Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen - Eine empirische Studie am Beispiel Togos


Diplomarbeit, 2008

68 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einführung und Zielsetzung
1.2 Begriffsabgrenzung
1.2.1 Finanzierung
1.2.2 Kleine und mittlere Unternehmen
1.3 Aufbau und Gang der Arbeit

2. Institutionelle und wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Togo
2.1 Allgemeines zum Land
2.2 Institutionelle Rahmenbedingungen
2.2.1 Rechtsformen in Togo
2.2.2 Das Investitionsgesetz
2.2.3 Gründungsformalitäten, Steuern und Zölle
2.3 Das Finanzsystem in Togo
2.3.1 Das Bankensystem
2.3.2 Der Sektor der Mikrofinanzierung

3 Finanzierungsmöglichkeiten für togoische KMU des formellen Sektors
3.1 Fremdfinanzierung in Togo
3.1.1 Nationale Banken in Togo
3.1.2 Regionale Finanzinstitutionen
3.1.2.1 Die Afrikanische Entwicklungsbank
3.1.2.2 Die Westafrikanische Entwicklungsbank
3.1.2.3 Der GARI-Fonds
3.1.2.4 Anleihenfinanzierung über die Regionalbörse
3.1.3 Internationale Finanzinstitutionen
3.2 Eigenfinanzierung in Togo
3.2.1 Gründer und Verwandte
3.2.2 Börsenfinanzierung
3.2.3 Beteiligungsfinanzierung

4 Finanzierungsmöglichkeiten für KMU im informellen Sektor
4.1 Informeller Sektor: Begriffsdefinition
4.2 Der informelle Sektor in Togo
4.3 Finanzierungsinstrumente des informellen Sektors
4.3.1 Gründer und Verwandte
4.3.2 Mikrofinanzierungsgesellschaften
4.3.3 Die Tontine
4.3.3.1 Die Tontine mutuelle
4.3.3.2 Die Tontine commerciale
4.3.4 Informelle Risikokapitalgeber

5 Empirische Untersuchung zur Finanzierung von KMU in Togo
5.1 Ergebnisse im formellen Sektor
5.1.1 Adressaten der Untersuchung, Erhebungsmethode und Durchführung der Befragung
5.1.2 Struktur des Fragebogens
5.1.3 Ergebnisse der Befragung
5.1.3.1 Charakteristika der befragten Unternehmungen
5.1.3.2 Kapitalzusammensetzung der befragten Unternehmen
5.1.3.3 Kredite bei Geschäftsbanken
5.1.3.4 Kredite bei regionalen und internationalen Finanzinstitutionen
5.1.3.5 Kreditlaufzeit und Zinssatzentwicklung
5.2 Ergebnisse im informellen Sektor
5.2.1 Adressaten der Untersuchung, Erhebungsmethode und Durchführung der Umfrage
5.2.2 Struktur des Fragebogens
5.2.3 Ergebnisse der Befragung
5.2.3.1 Befragte Personen
5.2.3.2 Finanzierungsquellen bei der Gründung
5.2.3.3 Finanzierungsquellen nach der Gründung
5.3 Zusammenfassung der empirischen Untersuchung

6. Fazit

Literaturverzeichnis

ANHANG

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Finanzierungsformen

Abbildung 2: Gesellschaftsformen in Togo

Abbildung 3: Entwicklung der Spareinlagen und der Kreditbestände bei Banken in Togo, 2000-

Abbildung 4: Emittenten an der westafrikanischen Börse

Abbildung 5: Sektorale Verteilung der CAURIS-Investitionen für die acht Länder der UEMOA

Abbildung 6: Rechtsformen

Abbildung 7: Branchenzugehörigkeit der befragten Unternehmungen

Abbildung 8: Eigenkapitalgeber

Abbildung 9: Durchschnittliche Beteiligungsanteile der Eigenkapitalgeber

Abbildung 10: Kreditanträge bei togoischen Geschäftsbanken

Abbildung 11: Sicherheiten bei togoischen Geschäftsbanken

Abbildung 12: Gründe für die Ablehnung von Kreditanträgen

Abbildung 13: Schwierigkeitsgrad des Kreditzugangs

Abbildung 14: Laufzeit der gewährten Kredite

Abbildung 15: Zinssatzentwicklung der letzten fünf Jahren

Abbildung 16: Berufe im informellen Sektor

Abbildung 17: Alter der Befragten

Abbildung 18: Finanzierungsquellen bei der Gründung informeller Klein(st)unternehmungen

Abbildung 19: Gründe für den fehlenden Zugang zu Bankkrediten

Abbildung 20: Vorwürfe informeller Unternehmer gegen togoische Banken

Abbildung 21: Finanzierungsquellen für informelle KMU nach der Gründung

Abbildung 22: Häufigkeit des Einsatzes von Finanzierungsinstrumenten

Abbildung 23: Ziehen Sie die Tontine den Banken vor?

