Das literarische Mäzenatentum der Thüringer Landgrafen zwischen 1170 und 1217 als Beispiel literarischer Interessenbildung

Entstehung, Umfang, Interessenschwerpunkte


Hausarbeit (Hauptseminar), 2000

38 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodische Reflexionen zur höfischen Gönnerforschung

3. Literarisches Mäzenatentum im Mittelalter - Entstehung und Verbreitung

4. Historischer und prosopographischer Hintergrund der Literaturförderung

5. Entwicklung der Literaturförderung in Thüringen

6. Dichter am Fürstenhof und ihre Texte

7. Die Wahl der Stoffe - Antikenrenaissance und dynastisches Interesse

8. Schlußbemerkung

9. Quellen- und Literaturverzeichnis

[Die kursiv gedruckten mittelhochdeutschen Zitate tragen datenverarbeitungsbedingt keine Akzente, Längen oder Kürzen]

1. Einleitung

„Der Fürst ehrt die Wissenschaft, sofern sie nutzt. Er schätzt die Kunst, sofern sie ziert.“[1]

Die Autonomie des Dichters kann sich ohne materielle Grundlage nicht entfalten; ein Gönner verfolgt oft Absichten mit der von ihm geförderten Literatur. Oft nutzen Mäzene ihre fördernde Position aus und greifen in das Werk der Dichter ein.

Tasso ist eine typische Künstlerfigur, welche die Züge der Goethezeit trägt. In dieser Zeit verliert das Mäzenatentum an den Fürstenhöfen langsam seine Bedeutung. Wieland, Lessing und Kloppstock sind Repräsentanten eines neuen Schriftstellertyps - des freien Schriftstellers. Trotz Unabhängigkeitsansprüchen waren die Autoren der Klassik noch von fürstlichen Ämtern abhängig. Erst in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts begegnet mit Karl Gutzkow ein erster Vertreter einer Schriftstellerzunft, die von ihrer literarischen und publizistischen Produktion auch leben konnte.

Wie hat man sich im Gegensatz dazu das Leben der Dichter im hohen Mittelalter, der klassischen Periode der mittelhochdeutschen Literatur, vorzustellen? Wie kann man das damalige Mäzenatentum charakterisieren? Unter welchen Voraussetzungen war es den Dichtern möglich, umfangreiche Epen, Chroniken oder Spruchdichtung zu schreiben? Wer finanzierte sie?

Die Frage nach den Mäzenen stellt sich für das hohe Mittelalter in besonderem Maß, denn mittelalterliche Kunst war Auftragskunst[2]. Nicht das Erfinden des Neuen war das Hauptprinzip von Kunst, sondern das Finden in der Tradition, in die man sich einreiht und die man bereichert. Es ist ein Kunstverständnis vorauszusetzen, das heute fremd erscheint[3]. Die Zustände des ‘Tasso’ sind daher nicht auf das Mittelalter projezierbar.

Was motivierte die Dichter zum Schreiben und wo läßt sich der Einfluß der Gönner festmachen? Welche Interessen verfolgten Gönner mit der Förderung der Dichter? Diese Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten, denn man muß nicht nur regional und zeitlich differenzieren, sondern auch individuelle Interessen der Mäzene berücksichtigen. Trotz aller Unterschiede hat die literaturwissenschaftliche Forschung ein Entstehungsmodell des Mäzenatentums entwickelt[4]. Im Mittelpunkt dieses Modells steht der Hof als Zentrum der Literatur. An diesem Ort wurde Dichtung einer bestimmten Gesellschaft vorgetragen. Die Höfe bildeten die Machtzentren des Mittelalters, aber auch Zentren der Frömmigkeit, der Literarität, der Dichtung?

Der Thüringer Hof der Ludowinger gilt als Paradebeispiel eines literarisch stark interessierten Hofes, die Fürsten des Ludowingergeschlechts als freigiebige Mäzene[5]. Sehr viele Dichter und Werke werden ihrer Förderung zugeschrieben, manchmal liegen stichhaltige Belege vor, oft jedoch Vermutungen. Was gehört in den Umkreis dieses fortschrittlichen Landgrafenhofes, der politisch bedeutend und wegen des hohen Grades an Zentralisierung geradezu vorbildlich war? Welche Interessen der Fürsten zeigen sich in der Dichtung? Spiegelt sich die Politik der Landgrafen in ihr?

Zuerst ist zu diskutieren, welche Gefahren eine Beschäftigung mit dem Mäzenatentum dieser Zeit birgt; das Thema verführt zu voreiligen Schlüssen und eignet sich zur Spekulation, zur Verquickung von Geschichte und Literatur[6]. Welche Grenzen die Mäzenatentum-Forschung aufweist, soll deshalb zuerst problematisiert werden, denn gerade am Beispiel Thüringens werden Probleme der Interpretation der Forschung deutlich[7].

Die Geschichte spiegelt sich zweifelsohne in der Literatur. Ohne eine kurze Beschreibung der politischen Situation und einer Kontextualisierung der Politik der Thüringer Landgrafen kann eine Betrachtung der dort entstandenen Literatur nicht vollständig sein[8]. Die Lebensumstände der Dichter erklären sich auch aus der politischen und gesellschaftlichen Situation in der Landgrafschaft. An dieser Stelle soll der Stand der historischen Forschung kurz vorgestellt werden, um den Hintergrund der Literaturförderung besser verstehen zu können.

Ob sich die Entwicklung zum höfischen Mäzenatentum in Thüringen so entwickelt hat, wie im Modell beschreiben, soll im folgenden Abschnitt untersucht werden. Welche Vorstufen hat es gegeben und wie hängen diese mit der Herausbildung und Konsolidierung von Landesherrschaft zusammen? Dabei soll vor allem auf die Hausklöster der Ludowinger, die Entstehung der thüringischen Kanzlei sowie auf die Kunstförderung der Ludowinger im allgemeinen eingegangen werden. Die Literatur steht nicht isoliert dar, sondern Malerei, Buchkunst und Bildhauerei sowie Architektur sind Felder von Kunstförderung, die man mit dem literarischen Mäzenatentum vergleichen sollte. Ist Literaturförderung von der Förderung anderer Kunst in Thüringen zu trennen?

Welche Dichter sollen für den thüringischen Hof gearbeitet haben und was haben sie an Literatur verfaßt? Zunächst ist es sinnvoll herauszustellen, welche Dichter in der Forschung dem Thüringerhof zugeschrieben werden. Dabei soll versucht werden, gesicherte Förderverhältnisse von unbelegten Zuschreibungen zu differenzieren.

Die Literatur im hohen Mittelalter ist vielfältig: verschiedene Stoffe, Materien, Gattungen und Vortragsformen haben sich entwickelt und stehen in Traditionen. Welche Art von Literatur und welche Gattungen förderten die Thüringer? Was könnten ihre Kriterien gewesen sein, einen Dichter zu unterstützen oder ihn mit dem Verfassen eines Textes zu beauftragen? Mit diesen Fragen ist nicht nur der persönliche Geschmack des Landgrafen angesprochen, sondern es geht auch um die Frage, ob die Thüringer ein bestimmtes ästhetisches oder gar politisches Programm verfolgten. Daß die Fürsten große Dichter förderten, ist unbestritten, aber warum sie Interesse an bestimmten Stoffen fanden, was manche Themen gegenüber anderen für sie interessant machte, sind Fragen, mit denen auch die Texte in den Mittelpunkt gestellt werden. Die neuste Forschung fordert eine Beschäftigung mit jenen Texten, denn die Frage nach den Mäzenatenbeziehungen ist nicht unbedingt eine nach historischer Belegbarkeit.

Die Gönnerforschung, die schon seit den Gebrüdern Grimm ein Themenfeld mediävistischer Forschung ist, blühte vor allem im letzten Drittel des 19. und in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts[9]. In dieser Zeit wurde vor allem versucht, biographische und historische Zusammenhänge herzustellen[10]. Erst mit Joachim BUMKES Studien Ende der 70er Jahre rückte die Gönnerforschung wieder in den Forschungsmittelpunkt der Mediävistik, er akzentuierte Fragen nach dem Entstehungshintergrund von mittelhochdeutscher Literatur und versuchte Modelle der literarischen Zentrenbildung zu entwerfen[11]. Erst zu Beginn der 90er Jahre trat das Thema Mäzenatentum erneut in den Vordergrund. Unter dem Stichwort der ‘literarischen Interessenbildung’, das offener formuliert ist als die Begriffe Gönnerschaft oder Mäzenatentum und verschiedene Motive des Interesses berücksichtigt, wurde einerseits Skepsis an der Gönnerforschung formuliert, andererseits wurden neue Forschungsperspektiven aufgezeigt und diskutiert[12].

