Peter Halket im Mashonalande


Klassiker, 2008
81 Seiten
Olive Schreiner (Autor)

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I.

Es war eine dunkle Nacht und von Osten her kam ein schneidend kalter Luftzug, der nicht stark genug war, das Feuer auszulöschen, welches sich der Reiter Peter Halket angezündet hatte, aber die Flamme doch ein wenig hin und her wehte. Er saß neben dem Feuer oben auf einem Koppje. [1]

Rings um ihn herrschte undurchdringliche Finsternis; nicht ein Stern war an der schwarzen Wölbung über seinem Haupt sichtbar.

Er und ein Dutzend anderer Mannschaften von der Chartered Company waren unterwegs um Vorräte von Mais und Reis in das nächste Lager zu bringen; man hatte ihn zu Fuß als Kundschafter längs einer niedrigen Hügelkette ausgeschickt und er hatte sich dabei verirrt. Seit acht Uhr morgens war er zwischen dem hohen Gras, den kleinen Steinkuppen und dem verkrüppelten Gestrüpp herumgewandert, ohne eine andere Spur menschlicher Wohnungen zu treffen, als die Überbleibsel eines niedergebrannten Kaffernkraals, und ein verwüstetes, zertretenes Maisfeld; denn vor vier Wochen hatten die Soldaten der Chartered Company hier eine Niederlassung der Eingeborenen zerstört.

Dreimal war es ihm im Lauf dieses Tages begegnet, daß er an die nämliche Stelle zurückgekehrt war, von der er ausgegangen; auch war es gar nicht seine Absicht, sich sehr weit zu entfernen. Denn er wußte, seine Kameraden würden umkehren, ihn zu suchen, wenn er abends nicht im Lager einträfe, und nach der Stelle zurückkommen, an der sie ihn zuletzt gesehen hatten.

Peter Halket war sehr müde. Den ganzen Tag über hatte er nichts gegessen und selbst nicht aus dem Fläschchen mit Kapbrandy getrunken, das in seiner Brusttasche steckte; wußte er doch nicht, wann er es wieder gefüllt bekäme. Als die Nacht einbrach, beschloß er oben auf einem der kleinen Hügel zu rasten, der etwas entfernt von den anderen stand. Dort konnte sich niemand heranschleichen, ohne daß er es merkte. Vor den Eingeborenen fürchtete er sich nicht; ihre Hütten und Getreidevorräte waren auf dreißig englische Meilen in die Runde nieder gebrannt und sie selbst waren entflohen. Aber er empfand etwas Angst vor den Löwen, die er noch nie gesehen und von denen er nur erzählen gehört hatte; sie konnten im hohen Grase oder im Gestrüpp am Fuß der kleinen Kuppe lauern; – – und dann beschlich ihn noch eine andere Besorgnis, – er wußte nicht klar weshalb, als er daran dachte zum erstenmal die lange Nacht allein im »Veldt [2] « zuzubringen.

Gegen Sonnenuntergang hatte er einen Haufen von trockenen Ästen und Baumknorren auf der kleinen Kuppe zusammengetragen. Er wollte die ganze Nacht ein Feuer unterhalten und sobald es dunkelte, zündete er es an. Vielleicht sahen seine Kameraden den Schein; dann würden sie frühmorgens kommen, ihn abzuholen und jedenfalls würden die wilden Tiere sich nicht an ihn heranwagen, so lange er neben dem Feuer kniete; – vor den Schwarzen war ihm nicht bange. Er legte das Feuer kunstgerecht an, fest entschlossen, wenn es ihm möglich sei, die ganze Nacht wach zu bleiben.

Peter Halket war hager und von mittlerer Größe mit einer schräg abfallenden Stirn und wasserblauen Augen; aber das Untergesicht hatte einen harten Zug; und den dünnen Lippen des großen Mundes sah man an, daß dieser Mann den Genuß