Abbildung 24: Gründe für die Finanzierung durch die Tontine

Abbildung 25: Länder der UEMOAA1 Abbildung 26: Landkarte Togos

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Mittelstandsdefinition des IfM Bonn

Tabelle 2: Entwicklung der Kreditbestände und Einlagen bei MFI, 2000-2005

Tabelle 3: Eigenschaften von formellen und informellen Unternehmen

Tabelle 4: Befragte Unternehmen

Tabelle 5: Jahresumsätze und Anzahl der Beschäftigten

Tabelle 6: UEMOA-Länder (Stand 2006)

Tabelle 7: Geschäftsbanken in Togo

1 Einleitung

1.1 Einführung und Zielsetzung

Togoische KMU1 wurden im Vergleich zu Großbetrieben lange Zeit von der Politik und dem Finanzsektor stiefmütterlich behandelt. Sie gewinnen aber seit einiger Zeit immer mehr an Bedeutung. Dieses wachsende Interesse an Klein- und Mittelbetrieben ergibt sich aus ihren positiven Beiträgen zur Beschäftigung und zum Wachstum und wird durch politische Maßnahmen, wie etwa die Einrichtung eines neuen Ministeriums für kleine und mittelständische Unternehmen im Jahre 2006, deutlich.

Trotz dieser volkswirtschaftlichen Vorteile darf nicht übersehen werden, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen viele betriebliche Probleme überwinden müssen, die ihre Entwicklung und Existenz gefährden. Eine dieser Schwierigkeiten ist die Bereitstellung von Kapital zur Finanzierung von betrieblichen Investitionen. So sind togoische kleine und mittlere Unternehmen des formellen Sektors – trotz eines relativ breiten Angebots an Finanzierungsalternativen - mit erheblichen Finanzierungsschwierigkeiten konfrontiert. Informelle Klein- und Kleinstunternehmen ihrerseits haben in der Regel gar keinen Zugang zu Bankkrediten und müssen ihre Investitionen oft über andere Kapitalquellen wie Mikrofinanzierungsorganisationen und die Tontine2 finanzieren.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen im togoischen Kontext. Dabei stellen sich die Fragen, welche Rahmenbedingungen für KMU in Togo geschaffen werden, welche Finanzierungsalternativen vorhanden sind und mit welchen Schwierigkeiten togoische KMU bei der Kapitalbeschaffung konfrontiert werden.

Ziel dieser Arbeit ist es, diesen Fragen anhand einer institutionellen und empirischen Untersuchung nachzugehen. Die vorliegende Studie ist dabei rein deskriptiv und basiert auf folgenden Daten:

- amtlichen Informationen und Statistiken
- einer Umfrage bei togoischen KMU im formellen sowie im informellen Sektor
- Interviews mit Vertretern von Finanzinstitutionen und anderen Organisationen.

1.2 Begriffsabgrenzung

Bevor wir einen Überblick über die Rahmenbedingungen in Togo werfen, scheint es an dieser Stelle notwendig, den Begriff der Finanzierung zu definieren und eine Abgrenzung von kleinen und mittleren Unternehmen sowohl allgemein als auch im togoischen Kontext vorzunehmen.

1.2.1 Finanzierung

Der Begriff der Finanzierung wird in der Literatur unterschiedlich definiert.

Eine allgemeine Definition geben SÜCHTING und SCHIERENBECK. Den beiden Autoren zufolge umfasst Finanzierung sämtliche Maßnahmen, die erforderlich sind, um das finanzielle Gleichgewicht der Unternehmung zu gewährleisten3. Die Aufrechterhaltung des finanziellen Gleichgewichts ist so gesehen das Hauptmotiv jeder Finanzierungsmaßnahme. Ein finanzielles Gleichgewicht liegt in einer Unternehmung vor, wenn die finanziellen Ansprüche der Unternehmensadressaten (Gläubiger, Anteilseigner, Lieferanten, Fiskus etc.) befriedigt sowie die Existenz der Unternehmung gesichert werden.4

Weiterhin wird der Begriff der Finanzierung verstanden als die Gesamtheit der Einzahlungen und die beim Zugang nicht monetärer Vermögensgegenstände vermiedenen sofortigen Auszahlungen.5

Hinsichtlich des Kriteriums der Kapitalherkunft unterscheidet man dabei grundsätzlich zwischen Außen- und Innenfinanzierung. Bei ersterer wird dem Unternehmen das Kapital von Außen in Form von Einlagen- oder Kreditfinanzierung zugeführt. Letztere umfasst die Finanzierung aus Abschreibungs- und Rückstellungsgegenwerten, der Einbehaltung von Gewinnen und der Veräußerung von Vermögensgegenständen (Kapitalfreisetzungen).

Abbildung 1 stellt die oben genannten Begriffe noch einmal zusammen und verdeutlicht somit die Zusammenhänge.

Abbildung 1: Finanzierungsformen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an PERRIDON/STEINER (1997), S.344

Für den weiteren Teil der Arbeit soll allein die Außenfinanzierung betrachtet werden.

Nachdem wir den Begriff der Finanzierung abgegrenzt haben, wollen wir nun kleine und mittlere Unternehmen im deutschen und im togoischen Kontext definieren.

1.2.2 Kleine und mittlere Unternehmen

Es gibt keine einheitliche Definition für den Begriff der KMU. Kleine und mittlere Unternehmen werden meist hinsichtlich der Schwellenwerte „Umsatz“, „Beschäftigtenanzahl“ und „Bilanzsumme“ abgegrenzt. Nach der IfM-Definition gelten als „klein und mittelgroß“ solche Unternehmen, die höchstens 499 Beschäftigten haben und einen Jahresumsatz von 50 Mio. EURO nicht überschreiten.

