Die Arbeit beginnt mit einem theoretischen Teil der anfänglich versucht die Frage „Was ist Six Sigma?“ zu beantworten und mittels eines kurzen historischen Rückblicks die Anfänge dieses Konzeptes zu erläutern. Anschließend werden die wichtigsten Rahmenbedingungen des Konzeptes dargestellt. Dies sind Teile der Six Sigma-Philosophie, die unerlässlich für die Implementierung in ein Unternehmen sind. Darüber hinaus wird erläutert, in welchem Maße dieses Konzept umgesetzt werden kann und wie eine Implementierung ablaufen könnte. Das Kernstück der Umsetzung von Six Sigma-Projekten folgt danach, der Ablauf eines Verbesserungsprojektes (DMAIC und DFSS). Als Abschluss des theoretischen Teils wird das Konzept mit Lean Management-Komponenten kombiniert zur Weiterentwicklung „Lean+Six Sigma“.
Im praktischen (empirischen) Teil der Arbeit folgt die Darstellung einer Untersuchung der Umsetzungen des Konzepts in mehreren Unternehmen. Es wird die Entwicklung eines Fragenkatalogs geschildert, wie und warum dieser so entstanden ist. Anschließend folgt die Dokumentation einer Befragung von Mitarbeitern mehrerer Unternehmen, die mit oder in Six Sigma-Projekten arbeiten, anhand des Katalogs. Eine Auswertung der Befragungen soll anschließend klären, wie, in welchem Maße und wie erfolgreich dieses Konzept umgesetzt wurde oder werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Kontext
1.2 Gang der Untersuchung
1.3 Aufgabenstellung
1.4 Abgrenzung
2. Theoretische Einführung – das Konzept
2.1 Was ist Six Sigma?
2.2 Die Entstehung von Six Sigma
2.3 Rahmenbedingungen
2.3.1 Kundenfokussierung
2.3.2 Prozessgedanke
2.3.3 Variationenminderung
2.3.4 Managementunterstützung
2.3.5 Messsystem
2.3.6 Infrastruktur
2.3.7 Ressourcenverfügbarkeit
2.4 Umsetzung in Unternehmen
2.4.1 Grad der Umsetzung
2.4.2 Umsetzungsschritte
2.5 Kernstück: Verbesserungsprojekt
2.5.1 Projektauswahl
2.5.2 DMAIC
2.5.2.1 Define
2.5.2.2 Measure
2.5.2.3 Analyze
2.5.2.4 Improve
2.5.2.5 Control
2.5.3 DFSS/DMADV
2.6 Weiterentwicklung zu „Lean+Six Sigma“
2.6.1 Lean Management
2.6.2 Fusion zu „Lean+Six Sigma“
3. Praktische Umsetzung – eine Untersuchung
3.1 Ziel der Untersuchung
3.2 Fragenkatalog
3.3 Ergebnisse
3.3.1 Aussagen zu den Kategorien
3.3.2 Einzelne Aussagen und Zusammenhänge
3.4 Auswertung
4. Bewertung/Ausblick
4.1 Zusammenfassung
4.2 Bewertung und Fazit
4.3 Zielerreichung
4.4 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Qualitätsmanagement-Konzept "Six Sigma" in der deutschen Unternehmenspraxis. Ziel ist es, den Grad der Umsetzung und den tatsächlichen Erfolg des Verfahrens kritisch zu hinterfragen, die philosophischen und methodischen Grundlagen zu beleuchten und den Nutzen der Kombination mit "Lean Management" zu bewerten.
- Grundlagen von Six Sigma: Philosophie, Prozessgedanke und Variationenminderung.
- Methodik des Verbesserungsprojektes: Analyse der DMAIC- und DFSS-Zyklen.
- Empirische Untersuchung: Qualitative Interviews in ausgewählten deutschen Unternehmen.
- Fusion mit Lean Management: Synergien durch die Integration von Prozessgeschwindigkeit.
- Kritische Bewertung: Chancen, Risiken und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung.
