Die Produktivität adjektivischer Wortbildungsarten

Belegt an gegenwartssprachlichen Beispielen


Hausarbeit, 2008

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Wortbildungsarten
2.1 Komposition
2.1.1 Determinativkomposition
2.1.2 Kopulativkomposition
2.2 Derivation
2.2.1 Explizite Derivation
2.2.1.1 Präfigierung
2.2.1.2 Suffigierung
2.2.1.3 Zirkumfixderivation
2.2.2 Implizite Derivation

3. Adjektivische Wortbildung
3.1 Determinative Adjektivkomposition
3.1.1 Determinative Substantiv-Adjektiv-Komposition
3.1.2 Determinative Adjektiv-Adjektiv-Komposition
3.1.3 Determinative Verb-Adjektiv-Komposition
3.2 Explizite Derivation von Adjektiven
3.2.1 Adjektivische Suffigierung
3.2.2 Adjektivische Präfigierung
3.2.3 Adjektivische Zirkumfigierung
3.3 Implizite Derivation von Adjektiven
3.4 Eigene Reflektionen über schwer zuordenbare Adjektivbildungen
3.4.1 Pfandpflichtig
3.4.2 Reproduktiv
3.4.3 Vorschulisch
3.4.4 Psycho und porno
3.4.5 Abgespaced

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis
5.1 Belegliteratur
5.2 Forschungsliteratur

Anlage 1: Aufstellung in dieser Arbeit verwendeter Belegwörter

1. Einleitung

Um die Produktivität von Wortbildungsmustern in der Gegenwartssprache zu untersuchen, bediene ich mich zweier Fundamente, die im Laufe der Arbeit zueinander geführt werden sollen. Den ersten Teil dieser Arbeit soll eine theoretische Basis ausmachen, in der die verschiedenen Wortbildungsmuster kurz vorgestellt und Angaben zu ihrer Produktivität gemacht werden sollen. Auf abweichende Definitionen in der einschlägigen Fachliteratur soll dabei Bezug genommen werden, es kann jedoch aufgrund des Umfangs dieser Arbeit kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden. Aus demselben Grund finden einige seltene und unproduktive Wortbildungsmuster keine Erwähnung.

Die zweite Grundlage dieser Arbeit bildet eine Sammlung von Beispielwörtern, die im Rahmen der Vorbereitung zu dieser Arbeit zusammengetragen wurden. Diese Wortneubildungen entstammen der Gegenwartssprache, sie sind also nicht älter als 80 Jahre. Es finden sich sowohl alltägliche Gebrauchswörter als auch Wörter aus der Jugendsprache darunter. Um die Produktivität von Wortbildungsprozessen in der Gegenwartssprache darzustellen, sollen im zweiten Teil dieser Arbeit diese zuvor zusammengetragenen Wortneubildungen ihren Wortbildungsklassen zugeordnet und interessante Beispiele näher untersucht werden.

2. Wortbildungsarten

2.1 Komposition

Die Komposition ist eine Wortbildungsart, bei der mehrere unmittelbare Konstituenten (UK) ein neues Wort bilden, das so genannte Kompositum. Komposita sind meist binär strukturiert und ihre UK sind Basismorpheme oder Morphemkonstruktionen, die Basismorpheme enthalten (Matzke 2005: 71f.).

Nach Donalies (2007: 35) ist das "Deutsche [...] berüchtigt für seine im Sprachvergleich extrem genutzte Komposition." Die hohe Produktivität dieser Wortbildungsart begründet sich durch ihre leichte Handhabung. Im Deutschen entstehen vor allem substantivische Komposita, aber auch adjektivische (Donalies 2007: 42). Die Existenz von verbalen Komposita ist in der Forschungsliteratur umstritten.

2.1.1 Determinativkomposition

Ein Determinativkompositum ist ein Kompositum, dessen erste UK (Determinans) die zweite (Determinatum) determiniert, also semantisch eingrenzt.

Determinativkomposita "repräsentieren die umfangreichste und produktivste Gruppe unter den Komposita" (Matzke 2005: 73).

2.1.2 Kopulativkomposition

Die UK eines Kopulativkompositums sind hierarchisch gleichberechtigt und gehören derselben Wortart an (Donalies 2007: 62). Zu ihrer Paraphrasierung findet deshalb häufig die Konjunktion und Anwendung.

Die Produktivität dieses Wortbildungsmusters ist eher gering. Die meisten Beispiele, die eindeutig den Kopulativkomposita zugeordnet werden können, sind Adjektive, da Eigenschaften sich besonders gut additiv aufzählen lassen (Lohde 2006: 38).

