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Bilanzierung von Emissionszertifikaten nach HGB und IFRS

Title: Bilanzierung von Emissionszertifikaten nach HGB und IFRS

Bachelor Thesis , 2008 , 80 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Johannes Rupp (Author)

Business economics - Controlling
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Summary Excerpt Details

„Sustainable development is development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs”1 lautet die Definition der ehemaligen norwegischen Vorsitzenden der World Commission on Environment and Development der Vereinten Nationen Gro Harlem Brundtland. Demnach ist die heutige Generation unter Berücksichtigung der Erfüllung ihrer eigenen Bedürfnisse dazu verpflichtet, die ökologische Existenzfähigkeit der Erde zu gewährleisten, sodass zukünftige Generationen ihre
eigenen Bedürfnisse befriedigen können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Gang der Arbeit

2. Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen des Emissionshandels

2.1 Das Kyoto-Protokoll

2.2 Aufbau und Funktionsweise des Emissionshandels

2.3 Rechtlicher Rahmen in Europa und der Bundesrepublik Deutschland

2.3.1 EU-Emissionshandelsrichtlinie

2.3.2 Nationaler Allokationsplan

2.3.3 TEHG und Zuteilungsgesetze

2.4 Emissionshandel in der Praxis

2. 4.1 Emissionsgenehmigung

2.4.2 Zuteilung und Ausgabe von Emissionszertifikaten

2.4.3 Emissionsbericht und Rückgabe der Zertifikate

2.4.4 Banking and Borrowing

2.4.5 Handel mit Emissionszertifikaten

2.5 Chancen, Risiken und Gefahren des Emissionshandels aus Unternehmenssicht

3. Bilanzierung von Emissionszertifikaten nach HGB

3.1 Bilanzierung dem Grunde nach

3.1.1 Abstrakte Bilanzierungsfähigkeit

3.1.2 Konkrete Bilanzierungsfähigkeit

3.1.3 Ausweis und Ansatz der Zertifikate

3.2 Bilanzierung der Höhe nach

3.2.1 Zugangsbewertung der Zertifikate

3.2.2 Folgebewertung

3.2.2.1 Folgebewertung der Zertifikate

3.2.2.2 Folgebewertung des Sonderpostens

3.3 Veräußerung von Emissionszertifikaten und ihre Auswirkung auf den passiven Sonderposten

3.4 Bilanzierung der Abgabeverpflichtung an den Staat

3.4.1 Ansatz der Abgabeverpflichtung

3.4.2 Bewertung der Abgabeverpflichtung

3.5 Bilanzierung von erwarteten Sanktionen

3.6 Sonstige Angaben in Anhang und Lagebericht

3.7 Zusammenfassung/ Würdigung

4. Bilanzierung von Emissionszertifikaten nach IFRS

4.1 Bilanzierung dem Grunde nach

4.1.1 Klassifizierung der Zertifikate

4.1.2 Definition der Zertifikate

4.1.3 Ansatz und Ausweis der Zertifikate

4.2 Bilanzierung der Höhe nach

4.2.1 Zugangsbewertung der Zertifikate

4.2.2 Ausweis eines passiven Rechungsabgrenzungspostens

4.2.3 Folgebewertung der Zertifikate

4.3 Bilanzierung der Abgabeverpflichtung an den Staat

4.3.1 Ansatz der Abgabeverpflichtung

4.3.2 Bewertung der Abgabeverpflichtung

4.4 Bilanzierung von erwarteten Sanktionen

4.5 Scheitern des IFRIC 3 und Ausblick

4.6 Alternative Bilanzierungsmethoden

4.6.1 Fair-Value-Approach

4.6.2 Hedge Accounting

4.6.3 US-GAAP Ansatz

4.6.4 Unit-of-Pollution-Methode

4.7 Aktueller Stand der Bilanzierung in der Praxis

4.8 Zusammenfassung/Würdigung

5. Auswirkung der Bilanzierung von Emissionszertifikaten auf das Rating

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe bilanzielle Abbildung von Emissionszertifikaten sowohl nach den nationalen Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) unter Berücksichtigung der IDW-Stellungnahmen als auch nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS). Ziel ist es, die spezifischen Herausforderungen bei der Bewertung von kostenlos zugeteilten Zertifikaten und der korrespondierenden Abgabeverpflichtungen darzustellen und dabei die Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage sowie das Rating von Unternehmen zu analysieren.

