Interkulturelle Kommunikation mit russischen Geschäftspartnern


Hausarbeit, 2008

21 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

Executive Summary

Abbildungsverzeichnis, Tabellenverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis

1 Grundlagen interkultureller Geschäftsbeziehungen mit Russland
1.1 Globales wirtschaftliches Handeln
1.2 Russland – Daten und Fakten
1.3 Interkulturelle Kommunikation und deren Voraussetzung

2 Business Etikette mit russischen Geschäftspartnern

3 Kulturelle Einflussfaktoren in interkulturellen Geschäftsbeziehungen
3.1 Der Begriff der Kultur
3.2 Stereotype

4 Zusammenfassung

Anhang

Quellenverzeichnis

Executive Summary

Internationales, wirtschaftliches Handeln erfordert zwangsläufig eine interkulturelle Kommunikation, denn bei allen grenzüberschreitenden Maßnahmen tritt man in Kontakt mit Menschen einer anderen Kultur.

Die im fremden Land vorhandenen Gegebenheiten sind von der eigenen Kultur verschieden und beeinflussen entscheidend das Wahrnehmen, Denken, Empfinden, Urteilen und Handeln der Menschen, mit denen man in Geschäftsbeziehung tritt. Durch die fremde Kultur werden Kulturstandards geprägt, die aus Grundannahmen, Werten, Normen, Einstellungen, Überzeugungen und Verhaltensweisen bestehen. Nur durch ein tiefes Eintauchen in die fremde Kultur wird ein Verständnis für Reaktionen und Handeln fremdkultureller Geschäftspartner erlangt, das gleichzeitig auch die eigene Vorgehensweise entscheidend beeinflusst.

Auf Basis der im internationalen Kulturmanagement gebildeten Kulturdimensionen und deren Merkmale lassen sich bestimmte Ausprägungen sofort erkennen und entsprechend einordnen. Die sich daraus für die fremde Kultur ableitenden Wertesysteme haben ihre Grundlagen in Geschichte, Religion und in den Naturgegebenheiten des fremden Landes. Die sich daraus ergebenen Unterschiede führen zu Stereotypen, subjektiven und emotionalen Bildern über die Fremden, die zu Vorurteilen führen.

Von besonderer Bedeutung sind die Kenntnisse über Anreden, Begrüßung, Kommunikation und Gepflogenheiten bei Verhandlungen und gemeinsamen Essen, die sog. Business Etikette, denn diese hilft, fremdländischen Gesprächspartnern mit Kompetenz, Anstand und Würde entgegen treten zu können. Alle diese Aspekte wirken sich auf die internationale / interkulturelle Geschäfts-beziehungen aus. Nur mit diesem Wissen im Hintergrund kann eine erfolgversprechende Geschäftsbeziehung aufgebaut werden.

Dies gilt insbesondere auch für russische Geschäftspartner. Wie kompliziert Russen sind, zeigt sich bereits, wenn man von der gespaltenen russischen Persönlichkeit spricht. Im Volksmund sagt man nach einer Aussage des russischen Philosophen Nikolai Berdyaev, „Russen haben eine asiatische Seele und einen westlichen Geist.“

Wie kompliziert die Russen und ihr Land sind, beschreibt der russische Philosoph Fjodor Tjutschew so:

„Russland ist mit dem Verstand nicht zu begreifen,

mit der gewöhnlichen Elle nicht zu messen;

Russland hat einen besonderen Charakter.

An Russland kann man nur glauben.“

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Schematische Darstellung der Business Etikette

Abb. 2: Schematische Darstellung der „Dont`s“ der Business Etikette

Tabellenverzeichnis - es sind keine Tabellen abgebildet

Abkürzungsverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Grundlagen interkultureller Geschäftsbeziehungen mit Russland

1.1 Globales wirtschaftliches Handeln

Ab einer bestimmten Größenordnung von Unternehmen ist heute ohne internationalen, globalen Austausch von Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital wirtschaftliches Handeln nicht mehr denkbar. Nur dadurch können nationale Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen.[1] Internationales, wirtschaftliches Handeln erfordert damit zwangsläufig interkulturelles Kommunizieren. Die Unternehmen und ihre Repräsentanten können sich dabei in fremdkultureller Umgebung nicht mehr allein auf eine vertraute eigene Lebenswelt (Sprache, Werte, Normen, Wissen, Verhaltensweisen etc.) stützen, um angemessen und erfolgreich agieren zu können. Für die Fähigkeit zur interkulturellen Kommunikation ist daher die Kommunikationskompetenz[2] erforderlich.

