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Stigmatisierung von Armut in städtischen Armutsquartieren. Inwiefern werden stigmatisierte Menschen in Bezug auf Armut anders von der Gesellschaft behandelt und welche Auswirkungen hat dies auf die Betroffenen?

Title: Stigmatisierung von Armut in städtischen Armutsquartieren. Inwiefern werden stigmatisierte Menschen in Bezug auf Armut anders von der Gesellschaft behandelt und welche Auswirkungen hat dies auf die Betroffenen?

Term Paper , 2020 , 21 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Anonym (Author)

Social Work
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Armut ist mehr als nur ein Mangel an Geld. Armut beschreibt ein gesellschaftliches Problem sowie eine individuelle Lebenslage mit eingeschränkten Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Eingeschränkte Teilhabemöglichkeiten und reduzierte Chancen gehen hiermit einher. Dem 5. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung ist zu entnehmen, dass die Armutsrisikoquote in Deutschland bei mehr als 15% liegt. Somit beziehen mehr als 15% der Bevölkerung Einkünfte, die unter der Armutsschwelle von 60% des Medianeinkommens liegen. Im Zusammenhang mit Armut wird häufig der Begriff der "sozialen Ausgrenzung" verwendet. Die soziale Ausgrenzung lässt sich zum einen an
objektiven Kriterien messen. Diese können beispielsweise Arbeitslosigkeit oder Sozialhilfeabhängigkeit sein. Zum anderen führt die soziale Ausgrenzung auch zu einem bestimmten Gefühl bei den Betroffenen. Sie entwickeln Gefühle des nicht Dazugehörens, des Unerwünschtseins oder das Gefühl, nicht das Recht auf die Teilnahme am normalen Leben zu haben. Verschiedene Ausgrenzungsprinzipen können entstehen, die für die Betroffenen, zu einer unbestimmbaren, jede Handlung erdrückende Macht wird. Der Ausschluss vom gesellschaftlich Üblichen gibt der Armut als ein Phänomen des "Nicht-Wählen-Können" einen deutlichen, lähmenden Zwangscharakter.

Da Ausgrenzungsprinzipien einen großen Einfluss auf die von Armut betroffenen Menschen haben, beschäftigt sich die vorliegende Hausarbeit mit den Auswirkungen dieser besonders im sozialen Umfeld. Die Hausarbeit geht der Forschungsfrage "Inwiefern werden stigmatisierte Menschen in Bezug auf Armut anders von der Gesellschaft behandelt und welche Auswirkungen hat dies auf die Betroffenen?" nach.

Um dieser Frage nachgehen zu können wird in einem theoretischen Teil zunächst das Phänomen der Armut erläutert. Hierbei liegt der Fokus auf der Unterscheidung von absoluter und relativer Armut sowie der Verbreitung von Armut in Deutschland und in den städtischen Armutsquartieren des Landes. Im nächsten Schritt wird das Konzept der Stigmatisierung nach Erving Goffmann erläutert. Daraufhin folgt der Einbezug einer Studie von Erika Schulze und Susanne Spindler, welche sich mit der Lebenssituation von Jugendlichen in marginalisierten Quartieren beschäftigt. Hierbei werden dazugehörige methodische Grundlagen erläutert und im Schlussteil ein Bezug der Studie zu der Fragestellung der Hausarbeit erarbeitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Armut

2.1 Absolute Armut und Relative Armut

2.1.1 Armut in Deutschland

2.1.2 Armut in städtischen Armutsquartieren

2.2 Stigmatisierung (Stigma, Stigma-Management)

2.3 Methodische Grundlagen – Qualitative Sozialforschung

2.3.1 Narratives Interview als Erhebungsinstrument

2.4 Studie zu Stigma und seinen Folgen - Studienaufbau

2.4.1 Studienverlauf

2.4.2 Auswertung der Studie

3. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen gesellschaftlicher Stigmatisierungsprozesse auf Menschen, die in städtischen Armutsquartieren leben. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie diese Menschen von der Gesellschaft wahrgenommen und behandelt werden und welche Bewältigungsstrategien sie entwickeln, um mit diesen Zuschreibungen umzugehen.