  • Rechtliche und ökonomische Grundlagen des Emissionshandels in Europa und Deutschland.
  • Bilanzierung von Emissionszertifikaten im Einzelabschluss nach HGB (Ansatz, Bewertung und Sonderposten).
  • Bilanzierung von Emissionszertifikaten nach IFRS unter Einbeziehung des Scheiterns der Interpretation IFRIC 3.
  • Analyse alternativer Bilanzierungsmethoden (Fair-Value, Hedge Accounting, US-GAAP, Unit-of-Pollution).
  • Auswirkungen der Bilanzierungspraxis auf das Unternehmensrating und die Eigenkapitalquote.

Auszug aus dem Buch

2.4.2 Zuteilung und Ausgabe von Emissionszertifikaten

Die am Emissionshandel beteiligten Unternehmen haben bei form- und fristgerechter Beantragung ein Recht auf Zuteilung der Zertifikate.49 Der Antrag ist nur einmal im jeweils letzten Jahr der laufenden Handelsperiode Ende März zu stellen. Für die Periode von 2008 - 2012 musste dementsprechend der Antrag am 31.3.2007 gestellt werden.50 Die Zuteilung erfolgt durch die DEHSt. 51

Im ersten Zuteilungsgesetz 2007 entfielen auf die vom Emissionshandel erfassten Anlagen der Energiewirtschaft und Industrie 503 Mio. t CO2. Für die zweite Periode wurde ein Ziel eines Emissionsausstoß von 495 Mio. t CO2 vorgeben.52 Das Emissionsziel wurde im NAP II gemäß § 7 TEHG überprüft und auf 453 Mio. t CO2 korrigiert (442, 07 Millionen Tonnen CO2 zuzüglich 11 Mio. Berechtigungen für die Zuteilung auf Anlagen gemäß § 26 TEHG).53

Um eine Reduzierung der Schadstoffmenge zu erreichen, benötigt es einen so genannten Erfüllungsfaktor. Nach § 5 ZuG 2007 betrug der Erfüllungsfaktor in der ersten Handelsperiode 0,9709. Für die zweite Handelsperiode sieht der Gesetzgeber eine Erhöhung auf 0,985 vor.54 Die Anwendung des Erfüllungsfaktors führt dazu, dass Unternehmen, deren Zuteilung auf Basis ihrer historischen Emissionsmengen geschieht, lediglich eine Zuteilung in Höhe ihrer historischen Emissionen multipliziert mit dem Erfüllungsfaktor erhalten.55

Grundsätzlich unterscheidet sich die Berechnung der gesamten Zuteilungsmenge der Handelsperiode in Abhängigkeit vom Datum der Inbetriebnahme der Anlage. Anlagen, die bis zum 31.12.2002 in Betrieb genommen wurden, gelten als Bestandsanlagen. Ihre Emissionsmengen werden grundsätzlich auf Basis ihrer historischen Emissionsmengen mit Hilfe des Erfüllungsfaktors berechnet.56 Die Verwendung des Erfüllungsfaktors fand in der ersten Handelsperiode grundsätzlich für alle Bestandsanlagen Anwendung. In der zweiten Handelsperiode hingegen gilt der Erfüllungsfaktor nur für bestehende Industrieanlagen. Die Zuteilung für bereits bestehende Energieanlagen57 erfolgt auf Basis eines neuartigen Benchmarking-Systems, das effiziente Anlagen belohnt und veraltete Technik belastet. Hierbei errechnet sich die Zuteilungsmenge aufgrund der durchschnittlichen jährlichen Produktionsmenge einer Anlage in der Basisperiode, dem Emissionswert je erzeugter Produkteinheit

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die ökologische Notwendigkeit des Klimaschutzes und führt in die ökonomischen sowie bilanziellen Herausforderungen des Emissionshandels ein.

2. Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen des Emissionshandels: Dieses Kapitel erläutert die internationalen Abkommen, den Aufbau des "Cap-and-Trade"-Systems sowie den spezifischen regulatorischen Rahmen in der EU und Deutschland.

3. Bilanzierung von Emissionszertifikaten nach HGB: Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der IDW-Stellungnahme zur handelsrechtlichen Bilanzierung von Zertifikaten, insbesondere im Hinblick auf Ansatz und Bewertung.

4. Bilanzierung von Emissionszertifikaten nach IFRS: Dieses Kapitel analysiert die Bilanzierung nach internationalen Standards, beleuchtet das Scheitern von IFRIC 3 und diskutiert verschiedene alternative Bilanzierungsansätze.

5. Auswirkung der Bilanzierung von Emissionszertifikaten auf das Rating: Diese Sektion untersucht, wie unterschiedliche Bilanzierungsmethoden die Eigenkapitalquote und damit die Kreditwürdigkeit von Unternehmen beeinflussen können.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Notwendigkeit einer klaren, harmonisierten regulatorischen Lösung für die bilanzielle Behandlung im internationalen Kontext.

Schlüsselwörter

Emissionshandel, Emissionszertifikate, HGB, IFRS, Bilanzierung, Anschaffungskostenmethode, Neubewertungsmethode, Rückstellung, Sonderposten, Klimaschutz, Kyoto-Protokoll, IDW, IFRIC 3, Eigenkapitalquote, Windfall Profits.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die bilanzielle Behandlung von Emissionszertifikaten in Unternehmen, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben am Emissionshandel teilnehmen müssen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den Kernbereichen gehören das regulatorische Umfeld des Emissionshandels (Kyoto, TEHG), die handelsrechtliche Bilanzierung (HGB) sowie die Rechnungslegung nach internationalen Standards (IFRS).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Problematik der Bilanzierung unentgeltlich zugeteilter Zertifikate sowie der damit verbundenen Abgabeverpflichtungen zu analysieren und deren Auswirkungen auf die Bilanz sowie das Rating darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematisierte Literatur- und Standardanalyse, die durch Fallbeispiele zur Veranschaulichung der bilanziellen Auswirkungen ergänzt wird.

Was ist Gegenstand des Hauptteils?

Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zuerst wird die HGB-Bilanzierung kritisch anhand der IDW-Stellungnahme geprüft, anschließend folgt die Analyse der IFRS-Bilanzierung, inklusive der alternativen Ansätze nach dem Scheitern von IFRIC 3.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Emissionsrechte, Abgabeverpflichtung, Sonderposten, Fair-Value-Ansatz, Bilanzpolitik und Rating.

Warum ist die Bilanzierung von kostenlos zugeteilten Zertifikaten problematisch?

Das Problem liegt in der Vermischung von Vermögenswerten unterschiedlicher Herkunft (entgeltlich erworben vs. kostenlos zugeteilt) und der Schwierigkeit, eine periodengerechte Aufwandserfassung sicherzustellen.

Wie wirken sich die Bilanzierungsvarianten auf das Rating aus?

Die Aktivierung der Zertifikate bei gleichzeitiger Passivierung eines Sonderpostens erhöht die Bilanzsumme bei unverändertem Eigenkapital, was die Eigenkapitalquote verschlechtert und somit das Rating negativ beeinflussen kann.

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Details

Title
Bilanzierung von Emissionszertifikaten nach HGB und IFRS
College
University of Applied Sciences Ludwigshafen
Grade
1,3
Author
Johannes Rupp (Author)
Publication Year
2008
Pages
80
Catalog Number
V120637
ISBN (eBook)
9783640242719
ISBN (Book)
9783640246168
Language
German
Tags
bilanzierung emissionszertifikaten ifrs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Rupp (Author), 2008, Bilanzierung von Emissionszertifikaten nach HGB und IFRS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120637
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