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Das Motiv des gemeinen Nutzens im Lalebuch

Title: Das Motiv des gemeinen Nutzens im Lalebuch

Seminar Paper , 2001 , 21 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: Stefanie Kahl (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

In dem Grundkurs „Narrenfigurationen in der Literatur des Spätmittelalters“ beschäftigten wir
uns mit den verschiedenen Formen der Narrheit in besonderen und berühmten Werken dieser
Epoche. Dazu zählten unter anderem Iwein, Lancelot und Tristan, aber auch die Narren von
Brants „Narrenschiff“. Den Inhalt eines Seminars bildete das Thema „Alle gemeinsam oder
Wie aus Weisen Narren werden“. Die Grundlage dieser Diskussion fanden wir im
„Lalebuch“, einer 1597 erstmals gedruckten Schwanksammlung, die sich bis heute im
Original und in vielen Bearbeitungen großer Beliebtheit erfreut. Die Geschichte der Lalen hat
mich besonders fasziniert und angesprochen und ich möchte mich deshalb im Folgenden
näher mit ihr auseinandersetzen.
Um den Text später genau untersuchen zu können, gebe ich zunächst eine kurze
inhaltliche Zusammenfassung. Meinen Schwerpunkt werde ich jedoch auf das Motiv des
Gemeinen Nutzens, das sich durch das gesamte Werk zieht, legen. Da das Streben nach
diesem Nutzen eng mit der angenommenen Narrheit der Lalen verbunden ist, möchte ich
zuvor allerdings die Entwicklung der Narrheit erläutern.
Außerdem hoffe ich, eine Antwort auf die Frage zu finden, inwieweit es sich bei den
Anstrengungen der Lalen um Aktionen zum Wohle aller handelt, oder ob es vielleicht doch
manchmal eher der Gedanke des Eigennutzes ist, der sie zu ihren Taten anspornt.
Beim Lesen des Textes kann man auch erkennen, dass aus dem erwünschten Nutzen
schnell und oft eher ein großer Schaden für die ganze Lalengemeinschaft entsteht. Ich möchte
versuchen, diesen Gegensatz darzulegen und zu klären, in welchem Maße der Nutzen oder
Schaden im Vergleich mit der Narrheit steigt beziehungsweise sinkt.
Stützen werde ich mich in meinen Erläuterungen hauptsächlich auf die Artikel von
Werner Röcke, Hans Joachim Behr und Fritz Stroh, (und natürlich auf „Das Lalebuch“ in der
Ausgabe von 1998, herausgegeben von Stefan Ertz), die wie alle anderen Hilfsmittel genauer
im Literaturverzeichnis angegeben sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

II. Inhaltliche Zusammenfassung

III. Entwicklung der Narrheit

IV. Alle gemeinsam oder Jeder für sich ?

a. Das Motiv des gemeinen Nutzens

b. Der gemeinsame Eigennutz

c. Vom Gemeinnutzgedanken zum Egoismus

V. Gemeiner Nutz vs. Gemeiner Schaden

VI. Abschlussbetrachtung

VII. Literaturverzeichnis

a. Primärliteratur

b. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv des „gemeinen Nutzens“ im „Lalebuch“ und analysiert das Spannungsverhältnis zwischen kollektivem Handeln, individuellem Eigennutz und der zunehmenden Narrheit der Lalen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, inwiefern die Anstrengungen der Lalen tatsächlich dem Gemeinwohl dienen oder durch egoistische Motive sowie den fortschreitenden Verfall ihrer Vernunft geprägt sind, was letztlich in den Untergang ihrer Gemeinschaft mündet.

  • Analyse des Motivs des gemeinen Nutzens im Lalebuch
  • Entwicklung und Steigerung der Narrheit der Lalen
  • Konflikt zwischen kollektivem Gemeinnutz und individuellem Eigennutz
  • Wechselwirkung von beabsichtigtem Nutzen und resultierendem Schaden
  • Rolle von Narrheit als Strategie zur Flucht vor öffentlicher Verantwortung

Auszug aus dem Buch

b) Der gemeinsame Eigennutz

Nach der eingehenden Betrachtung des beschriebenen Gemeinnutzgedankens muss man sich allerdings auch die Frage stellen, inwieweit die Lalebürger nicht auch allzu oft „den eigenen Nutzen am gemeinen Gut [meinen], wenn sie vom gemeinen Nutzen reden“. Stroh geht in seinem Aufsatz sogar so weit, die Lalen mit der Eigenschaft der „derbe[n] selbstische[n] Genusssucht“ zu bedenken.