leidenschaftlich begehren und voll auszukosten vermöge, wenn er sich ihm bot. Einige weiche hellblonde Härchen am Kinn zeigten die ersten Mannesjahre an. Von Zeit zu Zeit lauschte er gespannt, ob von dem fernen Lagerplatz seiner Freunde irgend ein Ton herüber dringe; denn wenn sie seinen Feuerschein bemerkten, würden sie ihre Flinten abschießen. Noch gespannter horchte er, ob sich in der Nähe etwas hören lasse: doch alles war still; nur manchmal knisterte das brennende Holz und der Wind, der um das Gestein auf der Kuppe blies, gab einen leisen pfeifenden Laut. Er legte den brettkrämpigen Filzhut zusammen und steckte ihn in die Tasche seines Überrocks; dafür setzte er eine kleine zweizipfelige Mütze auf, die ihm seine Mutter gemacht hatte, und die den Kopf so eng umschloß, daß nur eine einzige Locke seines semmelblonden Haares über die Stirn herabfiel. Den Kragen klappte er in die Höhe, um die Ohren und den Nacken zu schützen, knöpfte aber den Rock vorn auf, um sich am Feuer zu wärmen. Er hatte viele Nächte, die kälter als diese waren, am Lagerfeuer mit den Kameraden verbracht; sie erzählten sich dann von den Schwarzen, die sie niedergeknallt, von den Dörfern, die sie zerstört hatten, oder sie schimpften über ihre Rationen – – aber heute drang ihm die Kälte bis auf die Knochen. Die Dunkelheit der Nacht über ihm, die Stille der Steppe rings um ihn her bedrückte ihn. Wenn in der Ferne doch wenigstens ein Schakal oder selbst ein größeres Raubtier gebrüllt hätte, oder er wünschte daß der Wind etwas lauter gepfiffen hätte, statt so leise ächzend um die Steine zu streichen. Er sah nach seinem Gewehr; es lag schußbereit rechts neben ihm an der Erde; und ab und zu griff er mechanisch nach den Patronen in seinem Gürtel. Dann streckte er wieder die kleinen knochigen Hände gegen das Feuer um sie zu wärmen. Es war erst halb elf Uhr; dennoch schien es ihm, als habe er mindestens schon zehn Stunden hier gesessen.

Nach einer Weile warf er zwei größere Knubben in das Feuer und zog die Flasche heraus, betrachtete sie genau bei dem Feuerschein, um zu sehen, wie viel sie enthalte. Dann nahm er einen kleinen Schluck, sah sich wieder an, wie weit die Flüssigkeit gefallen sei und steckte sie in die Brusttasche zurück.

Und nun fing er an seinen Gedanken nachzuhängen.

Das war etwas Seltenes bei ihm. Auf der Feldwache oder wenn er mit den Kameraden um das Lagerfeuer saß, hatte er keine Zeit zum Grübeln; Nachdenken war überhaupt niemals Peters Sache gewesen. Er war ein träger Schüler in der Dorfschule gewesen, und als er aus dieser entlassen war, hatte seine Mutter zwar dem Dorfapotheker viel Geld bezahlt um mit ihm abends gelehrte Bücher über Geschichte und Mathematik zu lesen; aber behalten hatte er nicht viel davon. Für gewöhnlich lebte er nur in der Welt, die ihn unmittelbar umgab, ließ sich von den Dingen treiben, und wenn der Anstoß nachließ, war es ihm auch gleichgültig. Aber in dieser Nacht aufs dem Hügel gab er sich den Gedanken hin, und sie bildeten sich zu fortlaufenden Ketten.

Zuerst überlegte er, ob wohl seine Mutter je den Brief bekommen werde, den er in der vorigen Woche abgeschickt hatte; und ob er ihr in ihrem Häuschen abgegeben würde oder sie ihn sich von dem Postbureau abholen müsse. Dann dachte er an das kleine englische Dorf, in dem er geboren und aufgewachsen war. Er sah die fetten weißen Enten seiner Mutter sich unter dem Gatter durchdrücken, wenn sie herunter nach dem kleinen Teich watschelten, der hinter ihrem Hof lag, oder von dort zurückkamen. Er sah das Schulhaus, das ihm in seiner Knabenzeit so verhaßt gewesen war, und wo er so oft geschwänzt hatte, um Nester auszunehmen oder zu angeln. Er sah die Lithographien an der Wand des Schulzimmers, auf welche die Nachmittagssonne gerade schien, wenn er nachbleiben mußte. Auf dem einen Bilde segnete Jesus die Kindlein und auf einem anderen, gerade über der Tür, hing er mit ausgestreckten Armen am Kreuz und aus seinen Füßen floß Blut. Weiter dachte Peter an den verfallenen Turm, und wie oft er auf die Ruine geklettert war, um Vogeleier zu holen. Und er sah wie seine Mutter vor der Tür ihres Häuschens stand, wenn er abends heim kam; er fühlte ihre Arme um seinen Hals, wenn sie ihn küßte. Aber er fühlte auch ihre Tränen auf seiner Wange, weil er wieder den ganzen Tag von der Schule fortgeblieben war. Dann hatte er sich entschuldigt und gelobt: es nie wieder zu tun, sie sollte nur nicht weinen. Er hatte oft an sie gedacht, seit er sie verlassen hatte: damals an Bord des Schiffes und dann, als er für einen Spekulanten auf Erz schürfte und auch seit er sich für die Truppe hatte anwerben lassen. Aber es war immer nur so beiläufig und unklar gewesen; er hatte sie nicht gesehen und gefühlt. Doch heute sehnte er sie herbei, wie er es als ganz kleiner Junge getan hatte, wenn er in der Stube in seinem Bettchen lag und ihren Schatten durch die Tür sehen konnte, wie sie am Waschfaß stand und Geld verdiente, um ihn ernähren und kleiden zu können. Er entsann sich, wie er nach ihr gerufen hatte. Dann war sie gekommen, hatte die Decken um ihn gestopft und ihn ihren »kleinen Simon« genannt. Es war sein zweiter Name und der seines Vaters gewesen, und sie nannte ihn nur so, wenn er nachts in seinem Bettchen lag oder sich weh getan hatte. Da saß er und starrte in die Glut. Er nahm sich vor recht viel Geld zu verdienen; dann sollte seine Mutter zu ihm ziehen. Er wollte sich ein großes Haus im Westend von London bauen, prächtiger als es irgend ein Anderer habe und auch noch eins auf dem Lande, und dann brauchten sie nicht mehr zu arbeiten.

