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Das Habitus-Konzept unter Einbeziehung des Feld-Begriffes in der Soziologie Pierre Bourdieus

Title: Das Habitus-Konzept unter Einbeziehung des Feld-Begriffes in der Soziologie Pierre Bourdieus

Seminar Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Josephine Ernst (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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In dieser Hausarbeit soll eines der wichtigsten Konzepte des Ethnologen und Soziologen Pierre Bordieu dargestellt werden, das des Habitus. Dabei soll fokussiert werden, was der Habitus ist und wie er funktioniert. Im weiteren Verlauf soll dann Bourdieus Feld-Konzept vorgestellt werden, welches unweigerlich mit dem der Habitustheorie verknüpft ist. Diese „Komplizenschaft“ soll dann im Folgenden thematisiert werden.
„Die Aufgabe, die Bourdieu sich stellte, war, zwei einander unversöhnliche gegenüberstehende Positionen zu versöhnen: einmal die Position dass kulturelle Objekte eine eigene innere Logik und Dynamik entfalten, und zum anderen die Position, dass sie gleichwohl angebunden sind an die soziale Welt und daher auch mit den Mitteln der Soziologie begreifbar sein müssen.“
Ein ausschlaggebender Punkt zur Entwicklung des Habituskonzepts waren seine Feldforschungen in Algerien. Augrund dieser Tatsache kann erkannt werden, dass Bourdieus Konzept „aus empirischen Forschungsfragen heraus entwickelt“ wurde und nicht nur theoretisch von ihm gedacht wurde.
Noch zwischen 1962 und 1965 verwendete Bourdieu in seinen Ausführungen den Begriff des „Ethos“ um eine feststehende Haltung auszudrücken. Erst 1967 führte er dann den Begriff des „Habitus“ ein, der den Kern in seiner Soziologie der sozialen Praxis ausmachen soll.
Im Folgenden wird nun ein kurzer Ausschnitt darüber gegeben, von welchen Wissenschaftlern und inwiefern Bourdieu besonders beeinflusst oder angeregt wurde.
Pierre Bourdieu wurde schon sehr früh mit verschiedenen Weltvorstellungen konfrontiert, was nicht zuletzt an seinem Studium der Philosophie bei Gueroult lag. Dessen Überlegungen und Ansichten vor allem zu Leibniz’ Philosophie prägten Bourdieu stark. Er beschäftigte sich aufgrund dessen sehr mit Gottfried Wilhelm Leibniz, dessen Monadenlehre und dem Harmoniegedanken. Bourdieu spricht oft von dem Leibnizschen Begriff der „prästabilierten Harmonie“ , „um die Wirkungsweise des Habitus zu charakterisieren“ . Weiterhin übernimmt Bourdieu auch Leibniz’ „Idee der wechselseitigen Abstimmung“ . Allerdings verwendet er Leibniz’ Theorien der prästabilierten Harmonie und einer lex insita nicht in dessen Sinne, sondern nutzt diese nur, um seine Gedanken besser zu veranschaulichen.
Der wohl ausschlaggebendste Teil aber kommt hier dem Kunsthistoriker Erwin Panowsky zu, der sich auf Arbeiten des Thomas von Aquin stützt, welcher wiederum auf Aristoles aufbaut. Er verwendete erstmals den Begriff des Habitus im Zusammenhang mit der Kunst. Die Vorstellung einer einheitlichen „grundlegenden Haltung“ von Künstlern in bestimmten Epochen bildete den Grundstock seiner Theorie. Er verwendet damit im Zusammenhang den Begriff der „Homologien“ , die er allerdings, anders als Bourdieu, nur als „Strukturähnlichkeiten“ identifiziert. Pierre Bourdieu betrachtet daraufhin den „Habitus als ‚vereinheitlichtes Prinzip’“ .
Des Weiteren können vor allem bei der Betrachtung von Chomskys generativen Grammatik Parallelen zur Soziologie Bordieus gezogen werden. Beide gehen von einem „System generativer Strukturen“ aus, „das unbegrenzt viele Handlungen hervorbringen kann.“ Im Gegensatz zu Chomsky geht Bourdieu allerdings davon aus, dass der Habitus erworben ist und wir noch nicht damit auf die Welt kommen.
Bei seiner Theorie der sozialen Felder stützt sich Bourdieu nach eigenen Aussagen nun wiederum auf die Aufsätze zur Religionssoziologie von Max Weber, aus denen er heraus seinen Feldbegriff entwickelt hat,

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Habitusbegriff

2.1. Der Habitus als „Hilfskonstruktion“

2.2. Die strukturierte Seite des Habitus

2.3. Klassifizierungs- und Systematisierungsarbeit des Habitus – Das schöpferische „Erzeugungsprinzip“ als strukturierende Struktur

3. Das Feld-Konzept

4. „Komplizenschaft“ zwischen Habitus und Feld

5. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das zentrale soziologische Konzept des Habitus von Pierre Bourdieu sowie dessen untrennbare Verknüpfung mit dem Feld-Begriff, um die Wechselwirkung zwischen individuellen Handlungsdispositionen und gesellschaftlichen Strukturen zu beleuchten.

