Ausgehend von den eigenen Schulderfahrungen sollen die Schüler das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15, 11-32) kennen lernen und seine Botschaft unter dem Aspekt „Schuld – Vergebung – Neuanfang“ erschließen. Sie sollen sich der Hoffnungsperspektiven des eigenen Lebens bewusst werden und ihr Gottesbild um den Aspekt „Gott als bedingungslos liebenden Vater“ erweitern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einbindung in die Unterrichtsreihe
2. Darstellung der Sache bezogen auf die Unterrichtsstunde
2.1 Das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15, 11 – 32)
2.2 Die Begriffe „Schuld“ und „Vergebung“
3. Didaktisch-methodische Überlegungen
3.1 Begründung und Relevanz der Unterrichtsreihe
3.2 Vernetzung mit anderen Bereichen
3.3 Didaktische Entscheidungen für die Unterrichtsreihe und Unterrichtsstunde
3.4 Lehrplan- und Richtlinienbezug
4. Lernvoraussetzungen für die Unterrichtsstunde
4.1 Allgemeine Lernvoraussetzungen
4.2 Individuelle Lernvoraussetzungen
4.3 In Bezug auf die Sache
4.4 In Bezug auf Methoden und Medien
4.5 In Bezug auf soziale und personale Kompetenzen
5. Kommentierte Verlaufsplanung
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Schülern der dritten Jahrgangsstufe im Rahmen des Religionsunterrichts das Gleichnis vom verlorenen Sohn näherzubringen, um das Gefühl von Schuld in Verbindung mit der Zusage göttlicher Vergebung und bedingungsloser Annahme erfahrbar zu machen.
- Auseinandersetzung mit eigenen Schulderfahrungen
- Erschließung der biblischen Botschaft „Schuld – Vergebung – Neuanfang“
- Entwicklung von Hoffnungsperspektiven
- Erweiterung des Gottesbildes um den Aspekt des liebenden Vaters
- Wahldifferenzierte kreative Ausdrucksformen von Gefühlen
Auszug aus dem Buch
3.3 Didaktische Entscheidungen für die Unterrichtsreihe und Unterrichtsstunde
Um unmittelbar an die vorhergehende Unterrichtsreihe anzuknüpfen, setzt auch diese Unterrichtsreihe bei den „angenehmen“ und „unangenehmen“ Gefühlen der Kinder an. Davon ausgehend wird das Gefühl „Schuld“ thematisiert. Die Schüler denken über eigene Schulderfahrungen nach. Ihnen ist freigestellt, ob sie diese Erfahrungen mit ihren Mitschülern teilen oder sie für sich behalten wollen. In einem weiteren Schritt werden verschiedene Möglichkeiten zusammengetragen, mit einer Schuld umzugehen (bspw. „jemandem die Schuld in die Schuhe schieben“, „eine Schuld leugnen“, „eine Schuld zugeben"). Die Schüler erkennen das Zugeben einer Schuld als sinnvoll und entlastend.
Anschließend lernen sie in Teilabschnitten das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15, 11-23) kennen. Die Auseinandersetzung mit dem Gleichnis ermöglicht den Schülern, die Problematik des Schuldigwerdens zu erschließen und von der bedingungslosen Vergebung und Annahme des Vaters zu hören. Die theologische Aussage liegt in der Parallelität des Vaters zu Gott. Die nachdrückliche Schilderung dessen, was der Vater nach Heimkehr des Sohnes unternimmt (Entgegenlaufen, Umarmung, Kuss als Zeichen der Vergebung, Freudenfest) dient der Hervorhebung seiner vergebenden Liebe.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einbindung in die Unterrichtsreihe: Hier wird der tabellarische Ablauf der acht Sequenzen der Unterrichtsreihe dargestellt, von der Sensibilisierung für Gefühle bis hin zum abschließenden Fest der Freude.
2. Darstellung der Sache bezogen auf die Unterrichtsstunde: Dieses Kapitel erläutert den biblischen Hintergrund des Gleichnisses vom verlorenen Sohn sowie die ethische Bedeutung der Begriffe Schuld und Vergebung für den Unterricht.
3. Didaktisch-methodische Überlegungen: Die Autorin begründet hier die Auswahl des Themas basierend auf den Bedürfnissen der Lerngruppe, vernetzt die Inhalte mit früheren Unterrichtselementen und legt die methodischen Entscheidungen offen.
4. Lernvoraussetzungen für die Unterrichtsstunde: Dieser Abschnitt analysiert sowohl die allgemeinen als auch die individuellen Voraussetzungen der Lerngruppe sowie die methodische Eignung für den Religionsunterricht.
5. Kommentierte Verlaufsplanung: Diese Übersicht gliedert die Unterrichtsstunde in die Phasen Einstieg, Arbeitsphase und Präsentation und ordnet ihnen die jeweiligen Sozialformen, Aktivitäten und Medien zu.
6. Literaturverzeichnis: Hier sind alle verwendeten Quellen und didaktischen Fachbücher aufgeführt, die zur Vorbereitung der Unterrichtsplanung herangezogen wurden.
Schlüsselwörter
Religionsunterricht, Gleichnis vom verlorenen Sohn, Schuld, Vergebung, Neuanfang, Gottvertrauen, Hoffnungsperspektive, didaktische Planung, Grundschule, Gefühle, biblische Didaktik, schauendes Erzählen, wahldifferenzierter Unterricht, barmherziger Vater, Identifikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser schriftlichen Planung grundsätzlich?
Es geht um die didaktische und methodische Vorbereitung einer Unterrichtsstunde im Fach Evangelische Religionslehre zum Thema „Gleichnis vom verlorenen Sohn“ für eine dritte Klasse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtsreihe?
Die zentralen Themen sind der Umgang mit dem Gefühl Schuld, die Erfahrung von Vergebung und die Entwicklung von Hoffnungsperspektiven unter dem Aspekt eines liebenden Gottes.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Die Schüler sollen das Gefühl nachempfinden, trotz persönlicher Schuld mit offenen Armen empfangen zu werden, und diesen biblischen Aspekt der Annahme auf ihr eigenes Leben beziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Erzählung verwendet?
Die Autorin setzt die Methode des „schauenden Erzählens“ ein, bei der die Geschichte parallel zum Erzählen visuell durch Bodenbilder und Symbole entwickelt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Sachdarstellung des biblischen Textes, didaktisch-methodischen Begründungen, der Analyse der Lernvoraussetzungen und einer detaillierten kommentierten Verlaufsplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Schuld, Vergebung, barmherziger Vater, Hoffnungsperspektive, schauendes Erzählen und wahldifferenzierte Zugänge.
Warum wird das Thema „Schuld“ in dieser speziellen Lerngruppe aufgegriffen?
Das Thema ist besonders relevant, da Schüler der Lerngruppe von dem Schulwechsel eines Mitschülers berichteten, bei dem sie sich selbst mitverantwortlich für den Ausschluss und die Hänseleien fühlten.
Wie werden die verschiedenen Lerntypen innerhalb der Stunde berücksichtigt?
Durch das Angebot von „wahldifferenzierten Zugängen“ (Farben/Formen, Worte/Psalmworte, Standbilder, Klänge etc.) können Schüler individuell wählen, wie sie ihre Gefühle am besten zum Ausdruck bringen möchten.
- Arbeit zitieren
- Sabrina Gräf (Autor:in), 2006, Unterrichtsstunde: „Du empfängst mich mit offenen Armen.“ (UPP Religion, Lehramt Primarstufe), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120454