Er saß ganz regungslos da, während er immer noch in das Feuer starrte.

Alle Leute verdienten Geld, wenn sie nach Südafrika gingen: Barney Barnato, Rhodes – die hatten alle etwas aus dem Lande herausgeschlagen, acht Millionen – zwölf Millionen – sechsundzwanzig Millionen – vierzig Millionen: warum sollte er nicht auch reich werden?

Plötzlich zuckte er zusammen und lauschte. Aber es war nur der Wind, der den Hügel hinaufkam wie ein großes asthmatisches Tier, das langsam aufwärts kriecht; und er blickte wieder ins Feuer.

Er dachte über seine geschäftlichen Aussichten nach. Wenn er seine Zeit als Freiwilliger ausgedient hätte, würde er ein großes Stück Land erhalten. Bis dahin wären die Mashona's und Matabeles völlig unterworfen, und ihnen alles Land fortgenommen, und die Chartered Company würde ein Gesetz erlassen, daß sie für die Weißen arbeiten müßten und er, Peter Halket, würde schon darauf halten, daß sie tüchtig für ihn arbeiteten. Dabei konnte er Geld verdienen.

Weiter überlegte er, was er mit dem Lande machen würde, wenn es nichts taugte und er nicht dabei reich werden könnte. Dann würde er ein Syndikat bilden – zur Ausbeutung der Peter Halket Goldfelder oder Peter Halket Eisengrube – ja so ein Name mußte es sein. Es war Peter Halket zwar nicht ganz klar, wie so etwas gebildet wurde, nur soviel wußte er, daß er und einige andere Leute Aktien nehmen müßten. Natürlich brauchten sie nichts dafür zu zahlen. Dann würden sie irgend einen einflußreichen Mann in London herankriegen, auch Aktien zu nehmen. Bezahlen brauchte er ebenfalls nicht dafür: sie würden sie ihm so geben; und dann war die Aktiengesellschaft gegründet. Keiner brauchte etwas zu bezahlen: der Name tat alles: Die Peter Halket Goldfelder – Aktiengesellschaft – mit beschränkter Haftpflicht. In London mußte man sie an den Markt bringen. Leute, welche das Land nicht kannten, würden die Aktien kaufen; diese Leute mußten allerdings bar Geld dafür geben, das versteht sich. Vielleicht stiegen die Aktien bis zu fünfzehn Pfund Peter Halkets Augen leuchteten, während er in das Feuer starrte. – Wenn sie recht hoch standen, dann würde er alle seine Aktien verkaufen. Selbst wenn er sich nur sechstausend genommen hätte und sie bloß zu zehn Pfund verkaufte, hätte er, Peter Halket, sechszigtausend Pfund verdient. Dann gründete er eine andere Gesellschaft und später noch eine.

Er strich sich leise über die Knie.

Ja, die Hauptsache war: »Immer zur richtigen Zeit verkaufen.« Über diesen Punkt war Peter ganz klar. Er hatte so viel darüber reden hören. Und dann mußte man einen Teil Aktien umsonst an Leute mit vornehmen Namen geben: die mußten auch rechtzeitig verkaufen.

Wieder strich er sich nachdenklich über das Knie.

Aber die andern Leute, welche die Aktien bar bezahlt hatten? Nun die konnten sie auch verkaufen; alle konnten verkaufen.

Jetzt war es nicht mehr ganz so klar in Peter Halkets Kopf. Die Sache wurde ihm zu schwierig, so wie die Regeldetri-Exempel in der Schule, wenn er nicht mehr den Zusammenhang zwischen den ersten beiden Gliedern und dem dritten finden konnte. Nun ja, wenn die Aktienbesitzer es nicht wahrnahmen rechtzeitig zu verkaufen, dann war es ihre eigene Schuld. Weshalb paßten sie nicht auf? Peter Halket fühlte sich nicht verantwortlich für sie. Jeder mußte wissen, daß er rechtzeitig verkaufen soll. Waren sie nicht gewillt, rechtzeitig zu verkaufen, na, da ließen sie's bleiben. »Man wird nur reich durch die Aktien, die man verkauft, nicht durch die, welche man behält,« das ist eine bekannte Regel.

