Open Source – Der Weg in das Unternehmen


Hausarbeit, 2008

23 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Open Source Software
2.1 Geschichte der Open Source Software
2.2 Abgrenzung von Softwarevarianten
2.2.1 Freie Software
2.2.2 Open Source Software
2.2.3 Public−Domain Software
2.2.4 Shared Source Software
2.2.5 Freeware
2.2.6 Shareware
2.2.7 Proprietäre Software
2.2.8 Übersicht der Begriffsabgrenzung
2.3 Lizenzmodelle
2.3.1 GNU General Public License (GPL)
2.3.2 GNU Lesser General Public License (LGPL)
2.3.3 BSD−Lizenz
2.3.4 Auflistung weiterer Lizenzen
2.4 Verteilung der Lizenzen in Open Source

3 Einsatz von Open Source Software in Unternehmen
3.1 Vorteile
3.1.1 Anbieterunabhängigkeit
3.1.2 Sicherheit
3.1.3 Anpassbarkeit
3.1.4 Wiederverwendbarkeit von Quellcodes
3.1.5 Anschaffungskosten
3.1.6 Produktqualität
3.1.7 Offene Standards.
3.2 Nachteile
3.2.1 Keine Gewährleistungsansprüche
3.2.2 Support
3.2.3 Schulungsaufwand
3.2.4 Weiterentwicklung
3.2.5 Mangel an Applikationen
3.3 Open Source im Office−Bereich
3.3.1 Microsoft Office 2007 Professional vs. OpenOffice.org 2.x
3.3.2 Produkteinsatz im Office−Bereich

4 Wirtschaftlichkeit von Open Source

5 Fazit

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In den letzten Jahren konnte sich Open Source Software (OSS) zu einer immer größeren Alternative gegenüber proprietärer Software entwickeln. Auch immer mehr Unternehmen interessieren sich für die vermeintlich kostengünstigere Variante. Die Entscheidung über den Einsatz von Open Source in Unternehmen sollte wohl bedacht sein.

Es ist hinsichtlich bekannt, dass Open Source salonfähig geworden ist. Nicht zuletzt dadurch, dass bezüglich der Lizenzen Einsparungen bei den Kosten versprochen werden. Diese Aussage wird in der Studie CIO Insight belegt, in der führende IT−Verantwortliche bestätigen, dass 84,2 % der Open Source Lösungen von der Firma Red Hat (weltweit führender Anbieter von Open Source und Linux Produkten) als exzellent oder gut bewertet wurden.

Auch die beiden Entscheidungskriterien Erfüllung der Erwartungen und Senkung der Kosten, sowie Einhaltung des erwarteten Return of Investment, konnte das Unternehmen Red Hat für sich entscheiden[1].

Die folgende Ausarbeitung soll eine Übersicht über die einzelnen Softwarevariationen und Lizenzen geben, sowie einen kurzen Einblick verschaffen, mit welchen Vor− und Nachteilen ein Unternehmen mit der Einführung bzw. dem Einsatz von Open Source rechnen muss. Zu dem wird kurz erläutert, welche Open Source Produkte bereits in der Lage sind, proprietäre Produkte in bestimmten Einsatzbereichen zu ersetzen.

2 Open Source Software

Open Source kommt aus dem Englischen und steht für quelloffen . Der vom Programmierer geschriebene Quelltext (Gesamtheit der einzelnen Befehlszeilen) einer Software muss von jedem Menschen gelesen, benutzt, verändert und kopiert werden können, sowie durch bestimmte Lizenzen zur freien Nutzung gesichert sein. Jeder Nutzer kann die Software nach seinen Vorstellungen anpassen und weiterverbreiten. Verbesserungsvorschläge verschiedener Nutzer führen somit zu einer ständigen Optimierung der Open Source Software. Die daraus resultierenden Ergebnisse sind oft schneller als die Reaktionen von Unternehmen .[2]

