Im Zentrum des Romans „Die Mutter“ von Maksim Gor'kij steht Pelageâ Nilovna Vlasova geb. Seregina – die Mutter. Nach ihr ist der Roman benannt und sie kommt, mit Ausnahme des ersten Kapitels des ersten Teils, in jedem Kapitel vor. Im Roman wird ihre persönliche Entwicklung von der verängstigten und gequälten Arbeiterfrau zur bewussten Revolutionärin dargestellt. Sie ist eindeutig die Hauptfigur des Romans. Es lässt sich vermuten, dass sie in ein Beziehungsgeflecht mit anderen Frauen eingebunden ist. Interessant ist jedoch, dass neben der Mutter nur wenige weibliche Personen auftreten und männliche (zahlenmäßig) dominieren. Nach der Begriffsbestimmung von Figur, Figurenrelation und Figurenkonstellation wird untersucht, welche weiblichen Figuren außer der Mutter im Roman vorkommen, mit welchen Merkmalen sie der Autor ausgestattet hat, in welcher Beziehung sie zur Mutter und zueinander stehen, sowie welche Funktion sie im Roman haben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den weiblichen Hauptfiguren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Figur, Figurenrelation und Figurenkonstellation
3 Weibliche Figuren im Roman „Die Mutter“
4 Die weiblichen Hauptfiguren
4.1 Mar’â Korsunova
4.1.1 Mar’â Korsunovas Aussehen und Auftreten
4.1.2 Mar’â Korsunova und die Mutter
4.1.3 Zusammenfassung
4.2 Nataša
4.2.1 Natašas Aussehen und Auftreten
4.2.2 Natašas Herkunft und die Beziehung zu ihrer Familie
4.2.3 Nataša und die Mutter
4.2.4 Natašas Beziehung zu Pavel und Andrej
4.2.5 Zusammenfassung
4.3 Saša
4.3.1 Sašas Aussehen und Auftreten
4.3.2 Saša und ihre Herkunftsfamilie
4.3.3 Saša und die Mutter
4.3.4 Zusammenfassung
4.4 Sof’â
4.4.1 Sof’âs Aussehen und Auftreten
4.4.2 Sof’â und ihre Herkunftsfamilie
4.4.3 Sof’â und die Mutter
4.4.4 Zusammenfassung
4.5 Lûdmila
4.5.1 Lûdmilas Aussehen und Auftreten
4.5.2 Lûdmilas Familie
4.5.3 Lûdmila und ihr Pflegesohn
4.5.4 Lûdmilas und ihre Genossen
4.5.5 Lûdmila und die Mutter
4.5.6 Zusammenfassung
4.6 Tat’âna
4.6.1 Zusammenfassung
5 Fazit
6 Literatur
6.1 Primärliteratur
6.2 Sekundärliteratur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der weiblichen Figuren in Maksim Gor'kijs Roman „Die Mutter“, wobei der Fokus auf ihrer persönlichen Entwicklung, ihren Merkmalen sowie ihrer Beziehung zur Hauptfigur, der Mutter, und deren revolutionärer Transformation liegt.
- Analyse der weiblichen Hauptfiguren neben der Mutter.
- Untersuchung von Figurenkonstellationen und Beziehungsgeflechten.
- Differenzierung zwischen typisierten und individualisierten Charakterzügen.
- Bewertung der Funktion der Frauen im Kontext der revolutionären Bewegung.
- Kontrastierung von sozialem Hintergrund und Lebensentwürfen der Frauen.
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Mar’â Korsunova und die Mutter
Erst bei genauerem Hinsehen und im Vergleich mit der Mutter zeigt sich, dass sie eine durchaus interessante und nicht widerspruchsfreie Frau ist, die im Roman als Bindeglied zwischen dem alten und neuen Leben der Mutter fungiert. Obwohl die beiden Frauen auf den ersten Blick unterschiedlich zu sein scheinen, gibt Parallelen in ihrem Leben, denn sie haben das gleiche Lebensumfeld und den gleichen sozialen Stand. Aber auch in ihrem Verhalten und bei ihren Gefühlen lassen sich durchaus Gemeinsamkeiten aufzeigen. So sind Mar’â Korsunova und die Mutter Nachbarinnen, kennen einander schon lange, sind vermutlich etwa gleichaltrig, haben sich in der Vergangenheit auch manchmal gegenseitig beigestanden und sie stimmen darin überein, dass ein Leben als Frau nicht leicht ist. Inzwischen sind sie beide verwitwet. Mar’â Korsunova muss selbst als Händlerin für ihren Lebensunterhalt sorgen, während die Mutter als Hausfrau von ihrem Sohn Pavel ernährt wird, solange dieser nicht im Gefängnis sitzt.
