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Soziales Lernen in der Pädagogik

Title: Soziales Lernen in der Pädagogik

Seminar Paper , 2003 , 11 Pages , Grade: 2,4

Autor:in: Stefanie Kahl (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Soziales Lernen spielt gerade heute in unserer multikulturellen Gesellschaft eine zunehmend wichtiger werdende Rolle, da es den Erwerb sozialer Handlungskompetenzen wie Verständnis und Toleranz gegenüber unseren Mitbürgern einschließt und somit die Basis für jedes mitmenschliche Zusammenleben darstellt. Das Kind beziehungsweise später der Erwachsene soll durch den Prozess des sozialen Lernens befähigt werden, für sein eigenes Verhalten Verantwortung zu übernehmen. Genauso bedeutend ist auch die Kompetenz, sich in die Lage von anderen Personen zu versetzen und mit ihnen in Interaktion zu treten.
Durch gesellschaftliche Veränderungen, die Auswirkungen auf das Familienleben mit sich brachten, wird die Aufgabe der sozialen Erziehung immer mehr vom Elternhaus in Kindergarten und Schule verlagert, so dass sich Erzieher und Lehrer damit konfrontiert sehen, den Kindern die notwendigen sozialen Kompetenzen zu vermitteln. Während es in manchen Schulformen durch Fächer wie LER (Lebenskunde-Ethik-Religion), Erziehungswissenschaften oder Darstellendem Spiel fest in den Lehrplan integriert ist, steht die soziale Erziehung in anderen Bildungseinrichtungen hinter der Vermittlung der Kulturtechniken nur an zweiter oder dritter Stelle.
Wie sieht es nun mit dem sozialen Lernen und der sozialen Erziehung bei Maria Montessori aus?
Zahlreiche Kritiker, die sich mit der Pädagogik Montessoris beschäftigten, warfen und werfen ihr vor, dass durch die Betonung der Individualität jedes Kindes die Frage des Miteinander und damit die Aufgabe des sozialen Lernens vernachlässigt würde. Da das einzelne Kind seinen Begabungen und Fähigkeiten entsprechend gefördert werden soll, befürchten sie das Verkümmern der „soziale[n] Gesinnung“1 sowie das Ausbleiben der kindlichen Gemeinschaft, in der soziale Werte für das Bestehen in der Gesellschaft vermittelt werden. Für Montessori besteht soziales Lernen jedoch nicht nur darin, „nebeneinander dazusitzen und einem zuzuhören, der spricht“, wie sie es bei der von den Kritikern bevorzugten „direkten Unterrichtsmethode“ vermutet.
Im folgenden versuche ich zu beweisen, dass Maria Montessori sich - trotz negativer Meinung der Kritiker- sehr wohl um die soziale Erziehung ihrer Schützlinge gesorgt und dies auch in ihrer Pädagogik verankert hat.Ich werde dazu die einzelnen, von ihr aufgestellten, Phasen der sozialen Entwicklung des Kindes näher beleuchten und den Prozess des sozialen Lernens am Beispiel ihres Prinzips der Altersmischung verdeutlichen.[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einführung ins Thema

2) Phasen des sozialen Lernens nach Maria Montessori

3) Zum Prinzip der Altersmischung

4) Zur Aufgabe des Erziehers

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des sozialen Lernens in der Pädagogik von Maria Montessori und setzt sich kritisch mit der Auffassung auseinander, dass die Förderung der Individualität die soziale Entwicklung des Kindes vernachlässige.

  • Analyse der sensiblen Phasen in der sozialen Entwicklung des Kindes.
  • Untersuchung des Konzepts der Altersmischung als Methode zur Förderung sozialer Kompetenzen.
  • Darstellung der Rolle des Erziehers als Entwicklungshelfer und Beobachter.
  • Auseinandersetzung mit der Kritik an der Montessori-Pädagogik bezüglich des sozialen Lernens.
  • Herausarbeitung der Verbindung von individueller Entfaltung und sozialem Miteinander.

Auszug aus dem Buch

3) Zum Prinzip der Altersmischung

Die Meinung Montessoris über die Notwendigkeit sozialen Lernens bestätigt sich in dem von ihr aufgestellten Prinzip der Altersmischung. Das Lernen in altersheterogenen Gruppen erscheint ihr die sinnvollste Vorbereitung auf das spätere Leben, da in der Gesellschaft – egal ob in der Familie oder im Berufsleben – eben auch Menschen jeder Altersgruppe zusammenleben und arbeiten. Einrichtungen wie Altersheime, in denen Menschen gleichen Alters zusammen sind, kommen ihr „unmenschlich und grausam“ vor, denn sie „zerreißen [...] das Band des sozialen Lebens“.

