Aus geographischer Perspektive wird der Tourismus „als eine lokale und regionale Häufung von Fremden mit einem jeweils vorübergehenden Aufenthalt (…), der die Summe von Wechselwirkungen zwischen den Fremden einerseits und der ortsansässigen Bevölkerung, dem Orte und der Landschaft andererseits zum Inhalt hat“ definiert (Rothfuß 2004: 51; zit. n. Resch 1977:15).
Im folgenden Beitrag soll der Tourismus in Tansania untersucht werden. Hierbei bietet die obige Definition den Ausgangspunkt, denn Tourismus darf nicht nur als Förderungsmaßnahme für Wirtschaftswachstum betrachtet werden, sondern vielmehr muss seine vielschichtige Einflussnahme auf die Lebensausrichtung aller Beteiligten wahrgenommen werden. Daher steht die Frage, welche Folgen und Auswirkungen der Tourismus auf die einheimische Bevölkerung des Tourismusortes hat, im Mittelpunkt meiner Betrachtung.
Das Wechselspiel zwischen Touristen und Einheimischen nimmt dabei eine zentrale Rolle ein, da dieses den Ansatz des touristischen Verhältnisses prägt. Weiterhin sollen Vor- und Nachteile dessen erörtert werden. Zudem steht in diesem Zusammenhang Tansanias Status als Entwicklungsland, denn dies stellt den Hintergrund der Tourismusentwicklung in Tansania und beeinflusst dessen Zukunft maßgeblich.
Zunächst werde ich einen Überblick über den geschichtlichen Hintergrund der Entstehung des Tourismus in Tansania geben, um die Grundlage zum Verständnis zu schaffen. Darauf folgt der Schwerpunkt in Form von ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen, die in ihrem Zusammenwirken das Leben der Einheimischen bestimmen und verändern. Dies wird an zwei Fallbeispielen verdeutlicht. Daran gliedert sich der Sextourismus als Exkurs, da viele Experten dem Massentourismus den Sex- und Prostitutionstourismus als unmittelbare Folge zuordnen (Aktionsgemeinschaft gegen internationale und rassistische Ausbeutung 1990: 19). Abschließend werden alternative Formen des Tourismus angesprochen, da diese als die einzigen verwirklichbaren und veränderungsbringenden Lösungen angesehen werden. So werden zum Beispiel der Ethnotourismus und der Ökotourismus genannt (Rothfuß 2004: 54ff).
Bei der Betrachtung des Tourismus in Tansania beschränke ich mich auf die Auseinandersetzung mit den lokalen Folgen, den Auswirkungen für die einheimische Bevölkerung, und vernachlässige aus Gründen des Umfangs dieser Arbeit touristische Einflüsse auf staatlicher und globaler Ebene.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Geschichte des Tourismus
- 3 Touristische Entwicklungsphasen
- 4 Auswirkungen des Tourismus
- 4.1 Ökonomische Folgen
- 4.2 Ökologische Folgen
- 4.3 Soziale Folgen
- 5 Fallbeispiele
- 5.1 Jambiani
- 5.2 Kiwengwa
- 6 Exkurs: Sextourismus
- 7 Lösungsansätze
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen des Tourismus in Tansania auf die einheimische Bevölkerung. Der Fokus liegt auf dem Wechselspiel zwischen Touristen und Einheimischen und den daraus resultierenden Vor- und Nachteilen. Der Status Tansanias als Entwicklungsland und dessen Einfluss auf die Tourismusentwicklung wird ebenfalls berücksichtigt.
- Geschichtliche Entwicklung des Tourismus in Tansania
- Ökonomische Folgen des Tourismus für die einheimische Bevölkerung
- Soziale Folgen des Tourismus für die einheimische Bevölkerung
- Ökologische Folgen des Tourismus
- Sextourismus in Tansania
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 (Einleitung): Die Einleitung definiert Tourismus aus geographischer Perspektive und benennt die zentrale Fragestellung nach den Folgen des Tourismus auf die einheimische Bevölkerung in Tansania. Die Methodik und die Grenzen der Untersuchung werden erläutert.
Kapitel 2 (Geschichte des Tourismus): Dieses Kapitel gliedert die Geschichte des Tourismus in Tansania in vier Phasen (1938-1962, 1962-1969, 1969-1976, 1976-heute), die jeweils durch spezifische Charakteristika und Entwicklungen geprägt sind. Die Rolle des Kolonialismus und die Entwicklung der Tourismusinfrastruktur werden beschrieben.
Kapitel 3 (Touristische Entwicklungsphasen): Dieses Kapitel beschreibt allgemeine Phasen der touristischen Entwicklung (Entdeckungsphase, Beteiligungsphase, Entwicklungsphase, Konsolidierungsphase, Stagnationsphase), die auf jede touristische Entwicklung zutreffen.
Kapitel 4 (Auswirkungen des Tourismus): Dieses Kapitel skizziert die ökonomischen, ökologischen und sozialen Folgen des Tourismus in Tansania. Die komplexen Interaktionen zwischen diesen Faktoren werden angesprochen.
Kapitel 5 (Fallbeispiele): Dieses Kapitel präsentiert Fallstudien aus Jambiani und Kiwengwa auf Sansibar, um die Auswirkungen des Tourismus auf lokaler Ebene zu veranschaulichen.
Schlüsselwörter
Tourismus in Tansania, Auswirkungen auf die einheimische Bevölkerung, ökonomische Folgen, soziale Folgen, ökologische Folgen, Sextourismus, Entwicklungsland, Fallbeispiele Jambiani und Kiwengwa, Ethnotourismus, Ökotourismus.
Häufig gestellte Fragen
Welche Auswirkungen hat der Tourismus auf die Bevölkerung in Tansania?
Der Tourismus hat vielschichtige ökonomische, ökologische und soziale Folgen, die das tägliche Leben der Einheimischen sowohl positiv als auch negativ verändern.
Was sind die ökonomischen Folgen des Tourismus in Tansania?
Tourismus kann Wirtschaftswachstum fördern, führt aber oft auch zu Abhängigkeiten, Preissteigerungen für Einheimische und einer ungleichen Verteilung der Einnahmen.
Welche sozialen Probleme bringt der Massentourismus mit sich?
Ein zentrales Problem ist die Veränderung sozialer Strukturen sowie der Sextourismus und die Prostitution, die oft als unmittelbare Folge des Massentourismus auftreten.
Welche ökologischen Gefahren entstehen durch den Tourismus?
Dazu gehören die Belastung lokaler Ressourcen (z. B. Wasser), Umweltverschmutzung und die Zerstörung natürlicher Landschaften durch Hotelbauten.
Was zeigen die Fallbeispiele Jambiani und Kiwengwa?
Diese Beispiele auf Sansibar verdeutlichen die konkreten Auswirkungen touristischer Erschließung auf lokaler Ebene und den Kontrast zwischen Touristen-Resorts und einheimischen Dörfern.
Gibt es nachhaltige Alternativen zum Massentourismus?
Ja, die Arbeit nennt Ethnotourismus und Ökotourismus als mögliche Lösungen, um die negativen Folgen zu minimieren und die lokale Bevölkerung stärker einzubeziehen.
- Quote paper
- Julia Helmstädter (Author), 2007, Tourismus in Tansania, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120905