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Private Military Companies - Die Auftraggeber privater Militärfirmen und ihre politökonomischen Interessen

Title: Private Military Companies - Die Auftraggeber privater Militärfirmen und ihre politökonomischen Interessen

Diploma Thesis , 2008 , 87 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplom-Sozialwissenschaftler Alwin Schrittwieser (Author)

Politics - Miscellaneous
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Spätestens mit dem Folterskandal im irakischen Gefängnis von Abu Ghraib, in dem zum Teil Mitarbeiter einer so genannten Private Military Company involviert waren, schien das bis dahin wenig beleuchtete Phänomen der Privaten Militärbranche an Bedeutung zu gewinnen. Dabei konzentrierte sich die Berichterstattung jedoch auf Sensationsmeldungen der Boulevardpresse. In Deutschland wurde eine politische Debatte in Bezug auf Private Militärfirmen im Jahre 2004 schnell wieder fallen gelassen, obwohl viele dieser Firmen in Deutschland ansässig sind und die Bundeswehr damit angefangen hat einige Aufgabenbereiche zu privatisieren (vlg. Uesseler 2006: 7).
Mit dem Ende des Kalten Kriegs und der sich daraus ergebenden Lücke im Bereich des Sicherheitssektors, wurden traditionelle Staatenkriege von so genannten low-intensity-wars oder „Neuen Kriegen“, wie Herfried Münkler sie nennt, abgelöst (vgl. Münkler 2007: 13ff.). Private Militärfirmen erkannten die Zeichen der Zeit und füllten mit einem mannigfaltigen Angebot an Dienstleistungen erfolgreich diese Lücke.
Die vorliegende Diplomarbeit möchte eine Analyse dieses noch unbeschriebenen Blattes, der PMC-Branche erstellen. Dabei wird durchgängig der englisch geprägte Begriff ‚PMC’ (Private Military Company) benutzt , da der Großteil der Literatur aus dem englischsprachigen Raum stammt. Weil die PMC-Branche ein sehr breites Spektrum an Aufgabenbereichen darstellt, wird in der dieser Arbeit vor allem die Äußere Sicherheit bezüglich PMCs behandelt, wobei die Grenzen im 21. Jahrhundert weitestgehend miteinander verschmolzen sind , sodass unweigerlich auch ein Teil der Inneren Sicherheit angeschnitten wird. Privat angeworbene Sicherheitsfirmen, die zum Beispiel heute schon in einigen Teilen der USA oder Brasilien (vor allem Sau Paulo) anzutreffen sind und welche zivile, umzäunte Bereiche – so genannte ‚gated communities’ – bewachen, werden nicht behandelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Private Akteure im Krieg