Zum Thema ‘Mäzenatentum der Thüringer Landgrafen’ gibt es eine ganze Reihe von Aufsätzen aus den vergangenen 50 Jahren, die versucht haben, einen Überblick über die Literaturförderung zu geben, sowie wichtige Aufsätze vom Anfang des letzten Jahrhunderts[13]. Für eine einschlägige Monographie ist die Quellengrundlage ungenügend. Obwohl der Thüringische Grafenhof als Paradebeispiel eines höfischen Zentrums gelten kann und bedeutende Werke wie ‘Eneit’ oder der ‘Willehalm’ dort entstanden sind, gibt es kaum Studien zur Entstehungssituation dieser Werke[14]. Auch zur Frage der Programmatik der Förderung und zu den bevorzugten Stoffen existiert keine Forschungsliteratur.

Am Beispiel des Thüringer Landgrafenhofes wird nicht nur ein Beispiel engagierter Literaturförderung deutlich, sondern auch, wie die Forschung Zusammenhänge hergestellt hat, für die es keine Belege gibt. Wie in den Epen des Hochmittelalters mischen sich manchmal Fiktion und Historie.

2. Methodische Reflexionen zur höfischen Gönnerforschung

Einwände und Vorbehalte gegen die Gönnerforschung lassen sich unter verschiedenen Stichworten zusammenfassen: Bedeutung des Förderverhältnisses, dichterische Autonomie, Überlieferungsprobleme, Fiktionalität, Gattungsspezifik, Zuordnung der Personen, Verrätselung und Vorlagen.

War der Mäzen der entscheidende Faktor in der Literaturentstehung im hohen Mittelalter? Es ist zu überdenken, ob der Hof als das zentrale Organisationsmodell ritterlich-höfischer Dichtung das Entstehen von Literatur erklären kann[15]. War der Fürst als Person der entscheidende Auftraggeber, der Initiator eines Werkes, oder hat er lediglich Dichter gefördert, die bereits an einer Idee arbeiteten?

Beschränkte der Mäzen seine Dichter durch Bearbeitungswünsche und Stoffvorlagen, oder ermöglichte er nur so auch die literarische Produktion? Diese Frage impliziert nur oberflächlich einen Widerspruch. Da die Quellen keine Antwort geben, muß sie offen bleiben.

Alle Informationen zu Förderverhältnissen sind ausnahmslos durch die Äußerungen der Dichter überliefert[16]. Aussagen der Mäzene sind nicht bekannt. Ob ein Dichter sich überhaupt gerechtfertigt einem Fürsten zuordnen und ihm sein Werk widmen konnte, wie die Mäzene die Beziehungen beurteilten - davon ist ebenfalls nichts überliefert. Ein weiteres Überlieferungsproblem ist die exponierte Stellung der Gönnernennungen meist im Pro- oder Epilog. Bei vielen Handschriften gingen gerade diese Passagen oft verloren[17]. In manchen Fällen steht auch die Authentizität der überlieferten Textpassagen in Frage, denn sie stammen von anderer Hand oder wurden interpoliert[18]. Aus Rechnungsbüchern oder Urkunden gehen Mäzenatenverhältnisse so gut wie nie hervor[19]. Auch über die materielle Seite der Förderung gibt es keine Belege. Welchen Lohn erhielten die Dichter, was kostete ihr Arbeitsmaterial, ihre Verpflegung? Auch Chroniken und Annalen erwähnen Literaturförderung selten. Diese problematische Überlieferungslage führt dazu, daß der Literaturwissenschaftler Gönnerverhältnisse sehr eindimensional betrachten muß - nur aus der Perspektive der Dichter.

Aber selbst die Mitteilungen der Dichter sind problematisch, denn die Nennung des Gönners steht meist in einem fiktionalen Kontext[20]. Gehört die Gönnernennung in den Erzählzusammenhang oder soll sie Sachinformation für den Leser oder Zuhörer sein? Man kann aus der Erwähnung einer Person, die als Fürst identifizierbar ist, nicht zwangsläufig auf ein Gönnerverhältnis schließen. Im Umkehrschluß bedeutete eine Nichterwähnung des Gönnernamens nicht, daß es nicht doch einen Förderer gegeben hat.