Mar’â Korsunova versucht sich mit allen gutzustellen, kennt jeden, klatscht und tratscht mit Leidenschaft. Durch sie werden die Stimmungen, Meinungen und Haltungen, die in der Vorstadt in Bezug auf Pavel und seine Kameraden kursieren, wiedergegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung der zentralen Forschungsfrage zur Rolle und Funktion weiblicher Nebenfiguren in Gor'kijs „Die Mutter“ im Verhältnis zur Hauptfigur.
Figur, Figurenrelation und Figurenkonstellation: Theoretische Grundlegung zur Definition literarischer Figuren und deren Beziehungsdynamiken sowie Klassifikationsmöglichkeiten.
Weibliche Figuren im Roman „Die Mutter“: Systematische Erfassung und quantitative Einordnung aller weiblichen Charaktere im Roman zur Bestimmung der Haupt- und Nebenfiguren.
Die weiblichen Hauptfiguren: Detaillierte Einzelanalyse der Charaktere Mar’â Korsunova, Nataša, Saša, Sof’â, Lûdmila und Tat’âna hinsichtlich ihrer Erscheinung, Herkunft und Beziehung zur Mutter.
Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der weiblichen Figuren, ihrer sozialen Herkunft und ihrer Bedeutung für den Reifeprozess der Mutter als zentraler Protagonistin.
Literatur: Auflistung der im Rahmen der Untersuchung herangezogenen Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Maksim Gor'kij, Die Mutter, weibliche Figuren, Pelageâ Nilovna Vlasova, Literaturanalyse, Figurenkonstellation, Sozialistischer Realismus, Revolution, Frauenbild, literarische Analyse, Figurenrelation, soziale Herkunft, Transformation, Geschlechterrollen, russische Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die weiblichen Figuren in Maksim Gor'kijs Roman „Die Mutter“ und deren Interaktion mit der Protagonistin sowie deren Rolle in der gesellschaftlichen Entwicklung des Romans.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Charakterisierung der Frauen, die Untersuchung ihrer sozialen Hintergründe und die Analyse, wie diese Figuren den Reifeprozess der Mutter beeinflussen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, welche Merkmale der Autor den weiblichen Figuren verliehen hat, wie sie zur Mutter in Beziehung stehen und welche Funktion sie in der Romanhandlung erfüllen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf Konzepte der literarischen Figurenlehre, insbesondere auf Figurenrelationen und Figurenkonstellationen, um die Charaktere und ihre Beziehungen qualitativ zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Einzelanalyse der weiblichen Hauptfiguren, gruppiert nach ihrem Auftreten und ihrem Einfluss auf die Entwicklung der Mutter.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie Figurenkonstellation, revolutionäre Transformation, soziale Schichtzugehörigkeit, Korrespondenz- und Kontrastbeziehungen stehen im Fokus.
Welche Rolle spielt die Mutter im Vergleich zu den anderen Frauen?
Die Mutter wird als Archetyp der „Großen Mutter“ gezeichnet, die durch die Begegnung mit den anderen, meist aus höheren Schichten stammenden Frauen, ihre eigene Identität und politische Bewusstheit findet.
Warum wird Sof’â als widersprüchliche Figur dargestellt?
Obwohl sie in der Untergrundarbeit sorgfältig handelt, zeigt sie im Alltag leichtfertige und unkonventionelle Züge, was sie zu einer komplexen, wenn auch manchmal unausgeglichenen Figur macht.
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- Karola Schmidt (Author), 2008, Weibliche Figuren in Gor'kijs Roman "Die Mutter", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120926