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Der Stricker, Ordo & Aufklärung

Title: Der Stricker, Ordo & Aufklärung

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jens Pfundstein (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Ziel dieses Aufsatzes ist die Beschäftigung mit dem Werk des Strickers. Unsere Aufmerksamkeit gilt dabei im Besonderen dem Ordo – Gedanken, seiner Bedeutung für den Handlungsverlauf und seiner Interpretation.
Im Gegensatz zu de Boor, können wir im Stricker keinen „[…] Vorfahr der Aufklärung […]“ (GL, 127) erkennen. Darum gehört es zu unserem Anliegen, zu beweisen, dass die Ansicht de Boors irrig ist.
Die Umsetzung dieses Vorhabens erfordert – objektiv betrachtet – eine vollständige Analyse des Stricker’schen Werkes. Dieser wollen wir uns nicht verschließen aber, aufgrund des Werkumfangs, sehen wir uns gezwungen, die Analyse auf wenige Texte zu beschränken.
Sinnvoll kann es daher nur sein, aus dem Werk des Strickers eine Auswahl an Texten zu präsentieren, an denen sich der Ordo – Gedanke, seine Bedeutung für den Handlungsverlauf nachvollziehen, interpretieren und auf die Richtigkeit der de Boor’schen Ansicht hin deuten lässt.
Diesem Vorsatz werden wir nachkommen, indem wir zunächst herausarbeiten, warum Ordnung für das mittelalterliche Denken eine solch enorme Bedeutung hat. Darauf aufbauend, wollen wir im nächsten Schritt das Konzept „Ordo“ erläutern, definieren.
Schritt Drei konzentriert sich auf die folgenden Texte:
DIZ IST VON EINEM KUNDIGEN KNEHTE (NM, 10 – 29)
DIZ MÆRE IST WIE EIN WÎP IREN MAN LEBENDIC BEGRUOP IESAN
(NM, 30 – 43)
Die Gäuhühner (KS, 264 – 271)
An diesen soll Folgendes illustriert werden:
1)Bedeutung des Ordo – Gedankens für den Text
2)Interpretation des Ordo im Text
3)Ausdeutung der Befunde und daraus zu ziehende
Schlussfolgerungen für die Vorstellung vom Stricker
als „[…] Vorfahr der Aufklärung […]“ (GL, 127).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2) Einführung

3) Eine fremde Zeit

3.1) Staatsform

3.2) Glaube

3.3) Zeitverständnis

4) Ordnung – Ordo – Organisation

4.1) Ordo – erste Annäherung

4.2) Maß, Zahl & Gewicht

4.2.1) Maß

4.2.2) Zahl

4.2.3) Gewicht

4.3) Ordo – eine Definition

4.4) Ordo und seine Wirkung

4.4.1) Ordo und Alltag

4.4.2) Ordo und Literatur

5) Der Stricker, der Ordo und seine Gestaltung in den Texten

5.1) DIZ IST VON EINEM KUNDIGEN KNEHTE

5.1.1) Ausdeutung

5.2) DIZ MÆRE IST WIE EIN WÎP IREN MAN LEBENDIC BEGRUOP IESAN

5.2.1) Ausdeutung

5.3) Die Gäuhühner

5.3.1) Ausdeutung

5.4) Zusammenfassung

6) Der Stricker – Vorläufer der Aufklärung ?

6.1) Was ist Aufklärung ?

6.2) Aufklärung und Mittelalter

6.3) Der Stricker – kein Vorfahr der Aufklärung

7) Beschluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Werk des Strickers im Hinblick auf das mittelalterliche Konzept des "Ordo" und widerlegt die These, der Autor sei als ein früher Vorläufer der Aufklärung zu betrachten.

  • Bedeutung der Ordo-Idee im mittelalterlichen Staats- und Alltagsverständnis
  • Strukturelle Analyse der Ordo-Metaphysik (Maß, Zahl, Gewicht)
  • Interpretation ausgewählter Mären des Strickers unter Ordo-Aspekten
  • Untersuchung der konservativen Systemstützung in den Texten
  • Gegenüberstellung von mittelalterlichem Obrigkeitsdenken und kantianischer Aufklärung

Auszug aus dem Buch

5.1) DIZ IST VON EINEM KUNDIGEN KNEHTE

Reduzieren wir die Handlung des Klugen Knecht[s] auf das Grundgerüst, so erhalten wir eine Erzählung, deren thematische Ausgestaltung von H. Fischer in den Bereich der „Geglückte[n] Entdeckung und Bestrafung des Ehebruchs“ (SM, 96) eingeordnet wird. Spannung und eine gewisse Komik entstehen durch das „mære“ (NM, 18), mit welchem der Knecht die Aufdeckung der heimlichen Liebschaft der Hausherrin einleitet und zum Abschluss bringt. Bedeutsam in diesem Kontext ist ein anderer Sachverhalt: die modellhafte Reduktion (OW, 81).

„Mann und Frau […] stehen einander gegenüber, ortlos, zeitlos, ohne weitere Attribute, die sie über Geschlecht und Zuordnung hinaus charakterisieren könnten“ (OW, 81).

Das Personal dieser Märe sind weniger Individuen als typenhafte Darstellungen (OW, 82). Zweck einer solchen Charakterzeichnung liegt in der Hervorbringung des „[…] Sinn[s] [einer] Geschichte[n] […]“ (OW, 82).

Oberflächlich betrachtet, lässt sich die „Moral“ des Märe wiedergeben mit dem Treue – Gebot des Dekalogs: Du soll nicht begehren deines nächsten Weib. Bei genauerer Betrachtung erscheint Der Kluge Knecht aber in einem anderen Licht: Womit wir es zu tun haben, ist ein Verstoß gegen den Ordo auf der Seite der Hausherrin.

Zusammenfassung der Kapitel

2) Einführung: Darstellung der Forschungsfrage, das Werk des Strickers kritisch auf Ordo-Gedanken zu prüfen und de Boors Ansicht über den Stricker als Vorläufer der Aufklärung zu hinterfragen.

3) Eine fremde Zeit: Analyse der mittelalterlichen Rahmenbedingungen durch Staat, Glaube und ein spezifisches Zeitverständnis, um das Bedürfnis nach Ordnung (Ordo) zu erklären.

4) Ordnung – Ordo – Organisation: Definition des Ordo als ganzheitliches, dynamisches und von Gott gewolltes Organisationskonzept unter Einbeziehung von Maß, Zahl und Gewicht.

5) Der Stricker, der Ordo und seine Gestaltung in den Texten: Exemplarische Analyse der Texte „Der Kluge Knecht“, „Die Gäuhühner“ und weiterer Mären hinsichtlich der Durchsetzung göttlicher Ordnung.

6) Der Stricker – Vorläufer der Aufklärung ?: Kritische Auseinandersetzung mit Kants Aufklärungsbegriff und Nachweis, dass der Stricker systemerhaltend und konservativ agiert, statt aufklärerisch.

7) Beschluss: Zusammenfassung der Ergebnisse, die den Stricker klar von der Aufklärung abgrenzen und sein Werk als systemstützend identifizieren.

Schlüsselwörter

Ordo, Der Stricker, Mittelalter, Aufklärung, Mären, Ordnung, Obrigkeitsstaat, Literaturwissenschaft, Gott, Scholastik, Gesellschaftsordnung, Tradition, Moral, Ideologie, Konservatismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Werk des mittelalterlichen Autors "Der Stricker" unter dem Fokus des Ordnungskonzepts "Ordo" und prüft, ob dieses Werk bereits Ansätze aufklärerischen Denkens enthält.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die mittelalterliche Gesellschaftsstruktur, die scholastische Philosophie, die Interpretation literarischer Mären sowie den historischen Vergleich zwischen mittelalterlichem Gehorsam und aufklärerischer Selbstmündigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist der Beweis, dass der Stricker keinesfalls als Vorläufer der Aufklärung gelten kann, da seine Texte ein obrigkeitsstaatliches und konservatives Weltbild stützen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse, die auf einer umfassenden Auseinandersetzung mit der Sekundärliteratur und einer detaillierten textnahen Interpretation der Mären basiert.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung des "Ordo"-Begriffs und die praktische Anwendung auf ausgewählte Texte des Strickers, um den Widerspruch zwischen Individualität und vorgegebener Ordnung aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Ordo, Mittelalter, Aufklärung, Der Stricker, konservative Weltanschauung und gesellschaftliche Hierarchien.

Warum spielt die Scholastik eine Rolle in der Argumentation?

Die Scholastik dient dazu, die im Mittelalter übliche Verknüpfung von Glaube und Wissenschaft zu illustrieren, die der Stricker nutzt, um seine Ordnungsvorstellungen zu legitimieren.

Wie bewertet der Autor das Ende des Ehemannes im Märe "Die Gäuhühner"?

Das drastische Ende wird als eindeutige Warnung vor den Folgen eines Ordo-Verstoßes interpretiert; es soll beim Leser Furcht vor dem Aufbegehren gegen die göttlich gewollte Ordnung erzeugen.

Warum wird der Begriff "Aufklärung" nach Immanuel Kant herangezogen?

Kants Definition dient als Maßstab, um zu verdeutlichen, dass der Stricker – im Gegensatz zu den Anforderungen der Aufklärung – den Einzelnen nicht zur Mündigkeit ermutigt, sondern ihn zur Unterordnung unter bestehende Autoritäten anhält.

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Details

Title
Der Stricker, Ordo & Aufklärung
College
Saarland University  (Philosophische Fakultät, Germanistik)
Course
„(Un-) Vuoc“ Zur Kon- & Destruktion von Ordnung im literarischen Diskurs des Mittelalters. Fabliaux – Schwank – Maere
Grade
1,3
Author
Jens Pfundstein (Author)
Publication Year
2008
Pages
28
Catalog Number
V120044
ISBN (eBook)
9783640240357
ISBN (Book)
9783640244546
Language
German
Tags
Stricker Ordo Aufklärung Kant Gauhühner Begrabene Ehemann Kluge Knecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Pfundstein (Author), 2008, Der Stricker, Ordo & Aufklärung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120044
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