2.2 Derivation

Bei dieser Wortbildungsart entstehen binär strukturierte Wörter, die Derivate genannt werden. Eine der beiden UK ist ein lexikalisches Morphem bzw. eine Morphemkonstruktion, die andere UK ein Wortbildungsmorphem. Je nachdem, ob dieses Wortbildungsmorphem phonetisch-phonologisch realisiert ist oder nicht, handelt es sich um eine explizite oder implizite Derivation (Matzke 2005: 83).

2.2.1 Explizite Derivation

Bei dieser Form der Derivation ist das Wortbildungsaffix phonetisch-phonologisch realisiert. Das Affix wird nach seiner Position als Präfix, Suffix oder Zirkumfix bezeichnet und dementsprechend kann die explizite Derivation in die Wortbildungssubklassen Präfigierung, Suffigierung und Zirkumfixderivation unterteilt werden. Eine Ausnahme bezüglich der phonetisch-phonologischen Realisierung bildet das Zirkumfix, das eine Kombination aus Präfix und Suffix ist. Während das Präfix immer realisiert sein muss, kann das Suffix auch ein Nullmorphem sein (Matzke 2005: 83).

2.2.1.1 Präfigierung

Bei dieser Subklasse der expliziten Derivation wird die 1. UK durch ein Wortbildungsmorphem realisiert: das Präfix. Die 2. UK ist ein freies Basismorphem oder eine freie Morphemkonstruktion (Matzke 2005: 83).

Die Präfigierung spielt im Deutschen keine sehr große Rolle. Es gibt lediglich eine kleine Anzahl Präfixe zur substantivischen und adjektivischen Wortbildung. Besonders wichtig ist die Präfigierung im Bereich der verbalen Wortbildung (Lohde 2006: 40).

2.2.1.2 Suffigierung

Bei der Subklasse ‚Suffigierung’ kann die 1. UK durch ein Basismorphem, eine Morphemkonstruktion oder eine Wortgruppe realisiert werden. Die 2. UK ist das Suffix (Matzke 2005: 88).

Im Vergleich zur Präfigierung spielt die Suffigierung im Deutschen eine wichtigere Rolle, da sie Wörter aller Wortarten bildet. (Lohde 2006: 40).

2.2.1.3 Zirkumfixderivation

Bei dieser Wortbildungssubklasse besteht das Wortbildungsmorphem sowohl aus einem Präfix als auch aus einem Suffix. Diese beiden Bestandteile derselben UK agieren gemeinsam und umspannen die andere UK (Matzke 2005: 92). Die Forschungsliteratur ist sich über die Existenz dieser Subklasse nicht einig (vgl. Altmann/Kemmerling 2000).

2.2.2 Implizite Derivation

Die implizite Derivation, auch Konversion genannt, wird in der Forschungsliteratur sehr unterschiedlich dargestellt. Meist gilt sie als intern verändernde Wortbildungsart, welche dann als dritte Gruppe neben den kombinierenden und den reduzierenden Bildungsarten steht. Matzke (2005: 97f) hingegen zählt sie gemeinsam mit der Komposition und der expliziten Derivation zu den kombinatorischen Wortbildungsarten. Sie erklärt dies mit der ebenfalls binären Struktur eines impliziten Derivats, die entsteht, wenn ein Nullsuffix als 2. UK angenommen wird. Das Nullsuffix gilt als vollspezifisches Morphem, das lediglich phonetisch-phonologisch nicht realisiert ist.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Produktivität adjektivischer Wortbildungsarten
Untertitel
Belegt an gegenwartssprachlichen Beispielen
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Wortbildungsmuster des Deutschen
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V120476
ISBN (eBook)
9783640248711
ISBN (Buch)
9783640248889
Dateigröße
418 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kommentar der Dozentin (Auszug): [Ihre Hausarbeit] hat mir wirklich sehr gut gefallen. Vor allem Ihre individuellen Versuche, die theoretischen Wortbildungsansätze zur Interpretation und Diskussion Ihrer selbstgewählten Beispiele zu nutzen, finde ich überaus gelungen. Sie haben ein gutes Gespür für die linguistischen Problemstellungen.
Schlagworte
Produktivität, Wortbildungsarten, Wortbildungsmuster, Deutschen, Wortbildung, Adjektive
Arbeit zitieren
Anja Busch (Autor), 2008, Die Produktivität adjektivischer Wortbildungsarten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120476

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