Schlagworte wie „Emotionale Intelligenz“ und „Schlüsselqualifikationen“ sind heutzutage ein MUSS für jede erfolgreiche Führungskraft. Diese wissenschaftliche Arbeit wendet sich vorwiegend an Führungskräfte und Personalmanager, jedoch aber auch an jene Personen, denen der zwischenmenschliche Umgang, ein positives und konfliktfreies Klima sowohl im beruflichen wie auch im privaten Bereich wichtig sind.
Als Grundlage/Basis dienen sozialpsychologische Theorien, Erkenntnisse aus der Führungsforschung sowie eine speziell durchgeführte empirische Studie.
Die Führungsforschung beschäftigt sich seit längerer Zeit mit dem idealen und erfolgreichen Führungsverhalten. Erkenntnisse der neueren Führungsforschung decken sich mit denen in der beruflichen Praxis immer mehr geforderten sozialen Fähigkeiten einer Führungskraft, die die Voraussetzung für den Aufbau einer mitarbeiter- und beziehungsorientierten Führung und den erfolgreichen Umgang mit den Mitarbeitern sind.
Diese Arbeit fokussiert sich auf die soziale Fähigkeit, der Selbstaufmerksamkeit von Führungskräften, welche die Selbstreflexion und die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme (Empathie) fördert. Mit der zentralen Fragestellung, inwieweit die Selbstaufmerksamkeit einer Führungskraft Einfluss auf die Selbsteinschätzung und die Wahrnehmung des Selbst- und des Fremdbildes bezüglich des Führungsverhaltens beeinflusst, beschäftigt sich der empirische Teil. Weiters wurden auch mögliche Einflussfaktoren wie die Sympathie, die Stimmung und die Beziehung auf die Wahrnehmung des Fremdbildes und in weiterer Folge auf die Diskrepanz zwischen dem Fremd- und dem Selbstbild bezüglich des Führungsverhaltens berücksichtigt.
Nicht nur der wissenschaftlich theoretische Teil birgt interessante Einsichten beispielsweise betreffend der Selbstaufmerksamkeit, des Selbstkonzepts eines Menschen, der Selbst- und der Fremdwahrnehmung des Führungsverhaltens, auch die empirische Untersuchung, durchgeführt mit jeweils 65 Führungskräften und 176 unmittelbar unterstellten Mitarbeitern führt zu spannenden Ergebnissen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Forschungsfrage
1.3 Zielsetzung der Arbeit
1.4 Aufbau der Arbeit
I. Teil : Theoretischer Teil
2 Führungsverhalten
2.1 Definitionen und Begrifflichkeiten
2.2 Stand der Forschung
2.3 Zentrale Kategorien
2.4 Zusammenfassung
3 Selbstaufmerksamkeit
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 Schlüsselqualifikationen und Selbstaufmerksamkeit
3.2.1 Soziale Kompetenz
3.2.2 Empathie
3.2.3 Selbstreflexion
3.3 Theorie der objektiven Selbstaufmerksamkeit
3.3.1 Auswirkungen
3.3.2 Empirische Befunde
3.4 Zusammenfassung
4 Selbst- und Fremdwahrnehmung
4.1 Empirische Befunde
4.2 Personenwahrnehmung
4.2.1 Wahrnehmungsprozess
4.2.2 Einflussfaktoren
4.3 Entstehung und Definition Selbstbild (-konzept)
4.4 Definition Fremdbild (-konzept)
4.5 Einflussfaktoren auf das Fremdbild
4.5.1 Sympathie
4.5.2 Beziehung
4.5.3 Stimmung
4.6 Konstruktdarstellung
4.6.1 Diskrepanzreduktion
4.7 Zusammenfassung
II. Teil: Empirischer Teil
5 Methodik
5.1 Datenerhebung und Durchführung
5.2 Erhebungsinstrumente
5.2.1 Selbstaufmerksamkeits-Skala (SAM-Skala)
5.2.2 Fragebogen zur Vorgesetzten-Verhaltens-Beschreibung (FVVB)
5.2.3 Erfassung zusätzlicher Variablen
6 Deskriptive Statistik
6.1 Auswertung
6.2 Stichprobenbeschreibung
7 Fragestellung und Hypothesen
7.1 Fragestellung
7.2 Hypothesen
8 Ergebnisse und Interpretation
8.1 Hypothesen geleitete Interpretation
8.1.1 Überprüfung Diskrepanz und Selbstüberschätzung
8.1.2 Überprüfung private Selbstaufmerksamkeit und Diskrepanz
8.1.3 Überprüfung öffentliche Selbstaufmerksamkeit und Diskrepanz
8.1.4 Überprüfung öffentliche Selbstaufmerksamkeit und Selbstüberschätzung
8.1.5 Überprüfung Sympathie und Diskrepanz
8.1.6 Überprüfung Sympathie und Fremdeinschätzung
8.1.7 Überprüfung Stimmung und Diskrepanz
8.1.8 Überprüfung Stimmung und Fremdeinschätzung
8.1.9 Überprüfung Beziehung und Diskrepanz
8.1.10 Überprüfung Beziehung und Fremdeinschätzung
8.2 Zusatzauswertung und Interpretation
8.3 Zusammenfassung der Ergebnisse und Interpretation
9 Schluss und Zusammenfassung
10 Literaturverzeichnis
11 Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Persönlichkeitsmerkmals Selbstaufmerksamkeit auf die Selbsteinschätzung und Wahrnehmung des Selbst- und Fremdbildes von Führungskräften bezüglich ihres Führungsverhaltens im beruflichen Kontext, wobei auch weitere Einflussfaktoren wie Sympathie, Stimmung und Beziehung analysiert werden.
- Wahrnehmung von Selbst- und Fremdbild bei Führungskräften
- Einfluss der Selbstaufmerksamkeit auf das Führungsverhalten
- Sozialpsychologische Grundlagen der Personenwahrnehmung
- Analyse von Diskrepanzen zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung
- Einflussfaktoren wie Sympathie, Beziehung und Stimmung auf das Fremdbild
Auszug aus dem Buch
1.1 Ausgangssituation
Die Führungsforschung beschäftigt sich seit längerer Zeit mit dem idealen und erfolgreichen Führungsverhalten. Erkenntnisse aus der neueren Führungsforschung decken sich mit denen in der beruflichen Praxis immer mehr geforderten sozialen Fähigkeiten einer Führungskraft, die die Voraussetzung für den Aufbau einer mitarbeiter- und beziehungsorientierten Führung und den erfolgreichen Umgang mit den Mitarbeitern sind. Mit dem Erscheinen von GOLEMANS Bestseller „Emotionale Intelligenz“ im Jahre 1995 entstand ein Begriff, die „emotionale Intelligenz“ unter dem soziale Fähigkeiten wie Selbstreflexion, Empathie, Motivation, Soziale Kompetenz und Selbstkontrolle zusammengefasst werden. Die von GOLEMAN geprägten neueren Begrifflichkeiten, wie die Selbstreflexion und die Empathie finden sich in der älteren Literatur unter dem Begriff der Selbstaufmerksamkeit bzw. Selbstbewusstsein wieder. Die Selbstaufmerksamkeit beinhaltet die Eigenschaften, Selbstreflexion und die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme, die wiederum einen korrekten und konfliktfreien Umgang mit anderen Menschen fördern.
Viele Missverständnisse und Kommunikationsschwierigkeiten in der Interaktion zwischen Menschen entstehen vorwiegend durch die subjektiv unterschiedlich wahrgenommenen Verhaltensweisen des Interaktionspartners und die daraus resultierende subjektive Interpretation des wahrgenommenen Verhaltens. Menschen konstruieren aus der subjektiven Wahrnehmung ihre eigene Sichtweise der Wirklichkeit. Die Beurteilung der beobachteten und der selbst gezeigten Verhaltensweisen in der zwischenmenschlichen Interaktion erfolgt oftmals ohne jegliche Art der Selbstreflexion oder der Durchführung eines Perspektivenwechsels durch Hineinversetzen in die Lage und Sichtweise des jeweiligen Interaktionspartners. Die Konsequenz daraus ist eine unvermeidliche Diskrepanz zwischen der Selbst- und Fremdwahrnehmung des wahrgenommenen Verhaltens.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Stellt die Ausgangssituation, Forschungsfrage und Zielsetzung der Untersuchung vor.