  • Theoretische Einordnung von Armutsformen und Stigmatisierung nach Erving Goffmann.
  • Qualitative Sozialforschung als methodischer Zugang mittels narrativer Interviews.
  • Analyse der Lebenssituation Jugendlicher in marginalisierten Wohngebieten anhand einer Fallstudie.
  • Untersuchung von Stigma-Management-Strategien im Alltag der Betroffenen.
  • Reflektion über soziale Ausgrenzung und die Rolle institutioneller Stigmatisierung.

Auszug aus dem Buch

2.2 Stigmatisierung (Stigma, Stigma-Management)

Erving Goffmann führt im Jahr 1975 den Begriff des „Stigmas“ ein, um gesellschaftliche Kategorisierungen von Menschen, die in „Armut“ leben, besser fassen zu können. Stigmatisierung beschreibt einen relationalen Prozess, da dieser zwischen zwei Personen stattfindet. Die eine Person, die über eine bestimmte Eigenschaft verfügt und die andere Person, welche in Bezug auf diese Eigenschaft von der Norm abweicht. In diesem Verhältnis ist somit eine Person gemeint, die nicht arm ist und eine Person, die in diesem Bereich auf Unterstützung angewiesen ist. Somit wird durch die Stigmatisierung keine relative Objektivität erfasst. Eine Person gilt in Bezug auf Armut stigmatisiert, sobald die Armut von außen als eine Eigenschaft wahrnehmbar ist (diskreditierend) oder wahrgenommen werden könnte (diskreditierbar). Eine weitere Folge muss sein, dass die Person dadurch anders von seinen*ihren Mitmenschen behandelt wird (vgl. Behrmann et. al., 2018, S.168f.). Die Stigma-Theorie von Goffmann besagt außerdem, dass durch das erzeugte Stigma die soziale Stellung einer Person infrage gestellt wird und auf das Handeln der Person eingewirkt wird. Diese Einwirkung besteht durch das Einschränken der Handlungsmöglichkeiten dieser Person. Ein Beispiel wäre hierbei eine Person, welche die Eigenschaft „langzeitarbeitslos“ zugeschrieben bekommt und daher als unzuverlässig oder faul gilt. Daraus könnte nun folgen, dass dieser Person der Zugang zum Arbeitsmarkt erschwert wird und somit dann die Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt werden (vgl. Knabe, Fischer & Klärner, 2018, S. 172).

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung definiert Armut als komplexes gesellschaftliches Problem und leitet zur Forschungsfrage über, inwiefern stigmatisierte Menschen aufgrund ihrer Armut gesellschaftlich anders behandelt werden.

2. Armut: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Dimensionen von Armut, unterscheidet zwischen absoluter und relativer Armut sowie verschiedenen Formen wie Mangelarmut und struktureller Armut.

2.1 Absolute Armut und Relative Armut: Der Abschnitt differenziert die Messweisen von Armut und beleuchtet die Situation in Deutschland sowie die spezifischen Bedingungen in städtischen Armutsquartieren.

2.1.1 Armut in Deutschland: Hier werden statistische Daten zur Armutsgefährdung und sozialen Ausgrenzung in Deutschland basierend auf der Erhebung „LEBEN IN EUROPA“ dargestellt.

2.1.2 Armut in städtischen Armutsquartieren: Dieses Kapitel untersucht die sozialräumliche Segregation und die stigmatisierende Wirkung von Wohngebieten auf die Lebensbedingungen der Bewohner.

2.2 Stigmatisierung (Stigma, Stigma-Management): Auf Basis von Erving Goffmann werden die Prozesse der sozialen Stigmatisierung und die Strategien des Stigma-Managements zur Identitätswahrung analysiert.

2.3 Methodische Grundlagen – Qualitative Sozialforschung: Das Kapitel begründet die Wahl des qualitativen Forschungsansatzes, um die subjektive soziale Realität der Betroffenen tiefgreifend zu verstehen.

2.3.1 Narratives Interview als Erhebungsinstrument: Hier wird das narrative Interview nach Fritz Schütze als Methode zur Rekonstruktion von Erfahrungswelten und Orientierungsstrukturen detailliert beschrieben.

2.4 Studie zu Stigma und seinen Folgen - Studienaufbau: Dieser Teil führt in die Untersuchung von Erika Schulze und Susanne Spindler ein, die das Leben von Jugendlichen in Kölner Armutsquartieren analysiert.

2.4.1 Studienverlauf: Die Beschreibung fokussiert sich auf die Interviewsituation mit Jugendlichen und deren Umgang mit fremden und eigenen Zuschreibungen innerhalb ihres Wohnumfelds.

2.4.2 Auswertung der Studie: Die Auswertung zeigt, dass Jugendliche in marginalisierten Quartieren über spezifische Kompetenzen verfügen und Strategien gegen Stigmatisierung entwickeln.

3. Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und unterstreicht die Notwendigkeit, Bewohner von Armutsquartieren als handelnde Akteure anzuerkennen statt sie auf ihre Stigmatisierung zu reduzieren.

Schlüsselwörter

Armut, Soziale Ausgrenzung, Stigmatisierung, Erving Goffmann, Armutsquartiere, Qualitative Sozialforschung, Narratives Interview, Stigma-Management, Soziale Ungleichheit, Identitätsbildung, Marginalisierung, Segregation, Deutschland, Jugendliche, Lebenssituation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die soziologische Untersuchung von Armut und die daraus resultierende Stigmatisierung von Menschen in städtischen Armutsquartieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Armutsformen, das soziologische Stigma-Konzept von Erving Goffmann, qualitative Erhebungsmethoden und die Lebensrealität in sozial belasteten Stadtteilen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern werden stigmatisierte Menschen in Bezug auf Armut anders von der Gesellschaft behandelt und welche Auswirkungen hat dies auf die Betroffenen?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, konkret das narrative Interview nach Fritz Schütze, um individuelle Erfahrungen und Sinnstrukturen zu erfassen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Armut und Stigmatisierung sowie einen empirischen Teil, der eine Fallstudie zu Jugendlichen in einem Kölner Armutsquartier auswertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Armut, Stigmatisierung, soziale Ausgrenzung, Stigma-Management und qualitative Sozialforschung.

Welche Bedeutung hat das „Stigma-Management“ im Kontext der Fallstudie?

Die Jugendlichen in der Studie nutzen verschiedene Strategien, um der Stigmatisierung ihres Wohnviertels entgegenzuwirken, etwa durch die Verteidigung ihres Alltags oder die Betonung positiver Aspekte ihres Lebensumfeldes.

Welche Rolle spielt die „Gernsheimer Straße“ in der Untersuchung?

Sie dient als konkretes Fallbeispiel für ein marginalisiertes Quartier, das im öffentlichen Diskurs als „gefährlicher Ort“ stigmatisiert wird und dessen Bewohner mit den Folgen dieses Rufs zu kämpfen haben.

Wie werden die betroffenen Jugendlichen in der Studie charakterisiert?

Die Arbeit betont, dass die Jugendlichen nicht bloß Opfer ihrer Lebensverhältnisse sind, sondern als Akteure mit spezifischen Fähigkeiten und Kompetenzen auftreten, die aktiv gegen ihre Stigmatisierung vorgehen.

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Details

Title
Stigmatisierung von Armut in städtischen Armutsquartieren. Inwiefern werden stigmatisierte Menschen in Bezug auf Armut anders von der Gesellschaft behandelt und welche Auswirkungen hat dies auf die Betroffenen?
College
University of Siegen
Grade
2,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2020
Pages
21
Catalog Number
V1202347
ISBN (PDF)
9783346648761
ISBN (Book)
9783346648778
Language
German
Tags
stigmatisierung armut armutsquartieren inwiefern menschen bezug gesellschaft auswirkungen betroffenen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2020, Stigmatisierung von Armut in städtischen Armutsquartieren. Inwiefern werden stigmatisierte Menschen in Bezug auf Armut anders von der Gesellschaft behandelt und welche Auswirkungen hat dies auf die Betroffenen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1202347
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