Ja, aber wenn sie sie nicht verkaufen konnten?

Peter Halket stutzte – zögerte – – Nun dann mußte die britische Regierung sie kaufen, wenn sie so schlecht waren, daß Keiner sie haben wollte, und dann verlor Niemand daran. »Die britische Regierung kann nicht zugeben, daß die britischen Aktienbesitzer Schaden leiden.« Das hatte er oft genug sagen hören. Der britische Steuerzahler würde für die Chartered Company zahlen müssen, für die Soldaten und alles Übrige. Wenn die Aktien sonst keine Abnehmer fänden, mußte die Regierung dafür aufkommen, und den Zusammenbruch verhüten, denn es waren Lords, Herzöge und Prinzen daran beteiligt. Warum sollten die englischen Steuerzahler nicht auch dafür aufkommen, wenn es mit Peter Halkets Gesellschaft schief ginge? Einen Lord mußte er deshalb auch dabei haben.

Er starrte ins Feuer, ganz hingenommen von seinen Berechnungen und Luftschlössern – Peter Halket, Esq. Direktor der Peter Halket Goldminengesellschaft mit beschränkter Haftpflicht. Dann wenn er erst Tausende verdient hatte, kam das M. P. noch dazu – er wurde Parlamentsmitglied. Hatte er Millionen, so hieß es: Sir Peter Halket, Privy Councillor. Er verfolgte den Gedanken, dabei immer unverwandt in die Glut starrend. Sobald man erst fünf bis sechs Millionen besitzt, kann man hinkommen, wohin man will und tun was Einem beliebt. Dann wird man nach Sandringham zum Prinzen von Wales eingeladen. Keiner kümmert sich drum, wer die Mutter von solchem Millionär gewesen ist; das ist dann alles gleichgültig.

Mit einemmal wurde es Peter Halket flau zu Mut und er schnallte den breiten Ledergurt zwei Löcher enger.

Selbst wenn man nur zwei Millionen besaß, konnte man sich einen Koch und einen Kammerdiener halten, die Einen begleiteten, wenn man in die Wildnis oder in den Krieg zog und man konnte nach Herzenslust Champagner trinken und Leckerbissen essen. In diesem Augenblick kam diese Fülle ihm noch begehrenswerter vor als eine Einladung nach Sandringham.

Peter zog die Flasche mit dem ordinären Kapbrandy heraus und nahm einen ganz kleinen Schluck.

Andere Leute waren nach Südafrika gekommen ohne einen Heller und steinreich geworden Warum nicht auch er?

Er steckte kleine Zweige unter die beiden großen Knubben und eine prächtige Flamme lohte empor. Dann lauschte er wieder gespannt. Der Wind legte sich und die Nacht wurde sehr still. Jetzt war es dreiviertel auf zwölf. Der Rücken schmerzte ihn und er hätte sich gern niedergelegt; doch wagte er es nicht aus Furcht einzuschlafen. Er beugte sich vor, die Hände zwischen den gekreuzten Knien und beobachtete das Feuer.

Allmählich wurden seine Gedanken weniger znsammenhängend; sie glichen vielmehr den einzelnen losgelösten Gliedern einer Kette, Bildern, die sich in bunter Reihe in seinem Gehirn abmalten, als einer zusammenhängenden Folge von Vorstellungen. Während er in die Glut sah, dünkte es ihn, dies sei eines der Feuer, das er und seine Kameraden angezündet hätten, um das Getreide der Eingeborenen zu verbrennen und sie würfen alles hinein, was die Truppe nicht mitnehmen konnte. Dann sah er wieder die fetten Enten seiner Mutter auf dem schmalen Fußsteig zwischen dem grünen Gras auf- und abwatscheln. Gleich darauf sah er die Hütten, wo er mit den Goldsuchern gewohnt und in denen er mit den schwarzen Weibern gelebt hatte. Ja, wo mochten jene Weiber jetzt sein? Jetzt sah er den Schädel eines alten Mashonaniggers, dem die Hirnschale halb abgeschossen war und dessen Hände noch zuckten. Er vernahm das laute Geschrei der schwarzen Weiber und Kinder, als die Maximgeschütze auf ihren Kraal gerichtet waren, und hörte das Explodieren des Dynamits, als eine Erdhöhle gesprengt wurde. Wieder stand er an einem Maximgeschütz; aber es war wie die Mähmaschine, die er in England bedient hatte; doch das, was jetzt niedersank, war nicht gelbes Korn, sondern die Köpfe schwarzer Menschen, und er meinte, wenn er sich umblicke, würden diese reihenweise hinter ihm liegen, wie gemähtes Getreide.