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Kundenfokussierung
Der Kunde, mit all seinen Wünschen und Ansprüchen steht im Fokus des Six Sigma-Konzeptes. Das ganze Konzept ist damit kundenzentriert. Im Gegensatz zu anderen Konzepten und Veränderungsansätzen geht Six Sigma nicht aus rein finanziellen Aspekten an einzelne Prozesse und versucht diese aus interner, vielleicht sogar betriebsblinder, Sicht zu verbessern. Auch die Ansätze aus den 1980er und 1990er Jahren, in denen umfangreiche Kundenbefragungen durchgeführt wurden und danach schnell wieder in den Schreibtischen verschwunden waren und nicht kontinuierlich fortgesetzt wurden, haben einen anderen Anspruch gehabt. Gewonnene Informationen haben eine kurze Halbwertzeit, bevor Sie nutzlos werden. Welches Unternehmen kann schon behaupten, dass ein einmal ermittelter Kundenwunsch von vor 5 Jahren noch den heutigen entspricht?
Six Sigma geht einen anderen Weg. Im Fokus aller Aktivitäten steht der Kunde. Das zeigt sich schon im Ansatz der Verbesserungsprojekte. Der erste Schritt ist immer das Herausfinden des Kundenwunsches (siehe Punkt 2.5.2.1).
Dazu gehört zuerst die Frage, wer denn eigentlich der Kunde ist. Zu unterscheiden ist zwischen dem externen und internen Kunden. Der externe Kunde ist der außerhalb des Unternehmens, der das Verkaufsprodukt oder die Dienstleistung beurteilt, vergleicht, entscheidet und kauft. Der interne Kunde ist der im Unternehmen der die Arbeitsergebnisse eines Schrittes, Prozesses oder einer Abteilung erhält und damit weiterarbeitet. Es wird ein Ergebnis geschaffen, das ein folgender, interner Prozess als Ausgangsleistung erhält.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage im heutigen globalen Wettbewerb und führt in das Konzept Six Sigma als Lösungsansatz zur Qualitätssicherung und Erfolgssicherung ein.
2. Theoretische Einführung – das Konzept: Erläutert die Six Sigma Philosophie, die statistischen Grundlagen der Variationenminderung sowie die Rollenverteilung und Infrastruktur innerhalb einer Organisation.
3. Praktische Umsetzung – eine Untersuchung: Dokumentiert die empirische Erhebung durch Interviews in deutschen Unternehmen und wertet die Erfahrungen der Anwender in Bezug auf Erfolg und Probleme aus.
4. Bewertung/Ausblick: Reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung, zieht ein persönliches Fazit des Autors und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Anwendung von Six Sigma.
Schlüsselwörter
Six Sigma, Qualitätsmanagement, DMAIC, DFSS, Prozessoptimierung, Kundenzufriedenheit, Lean Management, Variationenminderung, Prozessnetzwerk, Black Belt, Green Belt, Fehlleistungskosten, DPMO, Unternehmensführung, Prozesssteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Konzeption, der theoretischen Untermauerung und der praktischen Anwendung von Six Sigma in deutschen Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Six Sigma Philosophie, das Prozessmanagement, die methodische Umsetzung via DMAIC und DFSS sowie die Verknüpfung mit Lean-Elementen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine realistische Einschätzung zu geben, wie Six Sigma in Unternehmen gelebt wird, welche Erfolge erzielbar sind und welche Hürden in der Praxis auftreten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben einer ausführlichen Literaturanalyse wird eine empirische Untersuchung in Form von leitfadengestützten Interviews mit Mitarbeitern aus Unternehmen durchgeführt, die Six Sigma bereits anwenden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Block zur Methodik (inklusive Infrastruktur und Rollen) und einen praktischen Untersuchungsteil zur Umsetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Six Sigma, Lean Management, Prozessoptimierung, Kundenfokussierung und Qualitätskosten definieren.
Wie unterscheidet sich "Lean+Six Sigma" von reinem Six Sigma?
Lean+Six Sigma integriert zusätzlich den Aspekt der Geschwindigkeit aus dem Lean Management, um Durchlaufzeiten zu reduzieren und Verschwendung (Muda) konsequenter zu eliminieren.
Warum spielt die 5-Sigma-Mauer eine Rolle in der Arbeit?
Sie illustriert die Grenze, an der eine rein methodische Prozessverbesserung (DMAIC) ihre Effektivität verliert und ein fundamentaleres Redesign (DFSS) notwendig wird.
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- Dipl.-Wirt.Ing. (FH) Mark Schnitker (Author), 2008, Six Sigma. Konzept und Realität., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120933