Eine altersgemischte Gruppe hat, so Montessori, zahlreiche Vorteile aufzuweisen, die alle eng mit dem Faktor des sozialen Lernens verbunden sind. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Hilfsbereitschaft, denn nicht nur der Lehrer, sondern auch die Schüler sind als Helfer eingesetzt und meistern ihre Aufgaben oft sogar besser als der Lehrer.

So kann beispielsweise ein fünfjähriges Kind einem zwei Jahre jüngeren Spielgefährten eine Frage vielleicht viel anschaulicher und verständlicher als der Lehrer beantworten, da zwischen den beiden Kindern so etwas wie „eine natürliche geistige Osmose“ besteht. Die Interessen und geistigen Möglichkeiten liegen noch viel näher beieinander, als das bei Lehrer und Schüler der Fall ist. Dabei profitiert nicht nur das fragende Kind, sondern auch der Helfer, denn er muss sein eigenes Wissen kennen und analysieren, um es an andere weiterzugeben.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einführung ins Thema: Dieses Kapitel führt in die Relevanz des sozialen Lernens ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob Montessoris Fokus auf die Individualität die soziale Erziehung vernachlässigt.

2) Phasen des sozialen Lernens nach Maria Montessori: Hier werden die sensiblen Perioden erläutert und die drei Etappen der sozialen Entwicklung des Kindes bis zum zwölften Lebensjahr detailliert beschrieben.

3) Zum Prinzip der Altersmischung: Dieses Kapitel zeigt auf, wie altersgemischte Gruppen durch Hilfsbereitschaft und den Austausch zwischen den Kindern soziales Lernen fördern und Konkurrenzdenken abbauen.

4) Zur Aufgabe des Erziehers: Die Rolle des Erziehers wird als indirekte Unterstützung und wachsamer Beobachter definiert, der den Kindern den nötigen Freiraum zur Selbstentfaltung lässt.

Schlüsselwörter

Soziales Lernen, Maria Montessori, Reformpädagogik, Altersmischung, soziale Entwicklung, sensible Phasen, Erziehung, soziale Kompetenz, Lehrerrolle, Individualität, Kooperation, Hilfsbereitschaft, Gemeinschaft, freie Arbeit, Entwicklungshelfer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Stellenwert des sozialen Lernens innerhalb der Pädagogik von Maria Montessori und analysiert, wie diese Methode soziale Kompetenzen trotz des Fokus auf das Individuum fördert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die sensiblen Phasen der Entwicklung, die Altersmischung als Lernform sowie die spezifische Rolle des Erziehers als Unterstützer des Kindes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Kritikern entgegenzutreten, die behaupten, dass Montessori die soziale Erziehung vernachlässige, und nachzuweisen, dass soziales Lernen ein integraler Bestandteil ihrer Pädagogik ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse von Primärquellen Montessoris sowie einschlägiger Sekundärliteratur, um die Thesen wissenschaftlich zu untermauern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entwicklungsphasen, die Erörterung der Vorteile von altersgemischten Gruppen und die Definition der pädagogischen Aufgabe des Erziehers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Soziales Lernen, Montessori-Pädagogik, Altersmischung, sensible Phasen und soziale Kompetenz.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Erziehers bei Montessori von herkömmlichen Ansätzen?

Im Gegensatz zur herkömmlichen Pädagogik agiert der Montessori-Erzieher als zurückhaltender Beobachter und "Entwicklungshelfer", der nur bei Bedarf eingreift, anstatt den Unterricht frontal zu steuern.

Warum hält Montessori die Altersmischung für essenziell für soziales Lernen?

Sie fördert die Hilfsbereitschaft und Kooperation, da Kinder voneinander lernen können, ohne dem Leistungsdruck oder Konkurrenzkampf ausgesetzt zu sein, der in homogenen Altersgruppen oft herrscht.

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Details

Title
Soziales Lernen in der Pädagogik
College
University of Potsdam  (Institut für Grundschulpädagogik)
Course
Traditionelle und aktuelle Erziehungsaufgaben - Anspruch und Realisierungsmöglichkeiten unter besonderer Berücksichtigung der sozialen Entwicklung des Kindes im Lern- und Erfahrungsraum Grundschule
Grade
2,4
Author
Stefanie Kahl (Author)
Publication Year
2003
Pages
11
Catalog Number
V12093
ISBN (eBook)
9783638180764
Language
German
Tags
Soziales Lernen Pädagogik Traditionelle Erziehungsaufgaben Anspruch Realisierungsmöglichkeiten Berücksichtigung Entwicklung Kindes Lern- Erfahrungsraum Grundschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Kahl (Author), 2003, Soziales Lernen in der Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12093
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