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Pflicht! du erhabener großer Name...

Zur Rolle des Gefühls der Achtung in Kants praktischer Philosophie

Title: Pflicht! du erhabener großer Name...

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 47 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Magister Artium Wolfgang Schmeißer (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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„P f l i c h t ! du erhabener großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung
bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst, doch auch
nichts drohest, was natürliche Abneigung im Gemüte erregte und schreckte, um den
Willen zu bewegen, sondern bloß ein Gesetz aufstellst, welches von selbst im Gemüte
Eingang findet, und doch sich selbst wider Willen Verehrung (wenn gleich nicht immer
Befolgung) erwirbt, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich ihm
entgegen wirken, welches ist der deiner würdige Ursprung, und wo findet man die
Wurzel deiner edlen Abkunft, welche alle Verwandtschaft mit Neigungen stolz ausschlägt,
und von welcher Wurzel abzustammen, die unnachlaßliche Bedingung desjenigen
Wertes ist, den sich Menschen allein selbst geben können?“1
Wie pathetisch der sonst so trockene Kant doch zuweilen werden kann.
P f l i c h t ! ist ein zentraler Begriff der praktischen Philosophie Kants. Er beinhaltet
die Notwendigkeit einer Handlung aus bloßer Achtung fürs praktische Gesetz, welches
ohne Ansehung der Bedingungen oder der Gelegenheit unnachlaßlich gelten
soll. „Hier ist nun die bloße Gesetzmäßigkeit überhaupt (ohne ein auf gewisse Handlungen
bestimmtes Gesetz zum Grunde zu legen) das, was dem Willen zum Prinzip
dient und ihm auch dazu dienen muß, wenn Pflicht nicht überall ein leerer Wahn und
chimärischer Begriff sein soll; hiemit stimmt die gemeine Menschenvernunft in ihrer
Beurteilung auch vollkommen überein und hat das gedachte Prinzip jederzeit vor Augen.“ Zu diesem Gesetz der Gesetzmäßigkeit tritt nun ein Maxime genannter, verallgemeinerter
Vorsatz einer je bestimmten Handlung hinzu, was einen, diese Handlung
fordernden, kategorischen Imperativ ergibt, d.i. einer, welcher, im Unterschiede zu
dem hypothetischen, vermöge seiner Einstimmung mit dem praktischen Gesetze, so
fern also die Maxime überhaupt als allgemeines Gesetz gedacht werden kann, ohne
dabei mit sich selbst in Widerstreit zu geraten, als ein solches unbedingt ist und mithin
jederzeit gelten kann. „Unerfahren in Ansehung des Weltlaufs, unfähig auf alle sich ereignenden Vorfälle
desselben gefaßt zu sein, frage ich mich nur: Kannst du auch wollen, daß deine Maxime ein allgemeines Gesetz werde? [...]

Excerpt


Gliederung

Einleitung: Zum Begriff der Pflicht

Erster Abschnitt: Über die Natur

Natur und Kausalität der Natur

Wille und Heteronomie des Willens

Zweck und Zweckmäßigkeit

Zweiter Abschnitt: Über die Freiheit

Dinge an sich und die Möglichkeit der Freiheit

Autonomie des Willens und Achtung vorm Gesetz

Endzweck und Selbstzweck

Dritter Abschnitt: Freiheit in der Erscheinung

Vernünftige Wesen und das transzendentale Subjekt

Würde und Demütigung

Über das erhabene Gefühl

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophische Rolle des Gefühls der Achtung innerhalb von Immanuel Kants praktischer Philosophie und beleuchtet das komplexe Zusammenspiel von Pflicht, Freiheit und moralischem Gesetz.

  • Analyse des Pflichtbegriffs und des kategorischen Imperativs
  • Unterscheidung zwischen Naturkausalität und intelligibler Freiheit
  • Untersuchung der Autonomie des Willens als Grundlage der moralischen Würde
  • Betrachtung des Endzwecks und des Konzepts der Zweckmäßigkeit bei Kant
  • Verständnis des erhabenen Gefühls in Bezug auf das moralische Gesetz

Auszug aus dem Buch

Natur und Kausalität der Natur

Kausalität ist eine Kategorie des Verstandes; was der Grund dafür ist, daß die Verknüpfung einer Ursache mit einer Wirkung überhaupt als Gesetzmäßigkeit aufgefaßt, d.i. ihr eine Notwendigkeit beigelegt werden kann, welches nicht möglich wäre, wenn dieser Begriff aus bloßer Naturbeobachtung gewonnen wäre. „Erscheinungen geben gar wohl Fälle an die Hand, aus denen eine Regel möglich ist, nach der etwas gewöhnlicher maßen geschieht, aber niemals, daß der Erfolg notwendig sei: daher der Synthesis der Ursache und Wirkung auch eine Dignität anhängt, die man gar nicht empirisch ausdrücken kann, nämlich, daß die Wirkung nicht bloß zu der Ursache hinzu komme, sondern durch dieselbe gesetzt sei, und aus ihr erfolge.“