2.1 Geschichte der Open Source Software

Die Geschichte der Software begann als kostenlose Beigabe zu leistungsfähigen und frei programmierbaren Rechenmaschinen im Jahr 1941. Die Weiterentwicklungen und Verbesserungen der Rechnersysteme und deren Software waren enorm, so dass sich später ein neues Geschäftsfeld heraus kristallisierte. IBM und andere Hersteller vertrieben die Software der Großrechner eigenständig. Mitte der 60er wurde die Software durch den Urheberschutz, auch als Copyright bekannt, geschützt. Die Quelltexte wurden kompiliert und waren somit nicht mehr lesbar. Mit Hilfe von Lizenzverträgen und dem damit verbundenen eingeschränkten Nutzungsrecht, wurde dem Kunden die Weitergabe der Software eingeschränkt oder gänzlich verboten.

Dies führte zu einer Unzufriedenheit vereinzelter Unternehmen und unabhängiger Programmierer. Änderungswünsche und Programmfehler mussten bei den Herstellern gemeldet und teilweise teuer bezahlt werden[3].

1984 rief Richard Stallmann die Free Software Foundation mit dem Projekt GNU ( GNU`s not Unix) ins Leben. Das Projekt setze sich ein freies unix kompatibles Betriebssystem zum Ziel. Richard Stallmann entwickelte mit Eben Moglen die General Public License (GPL), die heute als Grundlage jeder Open Source Software gilt.

Das GNU−Projekt erlebte seinen Höhepunkt mit dem Erscheinen des freien Betriebssystems Linux. 1991 stellte der finnische Informatikstudent Linus Torwalds das System unter die GPL der GNU. Jeder Interessent konnte das Betriebssystem weiterentwickeln. Es entwickelte sich eine Dynamik, die Linux zu einer großen Nachfrage verhalf.

Die Wirtschaftlichkeit und Effizienz dieses Systems blieb nicht lange unerkannt. Mehrere Unternehmen vertrieben nun die freie Software auf Datenträgern mit Handbüchern.

Jedoch darf bis heute der Kerngedanke von Open Source nicht verletzt werden: FreieNutzung, Veränderung der Quellcodes und freie Vervielfältigung .[4]

2.2 Abgrenzung von Softwarevarianten

Für die Nutzung und Weitergabe von Software gibt es fest definierte Regeln, die sich je nach Produkt und Vertrieb unterschiedlich auswirken. Hier bewegt man sich in einem Gebiet, einerseits basierend auf Software, deren Gebrauch und Weitergabe ohne Konsequenzen auf rechtlicher Ebene bleibt, sowie kommerzielle Software, die von Firmen zur Gewinnmaximierung vertrieben und deren Einsatz durch feste Regeln bestimmt wird. Sowohl der Vertreiber der Software, als auch der Softwarenutzer, müssen diese Folgen einkalkulieren .[5]

Im Folgenden werden die Merkmale der bestehenden Softwarearten erläutert.

2.2.1 Freie Software

Freie Software, die in den 80er Jahren von Richard Stallman ins Leben gerufen wurde, dient lt. der Free Software Foundation der Freiheit zu lernen, zu studieren, des Wettbewerbs und der Meinungsäußerung. Jeder Benutzer kann sie kopieren, verändern, weiterentwickeln und vertreiben. Die Voraussetzung für Freie Software ist der offene Zugang zum Quellcode. Eine weitere Definition der Free Software Foundation lautet:

»Freie Software hat etwas mit Freiheit zu tun, nicht mit dem Preis. Um das Konzept zu verstehen, ist an frei wie in freie Rede, und nicht wie in Freibier zu denken.«[6]

2.2.2 Open Source Software

Open Source Software sind Produkte, die unter den anerkannten Lizenzen der Open Source Initiative stehen. Analog zur freien Software muss der Quelltext für den Menschen in verständlicher Form lesbar, sowie kopier− und veränderbar sein. Weitere selbige Grundvoraussetzungen sind die Weiterentwicklung und Weitergabe der Software.