Der Aufwand zur Förderung eines Epos ist ungleich größer als der zur Förderung von Spruchdichtung. Allein die zur Verfügung zu stellenden Materialien und der Zeitaufwand führen dazu, daß man zwischen epischer Dichtung, Minne- und Spruchdichtung unterscheiden muß.

Außerdem geht der Umfang der Förderung aus den Selbstaussagen der Dichter fast nie hervor. Haben die Dichter tatsächlich an den Höfen als Teil des ‘ ingesinde’ gelebt[21] ? Verpflichtete die Förderung zwangsläufig zu einem Aufenthalt in einer Burg oder Residenz? In der Forschung wird das meist vorausgesetzt. Wie waren die materiellen Voraussetzungen der Dichter? Stammte jener aus adeligem Hause und war materiell versorgt, so hatte die Förderung durch einen Fürsten weniger existentiellen Belang als bei einem Ministerialen aus verarmtem Geschlecht, der materiell auf den Mäzen angewiesen war. Ist das Gönnerlob folglich auch immer Ausdruck eines tatsächlichen Abhängigkeitsverhältnisses?

Auch in seiner sprachlichen Gestalt muß das Gönnerlob kritisch betrachtet werden: Meist sind Widmungsformeln toposhaft. Oder sie waren geradezu obligatorisch, wenn ein Dichter sein Werk veröffentlichen und sich der Obrigkeit versichern wollte[22] ; die Motive für das Gönnerlob liegen folglich meist im Dunkeln.

Angesichts dieser problematischen Ausgangslage muß man bei der Interpretation vorsichtig vorgehen. Eine Analogisierung zwischen der Handlung des Textes und historischer Realität ist so reizvoll wie problematisch[23]. Anspielungen und Parallelen verführen zu einer Projektion auf die historische Wirklichkeit, manchmal wird dies in den Texten auch provoziert. Oft wirken sogar Geschehnisse der Fiktionalität auf das Geschichtsbild zurück, wenn man den Text nicht kritisch analysiert. Meist kann man die genannten Personen kaum identifizieren, denn bei Namen liegen oft Verrätselungen oder Akrostichen vor. Namensspiele führen dazu, daß eine Zuordnung zu historischen Personen problematisch wird[24]. Familien haben oft Leitnamen, so daß eine Zuordnung zu den Generationen der Familie schwierig ist. Zudem waren manche Namen so verbreitet, daß eine Zuordnung zu einem Herrschergeschlecht bereits unmöglich ist. Die Datierung der Texte baut oft auf solchen Unsicherheiten auf, weil man glaubt, einen Fürsten identifizieren zu können. Vollends absurd wird ein solches Vorgehen, wenn man Charaktermerkmale von Fürsten als Hilfe zur Datierung und Identifikation benutzt.

Eine besondere Bedeutung kommt den Vorlagen der Literatur zu, denn die deutschsprachige höfische Literatur orientierte sich an französischen oder flandrischen Vorbildern. In den seltensten Fällen haben die Dichter die Vorlagen für ihre Epen selbst beschaffen können. Oft war der Mäzen derjenige der - wie im Fall von im Falle von Wolframs ‘Willehalm’, wo es heißt: lantgraf von Düringen tet diz maer von im bekannt[25]. Der Vermittler der Vorlage muß allerdings mit dem Mäzen nicht identisch sein. Oft hat der Mäzen einen Vasallen beauftragt, eine Vorlage zu beschaffen[26].

Daß die Gönnerforschung glaubte, historische Erkenntnisse über Dichter und Mäzene aus den Texten zu erfahren und jene dann überzubewerten, kritisiert Jan-Dirk MÜLLER: „Außerliterarische Faktoren werden pauschal höher bewertet als innerliterarische. [...] Können rezeptionsgeschichtliche Thesen überhaupt textanalytische Funde relativieren?“[27]. Er stellt philologische Ergebnisse über die Bedeutung von historischen Faktoren. Man müsse sich frei machen von der Rückversicherung und der vermeintlich höheren Rangstellung der Geschichte. Selbst Joachim BUMKE äußert selbstkritisch: „Der Gönnerforschung wohnt wohl ein spekulatives Element inne“[28]. „In der Gönnerforschung wird Konstruktion kaum von abgesicherten Fakten geschieden“[29]. Auch Walter HAUG stellt fest, man müsse Mäzenatentum als Modell begreifen. Er widmet sich besonders dem Thema der literarischen Autonomie[30]: Welche Spielräume hatte der Dichter und wie sah der gesellschaftliche Rahmen, wie die Grenzen dieser Freiheiten aus? Hatte das Poetische nicht schon zu dieser Zeit einen Eigenwert und ist als selbstreferentiell zu beurteilen, fragt Haug?[31]