Tabelle 1: Mittelstandsdefinition des IfM Bonn

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Vgl. INSTITUT FÜR MITTELSTANDSFORSCHUNG,

http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=89

Für den Begriff der KMU (kleine, mittlere und Kleinstunternehmen) gibt es in Togo bis jetzt keine offizielle Abgrenzung. Es wird jedoch in der togoischen Arbeitgeberschaft6 von einer Beschäftigungsanzahl von 1 bis 50 und von einem Jahresumsatz von 1 bis 500 Mio. CFA-Francs7 als Grenzwerte für mittlere, kleine und Kleinstunternehmen ausgegangen. Aus diesem Grund ist die IfM-Definition nicht übertragbar auf den togoischen Kontext. Beispielsweise kann ein deutsches Unternehmen, das einen Jahresumsatz von 40 Mio. EURO erzielt und 200 Personen beschäftigt, mit einem Großunternehmen in Togo verglichen werden. Die vorliegende Arbeit basiert daher ausschließlich auf der Abgrenzung der togoischen Arbeitgeberschaft.

Anders als in Deutschland unterscheidet man in Togo weiterhin zwischen formellen und informellen8 Unternehmen. Während der formell organisierte Sektor aus mittleren und großen Unternehmen besteht, setzt sich der informelle Sektor meist aus kleinen und Kleinstunternehmen zusammen. KMU des formellen Sektors sind meist Einzelunternehmen, Genossenschaften, S.A. (Aktiengesellschaften) oder SARL (GmbHs). Informelle Klein(st)unternehmen dagegen sind vor allem Familienunternehmen und unterliegen weder einer staatlichen Kontrolle noch einer Anmeldung. Hierbei reichen Berufsfelder von saisonalen Tätigkeiten, über mobile Händler und Handwerker, bis hin zu weiteren informellen Produktions- und Dienstleistungsaktivitäten.

Kleine und mittlere Unternehmen spielen sowohl eine soziale als auch wirtschaftliche Rolle. So beschäftigen togoische formelle und informelle KMU den Großteil der Erwerbstätigen und tragen somit deutlich zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bei.

1.3 Aufbau und Gang der Arbeit

Das folgende Kapitel 2 beschäftigt sich mit den institutionellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Togo. Neben einer allgemeinen Vorstellung des Landes, werden wichtige institutionelle Aspekte im Hinblick auf togoische kleine und mittlere Unternehmen analysiert. Das Kapitel 2 schließt mit einen Überblick über das Finanzsystem Togos, das stark von der westafrikanischen regionalen Wirtschaftsunion (UEMOA) und der dazugehörigen Zentralbank geprägt ist. Dabei werden sowohl das Bankensystem als auch Mikrofinanzierungsinstitutionen vorgestellt.

In Kapitel 3 werden die verschiedenen Finanzierungsalternativen für togoische Unternehmen des formellen Sektors analysiert. Der erste Abschnitt dieses Kapitels gibt einen Überblick über die Möglichkeiten der Fremdfinanzierung in Togo, wobei Finanzierungsquellen nach geographischen Kriterien gegliedert werden: die nationale, die regionale und die internationale Ebene. Bei der nationalen Ebene handelt es sich um Geschäftsbanken, die in Togo ansässig sind. Anschließend werden die regionalen Finanzinstitutionen erwähnt, die für togoische KMU relevant sind. Abschnitt 3.2 befasst sich mit den Möglichkeiten der Eigenfinanzierung für togoische kleine und mittlere Unternehmen durch Gründer, Risikokapitalgesellschaften und Börse.

Kapitel 4 beschäftigt sich mit weiteren Finanzierungsalternativen im Hinblick auf den informellen Wirtschafts- und Finanzsektor Togos. Es wird dabei im Abschnitt 4.1 auf wichtige Merkmale des informellen Sektors eingegangen. Abschnitt 4.3 untersucht die Möglichkeiten der Finanzierung für informelle Klein- und Kleinstunternehmen durch informelle und formelle Finanzierungsinstrumente. Unter informellen Finanzierungsinstrumenten versteht man dabei bankähnliche Aktivitäten, die außerhalb des formell geregelten Finanzsektors stattfinden. Die Tontine gehört dabei zu den wichtigsten informellen Finanzierungsalternativen in Togo.

Kapitel 5 stellt die eigene empirische Untersuchung der Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen in Togo vor und unterteilt sich in zwei Abschnitte: während Abschnitt 5.1 die Ergebnisse der Befragung im formellen Sektor darstellt, befasst sich Abschnitt 5.2 mit den Erkenntnissen, die im Rahmen der strukturierten Interviews im informellen Sektor gewonnen wurden.

Im Rahmen der Schlussbetrachtung (Kapitel 6) werden die wichtigsten Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zusammengefasst und gewürdigt.

2. Institutionelle und wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Togo

2.1 Allgemeines zum Land

Die Republik Togo ist ein kleiner westafrikanischer Staat mit einer Landesfläche von 56785 km² und liegt an der Atlantikküste zwischen Ghana im Westen und Benin im Osten. Die Hauptstadt Lomé besitzt einen bedeutenden Hafen sowohl für die togoische Wirtschaft, als auch für den Nachbarstaat Burkina Faso, der keinen Zugang zum Meer hat. Togo hat eine Bevölkerung von 6,5 Millionen Einwohnern, deren Hauptaktivitäten in der Landwirtschaft und im Handel9 liegen. Als Amtsprache gilt Französisch, dazu werden 40 einheimische Sprachen verwendet sowie Englisch und Deutsch10.