  • Grundlagen und Entstehung des Habitus-Konzepts
  • Die Funktion des Habitus als Vermittler zwischen Struktur und Handlung
  • Das Feld-Konzept als soziale Strukturkategorie
  • Die „Komplizenschaft“ und Wechselwirkung zwischen Habitus und Feld

Auszug aus dem Buch

2.3. Klassifizierungs- und Systematisierungsarbeit des Habitus – Ein schöpferische „Erzeugungsprinzip“ als strukturierende Struktur

Wenn der Habitus nun von außen strukturiert wird, agiert er direkt auf diese Einwirkung und ändert sich. Er wandelt die ihn strukturierende Erfahrung in eigene „Gestaltungsprinzipien“ um, und wird damit selbst zum Strukturierenden – einem „modus operandi“, wie ihn Bourdieu bezeichnet, der vornehmlich „die Art und Weise der Ausführung von Praktiken“ festlegt.

Im Folgenden soll nun dargestellt werden, wie der Habitus von einer strukturierten Struktur gleichzeitig dazu kommen kann, eine strukturierende Struktur zu verkörpern und damit eine gewisse Eigendynamik zu entwickeln.

In der Rolle des konstruierenden „modus operandi“ kommen dem Habitus verschiedene Aufgaben zu. Erstens muss er „Wahrnehmungen und Bewertungen aus sich heraus“ in einem System von Einteilungen bilden, die nicht unbedingt mit den Strukturprinzipien übereinstimmen. Aus diesen Schemata, die Bourdieu „opus operatum“ nennt, heraus ergibt sich die Art und Weise, wie die soziale Welt wahrgenommen und erkannt wird. Diese Erkenntnis betrachtet Bourdieu als „Teil der sozialen Praxis“ und die „Vergegenwärtigung der sozialen Wirklichkeit“. Die daraus resultierenden Praktiken bilden die Basis Bourdieus so genanntem sozialen Sinn. „Der Habitus umfasst im Übrigen neben den Denk-, Handlungs- und Wahrnehmungsmustern auch die Muster der Empfindungen und Emotionen. Er bezeichnet weder ausschließlich körperliches noch ausschließlich Geistiges oder Seelisches, sondern all das, insofern es sozial ist.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Kernkonzepte des Habitus und des Feldes bei Pierre Bourdieu sowie deren theoretische Verknüpfung.

2. Der Habitusbegriff: Analyse der Definition des Habitus als erworbenes, strukturierendes Prinzip, das individuelles Handeln innerhalb der sozialen Welt ermöglicht.

3. Das Feld-Konzept: Untersuchung der sozialen Felder als Räume des Möglichen und als Netzwerke objektiver Relationen, die durch eigene Funktionsgesetze geprägt sind.

4. „Komplizenschaft“ zwischen Habitus und Feld: Erörterung der wechselseitigen Abhängigkeit von Habitus und Feld, die das Gesamtmodell sozialer Praxis bildet.

5. Schlussbetrachtungen: Zusammenfassende Einordnung von Bourdieus Theorie als Versuch der Versöhnung von Objektivismus und Subjektivismus in der Soziologie.

Schlüsselwörter

Pierre Bourdieu, Habitus, Feld-Konzept, Soziale Welt, Praxis, Struktur, Handlung, Komplizenschaft, Dispositionen, Soziale Räume, Distinktion, Kapital, Modus operandi, Sozialer Sinn, Lebensstile.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die soziologische Theorie von Pierre Bourdieu, insbesondere die Konzepte des Habitus und des sozialen Feldes.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entstehung und Wirkungsweise des Habitus, die Struktur sozialer Felder und wie beide Konzepte als „Gesamtmodell“ zusammenwirken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Habitus-Konzept und das Feld-Konzept ineinandergreifen, um menschliches Handeln in der sozialen Welt theoretisch greifbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um Bourdieus Konzepte anhand bestehender soziologischer Forschungsergebnisse darzustellen und zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden detailliert die Definitionen des Habitus, seine Rolle als Vermittler, das Konzept des Feldes und die „Komplizenschaft“ zwischen beiden analysiert.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Habitus, Feld, soziale Praxis, Struktur, Disposition und Kapital charakterisiert.

Was ist mit der „Komplizenschaft“ zwischen Habitus und Feld gemeint?

Damit ist die wechselseitige Abhängigkeit gemeint: Nur im Feld kann sich der Habitus entfalten, und ein Feld existiert wiederum nur durch die Praxis des Habitus.

Wie definiert Bourdieu den Begriff des Feldes?

Ein Feld wird als soziales Kräftefeld mit eigenen Funktionsgesetzen verstanden, in dem Akteure um Kapital und Macht konkurrieren.

Was versteht man unter dem „Hysteresis-Effekt“?

Dieser Begriff beschreibt das „Hinterherhinken“ der Habitusanpassung, wenn sich soziale Bedingungen so schnell ändern, dass der Habitus nicht mehr angemessen reagieren kann.

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Details

Title
Das Habitus-Konzept unter Einbeziehung des Feld-Begriffes in der Soziologie Pierre Bourdieus
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Soziologie)
Course
Proseminar: „Einführung in die neuere soziologische Theorie“
Grade
2,3
Author
Josephine Ernst (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V120406
ISBN (eBook)
9783640247035
ISBN (Book)
9783640247684
Language
German
Tags
Habitus-Konzept Einbeziehung Feld-Begriffes Soziologie Pierre Bourdieus Proseminar Theorie“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josephine Ernst (Author), 2007, Das Habitus-Konzept unter Einbeziehung des Feld-Begriffes in der Soziologie Pierre Bourdieus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120406
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