Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Comparative Literature

Die Ästhetik der Frühromantik: sinnliche Subjektivität oder subjektive Rationalität?

Ein Vergleich zwischen Edmund Burke und Immanuel Kant

Title: Die Ästhetik der Frühromantik: sinnliche Subjektivität oder subjektive Rationalität?

Seminar Paper , 2007 , 36 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Nora Haller (Author)

German Studies - Comparative Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das 18. Jahrhundert ist die Blütezeit der Ästhetik. Edmund Burke schafft mit seinem Werk A philosophical Enquiry into the Origin of our Ideas of the Sublime and Beautiful (1757) neben John Locke und David Hume eine der wichtigsten Abhandlungen des englischen Empirismus. Sie ist eine Abhandlung über unsere sinnliche Wahrnehmung hinsichtlich des Schönen und Erhabenen wie auch über die Kunstschönheit, mit Schwerpunkt auf Literatur und Sprache. Burke geht davon aus, dass es allgemeingültige – auf das Objekt bezogene – Kriterien gibt, die festlegen was schön und was erhaben ist. Daher folgert er auch, dass wir in punkto Kunst-Beurteilungen im Grunde alle das selbe Geschmacksurteil fällen. Die Abweichungen im Geschmack verschiedener Menschen sind nur Abweichungen des Wissens bzw. der Kenntnis über das zu beurteilende Objekt. Geschmack ist laut Burke erlernbar. Ganz im Gegensatz zu Kant. In seinem Werk Kritik der Urteilskraft (1790) verdeutlicht er, dass es nicht möglich sei, feste Kriterien zur Beurteilung des Schönen an einem Objekt festzumachen. Schönheit ist das was in sich gefällt. Auch ist er nicht der Meinung, dass Geschmack erlernbar sei, er geht eher davon aus, dass der Verstand eines jeden Menschen a priori gewisse „universale“ Regeln kenne, mit denen er bei Geschmacksurteilen die sinnliche Wahrnehmung beurteilt. Die Abweichungen im Geschmack verschiedener Menschen beruhen laut Kant auf Vorurteilen. Diese beiden Theorien und Werke, die trotz einigen Ähnlichkeiten unterschiedlicher nicht sein könnten, sind meiner Meinung nach die – für die Geschichte der Ästhetik – wichtigsten, und vor allem interessantesten Schriften. In der folgenden Arbeit werde ich die sinnlich-subjektive Theorie Burkes und die rational-subjektive Ästhetik Kants untersuchen, sie einander gegenüberstellen, kritisch hinterfragen und sie vor allem im Kontext der Kunst, besonders der Musik und Literatur eingehender beleuchten. Mein Ziel ist es also, zwei Theorien – von der die eine die andere inspirierte – kurz, aber klar darzustellen und sie zu vergleichen. Abschließend soll ein Fazit nicht nur beide Theorien, dort wo nötig, trennen und, dort wo möglich, zusammenführen, sondern auch auf einige Diskussionspunkte an diesen Ästhetiktheorien aus heutiger Perspektive aufmerksam machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. EDMUND BURKE – ON THE BEAUTIFUL AND SUBLIME

2.1. DAS SCHÖNE UND ERHABENE BEI BURKE

2.2. DER WEG VON SINNLICHER WAHRNEHMUNG BIS ZUM GESCHMACKSURTEIL BEI BURKE

2.3. KUNST UND ZWECKMÄßIGKEIT BEI BURKE

2.3.1. Sprache und Literatur bei Burke

2.3.2. Musik und Töne bei Burke

2.4. EDMUND BURKE – ZUSAMMENFASSUNG

3. IMMANUEL KANT – DIE KRITIK DER URTEILSKRAFT

3.1. DAS SCHÖNE UND ERHABENE BEI KANT

3.1.1. Die zwei Arten des Erhabenen bei Kant

3.2. DER WEG VON DEN SINNEN BIS ZUM GESCHMACKSURTEIL BEI KANT

3.3. KUNST UND ZWECKHAFTIGKEIT BEI KANT

3.3.1. Sprache und Literatur bei Kant

3.3.2. Musik und Töne bei Kant

3.4. IMMANUEL KANT - ZUSAMMENFASSUNG

4. VERGLEICH VON KANT UND BURKE

4.1. ZUSAMMENFASSUNG DES VERGLEICHS

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht und vergleicht die Ästhetiktheorien von Edmund Burke und Immanuel Kant, um zu ergründen, ob ästhetische Urteile auf subjektiven sinnlichen Empfindungen basieren oder durch rationale, objektive Regeln bestimmt werden.