Aus den brennenden Baumstümpfen stieg die Flamme klar und hoch empor und wo sie platzten, zeigte sich der glühende Kern: das Knistern und Knacken erinnerte ihn an das Abschießen einer Batterie. Dann fiel ihm plötzlich eine Schwarze ein, die er und ein anderer Soldat allein in der Wildnis getroffen hatten; sie trug einen Säugling auf dem Rücken und war jung und hübsch. Nun ja – die hatten sie nicht erschossen aber eine Schwarze war eben keine Weiße. Seine Mutter verstand davon nichts; denn die Begriffe sind so anders in Südafrika als in England. Man kann sich hier nicht an dieselben Regeln halten wie zu Hause. Er hatte ein unbehagliches Gefühl, daß er sich gegen seine Mutter rechtfertigen müsse – und nicht wußte wie.

Weiter und weiter neigte er sich vor, so weit, daß das unter der Mütze herausfallende helle Löckchen beinah vom Feuer versengt wurde. Noch hielt er die Augen offen, doch die Lider schoben sich herunter und die Hände sanken immer tiefer zwischen die Knie. In seinem Gehirn wechselten die Bilder nicht mehr; er hatte nur noch den Eindruck von dem vor ihm befindlichen Feuer.

Plötzlich stutzte er, richtete sich auf und lauschte. Der Wind schwieg jetzt; kein Laut ließ sich hören, dennoch horchte er scharf auf. In der stillen Luft brannte das Feuer mit zwei klaren roten Flammenzungen.

Da hörte er auf der anderen Seite der Kuppe Tritte heraufkommen, den gelassenen gleichmäßigen Schritt nackter Füße.

Dem kecken Reitersmann Peter Halket sträubte sich das Haar zu Berge. Er dachte nicht an Flucht; die Angst lähmte ihn. Mechanisch griff er nach der Flinte; aber eine tödliche Kälte kroch ihm von den Fußspitzen bis zum Kopf. Er hatte eine Maximkanone bedient in einem Kampf mit den Schwarzen, in welchem mehrere Hunderte derselben gefallen waren und nur ein einziger Weißer verwundet worden war, und Furcht hatte er nie gekannt; aber heute waren ihm die Finger steif, als er das Schloß seines Gewehrs berührte. Ein wenig nach der Seite des Feuers geneigt, kniete er gebückt nieder und hielt die Flinte schußbereit. Ein Stein schützte ihn etwas vor einem Feinde, der sich von der entgegengesetzten Seite des Hügels näherte und sobald die Gestalt sich auf der Höhe blicken ließ, wollte er schießen. Doch plötzlich fuhr es ihm durch den Sinn: wie, wenn es einer seiner Kameraden sei, der ihn suche und kein barfüßiger Feind? Die Ungewißheit war qualvoll und er schwankte einen Augenblick. Dann rief er eiskalt vor Entsetzen

»Wer da?«

Und eine Stimme erwiderte langsam und deutlich auf englisch: »Ein Freund.«

Bei dieser überraschenden Wendung wäre die Flinte beinah Peter Halkets Hand entglitten. Der kalte Schweiß, den die Aufregung bisher zurückgehalten hatte, trat jetzt in großen Tropfen ans seine Stirn. Doch blieb er noch immer in kniender Stellung und hielt das Gewehr in Anschlag.

»Was wollen Sie?« rief er mit bebender Stimme.

Aus dem Dunkel am Rande der Kuppe trat eine Gestalt in den von dem Feuer hell erleuchteten Kreis.

Peter Halket sah zu ihr empor.

Es war ein hochgewachsener Mann, der ein loses leinenes Gewand trug, welches bis beinah an die Knöchel reichte und sich dicht an ihn schmiegte. Der Kopf, die Arme und Füße waren nackt. Er trug keinerlei Waffe und die vollen Locken seines dunklen Haares wallten ihm bis auf die Schultern herab. Der Soldat betrachtete ihn erstaunt: »Sind Sie allein?« fragte er.

»Ja, ich bin allein.«

Peter Halket ließ die Flinte sinken und stand auf.

»Haben sich wohl auch verirrt?« fragte er weiter, immer noch das Gewehr in der Hand.

