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Partizipation in der Entwicklungszusammenarbeit

Title: Partizipation in der Entwicklungszusammenarbeit

Term Paper , 2008 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Bjoern Schueler (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

1. Einleitung
Entwicklungszusammenarbeit (EZ), und noch mehr Entwicklungshilfe , impli-ziert die Notwendigkeit von Entwicklung und somit indirekt eine Unterentwick-lung.
Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit den Veränderungen und Neuerungen in der deutschen EZ hinsichtlich der partizipativen Beteiligung der betroffenen Bevölkerung - speziell in der ländlichen Entwicklung. Es soll gezeigt werden, was unter Partizipation zu verstehen ist und wie diese durchgesetzt wird. Wer soll wie partizipieren und warum? Welche Interessen werden berührt? Denn Partizipation bedeutet auch immer eine Machtverschiebung. Wenn ein Akteur neu oder mit anderer Stellung in einen Prozess eingreift, löst er an irgendeiner Stelle zwangsläufig einen anderen Akteur ab oder ergänzt ihn. Hier stellt sich die Frage, ob Partizipation überhaupt wichtig für die Entwicklung ist und ob man als Außenstehender in bestehende Strukturen eingreifen darf.
[...]
2. Entwicklung der Zusammenarbeit
Seit Beginn der EZ hat diese nicht nur versucht unterentwickelte Regionen und Bereiche zu entwickeln, sondern befand sich auch selbst, in ihrer Struktur, ihrem Verständnis und ihrer Anwendung, in einer ständigen Entwicklung.
Aber was ist Entwicklung? Im Zusammenhang mit EZ bezeichnet Entwicklung die Zunahme an Fähigkeiten einer Gesellschaft, ihre Situation zu verbessern. Mehrheitlich wurde darunter das westlich entwickelte Modell von Gesellschaften angestrebt. Jedoch wurde in letzter Zeit erkannt, dass jede Gesellschaft bzw. jede Kultur ihre eigenen Maßstäbe zur Entwicklung aufstellen muss (Bliss et al. 1997: 17).
Die vergangenen 60 Jahre lassen sich in drei Phasen der EZ unterteilen:
1. Phase: 50er und 60er Jahre, wachstums- und modernisierungsorientiert
2. Phase :70er Jahre, verteilungspoltisch orientiert
3. Phase: seit 80er Jahren emanzipatorisch orientiert (Rauch 2005)

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ENTWICKLUNG DER ZUSAMMENARBEIT

2.1 1. Phase: Wachstum und Modernisierung

2.2 2. Phase: Verteilung

2.3 3. Phase: Emanzipation

3. PARTIZIPATION ALS WEG UND ZIEL IN DER ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT

3.1 Voraussetzungen und Ziele partizipativer Entwicklungszusammenarbeit

3.1.1 Voraussetzungen

3.1.2 Ziele

3.2 Akteure

3.2.1 Die Zielgruppe

3.2.2 Mittler und Geber

3.3 Methoden partizipativer Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel Participatory Rural Appraisal

3.3.1 Konzept

3.3.2 Participatory Rural Appraisal im Projektzyklus

3.3.3 Toolbox

3.4 Sozio-kulturelle Schlüsselfaktoren

3.4.1 Legitimität

3.4.2 Sozio-kulturelle Heterogenität

3.4.3 Gesellschaftliche Organisation

4. PROBLEME BEI DER UMSETZUNG

5. BEISPIEL: SENEGAL

6. FAZIT

7. LITERATUR

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung partizipativer Beteiligungsformen in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere mit Fokus auf die ländliche Entwicklung. Ziel ist es zu analysieren, wie Partizipation als Instrument sowie als demokratisches Recht verstanden wird, welche sozio-kulturellen Faktoren dabei eine Rolle spielen und welche Probleme bei der praktischen Umsetzung auftreten.

  • Historische Phasen und Wandel der Entwicklungszusammenarbeit
  • Methoden partizipativer Arbeit am Beispiel von "Participatory Rural Appraisal" (PRA)
  • Die Rolle zentraler Akteure (Zielgruppen, Geber, Mittler)
  • Sozio-kulturelle Schlüsselfaktoren für nachhaltigen Projekterfolg
  • Analyse praktischer Herausforderungen am Fallbeispiel Senegal

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Konzept

Das PRA-Konzept geht direkt aus dem Rapid Rural Appraisal-Konzept (RRA) hervor. Der Gedanke dahinter ist ein praxisnahes Instrument zur schnellen Sammlung von Daten über Lebensbedingungen und Interessen der Zielgruppen zu entwickeln. Denn die Auswertung vorangegangener Surveys lag meist erst vor, nachdem die Situation vor Ort bereits eine andere war (Schönhuth 2002: 38).

Anfang der 80er Jahre wurde ein Instrumentenset unter dem Namen RRA entwickelt. Der Inhalt des Sets reicht von Interviews über Ortsbegehungen bis zur Zeichnung von Karten und Diagrammen. Ziel war es, die Bedürfnisse der Zielgruppen zu ermitteln, um kontextbezogen handeln zu können. Es sollten also vorrangig keine exakten, für die Wissenschaft bestimmte, Daten ermittelt werden, sondern handlungsorientierte Einschätzungen von den lokalen Verhältnissen. Die daraus hervorgehende PRA-Methode geht noch weiter (ebd.: 38 ff.).