  • Gegenüberstellung der sensualistischen Ästhetik Burkes und der rationalen Ästhetik Kants.
  • Analyse der Konzepte des Schönen und Erhabenen in Natur und Kunst.
  • Untersuchung des Verhältnisses von Wahrnehmung, Einbildungskraft und Verstand bei der Geschmacksbildung.
  • Bewertung der verschiedenen Künste, insbesondere Literatur und Musik, innerhalb der jeweiligen theoretischen Rahmenbedingungen.

Auszug aus dem Buch

2.1. Das Schöne und Erhabene bei Burke

Burke geht davon aus, dass das Schöne, wie auch das Erhabene, Leidenschaften in uns auslösen. Schöne Gegenstände affizieren Vergnügen, erhabene affizieren Schmerz. Zwischen Schmerz und Vergnügen liegt der Zustand der Indifferenz. In diesem kontemplativen Zustand empfinden wir keine starken Gemüts- oder Gefühlsregung, er ist der Neutral- und der Normalzustand. Der indifferente Zustand ist also gewissermaßen die Ausgangsstimmung, in der wir, entweder durch Leidenschaften des Schönen oder des Erhabenen, dann affiziert werden oder diese später beurteilen.

Ferner sagt Burke, dass der Mensch von zwei Grundtrieben geleitet werde: der Trieb der Gesellschaft – also aus heutiger Sichte eine Art Geselligkeitstrieb – und der Trieb der Selbsterhaltung. Der Trieb der Gesellschaft – zum einen zwischen den Geschlechtern, zum anderen zwischen den Menschen– wird von den Leidenschaften Liebe und Zuneigung, welche durch das Schöne hervorgerufen werden, befriedigt.

Die Leidenschaft der Liebe durch das Schöne ist hier jedoch frei von jeder Begierde oder jedem Bedürfnis nach Besitz, sie reizt allerdings zur Verbindung mit dem schönen Gegenstand, d.h. das Subjekt wird von dem schönen Objekt angezogen. Laut Burke verbindet der Mensch mit der Form von Leidenschaft, die er hier Liebe und Zuneigung nennt, die Idee der sozialen Qualitäten. Die Liebe zum anderen Geschlecht und die Zuneigung zu anderen Lebewesen durch das Schöne lässt uns Vergnügen empfinden. Dieser Zustand des Vergnügens ist frei von jeglicher Reflexion, wir nehmen in einer solchen Situation nur die Sinneseindrücke in unserer Einbildungskraft auf und lassen sie, frei von jedem Räsonnement auf uns wirken. Das Schöne ist nach Burke demnach keine Schöpfung unserer Vernunft, da sie keinen Nutzen hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Begriffsgeschichte der Ästhetik von der Antike bis zum 18. Jahrhundert sowie Darlegung der Forschungsabsicht.

2. EDMUND BURKE – ON THE BEAUTIFUL AND SUBLIME: Darstellung der sensualistischen Theorie Burkes, bei der Schönes und Erhabenes als gegensätzliche Leidenschaften auslösende Prinzipien fungieren.

2.1. DAS SCHÖNE UND ERHABENE BEI BURKE: Untersuchung der physiologischen und psychologischen Wirkweise von schönem Vergnügen und erhabenem Schmerz auf den Menschen.

2.2. DER WEG VON SINNLICHER WAHRNEHMUNG BIS ZUM GESCHMACKSURTEIL BEI BURKE: Erläuterung, wie sinnliche Eindrücke über die Einbildungskraft zu einem lernbaren Geschmacksurteil führen.

2.3. KUNST UND ZWECKMÄßIGKEIT BEI BURKE: Diskussion über die Rolle der Nachahmung und Sympathie bei der Wirkung von Kunst.

2.3.1. Sprache und Literatur bei Burke: Analyse, warum Literatur durch den gezielten Einsatz von Worten als mächtigstes Mittel zur Affekterzeugung gilt.

2.3.2. Musik und Töne bei Burke: Unterscheidung zwischen den Wirkungen erhabener und schöner Töne auf das menschliche Gemüt.

2.4. EDMUND BURKE – ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Betrachtung der zentralen Thesen Burkes zur Ästhetik.

3. IMMANUEL KANT – DIE KRITIK DER URTEILSKRAFT: Vorstellung der rationalen Ästhetik Kants, basierend auf dem uninteressierten Wohlgefallen.