Togos Wirtschaft konzentriert sich hauptsächlich auf den Primärsektor (Landwirtschaft und Bergbau). Die Landwirtschaft in Togo ist insofern wichtig, als sie 40 % des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet und 75 % der erwerbstätigen Bevölkerung beschäftigt.

Der Phosphatabbau hat gegenüber den letzten Jahrzehnten an Bedeutung abgenommen. Dennoch zählt er neben Baumwolle, Kaffee und Kakao zu den wichtigsten Exportgütern.

Industriebranchen in Togo stellen u. a. Nahrungsmittel-, Textil-, Holz- und Zementindustrie. Importiert werden vor allem Erdöl, Nahrungsmittel, Maschinen, Fahrzeuge, Textilien sowie andere industrielle Fertiggüter.

Trotz zahlreicher Bodenschätze zählt Togo zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Armut in Togo hat sich seit 1993 wegen einer internen politischen und wirtschaftlichen Krise unter dem diktatorischen Präsident Eyadema11 akzentuiert. Die Einführung eines demokratischen Systems in den 1990er Jahren hatte zu zivilen Unruhen und Menschenrechtsverletzungen geführt. Folglich beendeten die EU, die USA und die Breton-Woods-Institutionen (Weltbank und IWF) ihre Entwicklungszusammenarbeit mit Togo. Diese Einstellung der Entwicklungshilfe dauerte elf Jahre und wurde teilweise im Jahre 2004 und endgültig im Jahre 2007 wegen Verbesserung der Menschenrechtslage und Fortschritten in der Demokratie aufgehoben.

2.2 Institutionelle Rahmenbedingungen

Nachfolgend betrachten wir die institutionellen Rahmenbedingungen Togos näher. Dabei untersuchen wir institutionelle Aspekte im Hinblick auf togoische Unternehmen bzw. KMU.

2.2.1 Rechtsformen in Togo

Die Rechtsformen für togoische Unternehmen werden durch das afrikanische Handelsgesetz (OHADA) reguliert. Man unterscheidet dabei grundsätzlich zwischen Einzelunternehmen (entreprises individuelle) und Gesellschaften (société).

Eine Entreprise individuelle ist auch als Etablissement bekannt und entspricht dem deutschen Einzelunternehmen. Sie wird von einer einzigen Person gegründet und geführt. Die Gründung einer solchen Unternehmung setzt kein Mindestkapital voraus. Bei einer Insolvenz haftet der Einzelunternehmer aber unbeschränkt mit seinem Privat- und Betriebsvermögen.

Togoische Sociétés können entweder aus einer oder mehreren natürlichen oder juristischen Person(en) bestehen. Man unterscheidet dabei zwischen sieben Gesellschaftsformen. Die wichtigsten sind die S.A. und die S.A.R.L..

Abbildung 2: Gesellschaftsformen in Togo

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an TIGER (2001), S. 74-81

Die Société á Responsabilité Limitée (S.A.R.L.) ist das Pendant der deutschen GmbH. Zu ihrer Gründung bedarf es eines Mindestkapitals von 1 Mio. CFA-Francs. Dabei beträgt die Stammeinlage mindestens 5.000 CFA-Francs und die Gesellschafter haften nur in Höhe ihrer Einlagen.

Die Société Anonyme entspricht etwa der Aktiengesellschaft in Deutschland. Die Gründung der S. A. setzt ein Grundkapital von mindestens 10 Mio. CFA-Francs voraus. Dieses Kapital zerlegt sich in Aktien, mit einem Nominalwert von mindestens 10.000 CFA-Francs. Die Haftung der Gesellschafter ist hier auf das Grundkapital (Capital social) beschränkt.

2.2.2 Das Investitionsgesetz

Das Investitionsgesetz wurde im Jahre 1965 eingeführt und soll als Anreiz- und Förderungsinstrument für den Investitionsstandort Togo wirken. Das Gesetz wurde 1989 wieder erneuert und stellt einen “acte juridique, fiscal et financier par lequel l´État prend l´engagement de renoncer á certaines de ses prérogatives, pendant une durée déterminée12 dar.

Dieses Gesetz bezweckt die Anlockung von Investoren in die produktiven Sektoren Togos, indem ihnen viele Vergünstigungen – wie Steuer- und Zollvorteile- gewährt werden.

Obwohl das Investitionsgesetz für alle Unternehmen die in Togo ansässig sind gedacht war, zeigt die Realität, dass nur etablierte staatliche und große Unternehmen von diesen Vorteilen tatsächlich profitieren. Togoische KMU werden dagegen in der Realität von diesem Gesetz überhaupt nicht begünstigt.

2.2.3 Gründungsformalitäten, Steuern und Zölle

Die Gründungsformalitäten in Togo erfolgen in sechs Etappen. Gemäß dem von der Weltbank veröffentlichten Bericht „Doing Business 2008“ schneidet Togo insgesamt eher schlecht ab. In dem Bericht werden 178 Länder betrachtet, dabei rangiert Togo an der 156. Stelle. Die Gründungsformalitäten in Togo sind vergleichsweise sehr umfangreich und kostenintensiv. Um in Togo eine S.A.R.L. mit einem Stammkapital von 7.000.000 CFA-Francs gründen zu können, braucht man im besten Fall 62 Tage13 und eine Anmeldungsgebühr i. H. v.

600.1 CFA-Francs (fast 10 % des Grundkapitals). Diese Situation ist für KMU sehr nachteilig und erklärt die Tatsache, dass viele togoische Gründer die Anmeldungshürde nicht bewältigen können und sich somit für den informellen Bereich entscheiden.

