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Leo Strauss und Eric Voegelin: Konturen einer Ordnungssuche

Das politische Philosophieren in der Moderne auf antiker Grundlage – Der Vergleich zweier Ansätze

Title: Leo Strauss und Eric Voegelin: Konturen einer Ordnungssuche

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nina Paulsen (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Summary Excerpt Details

(...)
Trotz des offenkundigen Unterschiedes ihrer jeweiligen Ansichten zeichnen sich Eric Voegelin und Leo Strauss durch viele Gemeinsamkeiten aus, die einen hier angestrebten Vergleich rechtfertigen (...) Da sie der Ansicht sind, dass dies durch die Moderne, die nicht zuletzt durch die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges in einer Krise steckt, nicht stattfinden könne, bedienen sich beide des gleichen Rückgriffes, und zwar der antiken Philosophie, besonders der des Aristoteles.
Sowohl Voegelin als auch Strauss nehmen ihrerzeit mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten und Konzepten erheblichen Einfluss, besonders in den USA, und später auch in Deutschland. Sie fallen auf, weil sie eben jene politische Wissenschaft im Anschluss an Aristoteles betreiben und diese in einem entsprechenden Sinne in neuer Auflage etablieren wollen. Beide schätzen die Antike, weil es in ihr keine künstlichen Beschränkungen gibt, weil sie eine vorwissenschaftliche Lebenswelt darstellt, in der die Erfahrungen des Menschseins unverkürzt und unverfälscht vorhanden sind.
Damit formulieren Voegelin und Strauss gleichzeitig eine Kritik am sozialwissenschaftlichem Mainstream, den beide als Widerstand ansehen, da er letzte und wichtige Fragen für das Menschsein nicht zu beantworten vermag. Trotz der offenkundigen Gemeinsamkeiten und der gleichen Annäherungsweisen an eine neue politische Wissenschaft trennen Voegelin und Strauss, wie gezeigt wird, jedoch zahlreiche Unterschiede und divergierende Ansichten in fast allen Grundfragen.
Im Folgenden sollen diese bereits angedeuteten Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten von Leo Strauss und Eric Voegelin vertieft und herausgearbeitet werden. Nach einer Skizze der jeweiligen Biografien werden die Ausgangsfragen der Theorien Voegelins und Strauss’ verdeutlicht. In den jeweiligen Hauptteilen steht anschließend die Frage nach der politischen Ordnung im Mittelpunkt. Hieraus resultierend wird erörtert, wer in den jeweiligen Theoriegebilden zur Herrschaft befugt ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Zielsetzung

2. Die politische Philosophie von Eric Voegelin

2.1. Biografische Skizze

2.2. Ausgangspunkt: Die Frage nach Rationalität

2.3. Die Ordnungs- und Bewusstseinsphilosophie

2.3.1. Die Ordnung des Seins

2.3.2. Der Weg zur Ordnung der Existenz

2.3.3. Das Paradigma der geordneten Existenz

2.4. Politische Ordnung und Ordnung der Gesellschaft

3. Die politische Philosophie von Leo Strauss

3.1. Biografische Skizze

3.2. Ausgangspunkt: Die Frage nach einem Maßstab für Recht

3.3. Der Beginn der Politik der Philosophie

3.3.1. Der Konflikt zwischen Philosophen und Bürgern

3.3.2. Die Frage nach der menschlichen Natur

3.3.3. Lebensformen nach Naturrecht

3.4. Die Natur der politischen Ordnung

4. Zusammenfassung, Vergleich und Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit vergleicht die politikphilosophischen Ansätze von Eric Voegelin und Leo Strauss, um deren gemeinsame Suche nach übergeordneten Maßstäben für politische Ordnung in der Moderne zu analysieren. Dabei wird untersucht, wie beide Denker durch den Rückgriff auf die antike Philosophie eine Alternative zum sozialwissenschaftlichen Mainstream formulieren und Herrschaft legitimieren.

  • Kritik an Positivismus und Historismus
  • Die Bedeutung der antiken Philosophie für die moderne politische Theorie
  • Untersuchung von Ordnung, Bewusstsein und Naturrecht
  • Das Spannungsfeld zwischen Philosophen und Gesellschaft
  • Die Rolle der Repräsentation und der Herrschaftslegitimation

Auszug aus dem Buch

3.3.1. Der Konflikt zwischen Philosophen und Bürgern

Strauss ist der Auffassung, es bestehe ein grundlegender Konflikt zwischen Philosophen und den Bürgern, jedoch auch ganz allgemein zwischen philosophischer Wissenschaft und der Gesellschaft: Philosophie sei die höchste menschliche Aktivität und strebe danach, Meinungen durch echtes Wissen zu ersetzen. Jedoch seien Meinungen elementar für die Gesellschaft, was wiederum die Philosophie zu einer Gefahr mache. Der Fall des Sokrates ist hier ein einleuchtendes Beispiel. Genähert werde der Konflikt dadurch, dass die Philosophen Kenntnisse einer höheren Wahrheit haben, die die Gesellschaft in ihren Grundsätzen fundamental erschüttern, wenn nicht gar zerstören würde. Die Gesellschaft, so Strauss, könne in ihrer Mehrheit diese Wahrheit nicht verkraften. Eine Gesellschaft jedweder Art und Herkunft brauche ihre Meinungen über Mythen und Illusionen, um zu überleben. Welches ist nun jene Wahrheit über die Welt und die Existenz, und warum ist diese so gefährlich für die bürgerliche Gesellschaft?

