Theorie und Praxis der Vermittlung des grammatischen Stoffes


Hausarbeit, 2007
21 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Aspekte der Vermittlung grammatischen Stoffes
2.1 Grundlegende Merkmale und Regeln der Grammatikarbeit
2.2 Nachschlagewerke
2.3 Lernhilfen
2.4 Methodische Verfahren der Vermittlung von Grammatik
2.4.1 Das Induktive Verfahren
2.4.2 Das 5- Phasen Erwerbsmodell von Ziegésar

3. Unterrichtsentwurf zur Vermittlung von Grammatik
3.1 Grob- und Feinziele der Unterrichtsstunde
3.2 Unterrichtsverlaufsplan
3.3 Ablauf der Stunde

4. Schlussfolgerungen

5. Quellenverzeichnis

6. Anlagen

1. Einleitung

Vielen Schülern erscheint die Grammatikarbeit im Fremdsprachenunterricht langweilig oder leblos. Für sie ist es oft nur ein abstraktes Gebilde, das anscheinend nicht wirklich Sinn macht.

Dass aber das komplette Gegenteil der Fall ist, wird Ihnen sicher erst bewusst, wenn es wirklich zur Anwendung einer Fremdsprache, vielleicht in einem jeweiligen Land, kommt.

Diese Hausarbeit soll sowohl einige theoretische Aspekte der Arbeit mit Grammatik im Englischunterricht aufzeigen, als auch ein praktisches Beispiel geben.

Das Ziel besteht darin, den Grammatikunterricht aus seinem Schatten zu holen und seine Notwendigkeit einerseits, aber auch Möglichkeiten ihn „spannender“ oder „ lebhafter“ zu gestalten, darzustellen.

Um diese Ziele zu erreichen, wird zunächst auf theoretische Aspekte eingegangen: Welche Regeln sollten beim Unterrichten von Grammatik beachtet werden? Was für Methoden gibt es, um den Schülern Grammatik beizubringen?

In einem zweiten Teil soll dann der Versuch gewagt werden eine Unterrichtsstunde, in der die Konditionalsätze, die realen Bedingungssätze, eingeführt werden sollen, zu entwerfen.

Abschließend wird es ein Fazit geben, das die Ergebnisse dieser Arbeit zusammentragen soll.

2. Theoretische Aspekte der Vermittlung grammatischen Stoffes

2.1 Grundlegende Merkmale und Regeln der Grammatikarbeit

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, erscheint den meisten Schülern der Grammatikunterricht „langweilig“ oder „trocken“. Nach Meinung von Experten könnte dies an der traditionellen Unterrichtsmethode von „presentation, practice, and production approach“[1], kurz auch PPP genannt, liegen. Demnach wird der grammatikalische Aspekt dem Lerner nur durch wenig authentische und auch zu durchstrukturierte Schulbuchtexte, in denen der Inhalt sehr unrealistisch und wenig motivierend präsentiert wird, vorgestellt. Doch die Forschung hat herausgefunden, dass dies einfach nicht genügt, sondern dass Lerner vorformulierte Sprachkonzepte brauchen, und einzelne Wörter einfach nicht ausreichen beziehungsweise diese komplexeren Sprachkonzepte nicht ersetzen können.

Wissenschaftler führen außerdem an, dass die grammatischen Regeln oft nicht dem Sprachniveau der Lernenden angepasst sind.

Allein dies könnte bereits ein Hinweis dafür sein, warum Schülern der Grammatikunterricht „abstrakt“ erscheint.

Was sollte nun also beachtet werden, um den Schülern das Leben mit der Grammatik einer Fremdsprache zu erleichtern?

Zunächst sollte der Lehrer darauf achten, dass grammatische Regeln nicht unbedingt kognitiv analysiert werden müssen wenn es Gemeinsamkeiten mit der Muttersprache gibt oder wenn eine Struktur auch einfach als lexikalische Phrase an sich gelernt werden kann.

Zusammengefasst könnte man sagen, dass der Lehrer den grammatikalischen Aspekt nicht unnötig verkomplizieren und einfach versuchen sollte, die einfachste Herangehensweise oder Erklärung für ein Phänomen zu finden, möglichst durch „sprachtätigkeitsorientierte“[2] Situationen im Unterricht.

Hierfür sollten Methoden verwendet werden, die der Lernergruppe Spaß und Realitätsnähe bringen, wie experimentelle oder interaktive Aufgaben, Liedtexte oder Spiele[3].

Des Weiteren sollten auch die Unterschiede zwischen der Muttersprache und der zu erlernenden Sprache deutlich gemacht werden, damit den Lernern bewusst wird, dass es sich um eine fremde Sprache handelt und im Englischen beispielsweise eine andere Satzstellung vorherrscht als im Deutschen.

Wissenschaftler schlagen dabei immer wieder einen induktiven Weg vor, also eine Methode, die Lernenden selbst entdecken zu lassen: „Learners need to become active explorers of language“[4]. Wenn sich die Lerner jedoch nicht wirklich in einem zielsprachigen Umfeld befinden, könnte diese Methode schnell Schwierigkeiten aufwerfen, da der Input in diesem Falle zu schwach wäre.