»Nein. Ich wollte fragen, ob ich eine Weile an Ihrem Feuer sitzen kann?«

»Gewiß! gewiß!« antwortete Peter, betrachtete erstaunt das Gewand des Fremden und entfernte allmählich die Hand vom Schloß. »Ich freue mich diebisch über jede Gesellschaft. Es ist eine verdammte Nacht, um hier allein draußen zu sein. Mich wundert nur, wie Sie den Weg bei der Finsternis finden konnten. Setzen Sie sich Setzen Sie sich!« Nun Peter sich den Fremden ganz genau angesehen hatte, legte er das Gewehr nieder. Der Fremdling setzte sich an die andere Seite des Feuers. Seine Gesichtfarbe war brünett. Arme und Füße durch die Sonne bronzefarben gebrannt; doch die feingeschnittenen Züge und die gewölbte Stirn bewiesen, daß er keiner südafrikanischen Rasse angehöre.

»Sie sind wohl einer von den Sudanesen, die Cecil Rhodes von Norden her mitgebracht hat?« fragte Peter, ihn neugierig betrachtend.

»Nein. Cecil Rhodes hat nichts mit meinem Kommen zu tun,« versetzte der Fremde. »So!« antwortete Peter. »Sind Sie zufällig heute einer Abteilung Soldaten begegnet, zwölf Weiße und sieben Farbige mit drei Proviantwagen? Wir sollen sie nach dem großen Lager bringen und ich habe mich heute früh von meinen Begleitern verirrt. Es ist mir nicht möglich gewesen, sie wieder zu finden, obwohl ich den ganzen Tag nach ihnen gesucht habe.«

Der Fremde wärmte die Hände gelassen am Feuer, dann blickte er auf: »Sie lagern heute am Fuß jener Hügel,« sagte er und deutete nach links in das Dunkel. »Sie werden morgen früh, noch vor Sonnenaufgang hier sein.«

»So, dann sind Sie ihnen doch begegnet,« meinte Peter vergnügt. »Deshalb wunderte es Sie nicht, mich hier zu finden Trinken Sie einen Tropfen.«

Er zog die kleine Flasche heraus und hielt sie ihm hin. »Tut mir leid, daß so wenig drin ist; aber ein Schluck schützt vor der Kälte.«

Der Fremde neigte den Kopf, lehnte indessen dankend ab.

Peter setzte die Flasche an die eigenen Lippen und tat einen kleinen Zug; dann steckte er sie wieder ein. Sein Gast hatte die Arme um die Kniee geschlungen und blickte in das Feuer.

»Sind Sie ein Jude?« fragte Peter plötzlich, als der Feuerschein das Antlitz des Fremden hell beleuchtete. »Ja, ich bin ein Jude.«

»So Darum konnte ich zuerst nicht daraus klug werden, zu welchem Volk sie gehörten; denn Ihre Kleidung, wissen Sie –« Er unterbrach sich und fragte weiter. »Sie treiben wohl hier Handel? Aus welchem Lande kommen Sie denn; vielleicht aus Spanien?«

»Ich bin ein Jude ans Palästina.«

»Wirklich!« sagte Peter. »Von dort her habe ich noch nicht viele getroffen. Aber von andern Ländern her waren ihrer mehrere an Bord des Schiffs, mit dem ich herausgekommen bin; außerdem habe ich Barnato gesehen und Beit; doch die haben keine Ähnlichkeit mit Ihnen. Das mag wohl daher kommen, weil Sie aus Palästina gebürtig sind.«

Peter Halket empfand gar keine Furcht mehr vor dem Fremden. »So rücken Sie doch ein bischen mehr an das Feuer heran, es muß Sie ja frieren, denn Sie haben gar nichts Warmes an. Mir ist trotz meines dicken Rocks eiskalt.« Er schob dabei das Gewehr noch etwas weiter von sich und warf wieder einen großen Kloben in das Feuer: »Tut mir leid, daß ich Ihnen nichts zu essen anbieten kann; aber ich habe seit gestern Abend selbst keinen Bissen gehabt. Einem wird ganz flau, wenn man so mit leerem Magen hier draußen ist. Hätte mir gar nicht gedacht, daß man den Hunger schon nach einem Tage so spürte. Sind Sie auch schon mal draußen gewesen, ohne was zu essen?« fragte Peter munter und wärmte die Hände.

»Vierzig Tage und Nächte,« versetzte der Fremde.

»Vierzig Tage Alle Wetter!« entgegnete der Soldat. »Da müssen Sie aber ordentlich zu trinken gehabt haben, sonst hätten Sie's nicht ausgehalten. Ich fühlte mich ganz schlapp, kurz ehe Sie herkamen; aber nun ist mir schon besser, wärmer.«

Dabei schürte er im Feuer und fuhr dann fort, doch ohne jenen anzusehen: »Sie stehen wohl auch im Dienst der Chartered Company?«

»Nein, ich habe nichts mit der Chartered Company zu tun,« war die Antwort.