Diese erfordert die professionelle Anwendung des Kommunikationsquadrats (vier Seiten einer Nachricht), sowie differenzierte Kenntnisse über Land, Sprache und Kultur eines fremden Landes, mit dem eine Geschäftsbeziehung eingegangen wird.

1.2 Russland – grundsätzliche Daten und Fakten

Das Gebiet Russlands umfasst 17 Mio. km2 , auf denen 143 Mio. Menschen wohnen. Es ist der größte Flächenstaat der Erde und umfasst zwei Kontinente und 11 Zeitzonen. Verwaltet wird der Staat in 89 Territorialeinheiten, darunter die zwei größten Städte Russlands: Moskau (Hauptstadt: 10 Millionen Einwohner) und Sankt Petersburg (4.6 Millionen Einwohner). Die nationale Zusammensetzung Russland zeichnet sich durch eine große Vielfalt aus. Die Bevölkerung setzt sich aus ca. 82% Russen und 18% andere Bevölkerungsgruppen[3] zusammen. Neben der Amtssprache „Russisch“ werden ca. 90 weitere, eigenständige Sprachen gesprochen. Die am weitesten verbreiteten Religionen sind das Christentum bzw. der russisch-orthodoxe Glaube, dem 35 Millionen Russen angehören und der Islam. Die Hälfte aller Russen sind Atheisten. 1991 kam es zur Auflösung der UdSSR und zur Bildung der „ G emeinschaft U nabhängiger S taaten“, auch GUS

genannt. In der GUS sind 12 Staaten[4] zusammen geschlossen. Russland blieb Jahrhunderte lang von der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung des restlichen Europa unberührt. Es war ein autokratisch regiertes Agrarreich. Kein anderes Land in Europa war aber so vielen Unwägbarkeiten ausgesetzt, da bedingt durch klimatische Einflüsse Planungen kaum möglich waren. Die Bevölkerung war zur Vorsicht und Zurückhaltung gezwungen und einem flexiblen Umgang mit Unvorhergesehenem, das ein großes Improvisationstalent erforderte, ausgesetzt. Diese Lebensbedingungen förderten und erforderten zudem eine kollektive Lebensform. Nach einer schwierigen Transformationsphase in den 90er Jahren befindet sich die russische Wirtschaft seit 1999 auf Wachstumskurs. Seitdem ist das Bruttoinlandsprodukt um 69,6 % und die Realeinkommen der Bevölkerung um 108,8 % gestiegen. Die Zahl der Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, hat sich in den letzten 7 Jahren nahezu halbiert und liegt jetzt nur noch bei ca. 15 %. Der Anteil der Arbeitslosigkeit liegt bei 8 %, wobei 90 % der Arbeitslosen Frauen sind.

Russland besitzt mit 434 Mrd. US Dollar nach China und Japan die drittgrößten Währungsreserven der Welt. Rohstoffe sind Russland wichtigster Exportartikel. Zusätzlich steigen die Binnennachfrage und die Investitionen enorm. Die von der russischen Regierung eingeleiteten Reformen beginnen zu greifen. Wichtig sind dabei auch die seit 2005 geschaffenen Sonderwirtschaftszonen, in denen die Ansiedlung ausländischer Unternehmen gefördert wird. Wichtigster Handelspartner Russland ist Deutschland, das vor allem industrielle Fertigerzeugnisse nach Russland liefert.

