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Der Chor, Freund der Medea und Sprachrohr des Euripides in Medea. Untersuchung der Funktion des Chores in Euripides Medea im Hinblick auf die Handlungslenkung anhand der Figurenkonstellation

Titel: Der Chor, Freund der Medea und Sprachrohr des Euripides in Medea. Untersuchung der Funktion des Chores in Euripides Medea im Hinblick auf die Handlungslenkung anhand der Figurenkonstellation

Hausarbeit , 2021 , 13 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Fabian Hirschfeld (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Euripides schuf 431 v. Chr. das Schauspiel und die Tragödie Medea und bediente sich dabei an der Argonautensage des griechischen Mythos. Medea, eine Königstochter, wird von Ihrem Mann Jason mit einer anderen Frau betrogen, obwohl sie aus Liebe zu Jason ihren Vater verraten, den Bruder getötet und ihre Heimat verlassen hatte. Ihre tobende Wut macht auch vor ihren eigenen Kindern, dem König, sowie Jasons neuer Frau nicht halt, welche sie aus Rachsucht tötet und anschließend flieht.

In der attischen Tragödie hatte der Chor auf der Bühne eine tragende Position. Diese steht im Vergleich zur heutigen konträr. Für die Frage, was die Figurenhandlung im Drama beeinflusst, ist das Dramenelement Chor im zeitgenössischen Theater nicht mehr so bestimmend. Ganz anders verhält es sich im antiken Theater. Deshalb soll es im Folgendem auch Beachtung erfahren. Auch die Eigenheiten des aristotelischen Dramas werden thematisiert, da der Chor für die Einhaltung dieser von entscheidender Rolle ist.

Der Chor ist selbst Zuschauer der Tragödie, wirkt aber auch auf den Zuschauer, in dem er unter anderem Gedanken äußert, Empfehlungen ausspricht und Rat liefert. Er ist aber auch Handlungsträger und handlungsbeeinflussender Faktor im Drama. Jede Verwendung des Chores wird bei Euripides von einer bestimmten künstlerischen Absicht getragen. Durch den Chor gelingt es Euripides immer wieder zu kommentieren und dadurch Kriterien festzulegen, wie Ereignisse interpretiert werden können. Durch diese besonders vielfältige Funktion wird ihm eine einzigartige Stellung im Drama zu Teil, welche es zu untersuchen gilt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kultische Ursprünge des Theaters mit dem Fokus auf das besondere Wesen des Chores in der Antike

3. Das aristotelische Drama

4. Medea und der Chor

5. Der Chor als Sprachrohr des Euripides

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die zentrale Rolle und Funktion des Chores in Euripides' Tragödie "Medea" unter Berücksichtigung der antiken Theaterkonventionen und des aristotelischen Dramenaufbaus. Ziel ist es, die moralische und handlungsbeeinflussende Mitverantwortung des Chores kritisch zu hinterfragen.

  • Die kultischen und antiken Ursprünge des Chores im Theater.
  • Die Einordnung der Tragödie in das aristotelische Modell.
  • Die Analyse der Interaktion zwischen Medea und dem Chor.
  • Die interpretatorische Untersuchung des Chores als Sprachrohr des Euripides.
  • Die Frage nach der Mitverantwortung des Chores beim Kindermord.

Auszug aus dem Buch

4. Medea und der Chor

Zunächst wendet sich der Chor an die Amme. Er „vernahm das Geschrei“ (V. 132), welches ihn rief. Es wird vermerkt, dass er Schmerz im Hause der Medea, mit dem er in Freundschaft steht, verspürt habe. Begleitet von Medeas hinterszenischem Gesang (V. 145 ff.), welcher suizidale Wünsche aufweist, fasst die Amme die Geschehnisse für den Chor zusammen. Nun wendet sich der Chor direkt an Medea (V. 150 ff.) und versucht sie zu beruhigen. Hier zeigt sich die Sympathie des Chores gegenüber Medea deutlich, welcher sich als tröstender Freund inszeniert. An dieser Stelle wird aber auch eine andere Eigenschaft des Chores deutlich. Er wendet sich nicht nur an Medea, sondern auch an „Zeus, Licht und Erde“ (V.149). Das dem Chor eine metaphysische Kraft beiwohnt ist, durch sein allgegenwärtiges Auftreten, bei seiner gesamten Erscheinung offenkundig. Hier wird ihm aber auch eine göttliche Komponente zuteil, denn er vermag es nicht nur zu den Göttern zu sprechen, sondern auch über ihr Urteilsvermögen zu bestimmen. So sichert er Medea zu, dass Zeus sie noch strafen wird, sollte sie weiter Groll verspüren (V.159).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Mythologie der Medea ein und etabliert die Forschungsfrage nach der tragenden Position und der ambivalenten Funktion des Chores bei Euripides.