In Togo unterscheidet man zwischen drei Unternehmenssteuerarten:

1. Impôt sur la Société
2. Taxe professionelle und
3. Impôt minimum forfétaire

Bei der Impôt sur la Société gilt der Jahresüberschuss als Bemessungsgrundlage. Die Zielgruppe dieser Steuer sind Unternehmen mit den Rechtsformen S.A. und S.A.R.L.. Der Steuersatz beträgt im Allgemeinen 40 % für S.A. und S.A.R.L. und nur 37 % für Industrieunternehmen.

Die Taxe professionnelle b steuert alle Einkünfte aus selbständiger Arbeit. Der Jahresumsatz stellt die Bemessungsgrundlage der Taxe professionnelle. Der Steuersatz liegt je nach Wirtschaftsbranche zwischen 2 und 8 %.

Die Impôt minimum forfétaire (IMF) ist eine antizipative Pauschalsteuer. Sie besteuert 1,5 bis 3 % des geschätzten Jahresumsatzes. Wie große Unternehmen unterliegen auch kleine und mittlere Unternehmen des formellen Sektors der Impôt minimum forfétaire. Eine Besonderheit dieser Steuer findet sich in der Tatsache, dass hier die Unternehmenssteuern schon am Jahresanfang – vor Erzielung des Jahresumsatzes bzw. -gewinns - erhoben werden, dies impliziert auch eine Erhebung bei Gründungsunternehmen vor dem tatsächlichen Geschäftsbeginn.14 Der Finanzbehörde zufolge wurde eine solche Maßnahme getroffen, um eine minimale Steuereinnahme zu sichern.15 Diese antizipativen Steuern füllen die Staatskassen, beeinträchtigen jedoch die Liquidität und die Rentabilität der Unternehmen und tragen somit zu einer Verschlechterung der Eigenkapitalausstattung bei.

Da ein Unternehmen meist nicht nur produziert, sondern auch verkauft bzw. exportiert und importiert, kommt dem Zoll eine wichtige Rolle zu. Es gibt in Togo offizielle Ein- und Ausfuhrtarife. Aber in der Realität zahlen die großen und einflussreichen Unternehmen nur wenige bzw. gar keine Zollgebühren, während kleine und mittlere Unternehmen hingegen sehr hohe Zölle zahlen müssen. Dies schwächt die Liquidität von KMU und führt zur Abnahme der Konkurrenzfähigkeit gegenüber etablierten und einflussreichen Unternehmungen.

Durch die Erhebung antizipativer Steuern, hohe Gründungskosten und Zollgebühren, werden die Liquidität und die Rentabilität kleiner und mittlerer Unternehmen beeinträchtigt sowie die Eigenkapitalausstattung verschlechtert. Eine niedrige Eigenkapitalquote bedeutet wiederum eine Abnahme der Kreditwürdigkeit bei Banken.

Im folgenden Abschnitt untersuchen wird das Finanzsystem Togos.

2.3 Das Finanzsystem in Togo

Togo ist ein Mitglied der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion UEMOA16. Die acht Mitgliedsstaaten der UEMOA verfügen über eine gemeinsame Zentralbank namens BCEAO (Banque Centrale des États de l´Afrique de l´ Ouest) und besitzen eine regionale Börse (BRVM: Bourse Régionale des Valeurs Mobilières). Die acht Mitgliedsstaaten verwenden den CFA Franc17 als einheitliche offizielle Währung. Die Zentralbank der westafrikanischen Staaten besitzt eine Bankenkommission (Commission Bancaire), welche als Überwachungsinstanz für alle Finanzintermediäre der Union gilt. Im folgenden Abschnitt wird auf die Besonderheiten des togoischen Bankensystems eingegangen, anschließend soll ein Überblick über den Sektor der Mikrofinanzierung in Togo gegeben werden.

2.3.1 Das Bankensystem

Bei der folgenden Analyse des Bankensystems Togos, werden lediglich Fakten, die vor der Umstrukturierung18 des Bankensystems Togos lagen, berücksichtigt.

Im Jahre 2003 bestand das Bankensystem Togos aus sieben Geschäftsbanken. Heute nach fünf Jahren sind es zehn Geschäftsbanken. Der Staat besitzt19 wesentliche Beteiligungen am Kapital von fünf der zehn Geschäftsbanken. Diese Beteiligungen haben aufgrund des Korruptionsphänomens und des Mangels an Transparenz einen negativen Einfluss auf das gesamte Bankensystem Togos.

Togoische Banken bieten ihren Kunden lediglich Einlage- und Kreditmöglichkeiten. Kreditbestände und Spareinlagen erleben seit 2002 ein kontinuierliches Wachstum.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: WORLD BANK (2006 a), S. 10

Dieses Kredit- und Einlagenwachstum darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass togoische Banken mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert sind. Einige dieser Probleme sind:

(1) Kurzfristige Spareinlagen: In Togo nutzen Banken kaum Dienste der regionalen Börse20, dazu verfügen sie nur selten über längerfristige Spareinlagen21. Diese Situation hat dazu geführt, dass der Großteil der vergebenen Kredite auch nur kurzfristig ist. Beispielsweise waren fast 75 % der im Jahre 2005 vergebenen Kredite kurzfristiger Natur.