1.3 Interkulturelle Kommunikation und deren Voraussetzung

Mangels Wissen über die fremde Kultur des Geschäftspartners projizieren die Verhandlungspartner bei internationalen Kontakten ihre eigenen kulturellen Werte und Normen auf die fremde Kultur.[5] Dies führt vielfach dazu, dass Probleme und Irritationen beim fremden Gesprächspartner auftreten können, deren Bedeutung aus fehlendem Wissen über die kulturbedingten Unterschiede und Einflussfaktoren nicht bekannt sind bzw. bewusst werden, so dass vielfach geschäftliche

Vereinbarungen nicht zustande kommen. Neben fremdsprachlichen Kenntnissen sind interkulturelle Kompetenzen daher von ausschlaggebender Bedeutung im Geschäftsverkehr. Interkulturelle Kompetenz wird dadurch erreicht, wenn sie nicht monokulturell, sondern multikulturell angelegt ist. Sie umfasst dann neben der Kenntnis über die eigene Sprache / Kultur auch das Verständnis für das Agieren des Anderen aus seiner Kultur und Sprache heraus. Dazu ist ein wechselseitiges Wissen über Traditionen, religiöse Besonderheiten, Tabus, Normen und Werte der jeweils anderen Kultur erforderlich. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Kulturkompetenz.

2. Business Etikette mit russischen Geschäftspartnern

Bevor es zu Gesprächen bzw. Verhandlungen mit russischen Gesprächspartnern kommt, bei denen eine umfassende Kommunikations- und Kulturkompetenz erforderlich ist, um einen erfolgreichen Verlauf zu gewährleisten, sind umfassende Kenntnisse über die Business Etikette erforderlich. Sie unterscheidet sich in einigen wichtigen Punkten von den hiesigen Gepflogenheiten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Schematische Darstellung der Business Etikette

Eigene Darstellung anhand verbaler Angaben in der Literatur visualisiert[6]

In der vorstehenden Grafik wurde versucht, diese Business Etikette nach allgemeinen Gesichtspunkten zu selektieren und entsprechende Besonderheiten darzustellen.

Nach der russischen Norm erfolgt die Anrede mit „Sie“, Vorname und Vatername des Angesprochenen (Zuname), unabhängig von Beruf und Status.

Der Name bestehen also aus: Vornamen und Zunamen. Der Zuname ist der sog. „Vatersname“, und dieser besteht aus dem Vornamen des Vaters, der mit einer zusätzlichen Endung „witsch“ versehen wird.

Beispiel:

Vorname des deutschen Gesprächspartners: Thomas

Vorname des Vaters des deutschen Gesprächspartners: Karl

Anrede: Thomas Karlé witsch

In der Anrede von Fremden und Bekannten, mit denen man per „Du“ ist, wird der Vorname mit einer Verkleinerungsform genannt.[7]

Mit hierarchischen Titeln werden nur hochrangige Personen wie Generaldirektor oder Minister angeredet.

[...]


[1] Rösch, O. (2002), S. 25

[2] Rösch, O. (2002), S. 28

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Russland, 25.07.2008 sowie Studeli-Dekrassova, E. (2004), S. 1 Aufteilung der Bevölkerung: Russen 81.5 %, Tataren 3.8 %, Ukrainer 3.0 %, Tschuwaren 1.2 %, Baschkieren 0.9 %, Weißrussen 0.8 %, Mordowen 0.7%,Tschetschenen 0.6%, Deutsche 0.6 % und andere.

[4] Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Moldau, Russland, Tadschikistan, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan, Weißrussland.

[5] Rösch, O. (2002), S.31

[6] Krukenberg,J. / Simmonava-Kroell,I. (2005), S. 7 – 12; vgl. auch: Eidam, M. (2004), Müller, St. (2008)

[7] Krukenberg,J. / Simmonava-Kroell,I. (2005), S. 7

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Details

Titel
Interkulturelle Kommunikation mit russischen Geschäftspartnern
Hochschule
Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach
Veranstaltung
Seminar Außenwirtschaft
Note
2
Autor
Jahr
2008
Seiten
21
Katalognummer
V120602
ISBN (eBook)
9783640339198
ISBN (Buch)
9783640338207
Dateigröße
1748 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Interkulturelle Kommunikation, Russland, ausländische Geschäftspartner
Arbeit zitieren
Thomas vor der Sielhorst (Autor), 2008, Interkulturelle Kommunikation mit russischen Geschäftspartnern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120602

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