Auch die Vielfalt der denkbaren Motive der Literaturförderung gerät in den Blick der neueren Forschung: Ob sich politische Interessen des Fürsten, persönliche Vorlieben, eine Verantwortung für eine literarische Tradition, Förderung bekannter Personen oder dynastische Motive hinter dem Mäzenatentum verbergen, muß offen bleiben[32]. Welchen Status besaß der Geförderte, denn Dienstverhältnisse und Mäzenatenverhältnisse gehen oft in einander über[33].

Trotz dieser Kritikpunkte der aktuellen Forschung der 90er Jahre, hat die Gönnerforschung Berechtigung und Aufgaben: Der DFG-Band zur literarischen Interessenbildung von 1991 nennt das Ermitteln von Lebens- und Arbeitsumständen, das Eruieren von regionalspezifischen Literaturinteressen, die Erforschung von Adelsbibliotheken sowie die quellenkritische Ermittlung historischer Informationen als zentrale Forschungsfelder[34]. Joachim BUMKE propagiert, Forschungsmythen aufzubrechen, die Entstehungsbedingungen von Literatur sowie Informationen über das höfische Publikum zu gewinnen als die zukünftigen Aufgaben der Mäzenatentum-Forschung[35]. Vor allem müsse die Literatur in den Kontext der Kunst jener Zeit gestellt sowie die Zusammenarbeit zwischen Historikern und Literaturwissenschaftlern intensiviert werden. Nur eine interdisziplinär arbeitende Gönnerforschung kann trotz großer methodischer Vorbehalte die Entstehungsbedingungen mittelhochdeutscher Literatur aufzeigen, ohne Fiktion und Historie miteinander zu verquicken[36].

[...]


[1] J.W. v. GOETHE, Torquato Tasso. Hamburger Ausgabe Bd. 5. München³ 1998, S. 91.

[2] J. BUMKE, Mäzene im Mittelalter. Die Gönner und Auftraggeber der höfischen Literatur in Deutschland 1150-1300. München 1979, S. 9.

[3] U. ECO: Kunst und Schönheit im Mittelalter. München ² 1993.

[4] BUMKE, Mäzene, S. 42-73. M. LINTZEL in: J. BUMKE (Hg.): Literarisches Mäzenatentum. Darmstadt 1981. (= WDF Bd. 598), S. 33-67.

[5] Schon im Fürstenlob des sogenannten Wartburgkrieges kommt diese Bewertung zum Ausdruck. Vgl.: BUMKE, Mäzene, S. 59f.

[6] J.-D. MÜLLER: Zu einigen Problemen des Konzepts des literarischen Mäzenatentums. In: HEINZLE, Literarische Interessenbildung im Mittelalter. DFG-Symposion 1991. Stuttgart 1993.(=Germanistische Symposien Bd. 14), S. 370.

[7] Diese Probleme sollen in den Kapiteln 6 und 7 berücksichtigt werden.

[8] Vgl. das Standardwerk von H. PATZE/W. SCHLESINGER: Geschichte Thüringens. 2. Band. Köln/Wien 1973.

[9] Einen fundierten Forschungsüberblick gibt BUMKE, Mäzene, S. 33-42.

[10] Charakteristische Publikationen dieser Zeit sind: W. FECHNER: Das Publikum mittelhochdeutscher Dichtung. Heidelberg 1935 sowie K.J. HOLZKNECHT: Literary Patronage in the Middle Ages. Princeton u.a. 1923.

[11] Vgl.: J. BUMKE: Mäzene im Mittelalter. Die Gönner und Auftraggeber der höfischen Literatur in Deutschland 1150-1300. München 1979; ders. (Hg.): Literarisches Mäzenatentum. Ausgewählte Forschungen zur Rolle des Gönners in der mittelalterlichen Literatur. Darmstadt 1982. (=Wege der Forschung Bd. 598); ders.: Der Literaturbetrieb der höfischen Zeit. In: ders.: Höfische Kultur. Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter. 8. Auflage. München 1997, S. 595-751.

