Der Konflikt in und um Korea

Die Gründe der amerikanischen Intervention im Koreakrieg und dessen Folgen für die USA


Hausarbeit, 2006
19 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Die Prinzipien der US-Außenpolitik 1945-1969
2.1 Die Containment- Politik
2.2 Die Rollback - Politik

3. Die Fernostpolitik der USA

4. Motive und Interessen der amerikanischen Intervention
4.1 Regionale Ziele, Motive und Interessen
4.2 Globale Ziele, Motive und Interessen

5. Die amerikanische Intervention im Koreakonflikt
5.1 US-Containment Politik in Korea (1950-1953)
5.2 MacArthurs Rollback-Politik (1950-1951)
5.3 Die Waffenstillstandsverhandlungen
5.4 Die Rolle der UNO

6. Die Folgen des Koreakrieges
6.1 Die Folgen des Koreakrieges für die USA
6.2 Die Folgen des Koreakrieges für die US-Südkoreanischen Beziehungen 1953-1969

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Koreapolitik der USA im 20. Jahrhundert ist eine Politik der Widersprüche. Bis zur Jahrhundertwende unterstützten die USA das koreanische Königshaus in seinem Streben nach Unabhängigkeit. Nach der japanischen Besatzung 1904/05 akzeptierte die Roosevelt-Administration die Kolonialisierung Koreas. Nach der Niederwerfung Japans im Pazifikkrieg und einer kurzen Besatzungszeit zogen die USA ihre Bodentruppen aus Südkorea im Herbst 1949 ab. Im Juni 1950 intervenierten die USA zugunsten Südkoreas. Welche Gründe es für die Intervention der USA im Koreakonflikt gab und mit welchen Folgen ist das Thema dieser Hausarbeit.

Diese Arbeit versucht die Ziele, Motive und Interessen der amerikanischen Intervention auf der koreanischen Halbinsel, sowie dessen Folgen für die USA und für die US-Südkoreanischen Beziehungen zu analysieren. Auf die amerikanische Besatzungspolitik (1945-1949), sowie auf die Beschreibung der militärischen Konfrontation zwischen den zwei Lagern wird nicht eingegangen werden.

Das Thema beschränkt sich nur auf die Motiven und Ziele der amerikanischen Intervention, auf die Fernostpolitik der USA und auf die amerikanische Koreapolitik nach dem Kriegsausbruch(1950-1953), sowie auf die Folgen des Krieges für die Weltmacht USA.

Im Kapitel 2 werden die allgemeinen Prinzipien der US-Außenpolitik(1947-1969) - Containment- und Rollback-Politik - dargestellt. Kapitel 3 wird die Fernostpolitik der USA analysieren, um den Kontext des Koreakrieges innerhalb des Kalten Krieges zu verstehen. Kapitel 4 befasst sich mit den Motiven, Ziele und Interessen der amerikanischen Intervention im Koreakrieg. Das 5. Kapitel analysiert die US- Politik auf der koreanischen Halbinsel nach dem Ausbruch des Krieges(1950- 1953). Im Kapitel 6 werden die Folgen des Krieges für die Supermacht USA und für die US-südkoreanischen Beziehungen dargestellt werden. Zum Schluss (Kapitel 7) wird ein Fazit gezogen werden.

2. Die Prinzipien der US-Außenpolitik 1945-1969

2.1 Die Containment- Politik

Die Politik der Eindämmung (Containment) war die für über vierzig Jahre dominierende Handlungsweise der USA gegenüber der Sowjetunion und dem kommunistischen Block. Die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Situation zwang die USA, ihre isolationistische Politik aufzugeben. Die Politik des

„Containments“ entstand aus der Frustration, dass die Welt das US– Friedensmodell nicht annehmen wollte1, sowie als normale und rationale Reaktion auf die Ideologie und den Expansionsdrang der UdSSR.

Haupttheoretiker dieser Politik der Eindämmung war George F. Kennan, ein Diplomat und Historiker. Er ging von der Prämisse aus, dass der Sowjetkommunismus von aggressiv-expansionistischer Natur sei, die die Weltherrschaft verfolgt.2 Kennan kam zu dem Schluss, dass die „Dämme gegen das sowjetische Vordringen“ nur aus einer „Position der Macht“ heraus errichtet werden können, wobei die Allianzpolitik eine entscheidende Rolle spielen sollte.3 Diese Konzeption war zugleich defensiv und offensiv, denn sie setzte sich die Verhinderung der sowjetischen Ausdehnung zum Ziel, ging aber auch auf die langfristige Veränderung des Status Quo zu Gunsten der USA ein.4