Und tatsächlich kann man nicht selten davon lesen, wie die Lalen nach mehr oder weniger erfolgreicher Arbeit ins Wirtshaus eilen, um sich ihre Mühen belohnen zu lassen. So erfahren wir im 8. Kapitel, wie die Lalen die Baumstämme, die für den Bau des Rathauses bestimmt sind, mit großer Mühe auf den Berg schleppen, nur um sich anschließend daran erfreuen zu können, wie die Hölzer eins nach dem anderen wieder hinabrollen. Nach dieser sinnlosen Arbeit ziehen „sie gantz frölich [...] / ins Wirtshauß [wo sie] / dieweil sie ein Gemeines Werck gethan / billich ein grosses Loch ins Gmeine Gut fr[e]ssen“. Der nachfolgende Spruch beschreibt, wie es demjenigen ergehen wird, der stets auf Kosten des allgemeinen Wohlstandes gut lebt, ohne etwas zur Vermehrung desselbigen beizutragen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einführung: Die Einleitung erläutert den Seminarhintergrund, führt in das „Lalebuch“ ein und steckt das methodische Ziel ab, das Motiv des gemeinen Nutzens in Bezug auf die Narrheit der Lalen zu untersuchen.

II. Inhaltliche Zusammenfassung: Dieses Kapitel gibt einen Abriss der Erzählstruktur des Lalebuchs, beginnend bei der Herkunft der Lalen bis hin zu ihrem Untergang durch die eigene Narrheit.

III. Entwicklung der Narrheit: Hier wird der Prozess beschrieben, wie die Lalen ihre ursprüngliche Weisheit systematisch verlieren und sich für ein närrisches Leben entscheiden, um gesellschaftlichen Pflichten zu entgehen.

IV. Alle gemeinsam oder Jeder für sich ?: Dieser Abschnitt gliedert sich in die Analyse des gemeinen Nutzens, des daraus resultierenden Eigennutzes sowie des Übergangs zum Egoismus, illustriert an Beispielen wie dem Pelzmantel der Schultheißenfrau.

V. Gemeiner Nutz vs. Gemeiner Schaden: Das Kapitel untersucht das zunehmende Missverhältnis zwischen den gut gemeinten, aber närrischen Taten der Lalen und dem daraus resultierenden materiellen und existenziellen Schaden.

VI. Abschlussbetrachtung: Die Verfasserin reflektiert ihre persönliche Auseinandersetzung mit dem Werk und würdigt die gesellschaftskritischen Aspekte des Textes.

VII. Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten Quellen, unterteilt in Primär- und Sekundärliteratur, für die wissenschaftliche Arbeit aufgeführt.

Schlüsselwörter

Lalebuch, Narrheit, gemeiner Nutzen, Eigennutz, Egoismus, Schwanksammlung, Mittelalter, Schildbürger, gesellschaftliche Ordnung, Weisheit, Schultheiß, Lalen, Narrenstreiche, Narrationsanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das zentrale Motiv des „gemeinen Nutzens“ im Lalebuch und wie sich dieses durch den fortschreitenden Verfall der Vernunft der Lalen in sein Gegenteil, den materiellen und sozialen Schaden, verkehrt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entwicklung der Narrheit, die Dialektik von Gemeinnutz und Eigennutz sowie die Auswirkungen individuellen Egoismus innerhalb der Lalengemeinschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu klären, inwieweit das Handeln der Lalen tatsächlich vom Wohl der Gemeinschaft geleitet ist oder ob sich hinter dem vorgeblichen Gemeinnutz primär eigennützige und egoistische Motive verbergen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Textes unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zur Narrendichtung und zum Lalebuch, um die Motivstrukturen herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert den Verlust der Weisheit, das Spannungsfeld zwischen gemeinem Nutzen und Eigennutz in Wirtshausszenen und den Egoismus einzelner Figuren sowie das finale Ungleichgewicht zwischen Nutzen und Schaden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Lalebuch“, „Narrheit“, „Gemeiner Nutzen“, „Eigennutz“ und „gesellschaftliche Ordnung“ charakterisiert.

Wie bewertet die Verfasserin den Egoismus der Schultheißenfrau?

Die Verfasserin sieht darin ein deutliches Anzeichen für die Korruption der Gemeinschaft, da sich die Frau durch ihren neuen sozialen Status aus der Gruppe erhebt und egoistisch handelt, anstatt das Allgemeinwohl zu fördern.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit über den Untergang der Laleburg?

Die Arbeit schließt, dass der Untergang der Laleburg die logische Konsequenz der selbst gewählten Narrheit ist, bei der das Bemühen um den gemeinen Nutzen letztlich zwangsläufig in fatalen gemeinen Schaden mündet.

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Details

Title
Das Motiv des gemeinen Nutzens im Lalebuch
College
University of Potsdam  (Institut für Germanistik)
Course
Seminar : Narrenfigurationen in der Literatur des Spätmittelalters
Grade
1,6
Author
Stefanie Kahl (Author)
Publication Year
2001
Pages
21
Catalog Number
V12091
ISBN (eBook)
9783638180757
Language
German
Tags
Motiv Nutzens Lalebuch Seminar Narrenfigurationen Literatur Spätmittelalters
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Kahl (Author), 2001, Das Motiv des gemeinen Nutzens im Lalebuch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12091
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