(2) Faule Kredite: In Togo gibt es vergleichsweise einen erhöhten Anteil22 an notleidenden Krediten, was folglich die Bonität und Liquidität der Banken gefährdet. Diese prekäre Situation hat zu einer engen Überwachung von sechs der zehn Geschäftsbanken geführt. Hauptverantwortlich für diese Situation sind zwei staatliche Unternehmen (SOTOCO, eine Baumwoll- und OTP, eine Phosphatfabrik).23 Außerdem haben viele private Gesellschaften, wie die Stromversorgungs-, die Wasser- und die Telekommunikationsgesellschaft, hohe Forderungen an den togoischen Staat wegen nicht bezahlter Rechnungen. Dies führt wiederum zur Gefährdung der Bonität dieser Privatgesellschaften und damit zur Verschlimmerung der Liquidität der togoischen Banken24.

(3) Schwäche des Rechtssystems: Das juristische Umfeld in Togo wird durch die Mentalität der Gesellschaft geschwächt und gewährleistet meistens keine Erfüllung von (Kredit-)Verträgen. Beispielsweise ist es in vielen Fällen schwierig, eine Hypothekgarantie in Anspruch zu nehmen. Auch wenn die Rechtssprechung die Verpfändung von Eigentum gestattet, fällt es den Banken oft schwer, einen Käufer zu finden, da die togoische Gesellschaft einen solchen Verkauf als sittenwidrig empfindet.

2.3.2 Der Sektor der Mikrofinanzierung

Unter Mikrofinanzierung versteht man die Bereitstellung von Finanzdienstleistungen - wie Kredite und Spareinlagen - für Wirtschaftsakteure die keinen Zugang zu Bankkrediten haben. Mikrofinanzierungsinstitutionen (MFI) sind eine wichtige Finanzierungsquelle für Bezieher geringer Einkommen, vor allem für sowohl im formellen als auch informellen Sektor agierende kleine und Kleinstunternehmen, die keine traditionellen Sicherheiten bereitstellen können. Insofern spielt die Mikrofinanzierung eine große Rolle nicht nur für den Finanzsektor, sondern auch für das Wirtschaftswachstum. Auch die Vereinten Nationen sehen die Mikrofinanzierung als ein wichtiges Instrument zur weltweiten Armutsbekämpfung und riefen deswegen 2005 zum „UN-Jahr der Mikrofinanzierung“ aus.

In Togo existieren zurzeit 25 MFI, die Spar- und Kreditmöglichkeiten für Personen und Unternehmen anbieten.

Wie bei den Banken wachsen auch bei MFI Kreditbestände und Spareinlagen kontinuierlich.

Tabelle 2: Entwicklung der Kreditbestände und Einlagen bei MFI, 2000-2004

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: WORLD BANK (2006 a), S.31

Von 2000 bis 2004 haben sich Kreditbestände von MFI um 50 % auf 212 Mrd. CFA-Francs erhöht. Trotz dieser kräftigen Erhöhung hat der durchschnittliche Kredit pro Kunde die 150 EURO-Grenze nicht überschritten, ein Beweis, dass Mikrofinanzierung in Togo nur ärmeren Personen und Kleinstunternehmen zugute kommt.

In den nächsten zwei Abschnitten analysieren wir die unterschiedlichen Finanzierungsinstrumente für togoische mittlere und Klein(st)unternehmen. Dabei wird weiterhin zwischen formellen und informellen Unternehmungen unterschieden.

In Togo können formelle und informelle KMU auf eine Fülle von Finanzinstitutionen und - instrumenten zurückgreifen. Diese Kapitalquellen reichen von Banken und MFI über die regionale Börse bis hin zu informellen Finanzinstrumenten sowie anderen Kapitalquellen, wie der Kapitalbereitstellung durch Gründer und ihre Verwandte.

Ob und im welchem Umfang die oben genannten Finanzierungsquellen für togoische KMU tatsächlich zugänglich sind, lässt sich in den folgenden Kapiteln feststellen.

3 Finanzierungsmöglichkeiten für togoische KMU des formellen Sektors

In diesem Kapitel betrachten wir zunächst Finanzierungsinstrumente, die von formellen kleinen und mittleren Unternehmungen genutzt werden können. Dabei wird zwischen Fremd- und Eigenkapitalquellen unterschieden.

3.1 Fremdfinanzierung in Togo

Bei der Suche nach Fremdkapital kommen für togoische kleine und mittlere Unternehmen verschiedene Banken und Finanzinstitutionen in Frage. Diese werden im Folgenden nach geographischen Kriterien gegliedert: die nationale, die regionale und die internationale Ebene.

3.1.1 Nationale Banken in Togo

Auf dem lokalen Kreditmarkt gibt es zehn Geschäftsbanken (siehe Anhang 5, Tabelle 7, S. A10). Im Gegensatz zu Deutschland, wo Geschäftsbanken viele Dienstleistungen - wie Einlagen-, Kredit-, Wertpapier- und Depotgeschäfte sowie Vermögensverwaltung - anbieten, werden von togoischen Geschäftsbanken lediglich Kredit- und Einlagengeschäfte betrieben.

Der Staat besitzt wesentliche Beteiligungen am Kapital von fünf der zehn Geschäftsbanken (siehe Anhang 5, Tabelle 7, S. A10). Diese Beteiligungen haben – wegen Korruption und Mangel an Transparenz - einen negativen Einfluss auf das gesamte Bankensystem Togos.

