Rassismus und Entwicklungszusammenarbeit


Essay, 2008

6 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Rassismus und Entwicklungszusammenarbeit

Im Allgemeinen Sprachgebrauch kann Hilfe als selbstloser Akt verstanden werden, in dessen Zuge – bezogen auf die soziokulturelle Ebene – eine Person, bzw. eine Personengruppe, einer anderen Personengruppe oder eben einer Einzelperson in einem bestimmten Zusammenhang unterstützend zur Seite steht. Diese Unterstützung kann sehr mannigfaltige Züge haben. Zum Beispiel kann Person A der hilfsbedürftigen Person B insofern Hilfe leisten, als diese – aufgrund von möglichen körperlichen Einschränkungen – nicht in der Lage ist, bestimmte Dinge des Alltags selbstständig zu bewerkstelligen. Weiterhin kann Person B möglicherweise seine Grundbedürfnisse nicht selbst befriedigen, weil ihr die dazu nötigen Mittel nicht zur Verfügung stehen. In diesem Falle unterstützt sie Person A mit der Bereitstellung von finanziellen oder materiellen Gütern.

Wird die Definition von Hilfe auf die Staatenwelt angewendet, so kann festgestellt werden, dass es im internationalen System ebenso Staaten gibt, die hinsichtlich ihrer Wirtschaftskraft, ihres Bruttosozialprodukts oder des Pro-Kopf-Einkommens besser positioniert sind als andere. In der Regel betrifft es die Staaten auf der Nordhalbkugel, die sich hinsichtlich der o.g. Indikatoren den Staaten der Südhalbkugel als prävalent darstellen. Parallelen zur soziokulturellen Ebene ergeben sich hinsichtlich dessen, dass die wirtschaftlich stärkeren Staaten den schwächeren unterstützend beistehen, d.h. es werden in der Regel materielle oder immaterielle Hilfeleistungen zur Verfügung gestellt, um den Staaten der Südhalbkugel, einen gewissen Standard zu ermöglichen.

Der Hauptunterschied zwischen der Hilfe, im folgenden Entwicklungshilfe oder Entwicklungszusammenarbeit genannt, auf internationaler Ebene und der gesellschaftlichen, besteht allerdings darin, dass es hier kein Akt der Selbstlosigkeit ist, sondern dass entwicklungspolitische Zusammenarbeit zwischen Staaten ein einträgliches Geschäft darstellt. Wird die BRD als Exempel herangezogen, so lassen sich im Kern drei Motive deutscher Entwicklungspolitik feststellen. Wirtschaftliche Aspekte umfassen sowohl die Festigung als auch die Ausweitung der Außenhandelsbeziehungen. Die Schaffung, bzw. die Sicherung der Märkte von morgen stellt einen wichtigen Punkt dar. Aber auch die Sicherung von mit entwicklungspolitischen Bereichen in Abhängigkeit stehenden Arbeitsplätzen im Inland ist vordergründig. Insgesamt ist die Förderung der weltwirtschaftlichen Verflechtung das Hauptziel der wirtschaftlichen Motivationen deutscher Entwicklungspolitik. Politische Motive, im Kern, dass „Freunde in der Welt“-Prinzip, bilden den zweiten Motivationsstrang und sind neben ethnisch-humanitären Motiven elementar. Letztere implizieren beispielsweise den „Wiedergutmachungsgedanken“ als Folge der NS-Zeit und werden insbesondere von nicht-staatlichen Akteuren ausgeübt.

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Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Rassismus und Entwicklungszusammenarbeit
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Veranstaltung
Strukturen Internationaler Beziehungen: Nord-Süd-Politik - eine vergessene Dimension?
Note
2
Autor
Jahr
2008
Seiten
6
Katalognummer
V120455
ISBN (eBook)
9783640248698
Dateigröße
363 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rassismus, Entwicklungszusammenarbeit, Strukturen, Internationaler, Beziehungen, Nord-Süd-Politik, Dimension
Arbeit zitieren
Christian Gräber (Autor), 2008, Rassismus und Entwicklungszusammenarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120455

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