2. Kultische Ursprünge des Theaters mit dem Fokus auf das besondere Wesen des Chores in der Antike: Dieses Kapitel erläutert die Herkunft der Tragödie aus dem Dionysos-Kult und beschreibt die strukturellen sowie metaphysischen Funktionen des Chores als Beobachter und allwissende Instanz.

3. Das aristotelische Drama: Hier wird der theoretische Rahmen des klassischen Dramas abgesteckt, insbesondere die Einheiten von Zeit und Ort sowie die Katharsis-Wirkung, an denen sich auch Euripides orientiert.

4. Medea und der Chor: Dieser Hauptteil analysiert die konkrete Interaktion zwischen Medea und dem Chor, wobei das Scheitern des Chores als moralische Instanz und dessen unfreiwillige Beteiligung an der Radikalisierung der Ereignisse untersucht wird.

5. Der Chor als Sprachrohr des Euripides: Das Kapitel reflektiert über die Intention des Autors, wobei der Chor sowohl als politisches Statement für das attische Publikum als auch als versagendes Instrument der Prävention gedeutet wird.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass der Chor eine zentrale, aber machtlose Rolle einnimmt, deren Scheitern wesentlich zur Tragik des Stückes und zur anhaltenden Faszination für Medea beiträgt.

Schlüsselwörter

Medea, Euripides, antikes Theater, Chor, aristotelisches Drama, Katharsis, Tragödie, Kindermord, griechischer Mythos, Handlungsanalyse, Dramentheorie, Schuldfrage, attische Tragödie, metaphysische Funktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des Chores in der antiken griechischen Tragödie "Medea" von Euripides und dessen Einfluss auf die Handlung und die moralische Bewertung des Geschehens.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die antike Dramenstruktur, die Interaktion zwischen dem Chor und den Hauptfiguren sowie die moralische Verantwortung des Chores beim dramatischen Ausgang des Stückes.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel ist es, die "tröstende" und zugleich machtlose Rolle des Chores in Medea zu ergründen und die Frage zu beantworten, ob der Chor eine Mitschuld am Kindermord trägt.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es wird eine klassische Textanalyse durchgeführt, bei der spezifische Dialoge zwischen Medea und dem Chor sowie die fünf Stasima des Chores im Zentrum der Untersuchung stehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch das Auftreten des Chores, von seiner Rolle als Berater Medeas bis hin zu seiner zunehmenden Distanzierung und seinem Scheitern bei der Verhinderung der Katastrophe.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Medea", "Dramenanalyse", "Chorfunktion", "Aristotelisches Drama" und "Tragik" charakterisieren.

Warum konnte der Chor den Kindermord nicht verhindern?

Die Arbeit legt nahe, dass der Chor zwar eine allwissende Komponente besitzt, sich jedoch in den Konventionen der Bühne und seiner Fehlinterpretation von Medeas Charakter verstrickt.

Welche Bedeutung hat der historische Kontext für die Interpretation des Chores?

Es wird diskutiert, dass der Chor möglicherweise als Spiegel des korinthischen Volkes fungiert und Euripides das Stück als politisches Statement gegen den Peloponnesischen Krieg genutzt hat.

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Details

Titel
Der Chor, Freund der Medea und Sprachrohr des Euripides in Medea. Untersuchung der Funktion des Chores in Euripides Medea im Hinblick auf die Handlungslenkung anhand der Figurenkonstellation
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2,0
Autor
Fabian Hirschfeld (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
13
Katalognummer
V1203210
ISBN (PDF)
9783346645241
ISBN (Buch)
9783346645258
Sprache
Deutsch
Schlagworte
chor euripides Medea Aristoteles Figurenkonstellation Freund Helfer Sprachrohr
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabian Hirschfeld (Autor:in), 2021, Der Chor, Freund der Medea und Sprachrohr des Euripides in Medea. Untersuchung der Funktion des Chores in Euripides Medea im Hinblick auf die Handlungslenkung anhand der Figurenkonstellation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1203210
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Leseprobe aus  13  Seiten
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