Aufgrund missverständlicher Interpretationen von Freier Software, beispielsweise Gratis− Software, wollte man mit der Einführung des Begriffs Open Source die Mehrdeutig− keitsprobleme lösen, um vor allem höhere Akzeptanz von Unternehmen zu erlangen.

Aus politischer Sicht ist der Begriff Open Source wertneutral, wogegen Freie Software den politischen Begriff Freiheit interpretiert. Allein aus diesem Grunde lässt sich Open Source leichter vermarkten[7].

2.2.3 Public-Domain Software

Bei Public−Domain Software spricht man von Software−Produkten, die frei von Lizenz− bzw. Registrierungsgebühren sind. Diese dürfen kostenlos kopiert, genutzt und verändert werden. Im Gegensatz zu Open Source, wird Public−Domain Software dem Benutzer häufig ohne Source Code überlassen. Die Verteilung von Public−Domain Software erfolgt meistens über DVDs, die Computer−Zeitschriften beiliegen. Hersteller von kommerzieller Software bieten ihre kostenpflichtige Software gerne in abgespeckter Public−Domain Software zu Testzwecken an, um somit neue Kunden gewinnen zu können[8].

2.2.4 Shared Source Software

Shared Source Software wurde 2001 von der Firma Microsoft als Konkurrenz für Open Source auf den Markt gebracht. Microsoft erkannte schnell, dass Open Source Produkte großes Potenzial haben und sich auf den Vertrieb von Microsoft Produkten negativ auswirken können.

Produkte, die auf der Basis von Shared Source entwickelt wurden, müssen Einblicke in den Quellcode gewähren, unterliegen jedoch den Rechten von Microsoft. Änderungen an der Software bleiben der Firma Microsoft vorbehalten[9].

2.2.5 Freeware

Freeware strebt primär die Weiterverarbeitung über digitale Medien, wie DVDs oder Internet an. Die Weiterentwicklung und die Veröffentlichung des Quellcodes, wie bei Freier Software, ist hier nicht angedacht. Die nicht kommerzielle Nutzung von Freeware wird in der Regel von den Anbietern eingeschränkt. Daraus ergibt sich, dass Freeware letztendlich der proprietären Software zuzuordnen ist.

2.2.6 Shareware

Analog zur Freeware ist Shareware der proprietären Software zuzurechnen. Letztendlich ist Shareware keine eigene Softwareart, sondern ein Vermarktungsmodell für kommerzielle Software. Die Nutzung von Shareware wird zeitlich oder funktional eingeschränkt. Dem Benutzer wird eine Testphase für das Programm gewährt, welche nach Ablauf durch eine Nutzungsgebühr aufgehoben werden kann. Erst dann ist das Programm uneingeschränkt nutzbar. Shareware wird weder quelloffen angeboten, noch strebt man an, diese von Benutzern abändern zu lassen[10].

2.2.7 Proprietäre Software

Proprietäre Software dient nicht der Weiterverbreitung und Veränderung, sie ist gänzlich verboten. Der Quellcode wird vom Autor nicht freigegeben. Proprietäre Software ist in der Regel kostenpflichtig[11].

2.2.8 Übersicht der Begriffsabgrenzung

Um die unter Punkt 2.2.1 bis 2.2.7 erläuterten Begriffe klarer abzugrenzen, werden diese in Abbildung 1 unter Betrachtung der Offenheit des Quellcodes und der Nutzungsrechte mit Hilfe von Softwareprodukten voneinander unterschieden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 − Begriffsabgrenzung[12]

2.3 Lizenzmodelle

Die folgende Auflistung der Lizenzen erläutert, worin sich Open Source Produkte in rechtlicher Hinsicht je nach Lizenzierung unterscheiden. Jeder Programmierer kann seine Software oder Bibliotheken mit Hilfe dieser Lizenzen rechtlich schützen, muss aber auch klare Richtlinien und Pflichten befolgen.