2 Führungsverhalten: Erläutert Definitionen, den Stand der Forschung und zentrale Kategorien des Führungsverhaltens.
3 Selbstaufmerksamkeit: Definiert den Begriff, stellt Zusammenhänge zu Schlüsselqualifikationen dar und beschreibt die Theorie der objektiven Selbstaufmerksamkeit.
4 Selbst- und Fremdwahrnehmung: Behandelt empirische Befunde, den Wahrnehmungsprozess sowie Einflussfaktoren wie Sympathie, Beziehung und Stimmung auf das Fremdbild.
5 Methodik: Beschreibt die Datenerhebung, die eingesetzten Erhebungsinstrumente (SAM und FVVB) sowie die Erfassung zusätzlicher Variablen.
6 Deskriptive Statistik: Gibt einen Überblick über die Auswertung der Daten und die Stichprobenbeschreibung.
7 Fragestellung und Hypothesen: Formuliert die aus der Forschung abgeleiteten Hypothesen.
8 Ergebnisse und Interpretation: Präsentiert die Ergebnisse der Hypothesenüberprüfungen und deren Interpretation.
9 Schluss und Zusammenfassung: Zieht ein Fazit und fasst die zentralen Ergebnisse der Diplomarbeit zusammen.
Schlüsselwörter
Selbstaufmerksamkeit, Selbstbild, Fremdbild, Führungsverhalten, Selbstreflexion, Empathie, Diskrepanz, Mitarbeiterorientierung, Aufgabenorientierung, 360-Grad-Feedback, Personenwahrnehmung, Sympathie, Stimmung, Beziehung, Führungsforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht die Wahrnehmung des Selbst- und Fremdbildes von Führungskräften in Bezug auf ihr Führungsverhalten unter Einbeziehung des Persönlichkeitsmerkmals Selbstaufmerksamkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind Führungsverhalten, Selbstaufmerksamkeit, Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie Einflussfaktoren auf diese Wahrnehmung wie Sympathie, Beziehung und Stimmung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, inwieweit das Persönlichkeitsmerkmal Selbstaufmerksamkeit einer Führungskraft Einfluss auf die Selbsteinschätzung und die Wahrnehmung des Selbst- und Fremdbildes bezüglich des Führungsverhaltens im beruflichen Kontext hat.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt quantitative Methoden mittels Fragebögen (SAM-Skala für Selbstaufmerksamkeit, FVVB für Führungsverhalten) und statistische Analysen (T-Test, Korrelation nach Pearson und Spearman) basierend auf einer Stichprobe von Führungskräften und deren Mitarbeitern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil (Grundlagen zu Führung, Selbstaufmerksamkeit und Wahrnehmung) und einen empirischen Teil (Erhebungsmethodik, Statistik, Hypothesenprüfung und Ergebnisse).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Selbstaufmerksamkeit, Selbst- und Fremdbild, Führungsverhalten, Diskrepanz, Mitarbeiterorientierung sowie die genannten Einflussfaktoren.
Welche Rolle spielt die Sympathie bei der Bewertung des Führungsverhaltens?
Die Ergebnisse zeigen, dass Sympathie gegenüber der Führungskraft einen positiven Einfluss auf die Fremdeinschätzung hat und zur Diskrepanzreduktion beitragen kann.
Gab es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Selbstaufmerksamkeit und der Diskrepanz im Selbst- und Fremdbild?
Nein, in dieser Untersuchung konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Persönlichkeitsmerkmal Selbstaufmerksamkeit und der Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdbild nachgewiesen werden.
- Quote paper
- Mag. Verena Michtner (Author), 2008, Wahrnehmung des Selbst- und Fremdbildes von Führungskräften bezüglich Führungsverhalten im beruflichen Kontext unter Berücksichtigung der Selbstaufmerksamkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120600