2.1 Historischer Überblick des Söldnerwesens

2.1.1 Söldner in der Antike

2.1.2 Söldnerverbände und Kompanien im Mittelalter

2.1.3 Der 30-jährige Krieg und die Französische Revolution

2.2 Söldner vs. PMC-Angestellter - Eine Abgrenzung

3. Private Military Companies – Aufstieg, Organisation und Strukturen

3.1 Gründe für den Aufstieg von PMCs

3.2 Virtueller Charakter

3.3 Rekrutierung

3.4 Einbettung in größere Konzerne

3.5 Typologie der PMC-Branche

4. Die Auftraggeber privater Militärfirmen und ihre politökonomischen Interessen

4.1 Die USA als Auftraggeber von PMCs

4.1.1 Das Anmieten militärnaher Dienstleister zur Erfüllung politökonomischer Interessen

4.1.2 Das Anmieten militärischer Beratungsfirmen zur Erfüllung politökonomischer Interessen

4.1.3 Blackwater im Irak - Militärdienstleister oder Sicherheitsfirma?

4.1.4 Zwischenfazit

4.2 Dritte-Welt-Akteure als Auftraggeber von PMCs

4.2.1 Angola

4.2.2 Sierra Leone

4.2.3 Papua-Neuguinea

4.2.4 Zwischenfazit

4.3 Fazit

5. Straffreier Rechtsraum für private Militärfirmen?

5.1 Das Zusatzprotokoll der Genfer Konvention

5.2 Organisation of African Unity (OAU)-Konvention zur Eliminierung des Söldnerwesens in Afrika

5.3 UN-Konvention gegen die Rekrutierung, Einsatz, Finanzierung und Ausbildung von Söldnern

5.4 Fazit

5.5 Die Regulierung privater Militärfirmen in der EU

6. Schlussbetrachtung

6.1 Prüfung der These und Gefahren des Outsourcings

6.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Rolle privater Militärfirmen (PMCs) als Akteure im globalen Sicherheitssektor. Ziel ist es zu untersuchen, wie staatliche Akteure durch die Beauftragung von PMCs in einer rechtlichen Grauzone politische und ökonomische Interessen verfolgen können, ohne direkt in Kampfhandlungen eingebunden zu sein.

  • Historische Entwicklung von Söldnerwesen zu modernen PMCs
  • Strukturen, Organisation und Rekrutierung privater Militärfirmen
  • Politökonomische Interessenanalyse am Beispiel der USA
  • Fallstudien zum Einsatz von PMCs in Dritte-Welt-Staaten
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Defizite internationaler Konventionen

Auszug aus dem Buch

3.1 Gründe für den Aufstieg von PMCs

Private Militärfirmen haben nach Kevin O’Brien schon vor dem Zusammenfall der Sowjetunion existiert. Viele, darunter die wohl bekannteste namens DSL, welche sich zur heutigen PMC Armor Group weiterentwickelten, entstanden schon zwischen 1970-1980 (vgl. O’Brien 2000b: 46).

Es lässt sich jedoch nicht leugnen, dass die Entfaltung dieses Wirtschaftszweigs „das direkte Resultat einer Reihe von politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen [ist], die mit dem Ende des Kalten Krieges eingesetzt haben“ (Kanzleiter 2003: 176). Eine dieser Entwicklungen ist das Wegfallen der bipolaren Weltordnung. Viele Staaten erlitten aufgrund dessen eine Implosion; die jeweiligen Machthaber, die keine Hilfe mehr von Außen bekamen, waren auf sich allein gestellt, und erwiesen sich als unfähig, das eigene Land vor Konfliktausbrüchen zu bewahren. Die innerstaatlichen Konflikte verzeichneten eine Verdopplung im Zeitraum zwischen dem Ende des Kalten Krieges und Mitte der 90er Jahre. Ihre Anzahl war fünfmal höher als zur mittleren Phase des Kalten Krieges. Als Beispiel zeugen afrikanische Staaten wie Somalia und Sierra Leone genauso wie der Balkankonflikt, der durch das Ausbrechen unterdrückter Spannungen nach dem Zerfall der UDSSR zu erklären ist (vgl. Singer 2006: 92 ff.).

Allein das Phänomen der ‚Neuen Kriege’ ist ein komplexes Gebiet, dass Anregung für weitere Forschungen liefert. Aus diesem Grund wird es an dieser Stelle nicht weiter vertieft. Durch die oben genannte Entwicklung ergab sich ein Spielraum für PMCs, die mit ihren privaten Militärangeboten erfolgreich die entstandene Lücke, die sich nach dem Ost-West-Konflikt ergab, füllten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Phänomen der privaten Militärbranche vor dem Hintergrund der „Neuen Kriege“ und formuliert das Erkenntnisinteresse sowie die These über die Nutzung von PMCs zur Verfolgung politökonomischer Interessen.

2. Private Akteure im Krieg: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Werdegang des Söldnerwesens nach und grenzt den klassischen Söldner von modernen PMC-Mitarbeitern ab.

