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Inwiefern können mit Hilfe des Spiels soziale, fachliche und therapeutische Ziele erreicht werden?

Title: Inwiefern können mit Hilfe des Spiels soziale, fachliche und therapeutische Ziele erreicht werden?

Seminar Paper , 2001 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lukas Scholz (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Summary Excerpt Details

Fragt man ein Kind, ob es gerne spielt, so ist die häufigste Antwort:
Ja, weil es Spaß macht!
Wie darf diese Aussage verstanden werden? Das Kind, welches in der gewöhnlichen
Lebenssituation nicht handeln kann wie es der Erwachsene vollzieht, schafft sich
durch das Spiel eine fiktive Wirklichkeit, welche die Befriedigung seiner eigenen
Bedürfnisse ermöglicht. Dem gegenüber steht eine Wirklichkeitskategorie, die nie
aufhört zu sein – der reale Alltag.
Im Spiel ist ein Bereich gefunden, der sich von der „ernsthaften“, festgelegten und
festlegenden Wirklichkeit und ihrem hohen Wirklichkeits- und
Verbindlichkeitscharakter abhebt. Spielen ist eine andere Wirklichkeit mit anderen
Funktionen und Wirkungen, d. h. es ist unverbindlicher, freier sowie offener.
Das Kind realisiert sein Bedürfnis auf verschiedene Art und Weise, d. h. es kann
Lehrer, Elternteil, Arzt, ... werden, während es in seinem Leben und im realen Alltag
zu keiner Zeit eine dieser Personen werden könnte. Weil das Kind sich den
Verhaltensprinzipien der genannten Personen unterstellt, erlernt es die Normen der
Gesellschaft, wobei es sich diesen unterordnet. Es versetzt sich in eine Rolle.
Mit „Rollenspiel“ ist das Spielen der Kinder im frühkindlichen bzw.
vorschulischen Alter gemeint, bei dem die Kinder Personen darstellen,
die sie in ihrem Alltag selber nicht sind.1
Durch die Fähigkeit des Perspektivenwechsels bereitet das Spiel das Kind auf das
Gesellschaftsleben vor, da das Kind nur das tut, was ihm Spaß und Freude bereitet.
Eng damit verbunden ist der bedeutsame Anteil der Phantasie, durch welchen es zur
Umwandlung und Neuschaffung der Wirklichkeit kommt. Diese Art schöpferischen
Spiels trägt eine selbstständige Erkenntnisleistung in sich, da Wirklichkeit neu
bewertet, erkannt und gestaltet wird.
In Anbetracht meiner späteren Lehrertätigkeit möchte ich anhand der Hausarbeit
aufzeigen, dass in jedem Spiel ein Stück Sozialisation stattfindet, als auch dass der
schulische Lernprozess durch Spielen aufgelockert werden kann, wobei durch Spiele
Lernstoff vermittelt wird. Bei der pädagogischen Betrachtungsweise sollte nicht die
Therapie durch Spielen vergessen werden, da einige Schularten auch verhaltens- bzw.
entwicklungsgestörte Kinder in ihren Reihen sitzen haben. Abgerundet werden soll
die Betrachtung durch den Blick in eines der bekanntesten Kinderbücher.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Spiel und Normen Ist Spiel und Spielvorgang als ein „Spiegel“ von Weltbegebenheit zu sehen?

3 Lernen und Spielen In welcher Form kann Spielen im Unterricht nutzbar gemacht werden?

4 Therapie durch Spielen Wie dient die Spieltheorie als Mittel zur Kommunikations- und Identitätsförderung?

5 Das „gewisse“ Kinderbuch mit sozialem Effekt

6 Schlusswort

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die vielfältigen Funktionen des kindlichen Spiels und analysiert, inwiefern Spiele zur Förderung sozialer Kompetenzen, zur Unterstützung schulischer Lernprozesse und als therapeutisches Mittel eingesetzt werden können. Dabei wird insbesondere der Aspekt des Spiels als „Spiegel“ gesellschaftlicher Normen und Entwicklungen beleuchtet.

  • Die Funktion des Spiels im Prozess der Sozialisation und Identitätsfindung.
  • Die pädagogische Nutzbarmachung von Lernspielen im Unterricht.
  • Der Einsatz der Spieltherapie bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten.
  • Die Analyse des „Struwwelpeters“ als Medium zur Vermittlung ethischer und moralischer Regeln.

Auszug aus dem Buch

1 – Einleitung

Fragt man ein Kind, ob es gerne spielt, so ist die häufigste Antwort: Ja, weil es Spaß macht! Wie darf diese Aussage verstanden werden? Das Kind, welches in der gewöhnlichen Lebenssituation nicht handeln kann wie es der Erwachsene vollzieht, schafft sich durch das Spiel eine fiktive Wirklichkeit, welche die Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse ermöglicht. Dem gegenüber steht eine Wirklichkeitskategorie, die nie aufhört zu sein – der reale Alltag.

Im Spiel ist ein Bereich gefunden, der sich von der „ernsthaften“, festgelegten und festlegenden Wirklichkeit und ihrem hohen Wirklichkeits- und Verbindlichkeitscharakter abhebt. Spielen ist eine andere Wirklichkeit mit anderen Funktionen und Wirkungen, d. h. es ist unverbindlicher, freier sowie offener. Das Kind realisiert sein Bedürfnis auf verschiedene Art und Weise, d. h. es kann Lehrer, Elternteil, Arzt, ... werden, während es in seinem Leben und im realen Alltag zu keiner Zeit eine dieser Personen werden könnte. Weil das Kind sich den Verhaltensprinzipien der genannten Personen unterstellt, erlernt es die Normen der Gesellschaft, wobei es sich diesen unterordnet. Es versetzt sich in eine Rolle.

Mit „Rollenspiel“ ist das Spielen der Kinder im frühkindlichen bzw. vorschulischen Alter gemeint, bei dem die Kinder Personen darstellen, die sie in ihrem Alltag selber nicht sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Spiel als fiktive Wirklichkeit, in der das Kind soziale Rollen erprobt und die Grundlage für spätere Sozialisationsprozesse legt.

2 Spiel und Normen Ist Spiel und Spielvorgang als ein „Spiegel“ von Weltbegebenheit zu sehen?: Dieses Kapitel analysiert anhand verschiedener Gesellschaftsspiele, wie Spiele gesellschaftliche Werte, Normen und Interaktionsformen widerspiegeln.

3 Lernen und Spielen In welcher Form kann Spielen im Unterricht nutzbar gemacht werden?: Es wird untersucht, wie spielorientierte Lernformen die Motivation steigern und zur kognitiven sowie sozialen Entwicklung im Schulalltag beitragen können.

4 Therapie durch Spielen Wie dient die Spieltheorie als Mittel zur Kommunikations- und Identitätsförderung?: Dieser Teil erläutert Techniken der Spieltherapie, um bei Kindern mit Verhaltensstörungen Entwicklungsprozesse anzustoßen und Problemlösungsverhalten aufzubauen.

5 Das „gewisse“ Kinderbuch mit sozialem Effekt: Hier wird der Struwwelpeter als klassisches Beispiel für ein Medium analysiert, das durch bildhafte Erzählungen moralische und ethische Werte vermittelt.

6 Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die identitätsstiftende Funktion des Spiels und dessen Bedeutung für den Ausgleich von Druck und Zwang des Alltags.

Schlüsselwörter

Kinderspiel, Sozialisation, Rollenspiel, Spielpädagogik, Lernspiel, Spieltherapie, Identitätsförderung, Kommunikation, Wertevermittlung, Struwwelpeter, Gesellschaftsspiel, pädagogische Psychologie, Entwicklungsförderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des Spiels als zentrales Element in der kindlichen Entwicklung und als pädagogisches sowie therapeutisches Werkzeug.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Sozialisationsfunktion des Spiels, die didaktische Anwendung von Lernspielen und die psychologische Bedeutung der Spieltherapie.

Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie spielerische Ansätze sowohl im schulischen Lernprozess als auch bei der therapeutischen Arbeit mit Kindern soziale und fachliche Ziele effektiv unterstützen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf pädagogischer und spieltheoretischer Literatur basiert und durch praktische Beispiele sowie Literaturanalysen gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das Verhältnis von Spiel und gesellschaftlichen Normen, die Verzahnung von Spielen und Lernen sowie spezifische therapeutische Techniken und die moralische Erziehung durch Literatur analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Spielpädagogik, Sozialisation, Lernspiel, Spieltherapie, Identitätsförderung und pädagogische Didaktik.

Wie trägt das Rollenspiel zur Entwicklung bei?

Das Rollenspiel ermöglicht Kindern, durch den Perspektivenwechsel soziale Verhaltensweisen einzuüben und sich Normen der Gesellschaft spielerisch anzueignen.

Welche Rolle spielt das Kinderbuch im pädagogischen Kontext der Arbeit?

Anhand des Struwwelpeters wird verdeutlicht, wie durch eine Verbindung von Bild und Text elementare Regeln von Ethik und Ästhetik Kindern vermittelt werden können.

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Details

Title
Inwiefern können mit Hilfe des Spiels soziale, fachliche und therapeutische Ziele erreicht werden?
College
http://www.uni-jena.de/  (Erziehungswissenschaft)
Course
Das Spiel in der Entwicklung des Kindes
Grade
1,3
Author
Lukas Scholz (Author)
Publication Year
2001
Pages
16
Catalog Number
V12055
ISBN (eBook)
9783638180504
ISBN (Book)
9783656739784
Language
German
Tags
Spielen Rollenspiele Spiel und Normen Lernen und Spielen Therapie durch Spiel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lukas Scholz (Author), 2001, Inwiefern können mit Hilfe des Spiels soziale, fachliche und therapeutische Ziele erreicht werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12055
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