3.1. DAS SCHÖNE UND ERHABENE BEI KANT: Differenzierung zwischen dem reinen Geschmacksurteil und dem auf Vernunftideen bezogenen Erhabenen.

3.1.1. Die zwei Arten des Erhabenen bei Kant: Erörterung der Unterscheidung zwischen dem mathematisch-Erhabenen und dem dynamisch-Erhabenen.

3.2. DER WEG VON DEN SINNEN BIS ZUM GESCHMACKSURTEIL BEI KANT: Beschreibung des Zusammenwirkens der Gemütsvermögen (Verstand, Vernunft, Einbildungskraft) beim ästhetischen Urteil.

3.3. KUNST UND ZWECKHAFTIGKEIT BEI KANT: Analyse der freien Künste und deren Bedeutung für die Kultur der Gemütskräfte.

3.3.1. Sprache und Literatur bei Kant: Würdigung der Dichtkunst als höchste Kunstform, da sie Einbildungskraft und Verstand ideal verbindet.

3.3.2. Musik und Töne bei Kant: Kritische Untersuchung der Musik hinsichtlich ihrer Wirkung auf Empfindung versus Verstand.

3.4. IMMANUEL KANT - ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassung der kantsch-rationalistischen Ästhetiktheorie.

4. VERGLEICH VON KANT UND BURKE: Kritische Gegenüberstellung der empirischen und rationalen Ansätze beider Theoretiker.

4.1. ZUSAMMENFASSUNG DES VERGLEICHS: Fazit der vergleichenden Analyse der beiden philosophischen Positionen.

5. FAZIT: Abschließende kritische Bewertung der Plausibilität beider Theorien aus heutiger Perspektive.

Schlüsselwörter

Ästhetik, Edmund Burke, Immanuel Kant, Schönes, Erhabenes, Geschmacksurteil, Einbildungskraft, Vernunft, Empirismus, Rationalismus, Kunst, Literatur, Musik, Nachahmung, Freiheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht und vergleicht die Ästhetiktheorien von Edmund Burke und Immanuel Kant, um die Unterschiede zwischen sensualistischen und rationalistischen Ansätzen in der Kunst- und Naturbeurteilung aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Begriffe des Schönen und Erhabenen, die Funktionsweise menschlicher Erkenntnisvermögen beim ästhetischen Urteilen sowie die Bewertung von Künsten wie Literatur und Musik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, wie allgemeingültige Kriterien für ein Geschmacksurteil entstehen: durch sinnliche Erfahrung (Burke) oder durch apriorische Prinzipien der Denkvermögen (Kant).

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine vergleichende Analyse an, indem sie die Hauptwerke beider Philosophen gegenüberstellt, ihre Argumentationslogik kritisch hinterfragt und die Theorien auf die Kunstpraxis anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung von Burkes „A philosophical Enquiry“ und Kants „Kritik der Urteilskraft“, gefolgt von einem direkten Vergleich ihrer Positionen zu Kunst, Geschmack und Erkenntnis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ästhetik, Geschmack, Erhabenheit, Vernunft, Einbildungskraft und das Spannungsfeld zwischen Empirismus und Rationalismus geprägt.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Literatur und Musik bei beiden Autoren eine Rolle?

Literatur wird bei beiden als höchste Kunstform angesehen, da sie das Gemüt auf komplexe Weise anspricht, während Musik bei beiden eher kritisch oder als untergeordnet in Bezug auf die geistige Erkenntnis bewertet wird.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Plausibilität der Theorien?

Die Autorin stellt fest, dass beide Theorien stark von ihrem jeweiligen Zeitgeist geprägt sind und aus heutiger Sicht bei der Annahme eines emotionslosen Neutralzustands als Bedingung für ästhetische Erkenntnis fragwürdig erscheinen.

Excerpt out of 36 pages  - scroll top

Details

Title
Die Ästhetik der Frühromantik: sinnliche Subjektivität oder subjektive Rationalität?
Subtitle
Ein Vergleich zwischen Edmund Burke und Immanuel Kant
College
LMU Munich  (Für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften (Komparatistik))
Course
Proseminar
Grade
2,3
Author
Nora Haller (Author)
Publication Year
2007
Pages
36
Catalog Number
V120839
ISBN (eBook)
9783640249831
Language
German
Tags
Frühromantik Subjektivität Rationalität Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nora Haller (Author), 2007, Die Ästhetik der Frühromantik: sinnliche Subjektivität oder subjektive Rationalität?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120839
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  36  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint