Unter der Überschrift: »Das Politische Verhältnis zwischen Nord- und Südreich in der Königszeit« verbirgt sich ein Teil der »Geschichte Israels«. Es ist eine lange Geschichte. Die Autoren der Bibel legten Wert darauf die Könige aus theologischer Sicht zu bewerten, stellten jedoch auch Ereignisse, wie Kriege, diplomatische Hochzeiten, technische Fortschritte etc. dar. »Das Politische Verhältnis«, wie der Titel beginnt, fokussiert die Seite der Politik. So findet sich im Anhang A.1. Eine Liste der regierenden Könige, die farblich in Familien / Dynastien zusammen gesehen werden können. Eine längere Zeit regierende Dynastie steht für politische Stabilität. Aus theologischer Sicht ist jedoch besonders, dass Gott JHWH sich die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs; das Volk Israel erwählt hat und den Anspruch erhebt König zu sein (Ex 15, 18 & Ps 74, 12). So ist Gott (JHWH) es, der bestimmt wer, wann und wie lange regierender König sein darf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zeitliche Einordnung
3. Propheten
4. Königreich und Großreich
5. Südreich Juda
6. Nordreich Israel
7. Anhang
A.1. Liste der Könige
A.2. Propheten
A.3. „Sünde Jerobeams“
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Verhältnis zwischen dem Nordreich Israel und dem Südreich Juda während der Königszeit. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der historischen Entwicklung, den Einfluss der Prophetie auf die Politik sowie die religiöse Bewertung der Regenten aus alttestamentlicher Perspektive.
- Historische und zeitliche Einordnung der Königszeit in Israel
- Die Rolle der Propheten als politische und religiöse Korrektive
- Entwicklung und Untergang des Südreichs Juda
- Strukturen und Zerfall des Nordreichs Israel
- Theologische Begründung politischer Ereignisse in der Bibel
Auszug aus dem Buch
3. Propheten
Könige bekamen in der damaligen Zeit ihre Ratschläge von Propheten. Propheten waren Leute, die im Namen einer Gottheit die Zukunft ansagten {Seher (1. Sam 9, 9)} und so politische Entscheidungen beeinflussten. Propheten konnten jedoch auch Kritik im Namen der Gottheit aussprechen. In der Bibel haben Propheten eine hervorgehobene Stellung, denn sie tragen die Worte des lebendigen Gottes JHWH an die Könige heran. Sie fragen die Politik auf die Verhältnismäßigkeit zum Bund Gottes mit seinem Volk an (Ex 19). Worte JHWH´s setzen sich durch; das macht diese Propheten für Könige unbequem. So gab es zur Zeit König Davids den Prophet Nathan, der ihm die berühmte Bestätigung für sein Königtum brachte (2. Sam 7), die sich in der Geschichte durchsetzte,7 und der die Geschichte des Ehebruchs von König David mit Batseba aufdeckte (2. Sam 11+12).
Weitere Propheten in der Zeit der Könige waren Micha, Elia, Elisa, Amos, Hosea, Jesaja, Zephania, Jeremia, Nahum, Habakuk und andere. Sie wirkten besonders deutlich in Krisen und in Wendezeiten, also in ganz konkreten Situationen der Zeit, in der sie lebten. Propheten sorgten maßgeblich dafür, dass der Glaube an JHWH wach gehalten wurde und sich immer wieder im Volk der Israeliten durchsetzte. Am deutlichsten zeigt sich dies bei Elia; sein Name bedeutet: »Mein Gott ist JHWH«.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Geschichte Israels ein und erläutert die theologische Sichtweise der biblischen Autoren auf die Könige.
2. Zeitliche Einordnung: Dieses Kapitel skizziert den Übergang von der Richterzeit zur Monarchie unter Samuel sowie den zeitlichen Rahmen der Königsherrschaft bis zum babylonischen Exil.
3. Propheten: Es wird die Rolle der Propheten als Berater und Kritiker der Könige sowie deren Einfluss auf die politische Entscheidungsfindung im Namen Gottes beschrieben.
4. Königreich und Großreich: Der Text beschreibt den Aufstieg des Königtums unter Saul, David und Salomo sowie die anschließende Teilung des Staates.
5. Südreich Juda: Hier werden die Geschichte des Südreichs, die Kontinuität der Davididen-Linie und die wechselvolle religiöse Praxis in Jerusalem thematisiert.
6. Nordreich Israel: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung des Nordreichs, die politische Instabilität und die theologische Abwertung durch die „Sünde Jerobeams“.
7. Anhang: Der Anhang bietet ergänzende Übersichten zu den Königen, eine zeitliche Einordnung der Propheten und Erläuterungen zum Begriff der „Sünde Jerobeams“.
Schlüsselwörter
Königszeit, Israel, Juda, JHWH, Prophetie, Bibel, Geschichte Israels, Davidsdynastie, Nordreich, Südreich, Theokratie, Religion, Politik, Jerobeam, Monarchie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem politischen und religiösen Verhältnis zwischen dem Nordreich Israel und dem Südreich Juda während der Zeit der Könige.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Chronologie, der Rolle der Propheten, der Regierungszeiten der Könige und der religiösen Bewertung ihrer Handlungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse der politischen Stabilität und der religiösen Ausrichtung der beiden Reiche sowie deren Bewertung aus alttestamentlicher Sicht.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Ausarbeitung basiert auf einer literarischen Analyse biblischer Texte und einer historischen Auswertung unter Einbezug relevanter Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die zeitliche Einordnung, die Funktion der Propheten, die Entstehung des Großreichs sowie die spezifische Geschichte des Nord- und Südreichs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Königszeit, Prophetie, JHWH, Nordreich, Südreich und die biblische Historie.
Was versteht man unter der „Sünde Jerobeams“?
Es handelt sich um die Errichtung von Kultorten in Bethel und Dan durch Jerobeam I., was theologisch als Abfall vom reinen JHWH-Kult in Jerusalem gewertet wird.
Warum war die Prophetie für die Könige oft unbequem?
Propheten traten im Namen Gottes auf und hinterfragten die politische Praxis auf ihre Übereinstimmung mit dem Bund Gottes, was häufig zu Konflikten führte.
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- H. Christoph Geuder (Author), 2008, Das politische Verhältnis zwischen Nord- und Südreich in der Königszeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120247