Obwohl Kennan die Wichtigkeit der Aufrechterhaltung starker militärischer Kräfte sah, sollten die Hauptinstrumente des Containments von wirtschaftlicher Natur sein, wie zum Beispiel der Marshall-Plan und die Reorientierung der Besatzungspolitik in Japan. Ebenfalls sollten Risse im Ostblock ausgenutzt werden, wie zum Beispiel durch das Angebot von Marshall-Plan-Hilfe an osteuropäische Staaten5, oder durch andere Wirtschaftshilfen für neutrale Staaten. Langfristig sollte auch auf das sowjetische Verhalten eingewirkt werden, indem der Sowjetunion verdeutlicht werden sollte, dass sie nicht nur durch Expansion, sondern auch durch Kooperation Sicherheit erreichen könne.6

Diese langfristige, geduldige Eindämmungsstrategie Kennans, durch die ein neues Machtgleichgewicht entstehen sollte, deckte sich mit den Prioritäten Trumans: An erster Stelle standen die innenpolitischen Bedürfnisse der USA, danach ökonomische Hilfsprogramme für befreundete Staaten und schließlich Waffenhilfe für diese Staaten.7 Die Truman-Doktrin von 12.3.1947 befolgte diese Eindämmungskonzeption, die später zur Politik der USA erklärt wurde: „... to support free peoples who are resisting attempted subjugation by armed minorities or by outside pressures“.8

Das Dokument NSC-68 hatte einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Containment-Politik. So kam man zu dem Schluss, dass das wichtigste Mittel der Eindämmungspolitik eine starke Militärmacht ist, und zwar zum einen zur Abschreckung, Absicherung der nationalen Sicherheit und zur Zurückweisung einer möglichen Aggression und zum anderen zur Abstützung der Eindämmungsstrategie. Der Schwerpunkt dieser Politik wurde in Europa gesetzt. Außerdem wurde die Wiedereingliederung der Bundesrepublik Deutschland und Japans in das amerikanische Bündnissystem beschleunigt, sowie der Aufbau der militärischern NATO-Strukturen.

2.2 Die Rollback - Politik

Die Containment Politik war allerdings nicht unumstritten. John Dulles forderte einen Übergang von der Politik des Containment, der Eindämmung des sowjetischen Einflusses, zur Politik des Roll back (Politik der Befreiung von Ländern, die unter kommunistischem Einfluss stehen).

Die „roll back“ - Strategie stellte ein Element der psychologischen Kriegführung dar. Wie Dulles sich ausdrückte, sollten hierbei die "Räume der Freiheit" vergrößert und Länder dem kommunistischen Einfluss entrissen werden.9 Allerdings wurde die „roll back“ - Strategie nie zur befolgten Außenpolitik; nicht einmal regierungsintern festgelegt.10 Dies geschah nicht aus Unvermögen oder mangelndem willen der Administration, sondern die Rollback - Strategie war lediglich als Rhetorik innerhalb eines psychologischen Kampfes gedacht. Die Eisenhower-Administration zog daher nie ernsthaft in Erwägung, aktiv den sowjetischen Einfluss zurückzudrängen.11 Es sollte dadurch lediglich der kommunistischen Propaganda ein entsprechendes Gegenmittel gegenübergestellt werden in der Hoffnung, durch die Darstellung der westlichen Werte und Lebensweise Unruhe und Unzufriedenheit im kommunistischen Machtbereich auslösen zu können.

Die wichtigsten Anhänger der Containment Politik, während des Koreakriegs waren: Kennan (Direktor des Planungsstabs, später Berater von Acheson), Truman, Acheson und (Außenminister). (→State Department)

Die wichtigsten Anhänger der Rollback Politik während des Koreakriegs waren: MacArthur (General, Oberkommandierender der US-Truppen in Asien und Kommandeur der US-Interventionstruppen im Auftrag der VN), Dean Rusk (stellvertretende Außenminister), John Allison (Leiter der Nordost- Asienabteilung), Johnson (Verteidigungsminister). Matthews (Marineminister). (→Generalstab) und Dulles(Außenminister in der Eisenhower-Administration). Der Konflikt zwischen den Anhängern der zwei Lager wird eine wichtige Rolle bei der amerikanischen Entscheidungsfindung – im Bereich Koreapolitik - spielen.

[...]


1 vgl. Spillmann: 1985: 28

2 Vgl. Schmick 1997: 42

3 Vgl. ebd. S. 42/ 43

4 Vgl. ebd. S. 43

5 also für die Unterstützung eines unabhängigen Kurses (Jugoslawien)

6 vgl. Gaddis: 1978: 33

7 vgl. Spillmann: 1985: 32

8 Public Papers of the President: Harry S. Truman, 1947, Washinton 1963: 178

9 vgl. Cziempiel/Schweitzer: 1984: 83

10 vgl. ebd. S. 85

11 vgl. Gaddis: 1978: 155

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Der Konflikt in und um Korea
Untertitel
Die Gründe der amerikanischen Intervention im Koreakrieg und dessen Folgen für die USA
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Der Konflikt in und um Korea
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V120093
ISBN (eBook)
9783640240616
ISBN (Buch)
9783640244690
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konflikt, Korea
Arbeit zitieren
Dan-Adrian Curutiu (Autor), 2006, Der Konflikt in und um Korea, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120093

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