv und den Anspielungen auf die Zauberflöte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Realismus, Verklärung, Humor, Zauberflöte, Stine und ästhetische Vermittlung.

Warum spielt die Zauberflöte in Stine eine Rolle?

Die Allusionen auf Mozarts Werk dienen laut der Arbeit als "Tiefenstruktur", um das eigentlich unerfreuliche Thema der Erzählung humoristisch zu distanzieren.

Welche Bedeutung hat das Spiegelmotiv im Roman?

Der Spiegel fungiert als erzähltechnische Schnittstelle zwischen Realität und Imagination und verdeutlicht Fontanes Methode der Verklärung des Alltäglichen.

Wie bewertet der Autor Fontanes eigene Aussagen zur Kunst?

Die Arbeit betont, dass Fontanes Äußerungen zu seiner Kunst oft unpräzise oder "augenblicksgebunden" sind, was eine wissenschaftliche Interpretation sowohl herausfordernd als auch notwendig macht.

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Details

Title
" [...] verkleinern is fast ebensogut wie verhübschen"
Subtitle
Eine Untersuchung zu Fontanes Poetik am Beispiel von Stine
College
Free University of Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Course
Literatur des 19.-21. Jahrhunderts
Grade
1,0
Author
Fritz Hubertus Vaziri (Author)
Publication Year
2008
Pages
25
Catalog Number
V120023
ISBN (eBook)
9783640240234
ISBN (Book)
9783640244492
Language
German
Tags
Literatur 19. Jahrhundert Fontane Individuum Gesellschaft Effi Briest
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fritz Hubertus Vaziri (Author), 2008, " [...] verkleinern is fast ebensogut wie verhübschen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120023
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