Für Strauss ist die Verbreitung von Religion und Moral die größte, und gleichzeitig wichtigste Irreführung, die je an der Menschheit verübt wurde. Paradoxerweise würde es jedoch ohne diese beiden keine Menschheit geben, da Religion, heiße sie nun Islam, Judentum oder Christentum, den Menschen einen Zustand der Stabilität und Ordnung gewährleiste. Aus ihr würden auch moralische Maßstäbe und damit wiederum Rechtssysteme entspringen. Also sei es elementar wichtig, sie aufrecht zu erhalten, denn ohne Ordnung würde es langfristig keine menschlichen Gesellschaften geben. Diese Grundsätze würden sich unabhängig von Zeit und Ort auf alle menschlichen Lebensformen beziehen. Es wäre also unter einer solchen Annahme in der Tat gefährlich, der Gesellschaft Religion und Moral zu versagen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Zielsetzung: Diese Einführung erläutert den Vergleich der politikphilosophischen Konzepte von Eric Voegelin und Leo Strauss und begründet deren gemeinsamen Rückgriff auf die Antike.

2. Die politische Philosophie von Eric Voegelin: Dieses Kapitel widmet sich Voegelins Kritik am Positivismus und entfaltet seine Ordnungs- und Bewusstseinsphilosophie, in der der Mensch im "metaxy" nach Erkenntnis strebt.

3. Die politische Philosophie von Leo Strauss: Das Kapitel behandelt Strauss' Suche nach einem Naturrecht als universellen Maßstab und analysiert das elitäre Verhältnis zwischen Philosophen und Bürgern sowie die esoterische Kunst des Schreibens.

4. Zusammenfassung, Vergleich und Fazit: Hier werden die Ansätze beider Denker gegenübergestellt und deren gemeinsame Absicht betont, die politische Wissenschaft von zeitgenössischen Ideologien zu befreien.

Schlüsselwörter

Politische Philosophie, Eric Voegelin, Leo Strauss, Ordnung, Naturrecht, Antike, Politische Ordnung, Bewusstseinsphilosophie, Ideengeschichte, Repräsentation, Existenzielle Spannung, Aristoteles, Macht, Herrschaft, Gesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert und vergleicht die Ansätze der politischen Philosophen Eric Voegelin und Leo Strauss im Hinblick auf deren Suche nach Maßstäben für eine gute politische Ordnung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Kritik am modernen Positivismus, der Rückgriff auf aristotelische Philosophie sowie das Verhältnis zwischen Wahrheit, philosophischer Erkenntnis und gesellschaftlicher Stabilität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Voegelin und Strauss durch die Wiederbelebung antiker Denkmodelle eine kritische Gegenposition zum sozialwissenschaftlichen Mainstream ihrer Zeit aufbauen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse unter Einbeziehung primärer Quellentexte der beiden Denker (u.a. "Die Neue Wissenschaft der Politik" und "Naturrecht und Geschichte").

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Voegelins Ordnungswissenschaft (mit Fokus auf das Bewusstsein) und Strauss' Naturrechtslehre (mit Fokus auf das esoterisch-exoterische Lehren).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie politische Ordnung, Naturrecht, Transzendenz, Bewusstsein, Herrschaft und Philosophie beschreiben.

Wie unterscheidet sich Voegelins Konzept des "spoudaios" von Strauss' Modell der Weisen?

Während der "spoudaios" bei Voegelin eine Person ist, die in existenzieller Spannung zur transzendenten Ordnung steht, fungieren die "Weisen" bei Strauss als eine elitäre Gruppe, die die Gesellschaft durch noble Lügen schützt.

Welche Rolle spielt die Unterscheidung von esoterischer und exoterischer Lehre bei Leo Strauss?

Die Unterscheidung dient dazu, die Philosophie vor der Gesellschaft zu schützen und gleichzeitig den Philosophen die Möglichkeit zu geben, ihre Suche nach der Wahrheit unter dem Deckmantel gesellschaftlicher Konformität fortzusetzen.

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Details

Title
Leo Strauss und Eric Voegelin: Konturen einer Ordnungssuche
Subtitle
Das politische Philosophieren in der Moderne auf antiker Grundlage – Der Vergleich zweier Ansätze
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft))
Course
Hauptseminar „Aristotelische Diskurse in der Moderne“
Grade
1,0
Author
Nina Paulsen (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V120394
ISBN (eBook)
9783640241828
ISBN (Book)
9783640247981
Language
German
Tags
Strauss Eric Voegelin Konturen Ordnungssuche Hauptseminar Diskurse Moderne“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Paulsen (Author), 2007, Leo Strauss und Eric Voegelin: Konturen einer Ordnungssuche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120394
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