Während RRA sich noch in einen Top-Down-Ansatz problemlos integrieren lässt, ist die seit 1990 entwickelte PRA-Methode klar als Bottom-Up-Ansatz einzustufen (Kievelitz; Schönhuth 1993: 7). Während es bei RRA die Aufgabe der Experten war, Daten zu sammeln und zu analysieren, wird diese Arbeit bei PRA mit der Zielgruppe zusammen erledigt. Ein neues Rollenverständnis soll aufgebaut werden. Zielgruppe und externe Experten sollen auf Augenhöhe kommunizieren und gegenseitig voneinander lernen. Das bisherige Verständnis von Insidern und Outsidern wird vollkommen neu definiert (Schönhuth 2002: 38f.). PRA ist also als Prozess und nicht als einzelner Akt zu verstehen. Weil hier Akronyme „R“ für Rapid und „A“ für Appraisal stehen, was nicht mehr zwangsläufig zutreffend ist, wird in der modernen Literatur oft der Ausdruck Participatory Learning and Action (PLA) anstelle von PRA verwendet. Die Unterschiede zwischen PLA und PRA sind eher als Weiterentwicklung und nicht als Neuerungen zu verstehen (Schönhuth 2002).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in das Thema der Entwicklungszusammenarbeit und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich der Partizipation der betroffenen Bevölkerung.

2. ENTWICKLUNG DER ZUSAMMENARBEIT: Historische Einordnung der Entwicklungszusammenarbeit in drei Phasen: Wachstum, Verteilung und Emanzipation.

3. PARTIZIPATION ALS WEG UND ZIEL IN DER ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT: Detaillierte Betrachtung der Definition, Voraussetzungen, Akteure, Methoden sowie sozio-kultureller Schlüsselfaktoren partizipativer Ansätze.

4. PROBLEME BEI DER UMSETZUNG: Auseinandersetzung mit Herausforderungen wie Informationsasymmetrien, mangelnder Flexibilität in der Planung und der Gefahr von "Schein-Partizipation".

5. BEISPIEL: SENEGAL: Praktische Fallstudie zur Waldnutzung und -erhaltung, die den Übergang zu partizipativen Managementstrukturen illustriert.

6. FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Entwicklung der Partizipation als eigenständigem Ziel und Ausblick auf künftige Herausforderungen.

7. LITERATUR: Verzeichnis der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Arbeiten.

Schlüsselwörter

Entwicklungszusammenarbeit, Partizipation, Zielgruppe, Empowerment, Participatory Rural Appraisal, Sozio-kulturelle Faktoren, Legitimität, Projektzyklus, Ländliche Entwicklung, Ownership, Nachhaltigkeit, Good Governance, Ressourcenverwaltung, Empowerment, Demokratisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Bedeutung von Partizipation der betroffenen Bevölkerung innerhalb der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ), insbesondere im Bereich der ländlichen Entwicklung.

Welche sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit deckt die historische Entwicklung der EZ ab, beleuchtet Methoden der Teilhabe (wie PRA), diskutiert die Bedeutung sozio-kultureller Faktoren und analysiert Hindernisse bei der praktischen Umsetzung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, was Partizipation konkret bedeutet, wie sie in Projekten umgesetzt wird und warum sie für den nachhaltigen Erfolg von Entwicklungsmaßnahmen entscheidend ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema, gestützt durch eine Literaturanalyse sowie die beispielhafte Untersuchung eines konkreten Praxisprojekts zur Waldnutzung im Senegal.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Partizipation, deren Voraussetzungen, Zielgruppen und Akteure (Geber/Mittler) sowie konkrete Instrumente wie die "Toolbox" des PRA vorgestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Partizipation, Entwicklungszusammenarbeit, Zielgruppenorientierung, Empowerment, Ownership und sozio-kulturelle Faktoren.

Welches spezifische Problem wird im Beispiel Senegal deutlich?

Im Senegal wurde deutlich, dass zentralistische Strukturen und ungeklärte Eigentumsverhältnisse am Wald die Teilhabe der Bevölkerung verhinderten, bis eine Dezentralisierung und neue Verträge eine nachhaltige Bewirtschaftung ermöglichten.

Welche Rolle spielt die "Toolbox" bei partizipativen Methoden?

Die Toolbox enthält verschiedene Werkzeuge wie soziale Kartierung oder Interviews; sie darf jedoch nicht als starres Instrument verstanden werden, sondern muss flexibel und kontextbezogen eingesetzt werden.

Warum ist die Legitimität von Akteuren so wichtig?

Ohne die Unterstützung legitimer lokaler Vertreter wird ein Projekt von der Zielgruppe oft nicht akzeptiert, was den Erfolg und die Nachhaltigkeit der Maßnahmen massiv gefährdet.

Was ist das Dilemma der "Mittlerorganisationen"?

Mittler müssen einerseits die privilegierten Gruppen einbinden, um Strukturen zu ändern, riskieren aber dabei, dass das Projekt von diesen dominiert wird, anstatt die benachteiligten Zielgruppen zu stärken.

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Details

Title
Partizipation in der Entwicklungszusammenarbeit
College
University of Marburg
Course
Studienbegleitende Hausarbeit zum Vordiplom
Grade
1,0
Author
Bjoern Schueler (Author)
Publication Year
2008
Pages
26
Catalog Number
V120342
ISBN (eBook)
9783640241545
ISBN (Book)
9783640249404
Language
German
Tags
Partizipation Entwicklungszusammenarbeit Studienbegleitende Hausarbeit Vordiplom
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bjoern Schueler (Author), 2008, Partizipation in der Entwicklungszusammenarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120342
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