Aus der bloßen Beobachtung der Empirie lassen sich allenfalls mehr oder minder brauchbare Regeln gewinnen, denen jedoch nicht ohne weiteres eine allgemeine Gültigkeit zugeschrieben werden kann. „Die strenge Allgemeinheit der Regeln ist auch gar keine Eigenschaft empirischer Regeln, die durch Induktion keine andere als komparative Allgemeinheit, d.i. ausgebreitete Brauchbarkeit bekommen können.“

Die Notwendigkeit bzw. Allgemeinheit, die zum Begriff des Gesetzes gehört, läßt sich in den Regelmäßigkeiten in der Abfolge Erscheinungen gar nicht auffinden, da diese jederzeit als zufällig angesehen werden müssen. „Denn Gesetze existieren ebensowenig in den Erscheinungen, so fern es Subjekt, dem die Erscheinungen inhärieren, so fern es Verstand hat, es Sinne hat. Dingen an sich selbst würde ihre Gesetzmäßigkeit notwendig, auch außer dem Verstande, der sie erkennt, zukommen.“ Dinge an sich selbst sind keine Erscheinungen in Raum und Zeit, sondern bloß intelligible Gegenstände. „Auf mehre Gesetze aber, als die, auf denen eine Natur überhaupt, als Gesetzmäßigkeit der Erscheinungen in Raum und Zeit, beruht, reicht auch das reine Verstandesvermögen nicht zu, durch bloße Kategorien den Erscheinungen a priori Gesetze vorzuschreiben.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Zum Begriff der Pflicht: Einführung in den zentralen Pflichtbegriff bei Kant als Notwendigkeit einer Handlung aus bloßer Achtung fürs praktische Gesetz.

Erster Abschnitt: Über die Natur: Untersuchung der Kausalitätskategorien, des Willensbegriffs und der Zweckmäßigkeit innerhalb der Naturordnung.

Zweiter Abschnitt: Über die Freiheit: Erörterung der Freiheit als intelligibles Prinzip, der Autonomie des Willens und der Unterscheidung zwischen Endzweck und Selbstzweck.

Dritter Abschnitt: Freiheit in der Erscheinung: Analyse der Vereinbarkeit von Freiheit und Naturerscheinung sowie die Bedeutung von Würde, Demütigung und dem erhabenen Gefühl.

Schlüsselwörter

Kant, Praktische Philosophie, Pflicht, Achtung, Freiheit, Kausalität, Autonomie, Kategorischer Imperativ, Gesetzmäßigkeit, Würde, Natur, Vernunft, Intelligibel, Zweck, Subjekt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Rolle und Bedeutung des Gefühls der Achtung innerhalb der praktischen Philosophie Immanuel Kants und wie dieses Gefühl mit dem moralischen Handeln verbunden ist.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören das Verhältnis von Naturkausalität zu menschlicher Freiheit, das Verständnis von Autonomie sowie die theoretische Fundierung des moralischen Gesetzes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, das Paradoxon der Würde der Menschheit als vernünftiges Wesen gegenüber der Naturbedingtheit zu erforschen und die Entwicklung dieses Gedankens bei Kant nachzuzeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor verwendet die Methode der Zitenkollage, um verschiedene Äußerungen Kants zu thematisch gleichen Schwerpunkten aus dessen unterschiedlichen Werken zusammenzuführen und ihren Zusammenhang aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Naturordnung, eine theoretische Durchdringung des Begriffs der Freiheit und eine abschließende Betrachtung der Freiheit in der Erscheinung, insbesondere durch die Begriffe Würde und Erhabenheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Kant, Praktische Philosophie, Pflicht, Achtung, Freiheit, Autonomie, Kategorischer Imperativ, Würde und Vernunft.

Wie unterscheidet Kant zwischen einem "Endzweck" und einem "Selbstzweck"?

Ein Endzweck ist die höchste Bestimmung des Menschen im Rahmen der moralischen Freiheit, während die Kennzeichnung als Selbstzweck bedeutet, dass der Mensch niemals bloß als Mittel, sondern immer zugleich als Zweck an sich selbst betrachtet werden muss.

Was bedeutet das "erhabene Gefühl" im kantischen Sinne?

Es ist ein intellektuelles Gefühl, das die Überlegenheit unserer Vernunft gegenüber der Sinnlichkeit verdeutlicht, indem wir unsere Bestimmung als freie Wesen angesichts der Unendlichkeit der Natur erkennen.

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Details

Title
Pflicht! du erhabener großer Name...
Subtitle
Zur Rolle des Gefühls der Achtung in Kants praktischer Philosophie
College
University of Leipzig
Grade
2,0
Author
Magister Artium Wolfgang Schmeißer (Author)
Publication Year
2001
Pages
47
Catalog Number
V120645
ISBN (eBook)
9783640250301
Language
German
Tags
Pflicht Name
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Wolfgang Schmeißer (Author), 2001, Pflicht! du erhabener großer Name... , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120645
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