3. Private Military Companies – Aufstieg, Organisation und Strukturen: Hier werden die Gründe für den Aufstieg von PMCs analysiert und die internen Organisationsstrukturen sowie die Typisierung der Branche dargelegt.

4. Die Auftraggeber privater Militärfirmen und ihre politökonomischen Interessen: Das Kapitel untersucht anhand politökonomischer Analysen, warum OECD-Staaten (USA) und Dritte-Welt-Akteure PMCs beauftragen.

5. Straffreier Rechtsraum für private Militärfirmen?: Es erfolgt eine kritische Analyse der internationalen Rechtslage bezüglich Söldnern und PMCs sowie ein Überblick über Regulierungsversuche innerhalb der EU.

6. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel prüft die aufgestellte These, diskutiert die Gefahren der unregulierten Ausbreitung von PMCs und gibt einen Ausblick auf die Rolle der UNO und NGOs.

Schlüsselwörter

Private Military Companies, PMCs, Söldnerwesen, Outsourcing, politökonomische Interessen, Militärdienstleister, Sicherheitssektor, Genfer Konventionen, neue Kriege, internationale Regulierung, Blackwater, MPRI, Executive Outcomes, Privatisierung, Gewaltmonopol.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Entstehung und den Aufstieg privater Militärfirmen (PMCs) und untersucht, inwiefern Staaten diese Firmen nutzen, um ihre eigenen politischen und ökonomischen Ziele in einer rechtlichen Grauzone durchzusetzen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Mittelpunkt stehen die historischen Wurzeln des Söldnerwesens, die Organisationsformen von PMCs, die spezifischen Interessen von Auftraggebern wie den USA oder Entwicklungsländern sowie die Lücken im internationalen Recht bei der Regulierung dieser Unternehmen.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist der Nachweis der These, dass der Einsatz von PMCs den Auftraggebern ermöglicht, politische und ökonomische Interessen zu verfolgen, die ohne diese privaten Akteure in diesem Maße nicht realisierbar wären.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Der Autor nutzt eine politökonomische Interessensanalyse und wendet die „Störenfriede-Theorie“ von Ulrich Schneckener an, um die Akteure und deren Motive in internationalen Konflikten zu typisieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturierte Untersuchung von PMCs, deren Einbettung in größere Konzerne sowie in detaillierte Fallstudien zu Einsätzen in Ländern wie Angola, Sierra Leone und Kolumbien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Private Military Companies (PMCs), Outsourcing, Gewaltmonopol, Rechtliche Grauzone und internationale Konventionen geprägt.

Welche Rolle spielt die Firma „Executive Outcomes“ in dieser Arbeit?

Executive Outcomes dient als zentrales Fallbeispiel, um die Verflechtung von militärischen Dienstleistungen mit ökonomischen Interessen (Rohstoffabbau) und die Einbettung in größere Firmengeflechte zu illustrieren.

Warum ist die Regulierung privater Militärfirmen laut dem Autor so schwierig?

Die Schwierigkeit liegt laut Arbeit darin begründet, dass existierende internationale Abkommen auf Söldner als Einzelpersonen ausgerichtet sind und keine juristischen Personen oder komplexe Firmenstrukturen erfassen, zudem fehlen Kontrollinstanzen zur Überprüfung der Einhaltung.

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Details

Title
Private Military Companies - Die Auftraggeber privater Militärfirmen und ihre politökonomischen Interessen
College
University of Münster
Grade
1,3
Author
Diplom-Sozialwissenschaftler Alwin Schrittwieser (Author)
Publication Year
2008
Pages
87
Catalog Number
V120452
ISBN (eBook)
9783640239603
ISBN (Book)
9783640239696
Language
German
Tags
Private Military Companies Auftraggeber Militärfirmen Interessen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Sozialwissenschaftler Alwin Schrittwieser (Author), 2008, Private Military Companies - Die Auftraggeber privater Militärfirmen und ihre politökonomischen Interessen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120452
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