»Na, dann wundert es mich auch nicht, daß Sie so aussehen, als hätten Sie noch nicht viel vor sich gebracht. Es ist hier schon nicht viel für die zu holen, die zur Chartered Company gehören, mit Ausnahme von den ganz großen Tieren; aber für den, der nicht dazu gehört, ist gar nichts los. Ich hab's versucht, als ich zuerst herkam. Dazumal war ich bei einem Spekulanten in Grubenfeldern, der auch irgendwie mit der Chartered Company zusammen; hing. Aber ich stand nur bei ihm im Tagelohn und arbeitete für meine Rechnung. Ich sage Ihnen, hier verdienen nicht die Leute, die arbeiten, sondern nur die großen Herren, die sich die Konzessionen zu verschaffen wissen.«

Die Gegenwart des Fremden wirkte entschieden erheiternd auf Peter. Merkwürdig, daß der eine unbewaffnete Mann ihm alle Furcht genommen hatte.

Da der Fremde den Faden der Unterhaltung nicht aufgriff, fuhr Peter selbst nach einer Weile fort: »Übrigens war das Leben dabei gar nicht so schlecht. Ich wollte nur, ich hätte es wieder so. Ich hatte ein paar Hütten und zwei schwarze Weiber.« – –

»Man steht sich viel besser mit den schwarzen als mit den weißen Weibern,« setzte er nach einer Pause hinzu. »Die weißen muß man unterhalten und die schwarzen verdienen noch – und wenn man ihrer überdrüssig ist, kann man sie ohne weiteres los werden. Ja, ich bin sehr für die schwarzen Mädel!«

Peter lachte dabei laut auf. Aber der Fremde saß regungslos da, die Arme um die Knie geschlungen.

»Haben Sie auch welche? Lieben Sie auch die schwarzen Weiber?«

»Ich liebe alle Frauen,« antwortete der Fremde und schlang die Arme wieder um die Knie.

»Was Sie sagen Mir sind sie ganz verleidet. Ich habe so viel Ärger mit meinen gehabt,« er wärmte dabei behaglich bald die eine Handfläche, bald die andere am Feuer, augenscheinlich bereit, sich recht ausführlich darüber auszulassen. »Sehen Sie, das eine Mädel war erst fünfzehn Jahr; ich bekam sie billig von einem Polizisten, der sie eine Weile gehabt hatte, aber sie war nur ein schmächtiges Ding. Aber die Andere So eine Schwarze habe ich nicht wieder gesehen, stattlich und kerzengerade!« dabei hielt er erläuternd den Finger steif in den Feuerschein. »Dreißig Jahr mochte sie sein und für gewöhnlich will man von schwarzen Frauen in dem Alter nichts wissen. Alle sind auf die ganz jungen Frauen erpicht. Aber mir lag sie im Sinn vom ersten Augenblick an, als ich sie sah. Ein guter Freund von mir hatte sie sich von Norden her mitgebracht. Es hatte einen mordsmäßigen Lärm gegeben, als er sie sich aneignete; denn sie hatte einen schwarzen Ehemann und zwei Kinder, wollte nicht von ihnen weg und lauter solcher Unsinn; Sie wissen ja, wie verrückt das Gesindel ist Ich redete meinem Freund zu, sie mir abzutreten; aber zum Kuckuck er wollte durchaus nicht; und ich hatte nur die ganz junge, aus der ich mir nichts machte. Ich reise also nach Umtali, hole mir eine Menge Branntwein und andere Getränke und als ich wieder zurück komme, hatten sie keinen Tropfen mehr zu trinken – schon seit zehn Tagen nichts gehabt und die Regenzeit kam heran, ohne daß sie wußten, wo sie was herkriegen sollten. Nun, ich hatte ein Fäßchen mit Kapbrandy, nicht höher als zwei Schuh hoch,« – er zeigte das Maß, »und wie ich mir schon dachte, wollte mein Freund es gern haben. Doch ich sagte, ich wollte es allein behalten. Da bot er mir erst Dieses und dann Jenes

– aber ich wollte nicht und endlich sagte ich: ’Nun aus Gefälligkeit will ich Dir das Fäßchen überlassen, wenn Du mir das Mädel st.‘ Da willigte er ein. Andere hätten sie vielleicht nicht gemocht, weil sie schon zwei schwarze Kinder gehabt hatte, aber das war mir ganz gleich. Und fleißig war sie Sie legte einen Garten an und sie und die junge arbeiteten drin; ich sage Ihnen: in sechs Monaten habe ich keinen Sixpence für die Kost der Beiden ausgegeben und konnte sogar noch Mais und Kürbisse an meine Bekannten verkaufen. Und gewitzigt war sie. Sie schnappte viel mehr Englisch auf, als ich von ihrem Kanderwelsch und verstand ein Kleid und einen Schawl ganz wie eine Weiße zu tragen.«

Der Fremde regte sich nicht und starrte in das Feuer.