Beispielsweise wird der größte Teil von Krediten an staatliche Unternehmen vergeben, die in der Mehrzahl zahlungsunfähig sind.25

Die Kreditvergabe an den Privatsektor belief sich 2006 auf 170 Mrd. CFA26, dabei erhielten kleine und mittlere Unternehmen nur einen geringen Anteil am gesamten „Kreditkuchen“. Togoischen KMU werden außerdem oft nur kurzfristige Kredite gewährt und die Kreditvergabe erfolgt unter sehr hohen Auflagen und Sicherheiten. Auch die Tatsache, dass einheimische KMU oft über keine ausreichende Eigenkapitalquote verfügen, erschwert den Kreditzugang.

Im Folgenden untersuchen wir die Möglichkeit der Fremdkapitalfinanzierung auf regionaler Ebene.

3.1.2 Regionale Finanzinstitutionen

3.1.2.1 Die Afrikanische Entwicklungsbank

Die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) wurde 1964 gegründet und verfolgt das Ziel, die sozio-ökonomische Entwicklung Afrikas zu fördern. Am Kapital27der Bank sind sowohl 53 afrikanische Länder als auch 24 nicht-regionale Aktionäre beteiligt: so hält zum Beispiel Deutschland eine Beteiligung in Höhe von 4,1 % an der AfDB. Als Hauptziel der afrikanischen Entwicklungsbank gilt die Finanzierung (Kredite und Zuschüsse) von Entwicklungsprojekten in den afrikanischen Mitgliedsstaaten (darunter Togo). Die Bank verfügt seit 17 Jahren über eine Abteilung für den Privatsektor. Jährlich werden Kredite in Höhe von 2 bis 3 Milliarden USD sowohl an den privaten als auch an den öffentlichen Sektor vergeben. Ein Großteil der Gelder geht an die Infrastruktur-Vorhaben (Wasserversorgung, Ausbildung, Gesundheitswesen, Transport, Energie etc.) der Mitgliedsstaaten. Den restlichen Teil erhält der Privatsektor, inklusive den KMU. Togo hat zwischen 1967 und 2007 0,5 %28 der vergebene Kredite und Zuschüsse erhalten. So gesehen spielt die afrikanische Entwicklungsbank eine sehr geringe Rolle in der direkten Finanzierung von togoischen KMU. Dazu sind die Konditionen bei der AfDB (Auflagen und Sicherheiten) zu hoch für kleine und mittelständische Betriebe in Togo.

3.1.2.2 Die Westafrikanische Entwicklungsbank

Die BOAD (Banque Ouest Africaine de Developpement) ist eine regionale Entwicklungsbank und bietet verschiedene Finanzierungsformen für die Länder der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion29. Die Bank finanziert regionale Projekte sowie Unternehmen mit Sitz in der westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion. Im Jahre 2006 beliefen sich die an den westafrikanischen Privatsektor vergebenen Kredite auf 46,9 Mrd. CFA-Francs (44 % der gesamten Kreditmenge). Die Zielgruppe im Privatsektor setzt sich zusammen aus Großbetrieben, KMU, Finanzinstituten und Mikrofinanzierungsinstitutionen. Für die Vergabe von Krediten fordert die Bank einen detaillierten Businessplan, die letzten drei Jahresberichte30, einen Ausweis der Kapitalstruktur und viele andere Dokumente. Der Kreditzugang bei der BOAD wird für togoische KMU durch hohe Sicherheiten wie Hypotheken, Bankgarantien, persönliche Sicherheiten etc. weiter erschwert.

3.1.2.3 Der GARI-Fonds

Der Fonds Régional de Garantie pour les Investissements Privés en Afrique de l´ouest31 (GARI) hat sich als Ziel gesetzt, westafrikanischen Privatunternehmen durch die Übernahme eines Teils des Finanzierungsrisikos den Kreditzugang zu erleichtern. Die Garantie wird für maximal 10 Jahre gewährt und kommt nur für Kredite ab 50 Millionen EURO in Frage. Demnach können nur Groß- und Mittelbetriebe von diesem Bürgschaftsprogramm profitieren. Da die Mehrheit der togoischen KMU aber nur Kleinkredite benötigt, werden sie somit von dieser Regelung ausgeschlossen. Zudem sind die Garantiegebühren sehr hoch und würden die Liquidität und die Eigenkapitalbasis des betroffenen KMU stark beeinträchtigen.

3.1.2.4 Anleihenfinanzierung über die Regionalbörse

Die Bourse Régionale des Valeurs Mobilières (BRVM) gehört zu den achtzehn Börsen Afrikas und ist einzig in ihrer Art, denn sie ist weltweit die einzige Regionalbörse. Die BRVM bietet Möglichkeiten zur Eigen- und Fremdkapitalaufnahme.

Mittlere und große Unternehmen der westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion haben die Möglichkeit durch die Emission von Anleihen langfristiges Fremdkapital aufzunehmen. Dazu berechtigt sind Unternehmen der westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion, die mindestens 25.000 Titel emittieren können. Dabei sollte der Nennwert

[...]


1 In Togo sind KMU mittlere Unternehmen sowie Klein- und Kleinstbetriebe. Sie lassen sich außerdem in zwei Wirtschaftsbereiche unterteilen: der formelle und der informelle Sektor. Einzelheiten zum informellen Sektor werden in Kapitel 4 erläutert.