2.3.1 GNU General Public License (GPL)

Die GNU General Public License fand 1989 in der Version 1.0 für die Lizenzierung von Freier Software Verwendung. 1991 erschien die zweite Version, die wiederum am 29. Juni 2007 von der dritten Version abgelöst wurde.

Computerprogramme unterliegen immer urheberrechtlichem Schutz und dürfen grund− sätzlich von demjenigen genutzt werden, dem es der Rechtsinhaber gestattet hat. Der Umfang der Nutzung kann jedoch durch den Rechtsinhaber bestimmt werden.

Entscheidet sich der Rechtsinhaber für die GPL, so gestattet er jedem Nutzer das Programm lizenzgebührenfrei zu erwerben, zu vervielfältigen, zu verbreiten, öffentlich zugänglich zu machen und weiter zu verändern. Folglich ist es nicht möglich, geänderte Programme als proprietäre Software zu vertreiben.

2.3.2 GNU Lesser General Public License (LGPL)

Die Lesser General Public License wurde 1991 unter dem Namen Library General Public License veröffentlicht. Die LGPL ist eine abgeschwächte Variante der GPL und wird speziell für Softwarebibliotheken eingesetzt. Diese Bibliotheken müssen frei kopier−, modifizier− und verbreitbar sein. Außerdem ist der Urheber nicht an Haftungs− und Gewährleistungs− ansprüche gebunden. Der Quellcode muss für Kopien und Weiterverarbeitung zur Verfügung stehen.

Der wesentliche Unterschied zur GPL ist die Lockerung der Auflagen, so dass nicht gleich das ganze Programm der GPL unterliegt wenn man die Source der LGPL nutzt. Baut ein Programmierer eine Bibliothek, die der LGPL unterliegt, in seine proprietäre Software ein, so ist die Bibliothek weiterhin Open Source, jedoch bleibt der Rest des Programms proprietär[13].

2.3.3 BSD-Lizenz

BSD steht für Berkeley Software Distribution . Software, die der BSD−Lizenz unterliegt, darf frei verwendet, kopiert, verändert und verbreitet werden und entspricht somit den Grundzügen der GPL. Jedoch muss ein Programm, das den BSD−lizenzierten Code nutzt, im Gegensatz zur GPL nicht quelloffen veröffentlicht werden. Somit kann dieser Quellcode auch in kommerzielle Produkte eingefügt werden.

[...]


[1] Vgl. (CIO Insight, 2005)

[2] Vgl. (Kharitoniouk & Stewin, 2003) Seite 2 ff.

[3] Vgl. (Brügge, 2004) Seite 7 ff.

[4] Vgl. (Bork, 2004) Seite 230 f.

[5] Vgl. (Gläßer, 2004) Seite 15

[6] Vgl. (Free Software Foundation, 2008)

[7] Vgl. (Gerwinski, 2008)

[8] Vgl. (Gläßer, 2004), Seite 15

[9] Vgl. (Microsoft, 2008)

[10] Vgl. (Schäfer, 2007) Seite 12

[11] Vgl. (Stallmann, 2001)

[12] Vgl. (Kharitoniouk & Stewin, 2003) Seite 2 ff. & (Lüchinger, 2004)

[13] (Grassmuck, 2004) Seite 281 & 290

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Open Source – Der Weg in das Unternehmen
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Köln  (Fachbereich Betriebsinformatik)
Veranstaltung
Betriebsinformatik III
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
23
Katalognummer
V120437
ISBN (eBook)
9783640241934
ISBN (Buch)
9783640248049
Dateigröße
655 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Open, Source, Unternehmen, Betriebsinformatik
Arbeit zitieren
Stefan Zalewski (Autor), 2008, Open Source – Der Weg in das Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120437

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