Peter Halket machte es sich jetzt bequem vor der Glut. »Eines Tages komme ich unerwartet nach meinen Hütten zurück, um noch etwas Vergessenes zu holen. Was sehe ich? Da steht sie an der Tür und redet mit einem schwarzen Kerl. Dabei hatte ich ihr streng verboten, je mit einem Schwarzen zu sprechen. Ich frage also, was das heißen solle? Darauf sagt sie ganz dreist und ruhig: es sei ein Fremder, der vorbei gekommen wäre und sie um einen Trunk Wasser gebeten hätte. Ich sage ihm, er solle sich scheren und denke mir nichts weiter dabei, und werde auch nicht argwöhnisch, als ich ihn am nächsten Tage noch in der Nähe unserer Niederlassung herumlungern sehe. Den folgenden Tag kommt sie zu mir und bittet mich um eine ganze Menge Patronen. Sie hatte mich noch nie vorher um etwas gebeten. Drum fragte ich sie, was zum Teufel, ein Frauenzimmer mit Patronen wollte? Da sagt sie: das alte Negerweib, das ihr beim Wasser tragen hülfe, um den Garten zu begießen, wolle nicht mehr kommen, wenn sie nicht die Patronen für ihren Sohn kriegte, der nach Norden auf die Elephantenjagd gehen wollte. Und richtig lasse ich mich von dem Frauenzimmer beschwatzen; denn sie erwartete ein Kleines und sie sagte, sie könne das Wasser zum Begießen nicht mehr allein tragen. Da gab ich ihr die Patronen, ich, Esel, der ich war

Um die Zeit hörte ich, daß die Company Krieg mit den Matabele führen wollte, und da bekam ich Lust als Freiwilliger einzutreten. Es hieß, daß dabei reiche Beute zu machen sei, und Ländereien verteilt werden sollten und lauter solche Vorteile, und da ich meinte, es würde nur drei Monate dauern, ging ich mit. Ich ließ die beiden Weiber zurück mit allen den Vorräten im Garten und gab ihnen noch Reis und Zucker obenein, schärfte ihnen ein, daß sie dableiben sollten bis ich wiederkäme und bat meinen Freund, auf sie aufzupassen. Die beiden Weiber waren Maschonas, und es heißt immer, daß die Maschonas die Matabeles nicht leiden könnten; aber es zeigte sich, daß sie sie immer noch lieber hatten als uns. Sie sollen ganz frech behaupten, die Matabele bedrückten sie nur manchmal und die Weißen immer Kurz, ich ließ die beiden Weiber zurück,« fuhr Peter fort und ließ die Hand sinken. »Dabei müssen Sie bedenken, daß ich sie wirklich sehr gut behandelt hatte. Keine von ihnen hatte während der ganzen Zeit auch nur einmal einen Schlag bekommen. Alle meine Bekannten hielten sich drüber aufs, daß ich sie viel zu sehr verwöhnte.

Als ich noch nicht einen Monat fort war, bekomme ich einen Brief von dem Freunde, der die Frau erst hatte – der arme Kerl ist schon tot; sie fanden ihn eines Tages vor seiner Hütte liegend mit durchschnittener Kehle – und was schreibt er mir? Kaum wäre ich sechs Stunden weggewesen, so wären meine beiden Weiber durchgebrannt Die große hatte alles eingefädelt. Und dazu hatte sie Alles mitgenommen, was sie an Kugeln und Patronen finden konnte, mein altes Martini-Henry-Gewehr und selbst den Deckel von dem Teekasten, um daraus Kugeln für die elenden Vorderlader zu gießen, die sie haben. Weg war sie und nahm die Junge auch mit Meine Bekannten schrieben mir: sie hätten sonst nichts angerührt, sondern die Kleider und Shawls, die ich ihnen geschenkt hatte, an die Erde geworfen und waren nackt, nur mit ihren Laken bekleidet, und die Munition auf dem Kopf tragend, davon gegangen. Ein Nigger hatte meinen Bekannten erzählt, daß er sie zwanzig englische Meilen weit getroffen hätte und sie ihm gesagt, sie wollten so schnell sie könnten nach Lo-Magundis Land fliehen.

[...]


[1] Koppje werden in der Steppe die kleinen Hügel genannt, die einzeln oder gruppenweise auftreten und deren dunkles Gestein oft phantastische Formen zeigt.

[2] In der Steppe

81 von 81 Seiten

Details

Titel
Peter Halket im Mashonalande
Autor
Jahr
2008
Seiten
81
Katalognummer
V120307
ISBN (Buch)
9783640239016
Dateigröße
716 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Peter, Halket, Mashonalande
Arbeit zitieren
Olive Schreiner (Autor), 2008, Peter Halket im Mashonalande, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120307

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