[12] J. HEINZLE, Literarische Interessenbildung im Mittelalter. DFG-Symposion 1991. Stuttgart 1993. (=Germanistische Symposien Bd. 14).

[13] J. MENDELS/L. SPULER: Landgraf Hermann und seine Dichterschule. In: ZfDA 101 (1959), S. 361-388; H. WOLF: Die deutsche Literatur im Mittelalter. In: PATZE/SCHLESINGER, Geschichte Thüringens, S. 188-226; H. METTKE: Zur Bedeutung des Thüringer Hofes in Eisenach für die deutsche Literatur um 1200. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Pieck-Universität Rostock. Gesellschafts- und sprachwissenschaftliche Reihe 27 (1978), S. 89-97; U. PETERS: Fürstenhof und höfische Dichtung. Der Hof Hermanns als literarisches Zentrum. Konstanz 1981 (= Konstanzer Universitätsreden Nr. 52).

Unter den älteren Arbeiten zu empfehlen sind: G. BAESECKE: Herbort von Fritzlar, Albrecht von Halberstadt und Heinrich von Veldecke. In: ZfdA 50 (1908), S. 366-382; W. WILLMANNS: Das Fürstenlob des Wartburgkrieges. In: ZfdA 28 (1884), S. 206-228.

[14] E. KLEINSCHMIDT: Die lateinische Fassung von Wolframs ‘Willehalm’-Prolog und ihr Überlieferungswert. In: DVjS 1974, S. 95-114.

[15] U. PETERS, Fürstenhof, S. 9.

[16] Vgl.: BUMKE, Mäzene, S. 20; LINTZEL in BUMKE, Literarisches Mäzenatentum, S. 37.

[17] Vgl.: BUMKE, Mäzene, S. 23.

[18] Im Falle Thüringens ist das für Veldeckes ‘Eneit’ der Fall, vgl.: S. 23.

[19] Vgl.: BUMKE, Mäzene, S. 69. Walther von der Vogelweide wird mit einem Rock beschenkt.

[20] Vgl.: BUMKE, Mäzene, S. 24.

[21] Vgl.: Anhang S. 37. Hier bezeichnet sich Wolfram von Eschenbach als ingesinde Hermanns.

[22] BUMKE, Mäzene, S. 21.

[23] BUMKE, Mäzene, S.22.

[24] BUMKE, Mäzene, S. 25.

[25] Vgl. Anhang S. 37.

[26] Vgl.: BUMKE, Mäzene, S. 165.

[27] MÜLLER, Interessenbildung, S. 370f.

[28] BUMKE, Mäzene, S. 31.

[29] BUMKE, Mäzene, S. 34.

[30] HAUG in HEINZLE, Interessenbildung, S. 370f.

[31] HAUG in HEINZLE, Interessenbildung, S. 357f.

[32] MÜLLER in HEINZLE, Interessenbildung, S. 367.

[33] HAUG in HEINZLE, Interessenbildung, S. 382.

[34] KLEIN in HEINZLE, Interessenbildung, S. 3f.

[35] Vgl.: BUMKE, Mäzene, S. 40.

[36] Vgl.: BUMKE, Mäzene, S. 41.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Das literarische Mäzenatentum der Thüringer Landgrafen zwischen 1170 und 1217 als Beispiel literarischer Interessenbildung
Untertitel
Entstehung, Umfang, Interessenschwerpunkte
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Seminar für deutsche Philologie)
Veranstaltung
"Das Mainzer Hoffest"
Note
1,3
Autor
Jahr
2000
Seiten
38
Katalognummer
V120446
ISBN (eBook)
9783640241989
ISBN (Buch)
9783640245505
Dateigröße
567 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mäzenatentum, Thüringer, Landgrafen, Beispiel, Interessenbildung, Hauptseminar, Mainzer, Hoffest
Arbeit zitieren
Holger Reiner Stunz (Autor), 2000, Das literarische Mäzenatentum der Thüringer Landgrafen zwischen 1170 und 1217 als Beispiel literarischer Interessenbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120446

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