Eine andere Methode, die zusätzlich oder eben auch getrennt davon angewandt werden kann, wäre die deduktive Arbeit. Das heißt also, dass die Lernenden dazu angehalten werden sollten spezielle und erweiternde Arbeitsmittel wie Wörterbücher oder Grammatikübersichten zu nutzen.

Auf solche Arbeitsmittel und Nachschlagewerke soll im folgenden Punkt genauer eingegangen werden.

2.2 Nachschlagewerke

Die Gesetzmäßigkeiten, die zum Tragen kommen wenn Lernende mit Nachschlagewerken arbeiten, sind die Folgenden[5]: 1. Nachschlagen

2. Behalten
3. Anwenden.

Um diese Schritte befolgen zu können, sollten einige Lerntechniken, wie die Fertigkeit ein Stichwortverzeichnis zu benutzen oder die Kenntnis grammatischer Terminologien, bereits bekannt sein.

Der eigentliche Sinn im Nachschlagen ist wohl die „gezielte und rasche Informationsaufnahme“[6] zu einer bestimmten grammatischen Frage. Jedoch erfüllen Nachschlagewerke auch noch weitere Funktionen. So kann ein Schüler mit Hilfe der Nachschlagewerke beispielsweise gezielt wiederholen, für eine Klausur oder als bloße Nacharbeit. Dabei verschafft sich der Lernende nicht nur einen Überblick, sondern kann gleichzeitig auch sein Wissen vertiefen. Nachschlagewerke sind somit also auch Memorierinstrumente[7].

Dass Nachschlagewerke im Unterricht zur Unterstützung genutzt werden, kommt nur sehr selten vor.

Ebenso ist es nicht ganz so verbreitet, dass die Werke genutzt werden, um einen grammatischen Aspekt komplett neu zu erarbeiten. Nur sehr fleißige Schüler würden auf eine solche Idee kommen, um Stoff, den sie durch Krankheit beispielsweise verpasst haben. Nachzuholen. Dieser Aspekt kann allerdings problematisch werden, wenn die Grammatiken nicht eindeutig verständlich für den Schüler sind. In so einem Moment wäre eben kein Lehrer an seiner Seite, der das Lernen lenken könnte. Möglicherweise würde der Schüler etwas falsch verstehen und sich die grammatische Regel falsch einprägen.

Beispiele für solche grammatischen Nachschlagewerke sind zum einen kleine grammatische Übersichten, wie man sie in den Schulbüchern oder in grammatischen Beiheften findet, Grammatiken, die Lehrwerkunabhängig sind und zu denen man in jedem Fall das Wörterbuch zählt, sowie grammatische Übungshefte, die lehrwerkabhängig oder -unabhängig sein können

Wie bereits erwähnt, sollten Schüler mit verschiedenen Lerntechniken vertraut sein, um Nachschlagewerke optimal nutzen zu können. Sobald dies nicht der Fall ist, kann es zu erheblichen Problemen im Umgang kommen.

Wichtig ist es daher, dass der Lehrer den Schülern vermittelt wie sie beispielsweise mit Inhalts- und Stichwortverzeichnissen umgehen sollten und dies auch immer wieder mit ihnen übt. Die Schüler müssen in die Lage versetzt werden, alphabetische Anordnungen zu erkennen und mit „elementaren grammatischen Bezeichnungen, ggf. auch Abkürzungen“[8] umzugehen.

Des Weiteren sollte ihnen eine Basis an fachspezifischen Termini vermittelt werden, die sich ruhig in ihren Merkheften notieren sollten, eventuell auch mit einem Beispielsatz, um eine Anlaufstelle zu haben, wo kurz nachgeschlagen werden kann.

Als letztes sollen an dieser Stelle Darstellungstechniken erwähnt werden, die von Nachschlagewerken immer wieder benutzt werden und somit auch von Lernern beherrscht werden sollten. Ebenso wie die Fachtermini könnten diese von den Schülern ins Merkheft eingetragen werden, um sie sich besser merken und gegebenenfalls nachschlagen zu können.

Mit welchen Regeln man das Lernen von Grammatik außerdem unterstützen kann, soll im Folgenden gezeigt werden.

[...]


[1] Müller- Hartmann, A./ Schocker- von Ditfurth, M. (2004), Introduction to English Language Teaching, Stuttgart: Klett. S.104

[2] Borgwardt, U. (1993), Kompendium Fremdsprachenunterricht, Ismaning: Hueber. S. 98

[3] Müller- Hartmann, A./ Schocker- von Ditfurth, M.. 2004. S.104

[4] ebd.

[5] Rampillon, U. (1989), Lerntechniken im Fremdsprachenunterricht, München: Hueber. S. 55

[6] ebd. S. 56

[7] ebd.

[8] ebd.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Theorie und Praxis der Vermittlung des grammatischen Stoffes
Hochschule
Universität Rostock  (Anglistik/ Amerikanistik)
Veranstaltung
PS: Englischunterricht zwischen Vermittlung und Aneignung
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
21
Katalognummer
V120786
ISBN (eBook)
9783640247332
ISBN (Buch)
9783640247745
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theorie, Praxis, Vermittlung, Stoffes, Englischunterricht, Aneignung
Arbeit zitieren
Franziska Linkner (Autor), 2007, Theorie und Praxis der Vermittlung des grammatischen Stoffes , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120786

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