2 Mehr hierzu im Abschnitt 4.4.3. (Seite 26)

3 Vgl. Z.B. SÜCHTING (1991), S. 16; Vgl. auch SCHIERENBECK (2000), S. 313.

4 Vgl. SCHIERENBECK (2000), S. 313.

5 PERRIDON/STEINER (1997), S. 341.

6 WORLD BANK (2006 b), http://web.worldbank.org.

7 Fester Wechselkurs: 1 EURO= 656 CFA-Francs.

8 Informelle Aktivitäten sind nicht mit Illegalität gleichzusetzen. Vgl. HEMMER (2002), S. 359. In Togo wie in vielen anderen Entwicklungsländern spielt dieser Sektor eine bedeutende Rolle für die Wirtschaft. Mehr dazu im Kapitel 4.

9 Der Handel in Togo ist ganz wesentlich von den Nana Benz geprägt. Nana Benz sind erfolgreiche Stoffhändlerinnen, die die Ein- und Ausfuhr auf lokaler und regionaler Ebene (Westafrika) kontrollieren. Sie üben außerdem einen erheblichen Einfluss auf die Politik aus. Der Name „Nana Benz“ leitet sich von den Mercedes-Benz Fahrzeugen ab, die sich die Händlerinnen durch ihre lukrativen Handelsgeschäfte leisten können.

10 Togo war deutsche Kolonie zwischen 1884 und dem Ausbruch des ersten Weltkrieges im Jahre 1914. Auch heute wird deutsch von vielen Togoern gesprochen.

11 Gnassingbe Eyadema regierte Togo fast 40 Jahre lang (1967-2005).

12 Rechts-, Fiskal- und Finanzakt, mit dessen Hilfe der Staat für eine bestimmte Dauer auf mancher seiner Vorrechte verzichtet (eigene Übersetzung aus dem Französischen). Vgl. GOUVERNEMENT DU TOGO (1989), S. 1.

13 In Deutschland werden für die Gründung einer GmbH insgesamt 20 Tage benötigt. Vgl. WORLD BANK-IFC (2007), http://www.doingbusiness.org.

14 In Togo gehört die Steuervorauszahlung zu den Gründungsformalitäten.

15 Zahlreiche togoische Unternehmen erstellen oft drei verschiedene Jahresabschlüsse: einen Abschluss für die Banken, einen für die Anteilseigner und einen anderen für den Fiskus. Im Jahresabschluss für den Fiskus weisen sie oft niedrige Gewinne aus, um so weinige Steuern zu zahlen.

16 UEMOA (Union Économique et Monétaire Ouest-Africaine): gegründet: 1994; 8 Mitglieder: Benin, Burkina Faso, Côte d´ Ivoire, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Senegal und Togo.

17 Der CFA Franc (Franc de la Communauté Financière d´Afrique) hat gegenüber dem EURO einen festen Wechselkurs (1 EURO= 656 CFA-Francs, analog 1 CFA Franc= 0,15 EURO-CENTS).

18 Durchgeführt seit 2005 von der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion mit Unterstützung des IWF (Internationaler Währungsfonds).

19 Sowohl direkt als auch indirekt (durch staatliche Unternehmen), siehe Anhang 5, Tabelle 7, S. A10

20 Nur die ECOBANK ist an der Regionalbörse (BRVM) notiert.

21 Im Jahre 2005 waren ca. 80 % der Spareinlagen kurzfristig. Vgl. WORLD BANK (2006 a), S. 11.

22 Die Quote der notleidenden Kredite bei togoischen Banken betrug 2005 29,5 % im Vergleich zu einem Durchschnitt von 20,4 % für die Westafrikanische Wirtschaftsunion. Vgl. WORLD BANK (2006 a), S. 14.

23 Die Schulden der SOTOCO gegenüber dem Bankensektor belaufen sich auf 44 Mrd. CFA-Francs und die der OTP auf 26 Mrd. CFA-Francs.

24 Da diese Unternehmen wichtige Kunden der togoischen Banken sind.

25 Diese staatlichen Unternehmen tragen den größten Anteil an faulen Krediten.

26 Vgl. INTERNATIONAL MONETARY FUND (2007), S. 23.

27 Das gezeichnete Kapital der Bank belief sich 2006 auf 31 Milliarden USD, siehe www.afdb.org.

28Dies betrifft sowohl Kredite an öffentlichen als auch an Privatunternehmen. Vgl. AFRICAN DEVELOPMENT BANK (2008), Seite 8.

29 8 Mitgliedsstaaten: Benin, Burkina Faso, Côte d´ Ivoire, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Senegal und Togo. Die 8 Staaten sind jeweils mit 5,98 % am gezeichneten Kapital der BOAD beteiligt. Andere nicht-regionale Aktionäre, wie etwa Deutschland (vertreten durch die Deutsche Entwicklungsgesellschaft - DEG), sind auch daran beteiligt.

30 Diese Bedingung gilt nicht für Neugründer.

31 Regionaler Sicherheitsfonds für Privatinvestitionen in Westafrika (eigene Übersetzung aus dem Französischen).

Ende der Leseprobe aus 68 Seiten

Details

Titel
Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen - Eine empirische Studie am Beispiel Togos
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
68
Katalognummer
V120090
ISBN (eBook)
9783640236886
Dateigröße
737 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzierung, Unternehmen, Eine, Studie, Beispiel, Togos
Arbeit zitieren
Hoba Lota (Autor), 2008, Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen - Eine empirische Studie am Beispiel Togos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120090

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